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Die Stadt des Amun (Gelesen: 658749 mal)
Seleuce
Horusgeleit
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #885 - 12/05/06 um 01:37:50
 
Baret brachte Ta-ini eben herein, die quietschend und gackernd die Ärmchen nach ihrer Mama ausstreckte und wild zu fuchteln begann, wie stets, wenn sie ihre Eltern sah. Man konnte im Augenblick fast zusehen, wie sich das Baby veränderte. Es lernte jetzt in rasender Geschwindigkeit und brabbelte und plapperte den lieben langen Tag unverständliche Dinge vor sich her, übte sich im gezielten Greifen und Grabschen, im Krabbeln und aufrechten Sitzen und kaute so ziemlich alles an, was ihm unter die Finger geriet.
Jetzt aber hatte sie Hunger und zwar großen und der würde mit nichts anderem als Mamas Milch gestillt werden können. Sie hatte nämlich nur am ganz frühen Morgen jene von ihrer Mutter bekommen und war in der Zwischenzeit dann von Baret mit Gemüsebrühe-Brot-Pampe und Fruchtpudding als Nachtisch gefüttert worden.
 
Kaum hatte Baret der schlappen Königin des Kind in den Arm gelegt, saugte jenes sich auch schon wie ein Tintenfisch an der Brust der Mutter fest und es störte überhaupt nicht dabei, daß es völlig unter dem Nachtkleid verschwand, das Isisnofret wieder zuzog, weil ihr von der plötzlichen Kühle fröstelte.  
Aber daß der Druck in ihrer Brust endlich nachließ und gleich auch noch die andere entspannt würde, zudem immer reichliche Mutterglücksgefühle sie durchströmte, wenn sie stillte, war eine weitere große Entspannung für sie!
Mit einem jetzt wesentlich zufriedenerem Gesicht nestelte sie sich samt ihres Töchterchens wieder in ihr warmes Lager und genoß es, wie Panewi die Decken gewissenhaft um sie herumstopfte, während die wunderbare Wärme des heißen Bades durch ihre Glieder strömte und sie schon fast einschlafen ließ. Jetzt fehlte eigentlich nur noch Sesu an ihrer Seite!
Die Zofe sah nachsichtig lächelnd auf ihre kranke Herrin und deren Baby herab und schloß die Terrassentür wieder, die sie bis eben zum Lüften weit geöffnet hatte. Dann zog sie die Vorhänge zu, sammelte das Geschirr ein und schlich sich endlich zufrieden mit ihrem Werk samt Hebamme hinaus, um ihre Herrin weiter in Ruhe genesen zu lassen...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #886 - 12/05/06 um 06:35:14
 
Der libysche Botschafter sah befriedigt zu, wie die Kinder bestraft wurden und ließ sie hinterher von zwei seiner Soldaten in ein Zelt bringen, um die Knirpse bewachen zu lassen.
Er beriet sich mit seinem Stellvertreter, was er nun mit diesen frechen und dreisten kleinen Ungeheuern machen sollte.
Sollte er ihnen ihre Geschichte abkaufen?
Vielleicht wäre es wirklich ein heilsamer Schock für sie, wenn er so tat, als würde er und würde sie dann in den Königspalast bringen, um vor den strengen Pharao gezerrt zu werden.
Und außerdem würde er von jenem Rechenschaft für die Verstümmelungen fordern, die er und ein Teil seiner Männer erlitten hatten!
Wenn der König von Ägypten seine Untertanen nicht im Griff hatte, dann musste er eben für den Schaden aufkommen!
 
*********
 
"Sie behaupten WAS?" rief Ramses entsetzt.
Er hatte sich eben erst in seine Gemächer zurückgezogen, sich duschen lassen und bequemere Kleidung angelegt, als Tjay, Paser und Amunherchepeschef ihn aufsuchten, um ihm zu berichten, daß ein Pulk aufgebrachter Libyer ihn zu sprechen verlangte.
Paser bestätigte, daß der libysche Botschafter Isisnofret-ta-scheri, Nebettaui und Merenptah in den Palast zurückgebracht hätte, die sich...er räusperte sich...laut dem Gesandten ins Lager der Libyer geschlichen hatten.
"Sie haben ihnen die Zöpfe und Bärte abgeschnitten." erklärte er streng. "Der Botschafter ist außer sich! Du wirst selbst sehen..."
 
Auch wenn Ramses im Grunde diese Geschichte recht lustig fand, so durfte er sich das jedoch nicht anmerken lassen.
Mit Iryirys Hilfe verwandelte er sich also rasch wieder in den Herrn der beiden Länder zurück und eilte mit dem Kronprinzen und dem Wesir in den Thronsaal, wo die Libyer mit den drei schniefenden Kindern warteten.
Mit einem triumphierenden Grinsen erhob sich der Botschafter, nachdem er den König nach allen Regeln der Kunst begrüßt hatte.
Jetzt würde der Pharao diesen unverschämten, verlogenen Gören -Königskinder, pah!- bestimmt Mores lehren!
 
*********
 
Ramessu-nacht und Iuny hatten wegen des besorgniserregenden Zustandes Paraherwenemefs ein Konsilium eingerufen.
Sie hatten zwar keinerlei dämonische Aktivitäten bemerkt, aber die fast absolute Regungslosigkeit, die den Prinzen befallen hatte, war äußerst seltsam.
Das Einzige, das er von sich gab, war ein Wimmern, wenn man ihm die Papyrusrolle mit dem Schutzdekret wegnehmen wollte...
 
Sie standen am Bett Wenemis, der ins Leere zu starren schien.
Das hieß: er blickte auf die Gestalt einer jungen Frau mit wutverzerrter Fratze, die die beiden Ärzte jedoch nicht wahrnehmen konnten...
Sie streckte die Hände nach ihm aus...blutende, aufgedunsene Klauen, an denen die Haut in Fetzen herabhing...und ihre Augen...sie brannten in eiskaltem Feuer wie zwei glühende Kohlen, brannten sich ihm ein, schienen ihn durchbohren zu sollen...
Aber sie berührte ihn nicht mehr, sie stand nur den ganzen Tag da und glotzte ihn an...seine Finger schlossen sich noch enger um die Papyrusrolle...sie sollte endlich verschwinden und ihn in Ruhe lassen!
"Geh weg!" formten seine Lippen tonlos die Worte. "Geh doch endlich weg!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #887 - 12/05/06 um 16:21:23
 
"PAPAAAAAAAAAAAAAAAAAAA," rief Merenptah sofort, so sehr erleichtert, daß er schon auf den Pharao zustürzen wollte. Aber der gestrenge Blick Pasers auf der einen Seite und der nicht weniger ernste und tadelnde Ausdrucks seines Vaters, der sich dazu auch noch keinen Finger briet bewegte, bremste ihn noch im Sprung, ließ ihn mit schlechtem Gewissen stoppen und den Kopf senken. Issi und Nebti erging es ebenso, erst freudestrahlend überglücklich, daß ihr Vater sie gleich erretten würde, sahen sie in seinem Gesicht und seiner ganzen Haltung, daß jener ja gar nicht da war und an seiner Statt nur der König vor ihnen stand, dem sie allen Respekt der Welt entgegenzubringen hatten, wie es das Protokoll und der gesunde Menschenverstand verlangte.  
Aber immerhin: Alle drei wie sie da mit hängenden Schultern standen waren sie ja schon schrecklich glücklich, wieder in heimischen Gebäude zu sein, das war wesentlich besser, als im Sand dieses libyschen Lagers den Hintern versohlt zu bekommen, der den drei Geschwistern immer noch erheblich weh tat!
 
***************
 
Paraherwenemefs Diener stand in einigem Abstand zu den Ärzten und dem Bett seines Herrn mit vor dem Schoß verschränkten Händen in einer Ecke des Zimmers und sah betrübt hinüber zu den Heilkundigen. Er hatte den Verlauf der "Erkrankung" des Prinzen am besten verfolgt, weil er fast ununterbrochen bei ihm gewesen war. Er wußt, wie sehr sein wilder ungestümer Herr bisher schon gelitten hatte und bangte ob des Momentes, da alle Hilfe versagen könnte.
Wie sollte man dem jungen Herrn nur helfen? Sein Zustand schien hoffnungslos geworden zu sein!
"Wenn wir nur wüßten, wer SIE ist," murmelte er vor sich her. "Dann könnten wir euch doch von ihr befreien, sagt es doch Herr..." Er war verzweifelt!
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #888 - 12/05/06 um 17:02:12
 
Der libysche Botschafter, kaum daß er die Erlaubnis zum sprechen erhalten hatte, setzte zu einer langen Beschwerde an, die damit endete, daß er sich darüber beklagte, daß der Verlust ihrer Haarpracht einen Verlust ihrer Kraft und Stärke bedeuten würde und man sie quasi entmannt hatte...
 
"Ja, das pflegen wir Ägypter mit unseren Feinden zu tun," rutschte Ramses heraus, glücklicherweise so leise und deshalb für die Gesandten unhörbar.
Amunherchepeschef jedoch stieß ein recht lautes Schnauben aus, das in einen recht heftigen Hustenanfall überging, der die Libyer einigermaßen erzürnte.
Der Botschafter wurde nun richtig wütend: er beanstandete das unverschämt-überhebliche Verhalten der Ägypter, insbesondere beschwerte er sich bitter über Amuneminet und zuguterletzt (hab' jetzt nachgeguckt, wie's geschrieben wird) über die Impertinenz dieser Bälger, die auch noch die Dreistigkeit besaßen zu behaupten, daß der Pharao ihr Vater wäre.
Er schimpfte wie ein Rohrspatz über diese unerzogenen, manierenlosen Kinder, die ja nur ein Beispiel dafür waren, wie verkommen Ägypten eigentlich war und forderte eine große Menge Gold, die ihn und seine Männer dafür entschädigen sollte, was sie hatten erleiden müssen.
 
"Ein paar verlauste Zöpfe rechtfertigen keine solche Summe," entgegnete Ramses kühl -sagte ich schon, daß Diplomatie und Takt nicht gerade zu seinen Stärken gehörten?- und der Botschafter schnappte nach Luft.
"Das bedeutet KRIEG!" schrie er wütend und die Gardisten legten schon einmal die Hände an die Griffe ihrer Schwerter.
Paser versuchte zu vermitteln, aber vergebens: die Libyer beharrten auf ihren Ansprüchen...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #889 - 12/05/06 um 18:32:16
 
Issi wurde es jetzt angst und bang! Au weia, sie hatten einen Krieg ausgelöst und nur, weil sie zu doof gewesen war, sich erwischen zu lassen! Sofort begann sie wieder zu heulen und Merenptah stimmte mit ein, verkniff sich aber tapfer, seine Tränen zu zeigen. Nebti schniefte ebenfalls vor sich her und sie alle drei machten einen erbärmlichen Eindruck.
Ojeojeoje, was hatten sie da nur verzapft? SO schlimme Folgen hatten ihre Streiche noch nie gehabt!
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #890 - 12/05/06 um 18:42:54
 
Der Wesir schlug vor, die Verhandlungen diesbezüglich doch morgen fortzuführen, wenn sie die Gemüter abgekühlt hätten.
Es war schon spät und die Tore der Unterwelt öffneten sich gerade....
Aber so feindselig, wie der libysche Botschafter die Ägypter, ja selbst den König musterte, würden selbst die gewieftesten Diplomaten nichts mehr ausrichten können...
Und auch wenn diese die Libyer beruhigen könnten, Ramses schien wild entschlossen, in den Krieg zu ziehen, um diese Räuber in die Schranken zu weisen...
 
Daß jetzt ein paar abgeschnittene Libyerzöpfe diesen Krieg auslösten, mochte zwar lächerlich erscheinen, aber den Mienen des Botschafters und des Pharaos nach zu urteilen, war es bitterernst...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #891 - 12/05/06 um 19:18:38
 
Kaum war die letzten Worte gefallen, die bittere Rache geheißen hatten und noch immer bedrohlich im Raum umherschwebten, kehrten die Libyer dem König von Ägypten ohne Verneigung den Rücken und zogen ab. Der Botschafter wirkte heute nochmal so stolz und arrogant wie zuvor schon. Dieser Ägypter glaubte wahrscheinlich, er sei das Oberhaupt der Welt, aber da hatte er sich getäuscht! Er würde schon sehen, wo das endete, kein Libyer hatte je ohne Rache Teile seines prachtvollen Haares verloren!!!
 
Nebti, Issi und Mere standen immer noch in einer Reihe rührungslos da, die Hände vor den Schößen gefaltet, allesamt zu Boden starrend und reglos verharrend. Keiner der drei wußte etwas zu sagen, bestimmt würden sie gleich nochmal verdroschen!
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #892 - 12/05/06 um 19:27:36
 
Ramses musterte seine drei Sprößlinge eine lange Zeit, eine unendlich lange Zeit -so schien es den Kindern jedenfalls- stumm und schweigend....
Sie standen einfach nur da und sahen betreten auf ihre Füße.
 
"Bei allen Göttern!" donnerte Ramses da los. "Was ist denn nur in euch gefahren?"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #893 - 12/05/06 um 19:54:23
 
Nebettaui, Isisnofret-ta-scheri und Merenptah zuckten synchron zusammen, als ihr Vater seine Stimme erhob und zogen die Schultern Richtung Ohren.
"Wir wir wir... " begann Mere zu stottern und sprach nicht weiter.
"Wir haben doch nur..." fing Nebti dann an und Issi weinte wieder heftig drauf los.
"Wir wollten uns an ihnen rächen, weil sie dich geärgert haben..." murmelte Nebti weiter, hob aber den Kopf kein Stück an.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #894 - 12/05/06 um 20:24:15
 
"So ein Blödsinn!" brüllte Ramses weiter. "Ihr Kinder habt euch nicht in Dinge einzumischen, die euch nichts angehen, von denen ihr nichts versteht!"
Er holte tief Luft, wollte eigentlich noch viel mehr sagen, aber winkte dann ab...der Schaden war angerichtet und konnte augenscheinlich nicht behoben werden...mit der Zeit würden den Libyern Bärte und Zöpfe zwar wieder nachwachsen, aber momentan waren sie eben zu Tode beleidigt.
 
"Ich werde euch streng bestrafen lassen," kündigte er den drei Sündern an. "Ihr bekommt für jedes euerer Vergehen eine Tracht von zehn Stockhieben je einmal pro Dekade, damit ihr auch lange daran denkt. Erstens dafür, daß ihr unerlaubterweise den Palast verlassen habt, zweitens, daß ihr zum Lager der Libyer geschlichen seid, drittens, daß ihr denen die Haare abgeschnitten habt, viertens, daß ihr mit eurem Tun die ganzen Mühen und lange Arbeit der Diplomaten zunichte gemacht habt und fünftens, daß ich nun dank eurer Dummheit dastehe wie ein Idiot...schon allein wegen Mißachtung des Königs hättet ihr eine größere Strafe verdient!!!"
 
Wütend funkelte Ramses seine Sprößlinge an, die bei jedem einzelnen seiner Worte kleiner und kleiner geworden waren...
Als Merenptah den Mund öffnete, fuhr er seinen Sohn gleich an: "Und mich interessiert überhaupt nicht, wer von euch auf diese dämliche Idee gekommen ist. Du kannst deine Petzerei für dich behalten!"
Er wusste ohnehin, auf welches Konto dieser Streich ging...
"Jetzt dürft ihr abtreten!" schnauzte er.
Die Erzieher der Kinder warteten schon am Ausgang des Thronsaales, um die Delinquenten in Empfang zu nehmen...
 
Als die drei im Gänsemarsch die Halle verlassen hatten, befahl er Paser, gleich einen Boten zu Amuneminet zu schicken, damit der über die veränderte Situation unterrichtet würde.
Man würde morgen sehen, ob sich noch ein libyscher Unterhänder hier blicken lassen würde...
 
Müde schlich Ramses danach in seine Wohnung...die ganze Sache hatte nur wieder seinen Blutdruck steigen lassen und jetzt hatte er Kopfschmerzen.
Er legte den König erneut ab und das bequeme, weite Schlunzhemd wieder an...
Da fiel ihm ein, er wollte doch noch einmal nach Isisnofret sehen und deshalb schickte er auch gleich Iryiry los, um nebenan bei Panewi anzufragen, ob die Königin schon schliefe und ob es ihr besser ginge....
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #895 - 12/05/06 um 21:27:48
 
Panewi war gerade dabei, mit zusammengekniffenen Augen -ihr Sehvermögen in der Nähe ließ allmählich etwas nach- und der Zunge zwischen den Lippen einen Faden in ein Nadelör zu fädeln, um einen gelösten Saum an einem Festgewandt ihrer Herrin zu raparieren. Sie saß mit überschlagenen Beinen und der stoffreichen Robe über sich verteilt im Voraum der Gemächer der zweiten Königin, zwei Öllampen zu ihrer Linken und zur Rechten spendeten ihr helles Licht und sie sah etwas konfuß auf, als Iryiry plötzlich vor ihr stand, zuckte und stach sich in den Finger.
"Sowas dummes,",urmelte sie verärgert über das Mißgeschick und zutschte den Blutstropfen ab.
"Ihre Majestät geht es ein wenig besser, als am Mittag noch, aber sie hält nach wie vor Bettruhe. Es mag sein daß sie liest," berichtete sie dem Leibdiener des Gemahls ihrer Herrin. Sicher täte ihr ein wenig Gesellschaft ihres Mannes wohl, dachte die alte Zofe und lächelte aufmunternd.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #896 - 12/05/06 um 21:31:45
 
Diese Andeutungen verstand Iryiry nicht -konnten Frauen sich nicht deutlicher ausdrücken?- und die waren ihm auch suspekt.
Er räusperte sich bedeutungsvoll.
"Ja, also," fragte er dann. "Darf ich meinem Herrn, dem König, er lebe, sei heil und gesund ausrichten, daß deine Herrin, die Königin, sie lebe ewig, noch empfängt oder was?"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #897 - 12/05/06 um 21:40:51
 
Panewi schnaufte schmunzelnd. Was waren Männer manchmal schwer von Begriff... Ausnahme hatte da nur der gute alte Rahotep Senior gebildet, der war ein Mannsbild gewesen und hatte die komplexe und versteckte Sprache der Frauenwelt doch verstanden! Ach Rahotep, sie vermißte ihn, die netten kleinen Gespräche früh am Morgen, wenn sie sich beim Frühstück holen getroffen hatten oder nach Dienstschluß, wenn ihre Herrschaften zu Bett gegangen waren... so ein Verlust! Auch lange nach seinem Tod noch bedauerte sie das enorm!
 
"Das darfst du, mein Guter," erlaubte Panewi gnädig und kicherte das Kichern einer alten, gütigen Frau.
"Das hatte es mehr oder weniger heißen sollen..."
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #898 - 12/05/06 um 21:48:48
 
"Ach so..." Iryiry war verwirrt. Warum sagte sie das nicht gleich?
Er runzelte die Stirn, guckte Panewi irritiert an: und weshalb kicherte die auch noch so?
Dann schlich er von dannen, um seinem Herrn Bescheid zu geben, der eben zu Abend aß und gerade von seiner Honigmilch -danach war ihm heute- probiert hatte, als der Diener hineinkam...
Er ließ den Rest der Honigmilch aber *gähn* Honigmilch sein, gab Iryiry den Rest des Abends frei und marschierte hinüber zur Wohnung Isisnofrets, wo Panewi, die mit seinem Kommen gerechnet hatte, ihn einließ.
 
Vorsichtig steckte Ramses seinen Kopf zur Tür von Isisnofrets Schlafgemach hinein.
Ein paar Öllichter brannten noch.
"Hey," sagte er, als er feststellte, daß sie noch wach war, und lächelte lieb. Sein Groll war auf einen Schlag verschwunden. "Wie geht's dir?"
 
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #899 - 12/05/06 um 22:05:58
 
Isisnofret nieste genau in diesem Moment wieder und ließ die Buchrolle sinken, die sie gerade las. Die thebaner Bibliotek war mit ettlichen neuen Geschichten angereichert worden, Außerdem hatte ihr Ihy-em-saef seine alten Rollen geliehen, die er zwar nicht mehr lesen aber noch hören konnte... wenn er wüßte, wer sie war, hätte er sicher von soetwas Abstand genommen!
Jetzt aber las sie gerade die alte Erzählung einer waren Begebenheit über einen Adelsherren, der eine Syrerin geehelicht hatte und dann in den Krieg gegen die Landsleute seiner Frau hatte ziehen müssen. Das war sehr spannend...
"Sesu," krächzte sie hoch erfreut und strahlte jenem entgegen, trotz roter Nase und dicken Augen.
"Die Pflege Panewis und der Heiler tut langsam Wirkung..." erklärte sie und schnäuzte sich.
"Und du? Wie war dein Tag?"
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