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Die Stadt des Amun (Gelesen: 597806 mal)
Seleuce
Horusgeleit
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #660 - 11/26/06 um 20:21:28
 
Isisnofret beugte sich zu dem Kleinen herunter und hob ihn aus seiner Wiege, nachdem sie nach Ta-ini geschaut hatte.
"Ja, du kannst mir glauben, dafür habe ich auch einige Zeit gebraucht, aber irgendwann sieht man sie gar nicht mehr und sie werden fast normal!" Lieb schuckelte sie den Kleinen ein wenig und strich ihm über das Köpfchen.
"Weißt du, er sah so verlassen und einsam aus, als Baret ihn gefunden hatte. Ich kann sowas einfach nicht ignorieren..." versuchte sie sich zu rechtfertigen. Auch ein verlassenes Jungtier in der Natur rührte sie schrecklich, wie mutterseelenallein war man, wenn man so klein und schon fortgestoßen war!
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #661 - 11/26/06 um 20:39:41
 
Das war wirklich typisch für Isisnofret...und genau deshalb liebte er sie ja auch so!
Ramses lächelte zustimmend und gab damit Isisnofret seinen Segen, sich um den Kleinen kümmern zu dürfen.
Auf ein Kind mehr oder weniger kam es im Palast nun wirklich nicht an...
 
"Ich muß jetzt aber wieder zurück," sagte er plötzlich bedauernd und sah sich in Isisnofrets Gemächern um, wo Panewi gerade dabei war, die Wäsche zu sortieren. "Wir sehen uns dann später, ja?"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #662 - 11/26/06 um 21:43:00
 
"Laß dich nicht ärgern!" Isisnofret nickte Ramses lächelnd zu und warf ihm einen Handkuß nach, während er ihr Babyzimmer verließ.  
Endlich war sie also zurück und der kleine Bengel war auch immer noch da, der all die Aufregung ausgelöst hatte. Sie fand, daß das gefeiert werden mußte...
Fröhlich strahlte sie den Jungen an, der wie immer still seine Welt beäugte und so unendlich bedingunslos dabei schien, als hätte er keine weiteren Wünsche in seinem kleinen Herzchen, als ein wenig gemocht zu werden. Sicher war ein Teil dieses Eindrucks, den er auf Isisnofret machte, Einbildung, denn so winzig und frisch wie er war, würde er wohl kaum solch komplexe Dinge denken... aber wußte man es denn so genau? Vielleicht waren Babies ja nur in ihrer Artikulation und ihrer Bewegung eingeschränkt und verstanden schon mehr, als man ihnen zutraute...
Sie jedenfalls war nun erst recht nicht mehr bereit, Meri-su-anch aufzugeben!
 
"Hat Iynofret genügend Milch für ihn dagelassen? Dann werd ich ihn gleich mal füttern," sprach sie Baret an und rief Panewi dazu, die ihr auch etwas zu essen bringen sollte. Sie war plötzlich ganz ausgehungert.
 
************
 
Während dessen schnatterte Bint-Anat, ohne zu wissen, daß ihre Mutter wieder im Palast weilte, mit ihrer Halbschwester herum und schüttelte den Kopf. "Sowas, die Wäschebestände sind schlecht? Und DU sollst dich darum kümmern? Wie ärgerlich, dann bleibt ja gar keine Zeit mehr für dein Hemd für deinen Liebsten," wurde sie nun deutlicher.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #663 - 11/26/06 um 21:50:32
 
"Halt die Klappe!" zischte Merit-Amun ihrer Schwester zu, als die Zofe hereinkam und fragte, ob sie das Mittagessen bringen dürfte.
Gnädig nickte die Prinzessin und warf ihrer älteren Schwester einen bösen Blick zu, kaum daß die Dienerin durch die Türe war.
"Sei doch nicht so indiskret!" flüsterte sie. "Du bist ein richtiger Trampel...es gibt kein Hemd, klar?"
Dann grinste sie. Bint-Anat hatte wohl ihre Neugier nicht bezähmen können und nun machte es Merit-Amun einen Heidenspaß, sie ein wenig hinzuhalten...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #664 - 11/27/06 um 02:28:15
 
Und Bint-Anat ärgerte sich ziemlich, daß Meriti sie so zappeln ließ, noch immer hatte sie ihr nichts über ihre Fortschritte mit Nianchmin erzählt, aber Bint konnte förmlich riechen, daß da in der Zwischenzeit einiges passiert sein mußte. Und wenn SIE es riechen konnte, könnte Meritis Mutter es dann nicht auch?
Naja, die war recht beschäftigt und abgelenkt mit amtlichen Aufgaben...
Aber sie würde es aus ihre Schwester schon noch herausbekommen, irgendwie kriegte sie das hin!
 
***************
 
Isisnofret kümmerte sich unterdessen rührend und als wäre es eines ihrer eigenen Kinder um Meri-su-anch, der wie stets ihre Zuneigung und die angewärmte Muttermilch Iynofrets, die sie ihm aus einer kleinen Saugtasse mit Schnabel reichte, dankbar und entgegen. Er hatte jetzt ein Zuhause und vielleicht gelang es ihr ja sogar mit der Zeit, Eltern für ihn zu finden, die ihn aufnehmen würden und bereit wären, seine kleinen Makel zu übersehen... allerdings hegte sie wenig Hoffnung, daß ihr das gelingen würde nach den hysterischen Reaktionen, die sein Auftauchen ausgelöst hatte... zumindest hier im Süden würde sich bestimmt niemand finden, der bereit wäre, dem kleinen "Dämönchen" eine Chance zu geben, die Leute waren einfach nicht gewohnt, helle Menschen zu sehen und noch dazu sehr abergläubisch. Aber dann blieb er eben bei ihnen hier, allein und verlassen war er in ihrer Familie zumindest nicht! Allerdings legte sie darauf Wert, daß seineAnwesenheit auch im Palast zuerst einmal noch zurückhaltend gehandhabt wurde. Wenn er sich hier eingelebt hatte und genügend Zeit verstrichen war, die einfach bewies, daß er auch im Hause des guten Gottes niemandem Schaden zufügte -am wenigsten den Majestäten und Hoheiten selbst- dann würde sich die Panik, die durch ihn entstanden war, schon allmählich verflüchtigen!
 
Am Abend, als ihr Mann endlich aus den Fängen seines Sekretäres befreit worden war, holte sie ihn mit Ta-ini gemeinsam ab und genoß die wieder gewonnene Zweisamkeit mit ihm. Über das Gespräch vom Mittag, das sie über Verhütung und der gleichen geführt hatten, fiel jetzt kein Wort, denn sie war nicht sicher, ob ihn das nicht doch irgendwie getroffen hatte, obwohl er nicht den Anschein machte... es war eben wieder nur so ein unbestimmtes Gefühl, das in ihrem Bauch umging und das sie, wie so oft, entschied zu ignorieren...
Was sich als Fehler herausstellte, denn mit ein paar wenigen klaren Worten wäre das Mißverständnis zwischen ihnen, bezüglich SEINER Auffassung von Verhütung und der ihren, schnell aus der Welt gewesen.
 
So aber bemerkte sie zwar, daß er in den darauf folgenden Tagen nicht wirklich Abstand von ihr nahm, aber sich auch ganz plötzlich und ungewohnt mit körperlichen Annäherungen zurückhielt, wobei sein liebevoller allgemeiner Umgang mit ihr aber unverändert blieb, wie ihr auffiel. Es mußte ihn also verletzt haben, aber das versuchte er zu verbergen, diesen Schluß zog sie zumindest aus seinem Benehmen oder irgendwie bremste ihn der Gedanke doch, daß der Liebesakt schon von vorn herein unfruchtbar sein sollte... Sie konnte diesbezüglich einfach nicht in ihn hinein blicken und das machte sie unsicher, wie er zu dieser Sache nun stand!  
Was dabei nicht sehr hilfreich war, waren zudem die Konkubinen des hiesigen Harems, an deren Verhalten sie deutlich bemerkte, daß ihr Mann dort wieder recht aktiv zu sein schien. Die Frauen putzen sich, wie sie es nur taten, wenn sie seinen regelmäßigen, unangekündigten Besuch erwarteten, waren ausgelassen und guter Laune, lachten und kicherten einfach, wenn sie ihr im Garten begegneten... das war ganz anders, wenn sie sich vernachlässigt fühlten, dann erntete sie neidisch-giftige Blicke von vielen.
Aber die gab es momentan seltsamerweise gar nicht und das konnte nur bedeuten, daß Rames seine Scheu nach der Attake der Nubierin, endgültig überwunden hatte und sich wieder dort orientierte.
 
Diese Gründe lagen auch der gerade laufenden Diskussion zu Grunde, die sie mit ihm jetzt führte. Die Delegation der Libyschen Gesandten war endlich in Theben eingetroffen und hatte bei der Ankunft für allerlei Wind gesorgt, denn nicht jeder der einfachen Bewohner Thebens hatte gewußt, daß die "Wüstenmänner" angekündigt und erwartet gewesen waren.
Amuneminet hatte es nach langer Planerei geschafft, einen geeigneten Lagerplatz außerhalb der Oststadt, am Rand der Wüste zu finden, der nicht all zu unübersichtlich und auch nicht zu weitläufig war, so daß eine Anzahl der besten Spitzel stets und ständig die Sicherheitslage überprüfen konnte, ohne daß sich die "Diplomaten" ausspioniert oder bezweifelt sehen würden...
 
Wie dem auch war, würde die Delegation, die heute morgen ihre Zelte auf dem Lagerplatz aufgeschlagen hatte, durch einen festlichen Empfang im Palast willkommen geheißen werden, dafür war einiges vorbereitet worden. Man versuchte, keine Unterschiede zu machen, war das Kommen der Libyer auch ein zweischneidiges Schwert. Ein perfektes, höfliches Willkommen und ein "offenes Ohr" für das Anliegen der Gesandten sprach für Besonnenheit und ein Herrscherhaus, das von weiser, starker Hand geführt wurde - wenn Usermaatre Setepenre bei seinen fremdländischen Standesbrüdern und Vasallen auch hinreichend für seine Ungeduld und gelegentliche Hitzköpfigkeit bekannt war, so war seine Macht, wie auch der nach außen ungetrübt souveräne Ruf seines Hauses kaum bezweifelt!  
So sollte es auch bleiben, darüber war man sich im Herrscherhaus des Usermaatre einig!
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #665 - 11/27/06 um 02:28:24
 
Fortsetzung...
 
"... aber Sesu, wenn du nicht magst, dann sag es mir frei heraus, ich bitte dich, dann haben wir es hinter uns," ging Isisnofret gerade in den Angriff über, nachdem sie schon von Traurigkeit bis in die Verzweiflung getaumelt war, weil sie aus ihrem Mann seit Tagen mal wieder kein klares Wort herausbekam. Wenn sie nur einmal ein klares Wort an IHN richten würde, dann bekäme sie wohl auch deutlichere Antwort, aber das würde sie nie in den Griff bekommen, ihr Verstand funktionierte leider nicht wie der eines Soldaten es tat, pure Logik, ohne Emotionen und Rechtfertigungen kamen ihr nicht über die Lippen, dazu dacht sie schon viel zu viel im Voraus!  
 
Sie war bereits prachtvoll herausgeputzt, mit Geierhaube und einer kunstvoll plisierten und bestickten Robe angetan, Ta-ini sabberte fleißig auf ihr blütenweises, entzückend ausstaffiertes Kleidchen und zupfte sich zum hundertsten Mal das Tüchlein vom Kopf und Isisnofret seufzte, denn es war mehr als irritierend, ihren Mann nur auf dieser einen Ebene so zurückhaltend zu erleben, die sie jetzt zunehmend vermißte...  
Das Gespräch, das sie zwischen Tür und Angel führten, weil Iryiry hin und herwetzte, um die letzten Handgriffe an seinem Herrn auszuführen, bezog sich auf die Nacht zuvor, die Isisnofret zwar in den Armen ihres Mannes verbracht hatte, aber auf eben jene ereignislose Art, die ihr bisweilen nicht genügte, auch wenn sie zu manch anderen Zeiten allein von seinem Herzschlag umgeben schon glücklich war!
 
"Oder sag mir, daß ich es bleiben lassen soll!" Die Verhütung meinte sie, aber sie setzte voraus, daß er DAS wußte, denn daß er eben DAS nicht wußte, war ihr nicht aufgegangen.  
"Laß mich um Mins und Hathors Willen nicht im Ungewissen darüber, wieso du, seit ich mich entschieden habe, Ta-ini erst etwas älter weren zu lassen, bevor ich mich wieder dem Willen der Götter füge, lieber wieder vermehrt die Dienste deiner Mietzen in Anspruch nimmst, das ist nicht fair!"
Sie war wütnd, weil sie veränsgtigt war und nicht mehr weiter wußte. Ta-ini begann zu knatschen, weil ihre Mama so ungewohnt heftig redete und ihr Papa auch nicht großartig auf sie einging und zu allem Überfluß kündigte nun Tjay den Paser an, der schon sehnsüchtig auf das Erscheinen des Herrschers wartete... die erste GKG stand schon am Start...
Isisnofret verdehte die Augen. DAS war ja zu erwarten gewesen, Nefertari, die Streberin!
"Sesuuu..." drängte sie wieder, flüsternd, denn das Gespräch war zu privat für die vielen offiziellen Ohren, die sich jetzt in und vor des Königs Gemächern aufhielten.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #666 - 11/27/06 um 06:34:50
 
Ramses blickte gen Himmel...Iryiry, der an ihm herumwerkelte, die letzten Falten seines Gewandes zurechtzuppelte und die Bänder der Chepreschkrone glättete, sein Gefolge, das schon vor der Tür wartete, um ihn und seine beiden Gemahlinnen in den Thronsaal zu geleiten, wo der libysche Botschafter empfangen werden sollte, Tjay, der Paser anmeldete -glücklicherweise waren die Beamten vor ein paar Tagen aus Pi-Ramesse eingetroffen, noch gerade rechtzeitig!- und Isisnofret, die ihn mit irgendetwas belatscherte...das war einfach zuviel Gesumm um ihn herum und so hörte er nur mit halbem Ohr, was Isisnofret sagte.
 
"Aber wieso denn bleiben lassen?" fragte er und schnaubte Iryiry genervt an. Er glaubte immer noch, daß sie von den Freizeitaktivitäten sprach, die sie alleine unternehmen wollte. Und was hatten seine Konkubinen damit zu tun? Wieso sprach sie die überhaupt an? Hatten sie nicht eigentlich vereinbart, daß seine Haremsabenteuer nicht mehr Gegenstand ihrer Gespräche werden sollten? Er würde sich an diese Abmachung halten!
 
Gereizt antwortete er Isisnofret deshalb, daß er seine Freizeit so gestalten würde, wie es ihm passte, er würde ihr ja auch keine Vorschriften diesbezüglich machen.
 
"Jetzt laß es gut sein!" herrschte er schließlich Iryiry an. "Ohnehin verrutscht das doch sowieso alles wieder, wenn ich mich bewege, ich bin KEIN STANDBILD, falls du das noch nicht bemerkt haben solltest!"
Er atmete tief durch und sah Isisnofret schmallippig an.  
Gerade kam der Wesir herein und drängte, die Gesandtschaft wäre schon im Thronsaal eingetroffen...
 
********
 
Die Königskinder hatten sich unterdessen in der Eingangshalle unter der Leitung Amunherchepeschefs und Bint-Anats versammelt.
Die Prinzen waren prächtig ausgestattet mit ihren Wedeln und bezopften Perücken, deren Seitenlocken von großen Goldspangen gehalten wurden.  
Die Prinzessinnen hingegen trugen kostbare Diademe und Sistren in der Hand. Glatte, enganliegende Kleider betonten die zarten Rundungen der heranwachsenden jungen Frauen, während die jüngeren Töchter des Königs nicht ganz so aufwendig geschmückt erschienen, jedoch auch kleine Sistren bekommen hatten.
 
Da auch ihre Mutter anwesend war, gab Merit-Amun sich heute mal wieder, als hätte sie sich das Hofprotokoll mit all seinen Paragraphen einverleibt.
Nur einen winzigen Seitenblick gönnte sie sich auf ihren Geliebten, der regungslos bei den anderen Gardisten stand, die die Königskinder zum Empfang eskortieren sollten.
 
********
 
Auch die Bewohnerinnen des Harems erschienen heute festlich herausgeputzt in feinen Gewändern; die königlichen Nebenfrauen und Konkubinen trugen als Zeichen ihrer Würde ihre Gazellenkopfdiademe.
Sie wurden von Chentit-ka angeführt, einer erfahrenen Kurtisane, die schon seit Sethos seinem Sohn den Harem eingerichtet hatte, dort diente.  
Chentit-ka war diejenige gewesen, die die Ausbildung des jungen Ramses in Liebesangelegenheiten , die Senebtisi begonnen hatte, vervollkommnet hatte und leitete nun die Neuzugänge im Frauenhaus von Theben an, wie man sich dem König nähern und was man tun sollte, um dessen Gunst zu erlangen...
 
Ihr Sohn Monthherchepeschef hatte sich in der Reihe der Prinzen direkt hinter seinem Halbbruder Chaemwaset aufgestellt und hielt den Prinzenwedel mit Stolz, aber auch Nervosität mit beiden Händen fest umklammert...
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« Zuletzt geändert: 11/27/06 um 12:10:58 von Meritenramses »  


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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #667 - 11/27/06 um 12:44:55
 
Isisnofret gab es auf, blinzelte nun ebenso grimmig und verstimmt drein, wie ihr Mann und drückte Ta-ini in Barets Arme, die mit dem anderen Gefolge am Ausgang des königlichen Gemaches stand.
Wenn er vorzog, ihr lieber ohne Erklärungen zu grollen und sie mit Entzug zu bestrafen, konnte sie es auch nicht ändern, aber dann sollte er auch seine Nächte zukünftlich lieber mit denen verbringen, die ihm offenbar mehr Vergnügen bereiteten, sie war zu stolz, ihm hinterherzukriechen, genau wie er es war!
"Ach, vergiß meine vielen hohlen Worte, sie sind ja doch nur Sandkörner im Wind," flüsterte sie ihm mit zusammengebissenen knirschenden Zähnen zu.  
Zum Glück war Tabetjet da, die würde sie schon abzulenken wissen!
Hoheitsvoll und mit gestrafften Schultern, die Wand gegenüber fixierend und kein weiteres Wort mehr verlierend wartete sie seitlich im Raum darauf, daß ihr Königsgemahl hinaustrat. Anstalten, sich bei ihm unterzuhaken machte sie kein!
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #668 - 11/27/06 um 13:17:56
 
Frauen!
Nie, aber auch gar nie konnte man ihnen etwas recht machen!
Hatte er nicht all ihren Wünschen entsprochen?
Und genau deswegen grollte sie ihm jetzt? Daß er Rücksicht auf sie genommen hatte? Das sollte man(n) verstehen!
Seufzend setzte sich Ramses in Bewegung, Isisnofret geflissentlich übersehend, und seine beiden Gemahlinnen nahmen den Platz an seiner Seite ein.
Die Wedelträger formierten sich hinter dem König, dahinter kamen die Königskinder...
Mit liebevollen Blicken maß Ramses seine Sprößlinge: stolz war er auf jeden einzelnen seiner zahlreichen Nachkommenschaft, prächtige Kinder waren das und er liebte sie sehr!
Daneben die Damen des Harems mit Chentit-ka an der Spitze, der er ebenfalls wohlwollend zunickte und sogar ganz kurz zuzwinkerte. Sie neigte daraufhin leise lächelnd den Kopf, erwiderte jedoch mit einer Spur Koketterie seinen Blick, freudig überrascht darüber, daß der nach so langer Zeit noch einmal auf sie fiel...
 
Sogar die Tante war da: gestützt auf ihren Stock und ihre Zofe wetterte sie, warum sie zu einem Empfang der Libyer gehen müsste.
"Warum soll ich mir diese Kriegsgefangenen ansehen, hä?" krächzte sie und zeigte mit ihrem Stock auf Ramses. "Sethos soll sie in die Minen schicken!"
Geduldig erklärte ihr die Zofe zum 1000x an diesem Tag, daß der Osiris Menmaatre schon längst im Westen weilte und der Herr der beiden Länder Usermaatre Setepenre, ihr Großneffe Ramses wäre.
"Der kleine Sesu, ach was!" wehrte die Tante energisch ab. "Der ist doch noch feucht hinter den Ohren!"
 
Als die Türen des Thronsaales sich öffneten, nahm Ramses Haltung an: er schien dadurch noch zu wachsen und richtete sich zu seiner imponierenden Größe auf, die durch die hohe Chepreschkrone noch betont wurde.  
Von einem Augenblick auf den anderen kehrte er nun den Gottkönig heraus, seine Gesichtszüge nahmen einen abweisenden, hochmütigen Ausdruck an und er schien mit einem königlich-arroganten, aber dennoch gnädigen Lächeln auf sie alle herabzusehen, das jedem und ganz besonders den Libyern signalisieren sollte, daß sie nicht weiter als seine Untergebenen waren und er weit über ihnen stand...
 
Der libysche Botschafter war anscheinend bestens vertraut mit den ägyptischen Gepflogenheiten, denn als der Herrscher und seine Gemahlinnen das Hypostyl betraten, sank er wie auch der Rest der Delegation und natürlich die anwesenden ägyptischen Würdenträger zu Boden.
Nachdem der König und die beiden Königinnen Platz genommen und sich die Prinzen und Prinzessinnen an ihre Plätze begeben hatten, traten die besten Sängerinnen und Musikantinnen des xnr des Horus, des Herrn des Palastes auf, um ein langes Loblied auf den Pharao und dessen gewaltige Macht, die sich über alle Länder und Fremdländer erstreckte, zum Besten zu geben.
Danach eröffnete Paser den Empfang mit einem feierlichen Willkomm, das der libysche Botschafter galant und in einem tadellosen Ägyptisch zu erwidern wusste.
 
Es folgte das übliche Defilé der Gabenträger und die Aufzählung der Präsente, die der Häuptling der Meschwesch dem Pharao übersandte...Königsgeschenke wurden ausgetauscht...und ganz besonders eines weckte Ramses' Interesse: eine liebliche junge Berberin mit milchweißer Haut, Haare schwarz wie Ebenholz, Lippen rot wie Blut und Augen so blau wie feinster Lapislazuli...Tilila war ihr Name...
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« Zuletzt geändert: 11/27/06 um 14:29:16 von Meritenramses »  


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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #669 - 11/27/06 um 15:07:53
 
Isisnofret spielte die formvollendete Statue, wie es auch Nefertari tat. Zusätzlich setzte ihr nun auch noch der minimal triumphierende Blick Nefertaris zu, den kein Außenstehender erkennen könnte. Die erste GKG schien bemerkt zu haben, daß zwischen ihr und Ramses ebenfalls nicht alles friedfertig und harmonisch zuging und sich darin zu weiden...
Wieder eine Neue, ein weiteres Spielzeug für ihren unterforderten Königsgemahl, dachte sie, schnaufte leise und musterte die Berberin einen kurzen Moment. Abfällige Gedanken und Bezeichnungen für die junge Frau schossen ihr durch den Kopf, aus Groll. Schlechte Dinge, die sie nie aussprechen würde, aber davor ebensowenig gefeiht war, sie zu denken, wie jeder andere Mensch.
 
Endete dieses Begrüßungs-Tamtam heute gar nicht? Sie wollte ihre Ruhe und vor allem endlich von ihres Mannes Trotzreaktionen oder wieso auch immer er gerade jetzt seinen Konkubinen verborgene Zeichen und Hinweise gab, befreit sein!
Es war unfair, egal was sie machte, am Ende gewann immer er!  
Männerwelt!
 
Endlich schienen die vielen Frasen und Lobhudeleien zu einem Ende zu kommen, nach unendlichen Stunden, wie es Isisnofret schien und sie konnte sich endlich bewegen, als das Empfangsfest offiziell eröffnet worden war. Die Gäste zerstreuten sich und wandelten im prachvollen Saal umher, Musik spielte auf und das erste, was Isisnofret tat, war aufzustehen und sich gezielt und ohne Worte von ihrem Mann zu entfernen.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #670 - 11/27/06 um 15:25:29
 
Der sah Isisnofret verwundert nach und für einen kurzen Moment wechselte seine Augenfarbe in ein dunkles, unheilvolles Graugrün...
Dann konzentrierte er sich jedoch wieder auf das Gespräch mit dem Wesir und den Diplomaten...
Die Verhandlungen würden erst morgen beginnen...
 
Chentit-ka hatte die Mißstimmung ihres Herrn sehr wohl bemerkt: sie hatte den Weggang der zweiten Königin beobachtet, die erste thronte immer noch hoheitsvoll auf ihrem Sessel und machte ein Gesicht, als würde sie das alles nichts angehen...
Nun, als der König für einen Augenblick allein war, nutzte sie die Gunst der Stunde und reichte ihm eine Schale Granatapfelwein.
"Leben, Heil und Gesundheit, mein Gebieter," sagte sie und lächelte liebreizend.
"Chentit-ka..." Ramses neigte den Kopf leicht.
Er hatte sie schon lange nicht mehr gesehen, erinnerte sich aber noch gut an sie...und an was er sich erinnerte!
Prompt erschien sein strahlendes Ich-wickele-sie-alle-um-den-Finger-Grinsen und er erkundigte sich, wie es ihr ergangen war...
 
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #671 - 11/27/06 um 16:13:40
 
Isisnofrets Frust blieb von Tabetjet nicht unbemerkt, die kannte ihre Freundin fast noch besser, als deren eigene Mutter und ihr Gesicht war für die auarische Adlige eine offene Papyrusrolle. Tröstend setzte sie sich neben Isisnofret, die ihre Zeit hier, an einem der festlich dekorierten Banketttische absitzen würde, bis Anstand und Höflichkeit sie von ihren Pflichten endlich entbanden und sie die Turtelei ihres Mannes nicht mehr ertragen mußte. Sie gab sich wirklich große Mühe, das ganze wieder als etwas normaler zu empfinden, so war es doch früher auch gewesen, also redete sie sich jetzt ein, daß es kein Problem gab und wehrte Tabetjets Bohrerei ab, die natürlich sofort auf den trampeligen König zu sprechen kam.
 
"Ach Isis, Mädchen, der Flegel wird es eben nicht lernen, tröste dich damit, daß Männern die tiefere Einsicht einfach nicht gegeben ist und sie ja doch das schwächere Geschlecht sind! Sie können Versuchungen nicht wiederstehen, das macht sie eigentlich zu armen Tropfen. Und so verpaßt er dir wenigstens nicht NOCH einen Plärrer, hat doch sein gutes!"
Isisnofret lächelte etwas verkniffen und zog eine Schnute. Es war nicht so, daß sie Sklavin ihrer Triebe war, sie konnte durchaus Monate zubringen, ohne nach sexuellen Aktivitäten zu verlangen, hatte das schon hinter sich, das Problem war, wenn sie vorgelebt bekam, daß nur SIE verschmät wurde! Es vermittelte ihr inzwischen fast den Eindruck, daß er seine rein sexuellen Begegnungen nun doch lieber mit den taufrischen Dingern seines Harems verbrachte und sie diesbezüglich zu meiden begann.  
 
Das führte dann von einem ins andere, sie begann allmählich an sich zu zweifeln, ihre Attraktivität in Frage zu stellen. Ganz besonders beschäftigte es sie, WEIL kein Streit Ramses' Verhalten zugrunde lag, wäre das der Fall, gäbe es ja einen Grund für sein Verhalten! Aber bis heute Morgen noch war er ja lieb zu ihr gewesen, nur selbst ihre aktiven Anstöße, sich ihr hinzugeben, hat er konstant abgeschmettert und herumgedruckst, wie schon die ganzen Tage. Ständig hatte er das Thema gewechselt oder verstockt geschwiegen, war sie irgendwie in Andeutungen verfallen, hatte sich ihr entzogen, sie im Bett allein gelassen und sich scherzend ins Bad davon gemacht und an den Nachmittagen mußte sie dann durch diverse Hinweise erkennen, daß er im Harem war und sich dort vergnügte...
 
Reizte sie ihn nicht mehr? Das KONNTE einfach nicht nur mit ihrem Wunsch zu tun haben, nicht schwanger zu werden, sie verhütete doch! Hatte eines der Mädchen ihn sogar eingenommen?
Der Beginn mit Shejerade kam ihr in den Sinn... damals hatte sie das ebenso stark empfunden... Ihr Beisammensein mit ihm war immer rarer geworden, sein allgemeines Verhalten ihr gegenüber hatte sich nicht verändert, lieb und entspannt war er immer gewesen, aber mehr war nicht mehr passiert und sie war allmählich vereinsamt und in Frust versunken, den sie zu diesem Zeitpunkt aber beharrlich in sich eingeschlossen hatte.
 
All das erzählte sie Tabetjet erst unwillig, dann heraussprudelnd und äußerte mehr und mehr Befürchtungen, zu alt und häßlich zu werden, klagte darüber, daß die Kinder ihren Körper ruiniert hätten und andere Frauen ihres Alters, wie Tabetjet zum Beispiel oder ihre Schwester Nedjetempet, die sogar noch älter war, wesentlich anziehender erschienen, weil Bauch und Brüste noch so straff und makellos waren. Kurzum benahm sie sich gerade immer mehr wie ein frustriertes, an sich selbst zweifelndes Mädchen, das noch Reife und Erfahrung bedurfte, dabei hatte ihr Mann ihr in den letzten Jahren schon so viele Beweise seiner Zuneigung UND seines Verlangens erbracht... aber vielleicht änderte sich das ja allmählich. An seiner Liebe zweifelte sie nicht, nein, aber... ach!
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #672 - 11/27/06 um 16:26:38
 
"Aber das ändert sich doch nicht von heute auf morgen," erwiderte Tabetjet schließlich resolut, aber sie konnte Isisnofret auch keine vernünftige Erklärung für das Verhalten ihres Ehemannes geben außer, daß es mal wieder typisch für Ramses war! "Ich meine, wenn ihr die ganze letzte Zeit über zusammen wart," überlegte sie laut. "Er braucht bestimmt nur mal wieder Abwechslung..."
Daß er die Nase voll von Isisnofret hatte, vermutete sie zwar, wollte es ihrer Freundin aber nicht so schonungslos an den Kopf knallen...
"Falls du neulich keinen ekligen Ausschlag gehabt hast, der ihn verschreckt hat, najaaaa," fuhr sie dann fort und wies mit dem Kopf auf Chentit-ka. "Es liegt bestimmt nicht daran, daß du älter wirst...guck dir die doch mal an!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #673 - 11/27/06 um 16:52:35
 
Isisnofret sah fast bockig zu ihrem Mann und Chentit-ka hinüber, die sie ziemlich gut kannte. Chentit-ka hatte sich in den Anfängen ihrer Ehe mit Ramses viel getummelt, es gab so einige Episoden, die sie gleich aus dem Stehgreif über die Konkubine erzählen konnte. Immerhin war diese Frau keine dumme, hohle Gans, wie viele der anderen Bewohnerinnen dieses "Arbeitsbereiches", sondern eine weitsichtige und erhabene Frau, die Isisnofret schon früher immer den Eindruck vermittelt hatte, Respekt zu verdienen.  
Kein Wunder, daß sie noch hier war und nun eines der renommierten Mitglieder der Freudenmädchenabteilung des Harems darstellte, sie war eine außergewöhnliche Frau, auf ihre Art, das mußte Isisnofret immer wieder widerwillig gestehen, wenn sie ihr begegnete!  
Soweit sie wußte, gab Chentit-ka heute ihre Erfahrungen an die neuen Mädchen weiter... Erfahrungen, die sie mit IHREM Mann gesammelt hatte und schon ruckten bei diesem Gedankengang Isisnofrets Augenbrauen wieder ein Stück zusammen, während sie Tabetjet erzählte, wer die Frau war.
 
Sie entschloss sich jetzt wieder zu Erhabenheit, die sie mit Wein erzwingen würde. Sie würde einfach ignorieren, was Ramses dort trieb, ohnehin hatte sie hier in der Öffentlichkeit keine andere Wahl, der König und alle seine Taten waren hier unantastbar, zöge sie ihn auch nur mit einer beleidigten Bemerkung in Zweifel, würde das seine unbestrittene Position kompromittieren, wieder eine der vielen Fallen, die Isisnofret bewegungsunfähig machten. Da konnte man nur noch Wein trinken und im Alkoholrausch nach vergessen suchen. Ta-ini hatte sie ausgiebig gestillt, die Kleine war ohnehin momentan wild auf Mehl-Milchbrei und Früchte oder zerpampte Linsen mit aufgeweichtem Brot darin. Und gleich kroch der nächste Groll in sie, genau DIESE Gedanken wollte sie sich einmal nicht mehr machen müssen, sie wollte einmal unbekümmert und frei so viel Wein trinken können, wie es ihr beliebte, ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen, daß sie ihrem Baby schaden würde. Genau das könnte nämlöich passieren, wie sie aus düsteren Berichten Barets herausgehört hatte. Baret kannte diverse Beispiele von Frauen, die allesamt Wein und Bier während der Schangerschaft ZU frei und großzügig zugesprochen hatten -sprich täglich ungezügelt- und sie wurden alle von den Göttern mit kranken Kindern bestraft.
Ach, die Position einer Frau blieb in dieser Welt einfach ungerecht!
 
"Trink mit, Tabetjet, sonst fühle ich mich noch schlechter! Vielleicht wird es nach dem dritten Becher ja einfacher und Chentit-ka verwandelt sich in einen jungen Mann, den ich anhimmeln kann! Oh, ich würde Sesu gerade jetzt ZU gern ärgern, weißt du das? Aber ich würde, wie immer, wieder verlieren!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #674 - 11/27/06 um 17:01:44
 
Tabetjet winkte lachend einen der Mundschenke heran und befahl, noch einen Krug "Geliebter von Theben" bringen.
"So, würdest du das gerne? Deinen Mann ärgern?" wiederholte sie, amüsiert und ungläubig zugleich. "Das kann ich mir vorstellen...allerdings...Liebes, sei mir nicht böse, du schaffst es nicht, ihm ewig zu grollen. Der Mistkerl wickelt dich doch im Nu wieder um den kleinen Finger!"
Isisnofret war eben ein hoffnungsloser Fall,  fand Tabetjet. So rettungslos wie sie in ihren Gatten verknallt war, war da Emmer und Gerste verloren...
 
Chentit-ka und Ramses schienen in ein angeregtes Gespräch verwickelt zu sein, bemerkte Tabetjet, als sie Isisnofrets finsteren Blicken folgte. Sie sprachen allerdings recht ernsthaft miteinander, nur hin und wieder knipste Ramses sein Ladykillerlächeln an, das Chentit-ka mit einem ebenso offenen Lachen beantwortete...
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