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Die Stadt des Amun (Gelesen: 625980 mal)
Seleuce
Horusgeleit
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #780 - 12/01/06 um 20:34:49
 
Lange und prüfend und ausgesprochen nachdenklich sah Isisnofret Chentit-ka daraufhin an.
"Nicht?" fragte sie dann schlicht zurück. "Nicht mal die Liebe selbst, wenn dies flatterhafteste aller Geschöpfe sich plötzlich ein anderes Herz zum Wohnort erwählt und Leere in meinem zurück läßt... ? Siehst du, davor habe ich beständig Angst! Ich habe es schon erlebt... "
Da Chentit-ka selbst vorhin zugegeben hatte, die Liebe nicht kennengelernt zu haben, sah Isisnofret auch ein, daß sie das vielleicht nicht recht nachvollziehen könnte.
War sie nicht mit den Damen konfrontiert, war sie glücklich und entspannt, sonst gab es eigentlich nichts, bis auf kleinere Zankereien, die belanglos waren, das zwischen Ramses und ihr standen. Aber nicht mal DAS stand eigentlich zwischen ihnen, nur über ihrem Kopf schwebte es...
"Schade..." sagte sie plötzlich und sah die leichte Überraschung in den Zügen der Konkubine über diese Bemerkung.
So erklärte sie es näher und zwar mit bedauernder, fast trauriger Stimme.
"Schade, daß wir uns unter solchen Umständen kennengelernt haben... ich hätte dich mögen können, wäre es anders... "
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #781 - 12/01/06 um 20:37:45
 
"Womit der Kriegsgrund gefunden wäre!" kicherte Amuni. "Aber wenn du meinst, kannst du sie mir ja überweisen."
 
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #782 - 12/01/06 um 20:48:46
 
Chentit-ka hob die Hände.
"Ich denke nicht, daß ihr Angst haben müsst, Herrin," versicherte sie Isisnofret erneut. "Nicht, was die Mädchen im Harem angeht...da bin ich mir ziemlich sicher..."
Sie zögerte, bevor sie weitersprach, dann setzte sie leise flüsternd: "Seit gestern um so mehr!" hinzu.
 
*******
 
Ramses machte eine wegwerfende Handbewegung und gab Amuni einen Klaps.
Meri-Atum war an seinem Brot nuckelnd mittlerweile auf dem Schoß seines Vaters eingeschlafen.
 
Ramses aß derweil schweigend weiter, sah aber hin und wieder Nefertari sinnend an...wie eine Katze, die um den heißen Brei herumschleicht...wenn er doch nur wüsste, woran er mit ihr war!
 
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #783 - 12/01/06 um 20:52:00
 
Nefertari gähnte verstohlen, nachdem sie den letzten Bissen heruntergeschluckt hatte.
"Wenn du erlaubst, werde ich mich bald zurückziehen!" sagte sie zu Ramses. "Ich bin müde und habe leichte Kopfschmerzen. Hoffentlich verschwindet dieser Dämon bald wieder!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #784 - 12/01/06 um 21:05:35
 
Ramses nickte kurz.
"Bitte," sagte er nur. "Dann wünsche ich dir eine erholsame Nachtruhe und gute Besserung!"
Er stand mit Meri-Atum, der die Ärmchen um ihn geschlungen hatte, auf, wünschte Amuni ebenfalls eine gute Nacht und verließ Nefertaris Gemächer, um den Kleinen in sein Zimmer zu tragen und ins Bett zu bringen.
Sorgfältig deckte er sein Söhnchen zu und küsste ihn auf die schlafwarmen Bäckchen.
Meri-Atum schnaufte nur und steckte den Daumen in den Mund...
 
Ramses hingegen schlenderte durch die Kolonnade wieder zurück zu seinen Gemächern.
Es war still im Palast...nur ab und an hörte man jemanden sprechen...ein paar Diener huschten stumm vorbei und warfen sich zu Boden, als der König an ihnen vorüber schritt...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #785 - 12/01/06 um 21:09:47
 
Sofort bekam Isisnofrets ganzer Kopf wieder eine jugentlich frische, rosarote Farbe, als sie an die vergangene Nacht erneut erinnert wurde.
Sie versteckte ihr Gesicht kurz in den Händen und lächelte peinlich berührt.
"Ooooh, letzte Nacht..." nuschelte sie in die hohlen Hände hinein.
"Ich... ich weiß nicht, was da passiert ist, aber ich... das... ich bin zu weit gegangen, das hat dazu geführt und der Grund meiner Reaktion war eben... naja, der ist dir ja nun bekannt! Ich hätte Ramses besser kennen müssen..."
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #786 - 12/01/06 um 21:19:10
 
"Das meine ich nicht, meine Königin!" Chentit-ka schüttelte den Kopf, daß ihr langer Zopf anfing zu wippen.
"Letzte Nacht hätte euch aufgehen müssen, daß zumindest keine Konkubine den Platz im Herzen eures Gatten einnehmen kann. Konkubinen sind beliebig austauschbar, ob es sich nun dabei um mich handelt oder eine andere, der König macht kaum einen Unterschied...hingegen euer Ehemann einen großen zwischen euch und ..." Sie machte eine vage, unbestimmte Bewegung mit der Hand. "...einer anderen!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #787 - 12/01/06 um 21:48:59
 
"Ach, das ist alles so schwierig," schüttelte Isisnofret sich plötzlich von Kopf bis Fuß und kniff die Augen zusammen, schlang dann hilflos die Arme ganz fest um die noch immer angezogenen Kniee und legte das Kinn darauf ab.
"Du darfst mich nicht falsch verstehen..." sprudelte sie plötzlich hervor, wo der Knackpunkt, der sie die ganze Zeit gehemmt hatte -die vergangene Nacht- endlich angesprochen war.
"Ich glaube an seine Liebe zu mir! Und ich GÖNNE jedem die Liebe, weil sie etwas so wunderbares sein kann... verliebte er sich, würde ich dagegen nichts unternehmen, niemals würde ich ihn absichtlich unglücklich machen! Sesu," sie stockte, als sie nun sogar seinen Spitznamen aussprach, aber jetzt war auch alles einerlei, "Sesu hat ein furchtbar großes Herz... das mag man vielleicht nicht auf Anhieb sehen, manche lernen es nie kennen, aber das ist auch gut so! Jedoch kann er mehr als einen Menschen lieben! Aber ich habe ihn auch schon verrückt werden sehen vor Sehnsucht und das ist etwas, das für immer in mir verankert bleiben wird, ich habe ihn schon zweimal beinahe verloren... "
Sie sprach nun auch Shejerade leise an, die Chentit-ka sicher auch noch kennen müßte und auch von dem Bruch vor ein paar Jahren, auch der dürfte Chentit-ka nicht entgangen sein! Wirklich viele private Details gab sie nicht preis, nur eben so viel, wie es nötig war, um sich selbst besser zu erklären.
 
"Dieser bittere Nachgeschmack bleibt, verstehst du? Vor diesen beiden Geschehnissen habe ich diese Angst einfach nicht gehabt!" Sie hatte viel gegrübelt, immer wieder und definitiv war der drohende Verlust ihres Mannes, den sie zweimal erlebt hatte -einmal langsam und schleichend, einmal knallhart und abrupt- für ihre HEUTIGEN Reaktionen verantwortlich, dabei war es so lange her. Die Geschichten ruhten und waren vergessen, doch die Narben, die da waren, die fühlte sie eben heute hin und wieder noch!
 
Sie sah jetzt nicht mehr verzweifelt aus, noch zerknirscht oder traurig. Sie hatte allmählich hingenommen, daß manche Sachen eben blieben, wie sie waren. Und immerhin verführte absolute Sicherheit auch dazu, träge zu werden, vielleicht würde solche Trägheit in einer Ehe ja noch viel größere Schäden verursachen.
Jedenfalls war sie Chentit-ka dankbar, daß sie ein paar Dinge aus ihrer Perspektive gehört hatte...
"Erzähle bloß niemandem von dieser Nacht, ich beschwöre dich," gluckste sie plötzlich in die Mulde hinein, die sich zwischen Knien und Körper bildete und nun war alle Förmlichkeit und Unnahbarkeit aus ihrer Stimme verschwunden, sie sprach mit Chentit-ka fast wie mit einer Ebenbürtigen...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #788 - 12/01/06 um 22:02:46
 
Chentit-ka schüttelte den Kopf.
"Ich spreche niemals über meine Zusammenkünfte mit seiner Majestät, er lebe ewig," entgegnete sie hoheitsvoll. Dann hob sie den Kopf und blickte hinaus.
Über das Gespräch mit der Königin war es dunkel geworden, stellte sie erstaunt fest und bat Isisnofret nun höflich, gehen zu dürfen, weil sie sich um ihren Sohn kümmern musste.
Sie wiederholte dann jedoch ihr Angebot, daß, wenn Isisnofret noch irgendwelche Auskünfte oder Hilfe benötigte, sie sich gerne an sie wenden könnte, verneigte sich und wartete auf die Erlaubnis der Königin, sich zurückziehen zu dürfen.
 
*******
 
Ramses war unterdessen in seine Gemächer zurückgekehrt, lag bäuchlings auf dem Bett und las.
Dabei wippte er mit den Füßen in der Luft herum und kaute am Daumennagel, während Iryiry noch einmal das Öl in den Lampen nachfüllte, die Vorhänge schloß und seinem Herrn eine gute Nacht wünschte...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #789 - 12/01/06 um 22:27:38
 
Isisnofret nickte einwilligend und lächelte Chentit-ka nun viel freundlicher an als zuvor, als sie ihr gestattete, gehen zu dürfen.
Sie hatte gar nicht bemerkt, daß der Sänger, dessen Namen sie nun IMMER noch nicht herausgefunden hatte, und die Musikanntinnen sich scheinbar lautlos zurückgezogen hatten und die zarte Musik, die sie jetzt vernahm, weit entfernt, in der oberen Etage ihren Ursprung zu haben schien.
Sie erhob sich ebenfalls und verließ mit Chentit-ka gemeinsam den Tanzsaal, den die Wachen daraufhin an der Terrasse verriegelten.
"Einen schönen Abend dir... und danke für deine Geduld," sagte sie noch leise zu der Konkubine und bog im nächsten Moment schon um die Ecke Richtung ihrer Gemächer.
Panewi teilte ihr mit, daß sie mit Iryiry vorhin ein kurzes Schwätzchen gehalten hatte und der Leibdiener des Königs sich dabei auch nach dem Verbleib der Königin erkundigt hatte. Pro forma tat er das oft, so war er zumindest meistens informiert, um seinem Herrn Auskünfte zu geben...
 
Isisnofret tat daraufhin etwas, das sie schon lange nicht mehr getan hatte. Eine frühere Angewohnheit, die sich vielleicht wieder als nützlich erweisen könnte...
Nachdem sie nach ihrem nun schon schlummernden Töchterchen gesehen hatte und sich hastig ein Fladenbrot mit einem Fischfilet, das auf dem Tisch stand -Panewi hatte vorgesorgt- geschtopft hatte, schlich sie wieder hinaus in den Gang und lauschte an Ramses' Tür wie früher.
Sie hörte nichts, so öffnete sie sie leise und trat ein, entdeckte Iryiry und sah diesen fragend an. Aber der verstand nicht und wollte sie schon laut ansprechen.
"Leiiiise... " Ach, was gäbe sie darum, daß der jungen Mann die Fähigkeiten seines Vaters zum Gedankenlesen geerbt hätte. Rahotep hätte sofort gewußt, was sie meinte.
"Ist er allein," flüsterte sie noch leiser und jetzt nickte Iryiry endlich antwortend und verwirrt. Sie winkte ab, schmunzelte und ließ ihn stehen, bis in das Fladenbrot und tappte lautlos weiter zum Schlafzimmer und zu Ramses Bett.
"Ist es gut?" fragte sie dann, ihm über die Schulter schauend.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #790 - 12/01/06 um 22:34:24
 
Ramses sah auf und schüttelte seufzend den Kopf.
"Die Protokolle von heute," erklärte er kurz, rollte die Dokumente zusammen und legte sie unter den Beistelltisch, dann rappelte er sich auf und lächelte Isisnofret erfreut an.
"Hey, wie geht's?" fragte er. "Hattest du einen angenehmen Tag?"
Er zog sie herunter, neben sich, schnupperte mißtrauisch an ihrem Brot herum und verzog das Gesicht: "Iß das mal schnell auf, das riecht ja furchtbar fischig!"
Glücklicherweise hatte Iriyiry wieder Kyphi in die Feuerschalen gelegt...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #791 - 12/01/06 um 22:43:12
 
"Iff hab noch nifz gegeffen heupe..." erklärte Isisnofret mit vollem Mund und sich rechtfertigend.
Aber zwei Bissen später hatte sie den kleinen Fladen auch schon verschlungen.
Nun wischte sie sich auch die Hände noch brav an einem zart parfümierten feuchten Tuch ab, das neben dem frischen Obst seit diversen Kleckereinen immer lag und sah Ramses, während sie sich gemütlich in seinen Armen platzierte, lieb an.  
Dann entdeckte sie aber die ein oder andere Schramme an ihm und verzog das Gesicht.
"Hast du dich geprügelt," fragte sie fast besorgt klingend und griff an die kleine blaue Stelle direkt unter seinem Haaransatz.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #792 - 12/01/06 um 22:51:24
 
Ramses kräuselte die Lippen.
"Nein, nicht gerade geprügelt," erklärte er. "Ameni und ich hatten heute nach den fruchtlosen Verhandlungen das dringende Bedürfnis, uns ein wenig abzureagieren...wir haben nur ein wenig trainiert!"
"Stockkampf," fügte er dann schnell hinzu, legte die Hand an Isisnofrets Wange und streichelte ihr mit dem Daumen zärtlich über die Schläfe. "Wollen wir schlafen gehen, Liebste?" fragte er. "Morgen geht diese Farce mit den Libyern weiter..."
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #793 - 12/02/06 um 00:15:29
 
Isisnofret nickte, legte ihre Hand auf die ihres Mannes und sah sanft einen Moment in Ramses' Augen, auch wenn sie eben noch die Stirn gerunzelt hatte. Das Männer sich zum Abreagieren immer weh tun mußten... die waren schon seltsame Gesellen!
Im nachhinein war sie froh, daß sie sich auf ein Gespräch mit Chentit-ka eingelassen hatte! Es hatte bewirkt, daß ihre Überzeugungen und ihr Selbstbewußtsein wieder etwas an Stabilität gewonnen hatten... sie war sich wieder sicherer, als in den wackeligen Tagen zuvor, in denen sie am Ende gar begonnen hatte zu bangen. Nach solchen Zeiten der Unsicherheit schalt sie sich regelmäßig selbst, wie dumm sie eigentlich war. Die Bestätigung für das, was ihr Herz eigentlich glaubte und was Chentit-ka ihr vorhin mit Worten bekräftigt hatte, die Liebe ihres Mannes, fand sie doch in seinen Augen!
Wenn die nur in wankenden Augenblicken immer gleich zur Stelle wären, um sie zu beruhigen, seine schönen, grünen Augen...
 
Wenig später schon hatten sie sich im warmen Nest zurechtgekuschelt, herumalbernd, weil Isisnofret nach ihrer Tanzstunde auch noch nicht geduscht hatte und somit -nun nur noch flaxend- fraglich gefunden hatte, ob eine nach Fisch und Anstrengung riechende Ehefrau nicht zu unwab für den Herrn der beiden Länder wäre.
Scheinbar sah dieser höchste Herr das nicht so, wenn er auch, so hatte es ihr den Anschein gehabt, einen Moment darüber hatte nachdenken müssen, gleich darauf lag sie so eng in seine Arme geschmiegt, daß kein Zweifel mehr an seiner Gesinnung Bestand haben konnte...
 
****************
 
Amuneminet schlief zu diesem Zeitpunkt noch lange nicht. Der hatte sich nach der herrlichen Prügelei mit seinem majestätischen Freund ganz ausgesprochen sorgsam verazten lassen. Sein Handgelenk -das er tatsächlich einem der Palastärzte vorgestellt hatte, war mit einer Bandage gegen die Schwellung versort worden und würde in ein zwei Tagen wieder fit sein, und die diversen anderen Blessuren, um die kümmerte sich gerade ausgiebig Isisnofrets Halbschwester, Nedjetempet, das hieß, sie kümmerte sich eher darum, daß er jene vergaß...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #794 - 12/02/06 um 09:49:38
 
Ein wohltuender und erholsamer Schlaf war dem König in dieser Nacht vergönnt und am Morgen war sein Schlummer immer noch so fest, daß Iryirys Morgengesang kaum in die Tiefen seines Bewusstseins vordrang.
Erst als der Diener Unterstützung von Isisnofret bekam, die ihren Mann sacht an der Schulter rüttelte, regte der sich ein wenig, wollte die Augen öffnen, aber ach....seine Lider waren so schwer und blieben nicht oben!
Jedoch erwiderte er -erst ein wenig zaghaft- die sanften Küßchen, die Isis auf seine Lippen hauchte und fing an, ein unbestimmtes Gebrumm von sich zu geben.
Langsam kam Leben in ihn...er schlang seine Arme um seine Frau und bohrte seinen Kopf in die weiche, warme Kuhle zwischen ihrem Hals und dem Laken.
"Bin nüsch da," wisperte er. "Sag Iryiry, du hättest mich heute noch nicht gesehen!"
 
Hilfesuchend sah der, von dem die Rede war, die zweite GKG an.
Warum machte sein Herr nur andauernd diese Zicken?
Es nützte doch sowieso nichts: der König musste aufstehen, um zur gewohnten Stunde im Thronsaal zu erscheinen!
Endlich, endlich pellte sich Ramses aus Isisnofrets Armen, um sich seinem Diener und dessen Kollegen auszuliefern, die den Morgenmuffel in den Herrn der beiden Länder verwandeln wollten...
Mißtrauisch beobachtete Ramses, wie ein Diener die schwere Robe entfaltete, die er heute tragen sollte.
Die Tunika war mit Fayenceperlen bestickt, entlang der Kanten waren Fayence- und Goldscheiben mit den königlichen Kartuschen aufgenäht; die Fayencescheiben zeigten ein Papyrusmotiv, das abwechselnd ein Anchzeichen oder einen Djedpfeiler enthielt.
Dazu ein doppelreihiges Sbjw, ein Pektoral, die passenden goldenen Armspangen mit blauem Glasfluß, das Nemes mit dem Uräus...der König erstrahlte heute in Blau und Gold, wie man es von einem Gott erwartete.
 
Ramses fühlte sich allerdings recht unbehaglich in der Robe, die durch die starren Applikationen recht steif und schwer war und er dadurch gezwungen wurde, eine ganz andere Haltung einzunehmen und sich anders zu bewegen, als er es sonst tat.
Dazu noch der dumpfe Schmerz in seinem Rücken, der von Amuneminets Schlägen herrührte...das alles führte dazu, daß seine Laune sich nicht gerade hob...was wahrscheinlich -je nachdem- sich nicht gerade günstig auf den Verlauf der diplomatischen Verhandlungen auswirken konnte...
 
Noch einen schnellen Kuß von Isisnofret, ein verzweifelt-schelmisches Aufblitzen seiner Augen und Sesu verschwand...an seiner Stelle verließ nun der gute Gott, der König von Ober- und Unterägypten Usermaatre Setepenre gemessenen, hoheitsvollen Schrittes (etwas andere hätte die prächtige Robe auch gar nicht erlaubt) seine Gemächer, um umgeben von seinem Gefolge mit großem Pomp im Thronsaal empfangen zu werden...
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