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Die Stadt des Amun (Gelesen: 568307 mal)
Seleuce
Horusgeleit
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #870 - 12/04/06 um 19:45:42
 
"Wartet mal..." befahl Merenptah seinen Schwestern todesmutig...
In einiger Entfernung hatte er an einem Baum eine festgepflockte Ziege und mhrere weitere Tiere um sie herum ausgemacht... wenn er die offensichtliche Leitziege frei ließ und sie ordentlich in den Hintern zwickte, würde die die Soldaten bestimmt zumindest so lange von den umherstürzenden Ziegen ablenken, bis sie hinter die Zelte der Libyer huschen konnten.
Er legte sich auf den Boden, wie er das auf dem Sandplatz schon gelernt hatte. Tarnung und Selbstverteidigung gehörten ja zum Beginn der Grundausbildung. Wacker robbte er sich durch den Sand voran und als ihn der Schatten des Baumes endlich verschluckte, hielt er kurz inne, um die Ziege nicht schon jetzt aufzuscheuchen. Dann schlich er an das friedlich an den niedrigen Zweigen kauende Tiere heran und löste den Strick, den es um das Vorderbein gebunden hatte. Klücklicherweise war der Baum eine Akazie, die ziemlich viele lange Dornen am Stamm trug. Er brach einen davon ab, holte aus und piekte sie der Geiß mit Schwung ins Fell des Schenkels. Die Ziege meckerte heftig auf und stürzte, wie gewollt sofort drauf los, machte ihre Artgenossen wild und die Wachmänner drehten sich irritiert in die Richtung der flüchtenden Tiere. Das hieß, sie flüchteten gar nicht, sie hielten direkt auf die Männer zu.
Als die nun begannen, der Ziegenherde nach zu stellen, lief Merenptah zurück zu seinen Schwestern und trieb sie an, so schnell sie konnten hinter die Zelte zu laufen.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #871 - 12/04/06 um 19:55:43
 
"Pssssst!" Nebti legte den Finger an den Mund. "Jetzt aber keinen Mucks...ich weiß nicht, ob die Libyer nachher nicht doch kleine Kinder fressen!"
Neugierig hob sie die Plane des erstbesten Zeltes an und lugte darunter.
Sie grinste und drehte sich zu ihren Geschwistern um.
"Das sind zwei Libyer drin! Und die schnarchen!"
 
Tatsächlich lagen auf einer Art Bettstatt, die mit Fellen belegt war, zwei libysche...was auch immer...Gesandte (?) und schliefen.
Der eine hatte den Mund weit offen und gab ein lautes Röcheln von sich.
Er war total behaart...wie seine Kleidung, sein Bett und IIIIIIH! seine Füße und Hände.
"Die sehen ja voll dämlich aus," fand Nebettaui. "Gib mir mal deinen Dolch, Mere!"
Sie nahm die Klinge zwischen die Zähne und robbte damit leise auf die schlummernden Libyer zu, die nichts Böses ahnten und friedlich weiter schnarchten.
Issi hielt vor Schreck die Luft an, als Nebettaui zwischen die zwei kroch und triumphierend herumwinkte und Faxen machte...und schließlich...schnitt sie den beiden Libyern die Seitenzöpfe und die Spitzbärte ab, verknotete die ihn ihr Hemdchen und krabbelte zu ihren Geschwistern zurück.
"HA," flüsterte sie stolz. "Mal sehen, was wir noch alles erbeuten können!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #872 - 12/04/06 um 20:07:06
 
"Cooooool," flüsterte Merenptah begeistert, als er Nebtis Ausbeute sah. Die würden aber Augen machen, wenn sie aufwachten, zu gern würde er ihre Gesichter sehen!  
In ihrem sicheren Schlupfwinkel begutachtete er die Trophäen ganz genau und wollte das unbedingt auch machen!
"Die nächsten mache ich, ja?"
Nur Issi war jetzt ziemlich mulmig geworden, weil die Kerle doch bestimmt ziemlich sauer sein würden, wenn sie das mitkriegten!
"Laßt euch bloß nicht erwischen, die fressen euch bestimmt lebendig," beschwor sie das Unheil herauf.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #873 - 12/04/06 um 20:11:00
 
"Ach was, wir haben doch ein Messer!" erwiderte Nebti energisch und kitzelte Issi mit einem der Libyerzöpfe unter der Nase.
Das Ding roch irgendwie komisch...so nach Kuhmist und bestimmt waren da auch Läuse drin!
 
"Na, los, Mere," feuerte sie ihren kleinen Bruder an. "Mal sehen, wieviel du schaffst! Und dann muß Issi auch mal!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #874 - 12/04/06 um 20:33:39
 
Merenptah schlich sich also händereibend voran. Das nächste Zelt war nur zwei Schritte weit entfernt und dort fand sich die gleiche Szene vor. Die nahmen sich nicht mal im Schnarchen etwas von den anderen. Mit listigem Grinsen im Gesicht und auf Zehenspitzen huschte Mere erst zu einem der Kerle und säbelte ihm den Zof am, den der am Hinterkopf trug. An den waren sogar drei Federn gebunden. Der zweite Libyer war nicht ganz so einfach, weil er sich eine Felldecke über den Kopf gezogen hatte. Aber Moment... der Bart schaute bei dem heraus, der war ziemlich lang und schon grau meliert. Hach, war es ein Heidenspaß, den direkt unterhalb des Kinnes zu stutzen.
Hmm... Nebti hatte zwei... da hockte noch einer... wagemutig schlich er auch noch zu dem und stahl ihm gleich zwei seiner Zöpfchen, die rechts und links von den Zeiten hingen...
Unterdrückt kichernd und grienend kehrte er damit zu seinen Schwestern zurück.
"Drei, Juhu," jubelte er und Issi sah ihn böse an. "Der hat sich bewegt, der hätte auch aufwachen können und mach nicht so laut, du kleiner Idiot!"
Als Mere ihr daraufhin das Messer hinstreckte, weigerte sie sich, sie hatte Schiß.
"Näää, ich mach das nicht, und dann erwischt mich einer noch!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #875 - 12/04/06 um 20:43:06
 
"Du feige Trine," zog Nebettaui ihre Schwester auf und nahm Merenptah das Messer aus der Hand. "Ich zeig' dir nochmal, wie's geht..."
 
Sie spähte ins nächste Zelt.
"Mann, das sind vielleicht Schlafmützen," machte sie sich lustig. "Schlimmer als Papa!"
Und schwupp, war sie unter der Plane verschwunden, näherte sich dem....HAAAAAAA! DEN hatte sie erkannt: das war der libysche Botschafter!

Auch der verlor seine Seitenzöpfe und seinen langen, geflochtenen Bart...
 
"So, jetzt bist du aber echt dran!" drängelte sie wieder, als sie zurückkam und hielt Issi den Dolch hin. "Sei doch nicht so ziegig! Du benimmst dich total affig! Das ist doch nicht schwer!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #876 - 12/04/06 um 20:56:19
 
Issi streckte ihrer Schwester die Zunge raus und zog ein trotziges Gesicht. Sie hatte wirklich ganz schön Schiß hier, sie wollte verschwinden.
Als Mere sie dann auch noch anrempelte, daß sie nicht vergessen sollte, daß sie nicht ewig hier herumstehen konnten, machte sie einen letzten Anlauf und meinte, daß sie dann doch lieber gleich wieder verduften sollten. Aber ihre Schwester und ihr Bruder ließen keinen Zweifel daran aufkommen, daß sie nicht gehen würden, bevor sie auch einen zurechtgestutzt hatte und so nahm sie schließlich maulend das Messer.
Ängstlich schlich sie sich vor und sah sich nach einem geeigneten Kerl um, der nicht so schwierig zu erreichen war.
Endlich, nachdem sie noch einen bangenden Blick zurück zu ihren Geschwistern geworfen und die sie mit Handzeichen angefeuert hatten, huschte sie geduckt zu dem Libyer, der ganz hinten in der Ecke auf der Seite lag. Sein Bauch war zum Teil freigelegt und entblößte kringelige Löckchen darauf... Issi fand das schrecklich ekelig und rümpfte die Nase. Sie war so abgelenkt davon, daß sie weiter darauf blickte, als sie nach der Seitenlocke des Mannes griff und ihn dabei unabsichtlich kitzelte. Gerade, als sie das Messer ansetzte und mit zitterigen Fingern zu schneiden begann, grunste er ganz laut und schmatzte und davon erschreckte sie so sehr, daß sie aufkrietschte...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #877 - 12/04/06 um 21:04:27
 
Nebettaui und Merenptah erstarrten vor Schreck und der Libyer...der wachte auf!
Er packte Issi am Handgelenk, entriss ihr das Messer und brüllte in einer unverständlichen Sprache los...
 
Da fühlten auch Nebti und Mere, daß sich breite, schwere Hände auf ihre Schultern legten und als sie weglaufen wollten, packten sie ein paar Wachen am Schlawittchen...
Die Kinder schrien nun ebenfalls los, ruderten wie wild mit den Armen, strampelten, spuckten und wehrten sich nach Leibeskräften, aber die haarigen Barbaren schleiften sie einfach mit sich in die Mitte ihres Lagers und schimpften und schrien auf die verschreckten Kleinen ein...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #878 - 12/04/06 um 21:13:11
 
Issi heult an einem Stück und Merenptah meinte immer wieder, sie hätte es vermasselt. Issi grillte ihn daher noch mehr an und schrie ihm entgegen, daß sie es doch gleich gesagt hätte, sie hatte es ja nicht gewollt.
"Wie, du hast dich mit ABSICHT erwischen lassen??" fragte Merenptah entsetzt zurück und sie schubste ihn nun und schüttelte den Kopf wie wild.
"Du bist soooooo doof, du..." doch sie wurde in der Schimpftirade, die sie auf ihren kleinen Bruder gerade loslassen wollte, unterbrochen. Die Wachen bauten sich drohend vor ihnen auf und jetzt bekam Issi erst richtig Angst und mit Meres Wagemut war es nun auch endgültig vorbei und er duckte sich zitternd. Die würden sie bestimmt aufessen!
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #879 - 12/04/06 um 21:21:03
 
Irgendjemand war so schlau gewesen, einen Dolmetscher zu holen, der leidlich gut Ägyptisch sprach...
 
Durch den ganzen Tumult war das ganze Lager in Aufruhr und auf einmal strömten alle Libyer in die Mitte des Zeltplatzes...auch die, denen die Kinder ein neues Styling verpasst hatten.
Die bemerkten den Schaden jetzt erst, fingen nun erst recht an herumzutoben und diese Ägypterbande zu verfluchen...
Drohend schüttelten die Libyer ihre Fäuste gegen die Kinder...
Merenptah schlotterten die Knie, Issi presste sich die Fäuste gegen die Wangen und heulte und Nebettaui war kreidebleich.
"Sollen wir sagen, daß unser Papa der König ist und sie alle in die Minen schickt, wenn sie uns was tun?" wisperte Nebti Merenptah zu. "Vielleicht lassen sie uns dann laufen?"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #880 - 12/04/06 um 21:30:31
 
Merenptah nickte so heftig, daß dabei sogar seine Lippen hoch und runter klappten und sein Löckchen an der Seite hin und her flog.
"Jaaaaa, sag ihnen, mit Papas Zorn ist nicht zu spaßen, er würde einen Sandsturm heraufbeschwören und sie alle verschlucken, wenn sie uns nicht freilassen, sag's ihnen, los, jaja!"
Was sollten sie auch sonst tun? Sie müßten ja hier raus, bestimmt gab es sonst Ärger, weil sie zu spät zum Abendessen kämen...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #881 - 12/04/06 um 21:38:44
 
Nebettaui schluckte.  
Wie fing sie denn nur am besten an?
"Wenn ihr uns fressen wollt, dann erklärt euch unser Papa den Krieg!" schrie sie todesmutig gegen das feindselige Gebrüll dieser komischen Barbaren an. "Also lasst uns jetzt besser nach Hause gehen!"
Der Dolmetscher und der Botschafter sahen sich an und der bart- und zopflose Botschafter beugte sich vor.
"Jetzt bekomme ich aber Angst," sagte er spöttisch zu den Kindern, wollte nach seinem Bart greifen, um darüberzustreichen, griff aber ins Leere und wurde deshalb noch zorniger. "Wir werden euch bestrafen und euer Vater wird nichts dagegen tun können!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #882 - 12/04/06 um 21:43:50
 
Jetzt erhob auch Mere seine Stimme.
"Schrei meine Schwester nicht so an, du," drohte er und wedelte mit der kleinen Faust.  
"Und OB unser Papa was tun wird, der ist schließlich der Pharao," plautzte er jetzt heraus, mutig geworden, weil er mal gehört hatte, daß Männer die Frauen doch beschützen mußten.  
"Und wenn der rauskriegt, daß ihr uns nicht gehen laßt, dann wird der kommen und euch alle auf Pfähle spießen und dann aufschlitzen und ermurksen und zum Schluß noch köpfen! JAWOHL!" Und kaum hatte er das gesagt, zog er schon den eigenen Kopf wieder ein und wich zurück, weil der linke Soldat neben dem Botschafter sich ebenfalls heruntergebeugt und "Buh!" gerufen hatte.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #883 - 12/04/06 um 22:00:42
 
"So..." Der Botschafter griff wieder zu seinem verschwundenen Bart und stieß ein böses Grollen aus. "Ihr behauptet also, daß euer Vater der Pharao wäre, das ist ja interessant..."
Dann kniff er Merenptah in die Wange: "Du bist wohl ein kleines Großmaul, was? Tja, so langsam bin ich versucht, euch eure Geschichte abzukaufen...du kommst wohl auf deinen Vater!"
Er drehte sich zu den Soldaten um, rief denen etwas in seiner Muttersprache zu und sprach dann wieder zu den Kindern: "Der König, euer hochverehrter Vater wird wohl nichts dagegen haben, wenn wir seinen ungezogenen Kindern ein wenig Benimm beibringen, da eure Lehrer das ja offensichtlich versäumt haben..."
Und schon kamen drei Wachmänner auf die drei zu, um ihnen den Hintern zu versohlen...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #884 - 12/05/06 um 01:37:19
 
Da half kein Schreien und kein Zetern! Nebti, Issi und Mere wurden schneller als sie gucken konnten über's Knie gelegt und einer wie der andere bezogen eine Tracht Prügel, die sich gewaschen hatte. Immer und immer wieder sausten die Stöcke auf ihre blanken Hintern ein und alles Schreien und Betteln half nichts, die Hintern der Kinder des Pharaos färbten sich in kräftiges granatapfelrot um und Tränchen rannen ohne Pause.
"Ich will nach Hauuuuse..." wimmerte Issi, als ihr Peiniger sie endlich losließ und hielt sich den scherzenden und brennenden Po. "Ich will zu Mama und Papaaaaa..."
Merenptah war nun auch völlig aufgelöst und stimmte schniefend in Issis sehnlichen Wunsch mit ein und sah zu Nebti, hoffend, daß deren doch eigentlich großer Mut ihm auch wieder etwas mehr Zuversicht geben könnte. Immerhin waren seine Schwestern jetzt schon fast zehn und nicht mehr klein, die DURFTEN gar nicht mehr so heulen! Ach, aber er war doch auch schon groß, er durfte jetzt schon mit einem echten Dolch üben, das war doch was!
Aber Bammel hatte er trotzdem... und wenn die sie DOCH aufessen wollten...?
 
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Unverrichteter Dinge, da Amuneminet doch nur einen Termin bei der ersten GKG ergattert hatte, war er heute endlich mal wieder nach Hause gefahren, um mit Tawabet einen schönen Abend zu verbringen und sich auch um die Zwillinge mal wieder zu kümmern!  
Ach, wie schön wäre ein eigener Racker, so ein Würmchen wie sein königlicher Kumpel Sesu sie dauernd produzierte... ein Erbe und Nachfolger!
Schnell weg mit den wehmütigen Gedanken, er hatte ja die Zwillinge, wenn sie auch adoptiert waren. Auf die würde ein Großteil seines Erbes später übergehen...
 
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Isisnofret hatte den ganzen Tag bisher verschlafen und döste noch immer mit ziemlich unangenehmem Ziehen und Kratzen im Rachen und dumpfem Dröhnen im Kopf vor sich her, als Panewi ihr eine Kraftbrühe brachte und das Heilgebräu, das sie nicht versäumt hatte, der Patientin regelmäßig zu verabreichen.
"Herrin, nun kommt, seid brav und trinkt ein wenig von der Suppe, ihr müßt euch stärken," redete Panewi mütterlich auf Isisnofret ein, die bisher noch nichts als ihre Medizin zu sich genommen hatte.
"Hab'koinHunga," murmelte die schlaftrunken und matt und sah lediglich durch ihre schwarzen Wimpern, die die geröteten Augen säumten zu ihrer Zofe hinauf.
Die ließ sich aber nicht so einfach abwimmeln, stopfte ein dickes Kissen unter Rücken und Kopf der zweiten Königin, schöpfte etwas von der duftenden Fleischbrühe in eine flache Schale, wo sie schnell so weit abkühlte, daß sie trinkbar war und hielt ihr diese nun unter die Nase.
 
Isisnofret war völlig appetitslos und schlürfte nur widerwillig. Jeder Schlucken war eine Tortur und das vergällte ihr den köstlichen Geschmack der Suppe auf Anhieb. Nur noch zu zwei, drei Schlucken mehr konnte Panewi ihre Herrin überreden, bis die endgültig den Kopf wegdrehte und quengelnd in das Kissen schnaufte. Darauf nieste sie mehrfach und hüstelte im selben Moment, ihre Nase war vom vielen Schnäuzen schon ganz rot.
"Herrin, tut es doch für euer kleines Mädchen, das braucht seine Milch und die versiegt euch, wenn ihr nichts zu euch nehmt," argumentiert Panewi jetzt, das half meistens, wenn ihre Majestät doch mal störrisch war. Der Milchfluß stellte sich zwar nicht binnen eines Tages ein, aber man mußte ja trotzdem vorbeugen!  
... und es zog auch dieses Mal, der Apell an Isisnofrets Mutterinstinkte war einfach eine Wunderwaffe gegen deren durchaus hin und wieder existenten Dickkopf!
 
Befriedigt sah Panewi, wie Isisnofret zwar in kleinen Schlucken und mit großen Pausen, aber wacker die Schale leer schlürfte und dann auch noch gehorsam ihren Tee trank.  
Und die warme Brühe und das heiße Heilgebräu hatten sogar das Kratzen in ihrem Hals etwas gemildert und beruhigt!
"Jetzt noch ein heißes, erholsames Bad, meine Königin und dann seid ihr mich auch schon wieder los!"
Isisnofret stöhnte, sie wollte nicht aufstehen! Aber dem kompromißlose Blick ihrer Zofe hatte sie, so erschöpft wie sie war, nichts entgegenzusetzen. Es war noch viel anstrengender, sich in solchen Situationen gegen Panewi durchzusetzen!
Auch das Bad tat Wunder, wenn Isisnofret in dem heißen Naß auch hin und wieder fast einnickte und ihre Leibdienerin darauf achten mußte, daß sie nicht unterging. Das Wasser war mit beruhigenden, die Atemwege befreienden Ölen versetzt, roch angenehm nach Kamille, Minze und anderen Kräutern, dazu die Stille und das leise Plätschern... kein Wunder war es, daß ihr der Kopf hin und wieder wegkippte...
 
Doch die Zofe war wachsam und beendete das Bad, bevor das Wasser zu sehr abkühlte und sie ihre Herrin vielleicht nicht mehr herausbekam.
Nachdem Isisnofret mit weichen Knien herausgeklettert war, rubbelte sie sie kräftig ab, damit sie auch wieder richtig trocken würde, salbte sie ausgiebig und rieb die Heilcreme, die Ramessu-nacht extra hergestellt hatte, wieder auf den Hals und an die Stirn der Königin, bevor sie den Verband dort erneuerte und ihr in ein warmes, langes Nachkleid half.
 
Isisnofret war froh, als sie ihr Bett wieder erreichte, das eine andere Zofe in der Zwischenzeit frisch bezogen hatte und schlüpfte so schnell darunter, daß Panewi staunte, wie sie das zustande gebracht hatte. Aber oooh, jetzt war es wunderbar kuschelig, sie fühlte sich jetzt um einiges besser!
 
 
Fortsetzung umseitig...
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