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RGM, Köln: Echnaton und Amarna (Gelesen: 3425 mal)
Meritenramses
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Horusgeleit
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Hm.t kA n pA kA aA n
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RGM, Köln: Echnaton und Amarna
02/04/08 um 20:23:36
 
Echnaton und Amarna: Wohnen im Diesseits
 
31. Mai bis 26. Oktober 2008
 
Zitat:
Seit der Entdeckung der altägyptischen Hauptstadt Achet-Aton (heute Tell-el-Amarna) faszinieren Pharao Echnaton und Nofretete Wissenschaftler und Ägyptenfreunde gleichermaßen: Echnaton, eigentlich Amenophis IV. (1364 – 1347 v. Chr.), gilt als Stifter der ersten monotheistischen Religion.
Echnaton war ein Revolutionär, der in neuen, kühnen Dimensionen dachte. Er gab Theben als die alte Pharaonenhauptstadt auf und gründete die neue atemberaubende Stadt Achet-Aton am Nilufer. Vom Reißbrett in die Wirklichkeit übertragen: Mehr als fünfhundert Stadthäuser – von seriellen Eigenheimen bis zu luxuriösen Palästen und Tempeln. Umfang und Gestalt der Hausentwürfe spiegeln gesellschaftliche Hierarchien im pharaonischen Ägypten. Echnatons wegweisende Stadtidee hat ihn nicht überlebt. Uns erscheinen heute die Ruinenzeugnisse wie die Momentaufnahme einer Geisterstadt. Die Ausstellung versucht der Vision und dem Anspruch der neuen Stadtgründung in Modellen und originalen Zeugnissen der Amarnazeit nachzuspüren. Sie wendet sich an ein breites Publikum – Jugendliche und Erwachsene – mit Interesse an Ägypten, mediterraner Geschichte und Religion. Die Ausstellung ist eine thematische Premiere und wurde von Dr. Christian Tietze, Universität Potsdam, in Zusammenarbeit mit dem Römisch-Germanischen Museum entwickelt und erarbeitet.

 
Quelle: HP des RGM
 
Wieso denn schon wieder 'ne Ausstellung über den Ketzer?  Augenrollen
Sesu und Pi-Ramesse: Wohnen in der Lower East Side hätte ich viel spannender gefunden...  Lächelnd
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Luna
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Re: RGM, Köln: Echnaton und Amarna
Antworten #1 - 02/17/08 um 08:37:54
 
hallo,
 
wieso immer Ketzer?
 
Ich finde er war der erste Reformator !
 
Luther war auch einer, wird er auch immer niedergemacht ?
 
Gruß
 
Luna
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Meritenramses
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Re: RGM, Köln: Echnaton und Amarna
Antworten #2 - 02/17/08 um 10:08:25
 
Echnaton war kein Reformator, sondern ein Diktator, dessen Regime Ägypten beinahe zugrunde gerichtet hat!
Insofern ist er wohl eher mit militanten Religionsführern wie z. B. Ayatollah Khomeini zu vergleichen denn mit Martin Luther...
 
Oder hat Echi seinen Atonshymnus etwa an die Türen von Ipet-sut gekloppt?  Zwinkernd
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Anat
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Re: RGM, Köln: Echnaton und Amarna
Antworten #3 - 03/22/08 um 13:26:25
 
Hallo,
 
der Begriff 'Diktator' isz heutzutage negativ besetzt - überträgt man diesen aber auf die Antike, ist das nicht unbedingt so:
"Handelt es sich um geschichtlich-politische Vorgänge der Antike, kann daher aber nicht von vornherein von einer gewaltsamen und unrechten Herrschaft ausgegangen werden." (Quelle wikipedia)
 
Echnaton war sehrwohl also ein legitimer Herrscher, er folgte eben nicht der Tradition Ägyptens ... aber dies hat die Pharaonin Hatschepsut auch nicht - oder nur bedingt - getan (Stichwort: HerrscherIN, statt bloß Regentin).
Es stimmt zwar, dass Ägyptens wirtschaftliche u. politische Lage alles andere als rosig war, und das Volk darunter litt, unter der Herrschaft Echnatons (wobei seine Leute in Amarna aber ganz gut lebten) doch ich finde ebenso (s. oben Luna), dass Echnaton eine gewisse Reformation ins Rollen gebracht hat und erst recht revolutionäres Gedankengut, die Einfluß auf die Nachwelt hinterließen.
 
Bei Echnaton sehen viele gleich Schwarz/Weiß, will heißen: zu schabloniert, ich meine man sollte es im Kontext der ganzen (Religions-)Geschichte sehen ...
Womöglich ist der Eindruck von Echnaton heute so: einer der die Nation spaltet!? Ich finde es auch nicht so gut, wenn er immer gleich als 'Ketzer' bezichtigt wird. Wir waren alle nicht dabei und niemand kennt ihn persönlich, lediglich aus den Geschichtsbüchern, Hinterlassenschaften, Theorien/Thesen, Fundstücken ...
 
Grüße
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Tawabet
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Re: RGM, Köln: Echnaton und Amarna
Antworten #4 - 04/09/08 um 19:56:47
 
Nein, natürlich kennt niemand Echnaton oder irgendeine andere Person aus dem Alten Ägypten persönlich.
Das einzige, was wir in Hinblick auf Echnaton halbwegs feststellen können, ist die Reaktion der Nachwelt auf seine Politik (so nenn ich es jetzt mal).  
Und die war nun mal  nicht positiv (war sie bei etlichen anderen HerrscherInnen auch nicht). Aus dem AÄ gibt es keine Quellen, die Echnaton als großen Reformator oder Religionsgründer bewerten.
 
Die Faszination Amarna kommt erst im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert auf. Die spannende Frage ist eigentlich, was den Europäer des 20. und 21. Jahrhundert an dieser doch sehr kurzen Epoche so wahnsinnig interessiert und fasziniert, dass darüber 1000ende Artikel und Bücher geschrieben werden und "Ägyptologie" außerhalb der Universität sich nahezu auf diese max. 20 Jahre beschränkt (abgesehen von der Pyramidiotie, die es auch noch gibt). Um gereizten Reaktionen vorzubeugen: mein Jugendstar war auch Tutanchamun! Es gibt einfach in "normalen" Buchläden zu Ägypten fast nichts anderes Zwinkernd
 
Also, warum Amarna und nicht andere "dunkle" Zeiten in Ägypten? Warum nicht das Ende der 19. Dyn.? Warum nicht die 3. Zwischenzeit? Warum nicht der Beginn oder das Ende des MR?
 
Grüße,
 
Tawabet
 
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Anat
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Re: RGM, Köln: Echnaton und Amarna
Antworten #5 - 04/14/08 um 07:38:56
 
Ja, wenn man aus der Sichtweise der Ägypter (sofern das irgend möglich ist) , bzw. 'Reaktion der Nachwelt' , ausgeht, kann zu Echnatons Ägyptens Politik u. Religion eher nichts Gutes abgewonnen werden...
Es gab zuvor aber auch Herrscherzeiten, nach denen Ägypten wirklich ganz "unten war", Beispiel. nach Pepis RZ (Ende Altes Reich) oder Ende des Mittleren Reichs als die Hyksos kamen - da gings dem Land doch wirklich "schlecht" . Nach Echnaton konnte das Ruder zumindest noch rechtzeitig rumgerissen werden.
 
Stimmt, warum uns heute diese Amarnaepoche(*) so sehr fasziniert ist eine spannende Frage. Ich für meinen Teil, denke dass bspl. diese Zeit alles in allem doch recht glanzvoll war in Kunst und Baustil. Kurzum: das Außergewöhnliche was uns heute garnicht so fremd erscheint zieht einen in Bann. Schließlich kam Echnaton mit seinem Eingottglauben sowie naturalistische Darstellungen, Schwerpunkte auf die Schönen Dinge des Lebens, usf. doch unserer Zeit heute recht nahe, oder?! (ich finde schon..., wenn man die ganze Technik ausklammert und Umweltzerstörung) also zumindest unserem Wunsch und Streben nach Schönheit u. Einklang (Ausnahmen bestätigen die Regel ...).  
Desweiteren sind es womöglich die noch ungelösten Rätsel die sich um Echnaton & Co tummeln und die Amarnazeit an sich, die trotz alledem immernoch recht geheimnisvoll wirkt
 
Oberflächlich gesehen findet die breite Masse ja zunächst Augenmerk auf Tut & Co, eben auch, wie du sagst viel dazu geschrieben wird und gezeigt (Ausstellungen...) aber beim tieferen Befassen mi der Thematik Altägypten kommt man recht bald auch auf ganz andere Aspekte und Bereiche (so meine Erfahrungen).
 
 
(*) als Zeitfenster anzusehen, was sich einzig/vorwiegend auf die Stadt Achetaton bezieht. Dass das gemeine Volk außerhalb Achetatons nicht so luxeriös lebte, bzw. so weitermachte wie zuvor... scheint offensichtlich
 
Grüße
 
 
 
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« Zuletzt geändert: 04/14/08 um 08:41:56 von Anat »  

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Re: RGM, Köln: Echnaton und Amarna
Antworten #6 - 04/14/08 um 08:19:28
 
Wenn man bedenkt, dass die Zeit Echnatons im Verhältnis zur ägyptischen Hisorie doch sehr kurz währte, könnte dies u.U. auch als ein Ergebnis / Ereignis aus  vergangenen Geschehnissen gewertet werden?!
 
So schreibt die Ägyptologin Marianne Schnittger in ihrem neuen Buch*:
 
"Der Name »Oberägyptisches Heliopolis« (jwnw Sm'w), wie Theben seit der frühen 18. Dynastie genannt wird, soll auf Hatschepsut, genauer gesagt auf eine Inschrift in ihrem Terrassentempel, zurückgehen. Wieder steht Hatschepsut am Anfang einer neuen Entwicklung. Es ist die Religion einer neuen Sonnenverehrung, die sich am Sonnenlauf selbst orientiert. Ihren Höhepunkt erreicht sie im Atonkult des Echnaton und bleibt auch nach dessen Untergang über die 18. Dynastie hinaus bestimmend für das religiöse Geschehen Altägyptens."
*(zitiert: S. 59, Hatschepsut. Eine Frau als König von Ägypten, Zabern, 2008)
 
Diese Aussage von Frau Schnittger finde ich bemerkenswert und deutet doch gerade auch auf die reformerischen Züge Echnatons hin. Und ebenso auf die Zeit was davor passierte, noch lange vor Amenophis III.
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