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Die Stadt des Amun (Gelesen: 596443 mal)
Seleuce
Horusgeleit
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #555 - 11/19/06 um 22:07:56
 
Amuneminet ließ sich für einen Augenblick entmutigt in den Sessel vor dem Schreibtisch fallen und klatschte sich die Hand vor die Stirn.
"Ja großartig, wieso hat mich keiner der Hornochsen DARAUF hingewiesen?? Ich hab keine Bälger, ich kenn mich da nicht aus," knurrte er heraus.
"Wie soll ich denn da jemals vorankommen? Das wird dann wohl noch ein paar Dekaden auf sich warten lassen, es sei denn, mir fällt ein anderer Weg ein! Was hast du eigentlich getrieben, daß du so kleine Schweinchenaugen hast?" wollte er wissen.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #556 - 11/19/06 um 22:15:17
 
"Reine Pflichterfüllung," behauptete Ramses mit einer vagen Handgeste und grinste. "Ich versuche, die Bevölkerung Thebens zu infiltrieren. Je mehr Unterägypter es hier gibt, desto besser!"
 
Er lehnte sich auf dem Sessel zurück und legte die Füße auf den Tisch. "Dann musst du dir als erstes die Hebammen vornehmen und sie einen heiligen Eid schwören lassen. Irgendwer muß der Mutter des Jungen bei der Geburt zur Seite gestanden haben!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #557 - 11/19/06 um 22:24:20
 
"Meinst du? Und wenn sie es irgendwo allein bekommen hat? Das soll es ja auch geben hin und wieder!" Amuneminet rieb sich ratlos den Kopf.
"Naja, was bleibt mir übrig, müssen die Hebammen herhalten!" Dann würde sein Trick, ihnen ein Einstellungsgespräch vorzugaukeln, aber nicht mehr funktionieren. Welche Ironie, daß er sich jetzt ausgerechnet DAMIT beschäftigen mußte, wo es ihm schwer viel, zuzusehen, wie der Rest der Bevölkerung sich rege vermehrte und ihm das verwehrt blieb! Und jetzt hatte ihm sein Kumpel auch noch auf die Nase gebunden, wie fruchtbar er war!
"Ich glaube, ich bin verflucht," rutschte ihm grimmiger heraus, als er gewollt hatte.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #558 - 11/19/06 um 22:31:14
 
"Wieso?" Ramses blinzelte verwundert und gähnte wieder. "Wie kommst du denn jetzt darauf?"
Hatte Amuneminet wieder Krach mit Tawabet?
 
Bei Hathor und Bes und...wem auch immer...Ramses fühlte sich wie über's Plisseeholz gezogen...
Aber ein wenig Ausgleichsport zu dieser langweiligen Schreibtischtätigkeit musste sein...ah!
DAS fehlte Amuneminet bestimmt! Deshalb sah er so...naja, irgendwie unausgeglichen aus!
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #559 - 11/19/06 um 22:42:28
 
"Nur so, vergiß es, nicht wichtig," tat Amuneminet seine letzte Bemerkung ab und setzte ein Grinsen auf.
Ramses würde ihn da nicht verstehen, der hatte Kinder und Frauen für sich, so lange er denken konnte, auf eine Diskussion liese Ameni es da gar nicht erst ankommen, die würde nur wieder zu Ratschlägen wie denen führen, sich eine Schwester von Ramessus neuer, blutjunger Frau zuzulegen!
"Ich werde mich jetzt mal diesen Hebammen widmen, mal sehen, was ich herausbekomme und du, lieber König, infiltriere Theben hübsch weiter!" Er zwinkerte und erhob sich.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #560 - 11/19/06 um 22:48:31
 
"Tja, komisch," gab Ramses im selben Tonfall zurück. "Wenn man sie richtig anpackt, sind zumindest die Thebanerinnen viel weniger aufständisch..."
Er grinste spöttisch und wedelte mit der Hand, wünschte Ameni viel Erfolg bei seinen Ermittlungen und rief dann nach Tjay, um sich die diplomatische Post des heutigen Tages vorlesen zu lassen...
Später war ja immer noch genug Zeit dafür, den Anteil der nordägyptischen Bevölkerung in Theben zu erhöhen...wenn man dem Süden nicht anders beikommen konnte...dann eben so!
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« Zuletzt geändert: 11/20/06 um 05:35:48 von Meritenramses »  


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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #561 - 11/19/06 um 23:37:25
 
Amuneminet fand zu seiner Befriedigung schon ein paar der Hebammen gemeldet vor, die, zum Teil stellvertretend für die gewordenen Mütter, zum Teil einfach, weil sie dazu aufgefordert worden waren, in einem Warteraum saßen und darüber schwatzten, was es mit der Ladung wohl genau auf sich hatte.
Um keine Zeit zu verlieren, machte er sich auch gleich auf den Weg zu dem Raum, den man für die Verhöre festgesetzt hatte und ließ sich die erste der Frauen rufen...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #562 - 11/20/06 um 06:20:48
 
Während sich im Laufe des Vormittages die Gruppe der wartenden Frauen, deren Aussagen alle sorgfältig zu Protokoll genommen wurden, noch vergrößerte, Amuneminet aber bislang noch keinerlei Anhaltspunkte gefunden hatte, überlegte Ramses, ob er Nefertari, die ihm seit dem gestrigen Abend nicht wieder begegnet war, holen lassen sollte, damit sie ihm von dem Verlauf der Verschwörerparty berichten konnte.
 
Vielleicht hat sie ja irgendetwas aufgeschnappt, was darauf hindeuten könnte, daß das Kleine mit dem seltsamen Äußeren ganz normal zur Welt gekommen und kein Dämon war...obwohl, wenn er bedachte, wie oft er schon in seinem Leben bezichtigt worden war, einer zu sein...er schüttelte den Kopf, fletschte die Zähne und grollte vor sich hin...vielleicht war er ja ein Dämon und er hatte bislang nur nichts davon gemerkt?  
 
"Wenn man sie richtig anpackt, sind zumindest die Thebanerinnen viel weniger aufständisch..." hatte er getönt. Nur die eine Thebanerin, mit der wusste er nicht umzugehen...
Müde wandte er seine Aufmerksamkeit Tjay zu, der ihm einen Brief des Fürsten von Beth-Shan vortrug, und rieb sich nachdenklich über den Nacken, der ganz steif war und schmerzte.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #563 - 11/20/06 um 10:55:17
 
Amuneminet ging in seinen Verhören auf Sampfoten vor und vermied es peinlich, den Säugling, dessen Eltern er suchte, zu beschreiben, er fragte jede der Hebammen lediglich -"als eine Routineuntersuchung, um die Zusammensetzung der Bevölkerung aktenkundig festzuhalten"- nach mißgebildeten Kindern, die kürzlich zur Welt gekommen waren. Er wollte eine Massenpanik unbedingt vermeiden, denn nicht nur eine der vorstelligen Frauen hielt er für äußerst geschwätzig. Das Erwähnen eines Kindes mit roten Augen, das möglicherweise auch noch im Palast aufgetaucht war, würde fatale Folgen haben. Das Massenverhör verteilte schließlich die Informationen, die er brachte, schön gleichmäßig auf eine Bevölkerungsgruppe, die später mit unzähligen anderen Frauen Kontakt haben würde, die Neuigkeit spräche sich herum wie ein Lauffeuer!
Aber diesen Umstand konnte er natürlich auch nutzen... so ermahnte er im Angesicht der Götter und des Fleisch gewordenen Horus im Hause jede Hebamme ehrlich und aufrichtig zu sein und ihm frei heraus zu erzählen, welche Auffälligkeiten ihr vielleicht derzeit untergekommen waren und wies darauf hin, ganz allgemein natürlich, wie verachtenswert jede Art von Verbrechen war und daß es vom König persönlich veranschlagte Belohnungen gab für jedes gemeldete Unrecht...
Zwar war es lange her, daß Amuneminet besagte Belohnung von Ramses einmal bewilligt bekommen hatte, aber in diesem brisanten Fall nahm er an, daß dies auch weiterhin galt, falls jemand käme, der wirklich entscheidende Hinweise zur Aufklärung der Herkunft des Säuglings liefern konnte!
 
"Ach, eine Mißbildung hatte es, sag bloß," stieß er interessiert geworden aus, als eine Hebamme nach dem Hinweis auf Belohnung begann, aus dem Nähkästchen zu plaudern.
"In welcher Form denn?"
Die ältere Frau sah sich leicht nervös um, und beugte sich auf ihrem Hocker dann ein wenig vor. Gesittet und von der alten Schule, wie sie war, saß sie selbst dabei vollkommen aufrecht, die reinen, gepflegten Hände im Schoß gefaltet, die Kniee eng zusammengepreßt und flüsterte jetzt, dabei die Worte eher mit Mund und Unterkiefer formend als mit der Stimme.
"Ein Ungeheuer, meine Herr," erklärte sie.
"Sag bloß, ist ja ungeheuerlich!" Amuneminet konnte sich wunderbar auf die verschiedenen Ebenen der Menschen einlassen und kam mit fast jeder Gruppe sehr gut zurecht, was ihn zum fähigen Diplomaten auszeichnete und daher gab er der Frau nun den Eindruck, ganz auf ihrer Seite zu stehen und ihre Offenbahrungen unter vier Augen und vollkommen vertraulich zu behandeln.
"Möchtest du vielleicht ein Schälchen Tee," bot er nun an, bevor sie weiter sprechen konnte, denn diese Dame hier, die brächte ihn sicher weiter, das sagte ihm sein Gespür!
Gern willigte die altehrwürdige Hebamme mit der strengen, altmodischen Frisur ein und wurde nur um so privater.
"Ach, lass uns einen bequemeren Ort aufsuchen," schlug er dann noch vor, trug einem Schreiber auf, für besagtes Kännchen Tee und zwei Schalen zu sorgen und begab sich mit der Frau hinaus in den Garten zu dem hübschen, aus Feigenbüschen geformten Läubchen, das zwar nahe am Palast stand, aber doch weit genug entfernt, um unliebsame Mithörer fern zu halten. Mithörer waren ihm natürlich nicht unlieb, aber SIE sollte diesen Eindruck erhalten, damit sie direkter wurde...
 
"Wie gesagt, mein hoher Herr, ein Ungeheuer! Ganz weiße Haut und Haare hatte das Ding, so weiß, wie ich es nie zuvor gesehen hab! Aber das wäre ja noch zu verkraften gewesen, aber die Augen, Herr, die Augen..." entsetzt bei der bloßen Erinnerung schlug sie sich die Hände an die Wangen und wiegte ihren Kopf langsam hin und her.
"Was war denn mit den Augen," wollte Amuneminet nun wissen, der Hinweis war etscheidend!
"Ich kann es nicht sagen Herr, es war so schrecklich, die arme Mutter, ihr wißt gar nicht, in welche Verzweiflung sie geraten war! Zusammengebrochen ist sie und ganz hysterisch geworden!"
"Ahaaa... das ist ja furchtbar," stimmte Amuneminet vollkommen entsetzt tuend mit ein und riß gespielt die Augen auf.
"Und was dann? Wo ist dieses Monster denn jetzt?"
"Das weiß ich nicht, Herr, man hat mich direkt nach der Entbindung entlohnt und gebeten, nie wieder zu kommen, auch der Vater war ganz außer sich, denn natürlich ist er, nachdem seine Frau unter Schreikrämpfen litt, in das Mammisi gestürzt. Vielleicht ist das Ding aus der Unterwelt entkommen und bereits wieder dort," mutmaßte sie.
"Ach nun sag mir doch, was mit seinen Augen war, jetzt hast du mich so neugierig gemacht, uns hört doch hier niemand. Waren sie entstellt?"
Die Hebamme verzog angewidert das Gesicht und suchte die richtigen Worte.
"Neinneinnein," brummelte sie, als der Anblick vor ihrem inneren Auge wieder auftauchten. "Entstellt kann man es so nicht nennen... die Farbe, unheimlich war das, ganz ganz unheimlich... eine Brut der Unterwelt, ganz ohne Zweifel, blutrot waren sie, Herr!" Als sähe sie es wieder vor sich, hielt sie sich nun den Mund zu und wurde ganz blass.
"Ich habe auch Angst, daß es mich angesteckt hat, immerhin war ich doch die erste, die mit ihm Kontakt hatte, ich habe sein Blt an meinen Händen gehabt! Die Götter seien mir gnädig!"
Amuneminet schlug sich innerlich selbst auf die Schulter, daß sein Riecher der richtige war und würde am liebsten sofort aufspringen. Aber er spielte weiter den Unwissenden, entsetzten Beamten und gab sich bestürtzt. Er mußte jetzt nur überlegen, wie er die Frau dazu brachte, ihm etwas über diese Leute zu erzählen...
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« Zuletzt geändert: 11/20/06 um 13:11:28 von Seleuce »  

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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #564 - 11/20/06 um 13:09:48
 
Direkt nach dem Mittagessen suchte der König wieder die Frauengemächer auf, um sich erquicken zu lassen und sich zu erholen.
Sein Kopfweh hatte mittlerweile so zugenommen, daß an eine Fortführung seiner Arbeit nicht zu denken war...
 
Just, als Amuneminet die Hebamme  in der kleinen Laube befragte, lag Ramses wie geplättet bäuchlings auf einer breiten Ruheliege und ließ sich von einer seiner Konkubinen die Schulterpartie massieren, deren Muskulatur sich mittlerweile so verhärtet hatte, daß er den Kopf nur unter größten Schmerzen bewegen konnte.
Eine andere kniete zu seinen Füßen und knetete seine Waden.
Verschlafen und ab und an ein wohliges Stöhnen ausstoßend sah er dabei der Gruppe xnryt zu, von denen einige musizierten, andere sich im Rhythmus der Musik wanden, tanzten, ihre elastischen Körper zurückbogen, mit ihren langen Haaren spielten...alles nur zu seiner Zerstreuung...
Die jungen Frauen waren aber auch wirklich hübsch anzuschauen: sie trugen nichts außer Gürteln aus goldenen Kaurimuscheln oder Nilbarschen mit Amethystperlen, Blütenketten um den Hals und Lotoskränze auf dem Kopf, die Tänzerinnen -vielmehr Akrobatinnen- hatten sich bunte Tücher um die Hüften gewickelt.
Müde schloß Ramses die Augen eine Zeitlang, ließ sich von der Musik einlullen und als er sie öffnete dann wieder halb öffnete, fiel sein Blick auf eine der Musikantinnen...
Er befahl dem Mädchen, das seinen Nacken massierte, die junge Frau zu holen und mit ihr den Platz zu tauschen.
Im Nullkommanichts lag die xnryt zu seinen Füßen vor ihm und wartete auf ein Wort ihres Gebieters.
"Erhebe dich," nuschelte Ramses und schnipste mit den Fingern.
Er drehte den Kopf etwas und konnte sie nun aus der Nähe betrachten.
Ihre Haut besaß den dunklen Ton der Oberägypter, ihre Haare die glänzende Schwärze reifer Oliven, ihre Gesichtszüge waren fein geschnitten, ihre Figur zierlich und schmal, ihre Brüste jedoch groß und rund.
Sie verbeugte sich, als er sie anwies mit der Arbeit, die ihre Kollegin unterbrochen hatte, fortzufahren und bald begann er genüßlich unter ihren festen, aber doch gleichzeitig sanften Griffen zu brummen...
 
Als Ramses aufwachte, war es schon später Nachmittag.
Es war still geworden im Harem; dessen Bewohnerinnen hatten sich zurückgezogen, damit der König ungestört ruhen konnte.
Nur die junge Musikantin kauerte in demütiger Haltung auf dem Boden und harrte seiner Befehle.
Als er nach einem Getränk verlangte, reichte sie ihm einen Becher verdünnten Granatapfelsirup und erkundigte sich nach seinem Befinden.
"Setz dich her..." Der Herrscher stellte selbst den Becher auf das Tischchen zurück und musterte das Mädchen, das unter seinen Blicken errötete.
Sie nannte ihm jedoch ihren Namen -Senetmut-, da er danach fragte und nahm gehorsam neben ihm Platz.
Man hatte ihr erzählt, was passierte, wenn man die Aufmerksamkeit des Königs erregte, nämlich, daß er gut und sanft sein konnte, wenn man ihm nicht allzu viel Widerstand entgegenbrachte, seine Rücksichtnahme aber auch ins genaue Gegenteil umschlagen konnte, wenn man sich seinen Wünschen verweigerte und er sich dann nicht davor scheute, sich mit Nachdruck das zu nehmen, was er begehrte.
Furchtsam wartete sie nun auf das, was da kam...würde sie der Schlag treffen, wenn er sie anfasste?  
Da erstarrte sie auch schon und sah verlegen zur Seite, als sie seine Hände auf ihren Brüsten fühlte...dieses Kribbeln, das die Berührungen seiner Finger auslösten und durch ihren ganzen Körper floss, war das die Kraft seines göttlichen Kas, die ihr nun entgegenströmte?
 
Es klirrte leise, als der Kaurimuschelgürtel von der Liege rutschte, auf den Boden fiel und Senetmut zuckte abermals zusammen.
Ihr Leib wollte sich ihrem Gebieter öffen und widerstrebte doch, sie wollte sich ergeben und machte dann doch einen Rückzieher.
Was er tat, war befremdend und aufregend zugleich...sie legte den Kopf in den Nacken und stieß kleine murmelnde Seufzer aus, wich aber dann doch erschrocken weg, bis er über ihr war und sie so gezwungen wurde, sich gänzlich nach hinten sinken zu lassen.
Er kniete sich zwischen ihre Schenkel und löste mit einem Handgriff seinen Schurz.  
Vor lauter Scham wusste sie kaum, wohin sie sehen sollte, ihr Blick streifte seine Lenden und sie erschrak.
Sie wollte ihn noch anflehen, sie doch zu verschonen, als er sich anschickte, sie mit dieser riesigen Lanze, deren Größe sie so verängstigte, zu durchbohren, dachte aber daran, was man sie gelehrt hatte und stieß nur ein schmerzerfülltes Jammern aus, als er zielstrebig ihr Siegel brach, damit sie sich ihm ganz öffnete.
Ihr entsetztes Gewimmer wich bald einem lustvollen Keuchen und als sie den heißen Strom seines göttlichen Samens empfing, schrie sie vor Wonne laut auf, Hathor preisend und ihrem Herrn für diese Gunst dankend.
 
Was sie sagte und welche Götter sie pries, bekam Ramses gar nicht mit...dieser Akt hatte ihn erschöpft und in seinem Kopf pochte es immer noch, seine rechte Schulter tat weh und die sonst so wohltuende Entspannung, die sich sonst seines Leibes bemächtigte, nahm er kaum wahr...
Stöhnend richtete er sich auf und griff nach dem Granatapfelsaft, trank und spürte dann gleich wieder die knetenden, massierenden Hände Senetmuts auf seinen Schultern...ah, das tat gut!
Er rief einen der Wachen, der in gebeugter Haltung vor ihm stehen blieb, und befahl ihm, Amuneminet holen zu lassen, sobald er etwas Neues erfahren hätte...und zwar sofort und auf der Stelle!
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #565 - 11/20/06 um 13:46:55
 
Amuneminet sprach noch eine ganze Weile mit der netten Hebamme, die sich so formvollendet zu benehmen wußte und dabei dennoch nicht steif wirkte.
Aber als er merkte, daß da zu diesem Zeitpunkt nichts neues mehr aus ihr herauszuholen war, entließ er sie für heute, lud sie aber zugleich zum Tee für morgen ein. Er hatte ihr erzählt, daß es eigentlich von großer Wichtigkeit wäre, den Dämonen, der dieser aaaarmen Frau dort geboren war, ausfindig und unschädlich zu machen, damit er keinen Spuk in der Stadt veranstaltete und die Frau versprach, sich unauffällig über das Monster mit den roten Augen kundig zu machen. Zum dank und zum Zeichen seines Entgegenkommens schenkte Amuneminet der Hebamme einen kleinen Goldring, der hübsch verarbeitet war. Das würde sie sicher ermutigen, weitere Informationen zusammenzutragen!
Das war ja gut gelaufen, dachte Ameni und war stolz auf seine Leistung, das war etwas, das er eben wirklich konnte, das tat ihm gut!  
Gerade, als er in sein Büro zurückkehren wollte, kam ihm sein Sekretär entgegen und teilte ihm die Wünsche das Pharaos mit und wo er sich bei neuen Informationen umgehend und ohne Aufschub einzufinden hätte.
"Im HAREM?" fragte er verblüfft nochmal nach und sah mißtauisch drein. DAS behagte ihm aber gar nicht, der Ort, zu dem eigentlich KEIN Mann, außer den Wachen und den Prinzen Zugang hatte und natürlich dem König. Es stand die Todesstrafe auf Zuwiderhandlung. Wenn Ramses selbst das befahl, war das zwar eine Ausnahme, aber der mulmige Vorgeschmack, den der Gedanke bot, war nicht sehr angenehm!
 
Als er jenen sensiblen Wohnteil des Palastes dann betrat -denn dummerweise HATTE er jetzt neue Informationen- gab er sich die größte Mühe, stur geradeaus zu blicken und niemanden, und war es nur eine alte Hofdame im Gang, auch nur annähernd mit seinen Augen zu streifen.
Das Gekicher aus allen Ecken überhörte er und atmete bewußt durch den Mund, damit er die parfümgetränkte Luft nicht roch.
"Können wir in deine Gemächer gehen," fragte er zuerst leise, als er sich vor Ramses verneigte und sah auch danach kostant auf seine Füße oder seine Hände.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #566 - 11/20/06 um 13:59:29
 
Aber Ramses machte keine Anstalten, sich zu erheben.
Er hockte auf der Kante der Liege, hatte nur einen Zipfel des Lakens über seine Lenden gelegt und hinter ihm kniete Senetmut, die sich bemühte, Ameni nicht zu bemerken und ihren Herrn weiterzumassieren, da er ihr nicht befohlen hatte, damit aufzuhören.
 
"Ach, wieso denn?" fragte Ramses lässig und zeigte auf einen Stuhl. "Setz dich...hast du mittlerweile etwas herausfinden können?"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #567 - 11/20/06 um 14:14:47
 
Wieso? Weil er sich blöd vorkam unter den Mädchen, die hier herumsprangen! Aber das sagte Ameni nicht, setzte sich etwas verspannt und räusperte sich. Die meisten Zusammenstöße, die er je mit Ramses gehabt hatte, hatten mit dessen Frauen zu tun gehabt, das hatte ihn geprägt und auch wenn er draußen auf "freier Wildbahn" wohl kein Kostverächter war, hier drinnen fühlte er sich unter Ramses' Frauen beklemmt und unwohl!
"Tja," begann er dann und erzählte seinem Freund so knapp wie möglich die Fakten, die er erfahren hatte, beschrieb die redefreudige Hebamme und was sie ihm so eröffnet hatte. Für ihn lag der Fall klar auf der Hand, das Machwerk war menschlich und auch der Säugling mutmaßlich, aber dazu fehlten ihm noch die endgültigen Beweise, die er hoffte, durch diese Frau zu erlangen.
"Es nützt nichts, ein paar Tage werden die Ermittlungen trotzdem noch dauern, ich muß den Priestern und den Wesiren etwas handfestes bieten, die nehmen sonst von ihren Empfehlungen an dich nicht abstand!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #568 - 11/20/06 um 14:17:43
 
"Es reicht, wenn ich das tue!" erwiderte Ramses ebenso knapp und erinnerte Ameni daran, wie oft er in seiner Jugend "Dämon" genannt worden war. "Und trotzdem bin ich bis hierher gekommen!"
Dann strahlte er Ameni freudig an, als ihm aufging, was dessen Informationen konkret bedeuteten.
"Das sind wirklich gute Nachrichten!" rief er aus, aber auf Amenis Frage, ob er Isisnofret gleich zurückholen lassen wollte, blitzte plötzlich der Schalk aus Ramses' Augen.
"Nein," sagte er und grinste breit. "Das mache ich selbst!"
 
Er wandte sich mit einem heiteren Lächeln zu Senetmut um und gestattete ihr endlich zu gehen.
Verlegen wickelte sie sich in eines der Laken ein und huschte mit gesenkten Augen an Ameni vorbei nach draußen.
Nun, es war wohl wahr, was man sich erzählt hatte, nachdem Nefertari ganz allein und ohne ihren Gemahl hier in Theben angekommen war...
Mitleid hatte sich mit Häme vermischt, daß es ihr, der ersten Frau des Reiches auch nicht anders ging als der letzten der Konkubinen der Königs.
"Der Herr der beiden Länder mag viele Frauen besitzen, aber verheiratet ist er nur mit einer!"
 
"Sehr gut," lobte Ramses seinen Freund. "Versuche aber trotzdem herauszufinden, wer die Eltern des Jungen sind."
Nicht, daß er vorgehabt hätte, das Baby diesen wiederzugeben, aber der Kleine, Isis und alle anderen, die mit ihm Kontakt gehabt hatten, sollten von dem Vorwurf, sie seien besessen, reingewaschen werden.
Aber was würde dann mit dem Kind passieren?
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #569 - 11/20/06 um 17:43:17
 
"Ja sicher werde ich das versuchen! Sag, kennst du das Kind eigentlich, hast du es gesehen," wollte Amuneminet nun wissen. Er würde gern mit eigenen Augen sehen wollen, was an dem Jungen denn angeblich so dämonisch war. Gut, die schwafelten etwas von roten Augen, aber glauben wollte er das nicht so richtig. Vielleicht waren sie ja rot-braun -was er im Norden schon oft gesehen hatte- und hatten nur im Licht rot geschimmert? War er irgendwie sonst noch entstellt, daß man gleich unwideruflich einen Dämon in ihm sehen könnte, gar mußte? Ameni mußte ja schlicht glauben, was er gesagt bekam, solange ihm der Säugling nicht selbst vergeführt würde.
Seit das nackte Mädchen verschwunden war, war er deutlich entspannter geworden, sah sich jetzt auch auf ganz natürliche Weise um, zu den Musikerinnen und schüttelte nun innerlich feixend den Kopf über Ramses, daß dieser seinen "Rat" in der Tat befolgt hatte, Theben weiter zu infiltrieren. Und dann sprach er, noch während das letzte Häschen hinter im hockte und ihm die Verspannungen massierte, von seiner Frau, aber klar, das gehörte ja auch alles zusammen, Harem war Harem!
 
"Und willst du wirklich dort hingehen? Was, wenn die Restgefahr, die noch besteht, doch zutrifft, das Kind von einer fremden Macht besessen ist und dich doch wieder irgend etwas befällt, wie damals in Pi?" Er hatte danach zwar eine wirklich aufregende Zeit verbracht, während er mit Chaj und Tawabet das Buch des Thot gesucht hatte, aber was er bei seiner Rückkehr vorgefunden hatte, war nicht gerade spaßig gewesen. Es war ja bis zur Thronusurpation gekommen...
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