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Die Stadt des Amun (Gelesen: 658755 mal)
Meritenramses
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #615 - 11/22/06 um 22:31:22
 
"Meine Herrin..." Ramses lachte auf und ächzte gleichzeitig vor Anstrengung. "Meine Herrin der Wüste..." stieß er hervor, nur um sie gleich wieder fast zu verschlingen.
So intensiv stürmten diese leidenschaftlichen Gefühle auf ihn ein, von denen er noch nicht einmal einen Hauch empfand, wenn er in den Armen einer seiner Konkubinen lag, daß er jetzt schon glühte wie im Fieber.
Das, was Isisnofret ihm zu geben vermochte, vermochte niemand anders in ihm zu erwecken...
 
Selbst, als der größte Hunger aufeinander schon längst gestillt war und aus der Glut der Begierde ein warmes wohliges Glimmen geworden war, hielten sie sich noch in den Armen, küssten und streichelten einander, liebkosten und flüsterten sich laute verrückte kleine Kosenamen zu...
All ihre Probleme waren in diesem Moment vollkommen belanglos geworden...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #616 - 11/23/06 um 01:58:06
 
Wie hatte sie das gebraucht, wie hatte sie seine Nähe vermißt und danach gelechzt, jedesmal nach Trennung ging es Isisnofret wieder genauso! Ganz besonders schlimm war es aber immer dann, wenn sie sich nicht sicher sein konnte, wann sie ihren Mann wieder sehen würde und wenn sie sich dazu dann auch noch fragen mußte, ob überhaupt -wie das vor allem auch bei Feldzügen der Fall war- dann strapazierte das ihre Nerven und ihre Empfindungen auf's Ärgste und ließ eben einen solchen kurzen Zeitraum wie ein Jahrzehnt erscheinen...
 
Und das war nun vorbei, zumindest für den Augenblick. Angefüllt war sie jetzt wieder mit Liebe und Wärme, die Kälte war verschwunden, die sich unmerklich in alle ihre Glieder geschlichen hatte, die Leere verdrängt von Herzlichkeit, Innigkeit und den Dingen, die zwischen Worten noch existierten, wenn Herz und Gefühl zu sprechen begannen...
"Ich lieb' dich so! Liebe liebe liebe dich..." hauchte sie wieder und wieder an seine Haut und wollte ihn jetzt auf keinen Fall loslassen, er sollte nicht gehen und wenn er es doch tat, sie mitnehmen! Aber daß das momentan nicht so einfach war -wäre er sonst in seiner schwarzen Kluft zu ihrem Fenster hineingestiegen?- wußte sie und verdrängte daher trotzig jeden weiteren Gedanken daran und verdrängte, daß niemand ihn hier entdecken durfte...
Lieber genoß sie ohne zu denken die Zweisamkeit, die wieder über sie gekommen war in dem hübschen Zimmer dieses prächtigen Hauses, das schon die ein oder andere Geschichte erzählen könnte!
 
Wann sie in süße Träume glitt, in denen es keine Trennungen mehr gab und keinen Kummer, noch viel weniger Schmerz und Not, merkte sie nicht. Vom Duft ihres Geliebten, seinem Atem und Herzschlag sanft gewiegt glitt sie eng an Ramses geschmiegt hinüber in das Reich des Lichts, in dem die Liebe die Königin war...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #617 - 11/23/06 um 18:58:49
 
Ramses wachte mitten in der Nacht nach einem kurzen, aber sehr tiefen und erholsamen Schlaf auf und wusste im ersten Moment gar nicht, wo er war.  
Jedoch dauerte es nur den Bruchteil eines Augenblickes, bis er realisierte, daß es Isisnofret war, die ruhig neben ihm schlummerte.
Sie lagen beide auf der Seite, einander zugewandt, und so eng beieinander, daß sich ihre Stirne berührten.
Isisnofrets Hand lag -als hätte sie mitten in einer Liebkosung angehalten- unter seiner Wange, die andere auf seiner Brust, während sie fest von ihm umschlungen wurde.
Langsam richtete sich Ramses, sich auf den Ellenbogen des Armes stützend, auf den Isisnofret ihren Kopf gebettet hatte, auf, um sie besser betrachten zu können.
Sie seufzte leise und rutschte gleich wieder näher an ihn heran.
Er begann, sie zu streicheln, zeichnete zärtlich die Konturen ihres Gesichtes nach und versuchte sie im weichen Mondlicht so genau zu erkennen, wie es ihm möglich war...alles, jedes Detail wollte er wahrnehmen...und dieses Mal fiel ihm deutlich der Unterschied zwischen ihr und den jungen Mädchen auf, deren Gesellschaft er in den letzten Tagen genossen hatte...
Allein die äußerlichen Veränderungen...auf der einen Seite die ranken, schlanken Geschöpfe mit ihren straffen Leibern und festen Brüsten, auf der anderen Seite seine langjährige Gefährtin, deren Körper schon die ersten Spuren des Alters zeigte...
Sieben Kinder hatte Isisnofret in ihrem Leib getragen, seine Kinder, und sie selbst genährt...wie sehr liebte er sie dafür...und um wieviel schöner sie ihm deshalb erschien als sämtliche seiner Konkubinen, von denen eine war wie die andere...
Sie war eine reife, voll erblühte Frau...begehrenswerter und verführerischer für ihn als die Schar seiner jungen Gespielinnen, um so mehr, weil er sie von Herzen liebte...
 
Er betrachtete sie mit innigen Blicken...es würde nicht lange dauern und er würde wieder in den Palast zurückkehren müssen...und küsste sie voller Zärtlichkeit auf den Mund: ein Versprechen, sie nicht mehr länger in ihrem Gefängnis schmoren zu lassen...Er war der König, sein Wille war Gesetz und niemand dürfte es wagen, daran zu zweifeln...
 
Als sich der erste Silberstreif am Horizont zeigte, konnte er seine Rückkehr nicht mehr länger aufschieben.
Ein letzter Kuß..."Schlaf noch ein wenig, Liebste," wisperte er ihr ins Ohr. "Ich komme bald wieder..." ...und weg war er...
 
*******
 
...gerade pünktlich zum Morgenritual erschien Ramses wieder in seinen Gemächern, ließ Iryiry und seine Kollegen ihren Dienst an ihm ausgiebig verrichten, wurde zu guter Letzt gesalbt, mit einem aufwendig gewickelten Plisseegewand bekleidet und geschmückt...
Dann machte er sich mit seinem Gefolge auf in den Thronsaal.
Als dessen Türen aufschwangen und Fanfaren sein Kommen ankündigten, legte er sich schon einmal die Worte zurecht, mit denen er gleich seinen Beratern seinen Entschluß mitteilen wollte...
 
Wie erwartet rief die Ankündigung des Pharaos, die Quarantäne der zweiten GKG und ihres Hofstaates aufzuheben und sie wieder in den Palast zurückzuholen, das Entsetzen der königlichen Ratgeber und der Priester hervor, aber eine herrische, fast schon bedrohliche Geste des Herrschers, der mit seinem Krummstab auf die murmelnde Menge wies, erstickte jedweden Widerspruch im Keim und die Beamten wichen ängstlich zurück, befürchtend, daß sie sonst das Heka, daß dem Szepter innewohnte, sie niederstrecken könnte...
 
Er trug jedoch den Priestern auf -damit sie etwas zu tun hatten und sich nicht übergangen fühlten- die Räumlichkeiten der zweiten GKG zu reinigen und mit einem besondern Schutz zu versehen, damit auch wirklich jedem Dämon vergällt wurde, sich darin aufhalten zu wollen.
Mit sich und der Welt zufrieden verließ er den Thronsaal, verfasste eine Nachricht an seine Frau, daß sie ihre Truhen packen lassen und sich beeilen sollte, denn sonst würde eine große Isfet ausbrechen und er zugrunde gehen...
 
Damit schickte er Tjay los, sich nach dem Ergehen der ersten GKG zu erkundigen.
Ramses hatte Nefertari seit ihrem Gespräch neulich nicht mehr zu Gesicht bekommen.
Sie schien ihn zu meiden und das bestärkte ihn nur noch mehr in der Auffassung, daß sie nicht mehr an ihrer Ehe festhalten wollte.
Sicher wollte sie offiziell nicht von ihrem Amt als Königin zurücktreten -es wäre auch seinerseits kein besonders kluger politischer Schachzug, sie dessen zu entheben-, nur hinter den Kulissen wollte sie wohl nicht mehr die Rolle seiner Ehefrau ausfüllen.
Warum sagte sie ihm nicht offen und ehrlich, was sie wollte, sondern ließ ihn im Unklaren über ihre Absichten?
 
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #618 - 11/23/06 um 23:48:35
 
Ramses' Brief erreichte Isisnofret, als diese heute Morgen -eigentlich war es eher schon spät am Vormittag, denn bis auf Ta-ini gab es keinen Grund, hier zeitig aufzustehen- gerade aus dem Badezimmer im Gang in ihr Zimmer zurück kehrte. Als sie vorhin die Augen geöffnet hatte, war ihr die Nacht wirklich wie ein schöner Traum vorgekommen und einen Augenblick lang hatte sie gedacht, daß sie allmählich schon verrückt würde in dieser Einöde des Hauses.  
Aber Ramses' Geruch hing noch so unverkennbar in dem Laken und den vielen kleinen Kissen, die sie in ihrer nächtlichen Leidenschaft und Wiedersehensfreude vom Bett gestoßen hatten, daß sie, nachdem sie nun vollständig erwacht und frisch war, erkannte, daß sie tatsächlich von ihm heimgesucht worden war...
Kichernd und überflutet von wunderbaren Glücksgefühlen setzte sie sich an ihren Frühstückstisch und befand, daß heute ein wirklich herrlicher Tag wäre!  
Panewi machte sich jetzt ernsthaft Sorgen und betrachtete ihre Herrin ausgesprochen mißtrauisch, als sie ihr Tee einschenkte, denn sie und auch sonst niemand konnte ja wissen, daß die zweite GKG "Herrenbesuch" gehabt hatte, der ihre Stimmung explosionsartig hatte wieder ansteigen lassen.
 
"Es wurde ein Brief für euch abgegeben, Herrin," berichtete sie, während sie Isisnofret weiter skeptisch beäugte. Baret kam eben mit Ta-ini wieder, die Isisnofret noch vor dem Bad vorhin gestillt hatte und die jetzt, so satt wie sie war, am liebsten träge in der Gegend herumliegen wollte, aber dabei natürlich Unterhaltung verlangte.
"Ein Brief? Wo ist er denn, dann bring ihn mir doch," forderte Panewis Herrin sie auf und da eilte die Zofe, die sich die gute Laune der zweiten Königin einfach nicht erklären konnte, gleich hinunter, um mit der Schriftrolle des Königs wiederkehrte...
 
Isisnofret griente hinter dem Brief hockend vor sich her, während sie las und sprang mit einem Mal aus ihrem Stulh.
"Packt, wir ziehen zurück in den Palast!"
Sie strahlte von einer Seite zur anderen, welch wundervolle Nachrichten!!!
Nur, was machten sie mit Iynofret und Meri-su-anch? Die Bäuerin wollte enldich ihre Familie wiedersehen, sicher hatte es schon zum Chaos in ihrer Hütte geführt, daß keine Frau mehr anwesend war. Was sie wohl dachten? Ihr Mann glaubte sicher, sie wäre entführt worden...!
 
"Wir nehmen den kleinen erstmal mit und Iynofret müssen wir ihre Unannehmlichkeiten irgendwie vergüten... lass sie kommen, Panewi, ich möchte mit ihr klären, ob sie sich weiter um den Jungen kümmert... hoffentlich!"
Allerdings... noch wußte die Frau nicht, wer Isisnofret tatsächlich war... würde sie allerdings nun zwangsläufeg von der wahren Identität der Herrin, der sie nun diente, erfuhr, würde sie sich sicher nicht weigern, weiterhin den kleinen Meri-su-anch zu nähren... davon abgesehen hatte sie sich schon ziemlich an das Baby gewöhnt und eine Beziehung zu ihm aufgebaut wie er ebenso auch zu ihr...
"Iynofret möchte ich sprechen und dann sollst du dich um den Umzug in den Palast kümmern, Panewi, wieso stehst du denn immer noch hier herum," fargte Isisnofret, die den Brief ihres Mannes eben nocheinmal gelesen hatte und schon wieder vor sich herfeixte und da huschte Panewi endlich los.
Isisnofret strich mit den Fingerspitzen über die Schriftzeichen auf dem Papyrus und nahm sich vor, seine Worte ernst zu nehmen: Sie würde zu ihm stürzen, so schnell sie nur konnte, es schien ihm ja uuuunendlich schlecht zu gehen!
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #619 - 11/24/06 um 06:58:48
 
Panewi beeilte sich, die Wünsche ihrer Herrin zu erfüllen und trieb die Dienerschaft so energisch an, daß die beinahe überschlugen in ihrem Eifer...
 
Iynofret hatte sich unterdessen bei der zweiten GKG eingefunden.
Natürlich machte sie sich große Sorgen um ihre eigene Familie und hatte nicht verstanden, warum sie nicht mehr zu ihren Kindern dürfte, obwohl es ihr doch versprochen worden war.
Sie grämte sich deswegen sehr, dennoch hatte sie den kleinen Meri-su-anch eben dadurch sehr liebgewonnen, weil sie eben Tag und Nacht bei ihm gewesen war. Die Bindung zu ihm war in diesen 1 1/2 Dekaden so stark geworden, daß sie, wenn sie ihn im Arm hielt und stillte, manchmal sogar vergaß, daß er nicht ihr eigenes Kind war.
 
Sie deutete eine Verbeugung vor Isisnofret an, die sie dank des hellen Kleides, das die Königin trug, in ihrem Sessel sitzend, ausmachen konnte.
"Herrin, ihr habt mich rufen lassen?" fragte sie höflich und setzte hoffnungsvoll hinzu: "Darf ich heute nach Hause gehen?"
 
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Ramses ging wieder und wieder die Berichte Amuneminets durch, die dieser nach seiner Teilnahme an den festlichen Zusammenkünften der Verschwörer hatte niederschreiben lassen.
Es schien keinerlei Anhaltspunkte dafür zu geben, daß Ankhmahor Nefertaris Nähe suchte, aber möglicherweise tat er es wohl, war nur nicht aufgefallen, weil er sich so gut zu tarnen und zu maskieren verstand?
Es wäre ihm lieb gewesen, Nefertari selbst von dem Auftauchen des Halbhethiters in Kenntnis zu setzen und sie zu warnen, aber im Moment schien es kein Herankommen an sie zu geben...
Aber so lange die Sethbrüder und Amuneminet aufpassten, daß ihr nichts geschah...
 
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #620 - 11/24/06 um 12:49:09
 
Isisnofret bot Iynofret einen Platz neben sich an und bejate ihre Frage. Lieb legte sie eine Hand auf dem Arm der Frau ab und unterstrich damit ihre Dankbarkeit, der sie jetzt auch mit Worten Ausdruck verlieh.
"Ich habe schon zwei Männer zu deinem Heim schicken lassen, sie sich um deine Lieben gekümmert haben. Und heute darfst du auch endlich selbst wieder zu ihnen! Ich kann dir gut nachfühlen, wie es dir gehen muß, ich vermisse meine Familie ebenso... meinen Mann, meine Kinder...!" Isisnofret seufzte und drückte Iynofrets Arm.  
"Draußen stehen schon ein paar Männer bereit, die dich begleiten werden. AUch ein paar notwendige Dinge für den Haushalt haben sie dabei, Gerste, Dinkel, Bier und Natron und das hier ist der Lohn, den du dir mehr als verdient hast!"
Sie nahm nun mit der einen Hand die der Bäuerin auf, drehte die Handfläche nach oben und legte ein goldenes Amulett hinein.
"Aber was wird nun mit dem Kleinen," begann sie dann wieder zu überlegen. "Würdest du ihn denn weiter betreuen wollen?"  
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #621 - 11/24/06 um 13:15:39
 
Iynofret errötete ob Isisnofrets freundlichen Worten und nickte, bevor sie ihre Sprache wiederfand, die ihr abhanden gekommen war, als sie das Schmuckstück in ihrer Hand ertastet hatte.
Es war glatt und kalt und fühlte sich sehr kostbar an.
 
"Ja, natürlich, Herrin," erwiderte die Frau. "Mir ist der Junge wirklich ans Herz gewachsen..."
Und es wäre unverantwortlich von ihr, dieses kleine Wesen im Stich zu lassen, das brachte sie nicht fertig...
 
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #622 - 11/24/06 um 13:32:10
 
"Ist dein Heim denn sehr weit entfernt von hier," wollte Isisnofret nun wissen.  
"Es ist nämlich so, daß du dann an einen anderen Ort kommen müßtest, um Meri-su-anch zu umsorgen..."
Isisnofret war nicht sicher, ob man nicht schon "draußen von dem seltsamen Äußeren des Jungen erfahren hatte und es nur noch keine Übergriffe auf das Haus gegeben hatte, weil es von Soldaten bewacht war. Sie fühlte sich verantwortlich für den Knaben und wollte ihn nicht allein lassen, mitnehmen konnte Iynofret das Kind zumindest auf keinen Fall, das würde die Bauernfamilie ins Unglück stürtzen!
"Währest du denn auch bereit, in... hm, den Palast zu kommen?"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #623 - 11/24/06 um 13:37:43
 
Iynofret blinzelte verwirrt und kniff die Augen zusammen, um Isisnofret besser sehen zu können.
"Wohin?" erkundigte sie sich, als hätte sie nicht verstanden. "In den...Palast?"
Von welchem Palast sprach die Dame?
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #624 - 11/24/06 um 13:42:18
 
"Ja, die Residenz seiner Majestät, des Pharaos, er sei ewig mit Leben und Gesundheit gesegnet. Dorthin werde ich heute zurückgehen, denn dort lebe ich im Augenblick eigentlich," erklärte Isisnofret jetzt, umschleierte ihre Aussage aber ziemlich und sprach etwas herumdrucksend.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #625 - 11/24/06 um 13:46:54
 
Iynofret erbleichte und schluckte hörbar.
In der Residenz seine Majestät, des Königs, er lebe, sei heil und gesund?
Dahin sollte sie auch kommen, das Wohnhaus des guten Gottes betreten dürfen?
Ihr schwanden fast die Sinne.
Fassungslos legte sie die Hände an den Mund.
"Aber, ich kann doch nicht...," stammelte sie. "Das geht doch nicht!"
Bestimmt war sie nicht rein genug und deshalb unwürdig in den Palast zu gehen!
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #626 - 11/24/06 um 14:13:15
 
Isisnofret legte ihre Hand wieder auf den Unterarm der Amme des kleinen, von der Allgemeinheit so stiefmütterlich behandelten Knaben.
"Wieso soll das nicht gehen, Iynofret? Ich würde es bestimmt nicht vorschlagen, wenn es nicht möglich wäre!"
Isisnofret hatte gesehen, wie rührend die Frau sich um den Jungen kümmerte, er bekam Zuneigung und Fürsorge ud schien dadurch nun vollständig von den Strapazen, die der kleine Kerl schon hatte erleiden müssen, genesen zu sein.
"Du ersetzt seine Mutter so wunderbar, nur ihn dir mitgeben, das kann ich nicht... " denn mit Sicherheit waren Mann und ihre Kinder der Bäuerin nicht genauso sehbehindert wie sie und die Nachbarn ebensowenig!
"Du hättest es gut in der Residenz, könntest ein und ausgehen, wann immer du wolltest und wärest auch nicht allein, Baret wäre auch dort, meine Kinder, viele andere... was sagst du?"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #627 - 11/24/06 um 14:21:19
 
"Ja, das klingt gut," antwortete Iynofret zögerlich.
Der Palastbezirk befand sich im Norden der Stadt, unweit von Ipet-sut und damit auch von hier, ebenso wie ihr Dorf...
"Aber darf denn jemand wie ich sich überhaupt im Palast aufhalten?" fragte sie noch einmal schüchtern nach. "Ich weiß doch gar nicht, wie ich mich verhalten soll!"
Schon allein, weil sie kaum etwas sehen konnte.
Was wäre, wenn sie dem guten Gott über den Weg lief, ihn nicht erkannte oder sie aus Versehen etwas berührte, was zu ihm gehörte?
Dann würde sie seine Macht bestimmt auf der Stelle niederstrecken!
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #628 - 11/24/06 um 14:33:04
 
"Ach, mit Übung und der Hilfe von Baret und einer Zofe, die ich dir für deinen Aufenthalt im Palast abstellen werde, wird es schon gehen, da habe ich gar keine Zweifel, liebe Iynofret!" Isisnofret war so froh, die Frau zu haben, daß sie alles mögliche für sie organisieren würde!
"Paß auf, du machst dich jetzt mit den Soldaten, die dir behilflich sein werden, erst einmal endlich wieder auf deinen Heimweg und schließt deine Familie in die Arme. Laß uns Milch für Meri-su-anch da, dann kannst du dir in Ruhe bis morgen überlegen, wie du das am besten organisieren willst."
Sie ließ sich von Panewi ein leeres Blatt Papyrus, Binse und Tinte bringen, stellte einen Passierschein aus, den sie mit ihrem Siegelring verschloß und händigte diesen Iynofret aus.
"Damit kannst du kommen und gehen, wie es dir beliebt. Wenn du dir alles überlegt hast, dann komme morgen Vormittag in die Residenz und dann werde ich alles weitere für dich regeln!" Allerdings sagte sie ihr nach wie vor nicht, wer sie war, sondern erklärte ihr, daß sie dann nach der Hebamme Baret fragen sollte.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #629 - 11/24/06 um 14:57:57
 
Iynofret nahm das Dokument an sich und dankte Isisnofret.
Sie beeilte sich, den Wünschen dieser freundlichen Dame zu entsprechen und noch mehr beeilte sie sich dann, nach Hause zu kommen, wo sie glücklicherweise erfuhr, daß sich eine Nachbarin ihrer Familie angenommen hatte.
Ihr Mann, der erst sehr ärgerlich, aber doch dann sehr besorgt ob ihres Fernbleibens gewesen war, staunte über die vielen Gaben, die seine Frau mit nach Hause gebracht hatte.
Das goldene Amulett würden sie in einer Kiste im Boden ihres Häuschens vergraben, da, wo ihre Schlafstelle war, damit es ihnen niemand stehlen würde und es so als Notfalldeben behalten.
 
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Kaum hatte Iynofret das Haus verlassen, meldete Panewi ihrer Herrin, daß alles gepackt sei...
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