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Die Stadt des Amun (Gelesen: 596846 mal)
Tawabet
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #465 - 11/15/06 um 21:26:20
 
"Aber das geht doch nicht!" empörte sich Amunherchepeschef. "Dir steht doch dein Erbteil zu! Das solltest du auf jeden Fall einklagen." Die junge Frau tat ihm wirklich leid. Er nahm sich vor, sich weiter um sie zu kümmern. Sie brauchte es ja nicht gleich zu merken, aber der Fall erweckte sein Interesse.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #466 - 11/15/06 um 21:29:03
 
"Mein Vater meint, ich würde nichts brauchen, ich würde sowieso irgendwann einmal heiraten und dann müsste mich mein Mann versorgen..."
Tabakenamuns Stimme wurde immer leiser. "Und meine Stiefmutter behandelt mich sowieso nur wie eine Küchenmagd!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #467 - 11/15/06 um 21:41:20
 
"Und du läßt dir das gefallen?" Amuni sah Tabakenamun schräg an. "Ich würde ausrasten, wenn jemand mich wie den letzten Dreck behandeln würde!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #468 - 11/15/06 um 21:59:39
 
Tabakenamun zuckte mit den Achseln.
"Was soll ich denn tun?" fragte sie verzweifelt. "Weißt du, was meine Stiefmutter dann tut? Sie schüttet einen ganzen Sack Linsen auf dem Boden aus und einen voller Erbsen, läuft zu guter Letzt auch noch einige Male durch, daß sich das nur ja auch vermischt und ich muß das ganze dann sortieren...lauter perfide Strafen denkt sie sich für mich aus, deshalb halte ich lieber meinen Mund!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #469 - 11/15/06 um 22:05:39
 
"Ach was! Ich würde das einfach nicht machen! Was will sie dir denn schon tun? Du bist eine erwachsene Frau, noch dazu eine recht hübsche, du brauchst dich nicht terrorisieren lassen! Zeig die Frau an, denn sie hat kein Recht, dich so zu behandeln!" Amunherchepeschef war wirklich empört. Diese Geschichte klang schier unglaublich!
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #470 - 11/16/06 um 21:15:08
 
"Das kann ich nicht!" rief Tabakenamun aus. "Mein Vater hat alles ihr übertragen. Nachher wirft sie uns ganz heraus und wo sollen wir dann hin? Wer nimmt sich schon eines alten Mannes und seiner Tochter an?"
Eigentlich war es unglaublich, fand sie jetzt, wo ihr Schicksal ihr so deutlich vor Augen trat, daß es so weit gekommen war.
Ihr Vater war einst ein stattlicher Mann gewesen, ein tüchtiger Beamter in einem hohen Posten, den er noch zu Lebzeiten des Osiris Menmaatre erlangt hatte, ein vermögender Angehöriger einer der ältesten Adelsfamilien Thebens...
Und sie? Sie hatte ein glückliches, unbeschwertes Leben geführt, eine gute Ausbildung genossen und die besten Chancen auf eine gute Partie gehabt, bis...bis von einem Tag auf den anderen alles vorbei war...als ihre Mutter starb...
 
********
 
Es war mitten in der Nacht, als Ramses aus einem mehr als verworrenen Traum erwachte.
Er hatte von Krieg und Aufruhr geträumt, der Nil war rot gefärbt gewesen von Blut, die Erde getränkt damit...
Aber die Schatten verblassten schnell, als er die Augen aufschlug und sein Blick auf den schmalen Streifen des fahlen Mondlichtes fiel, der genau auf seine Kartuschen traf, die an die Wand gezeichnet waren, und diese so deutlich erhellte, daß man sogar die Farben erkennen konnte...und plötzlich begannen die Bilder zu leben...Amun, der Ra auf dem mr-Zeichen gegenüber saß, packte diesen plötzlich am Hals und begann ihn zu würgen, bis der falkenköpfige Gott nur noch ein heiseres Krächzen ausstieß und matt zu Boden sank...ja, sogar langsam aus der Kartusche rutschte, als würde er auf der Erde zerfließen...Ungläubig starrte Ramses auf dieses surreale Bild, bis Amun drohend sein Was-Szepter erhob und...
 
...er sich mit einem Mal aufsetzte.
Er atmete abgehackt...ein gepresstes Keuchen kam aus seiner Kehle, als würde ihm jemand die Luft abschnüren.
Ein vorsichtiger Blick auf die Wand, die tatsächlich von einem kleinen Lichtstrahl angeleuchtet wurde: Amun und Ra hockte wie immer friedlich da in ihrer grenzenlosen Allwissenheit und immerwährenden Verbundenheit und bewachten den Schlaf des Königs, aus dem dieser so plötzlich hochgeschreckt war.
Ramses atmete tief durch, legte sich wieder hin und schmiegte sich wieder an Isisnofret, die sich eben gerade umgedreht hatte und nun mit angezogenen Knien da lag wie ein Kind im Mutterleib.
Er kuschelte sich an ihren Rücken, schob einen Arm unter ihren verschränkten durch, damit er sich an ihr festhalten konnte und den anderen unter seinen Kopf.
So lag er lange Zeit da, lauschte Isisnofrets gleichmäßigen Atemzügen -hatte sie ihn nicht immer schon nur durch ihre Anwesenheit vor diesen Träumen, die ihn ganz besonders hier in Theben heimsuchten, beschützen können?- und dachte an all die Dinge, die er noch würde regeln müssen, bevor die Maat wirklich wieder sicher und fest an ihrem Platz stand...
Als Isisnofret leise aufseufzte, küsste er sie zärtlich auf die Schulter.
Wenigstens sie hatte ihn nicht verlassen und war bei ihm geblieben -die Vergangenheit zählte nicht, denn Ramses war kein besonders nachtragender, dafür aber ein sehr nach Vorne schauender Mensch-...diese abtrünnigen Thebaner...Nefertari...schläfrig, wie er war, konnte er keinen klaren Gedanken fassen...Nefertari, sie war gegangen...
Nun lag sie nebenan, war hier, und er war -ganz untypisch für ihn- immer noch nicht zu einem Entschluß gelangt, wie er ihr in Zukunft begegnen sollte. Und sie ließ auch keine besondere Regung erkennen, aus der er irgendwie klug werden oder einen Anhaltspunkt gewinnen könnte...
 
"Schschsch," machte er leise, als Isisnofret sich regte. Sie streckte sich ein wenig und drehte den Kopf zu ihm. Als er sie auf den Mund küsste, wandte sie sich vollends um und erwiderte seine Küsse.
Es schien ihm so, als hätte sie gemerkt, was in ihm vorging, als wollte sie durch ihre Liebkosungen die letzten düsteren Gedanken aus seinem Kopf vertreiben....
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #471 - 11/16/06 um 23:18:22
 
Amuni stand der Mund offen, als er das hörte. Was herrschten denn in Theben für seltsame Sitten?  
"Aber dir gehört wenigstens dein Pflichtteil!" wandte er ein. "Das ist schweres Unrecht, das muß man ändern!"
Ja, darum würde er sich schon zu kümmern wissen! "Wie heißt dein Vater?" fragte er scheinheilig. Denn natürlich wollte er sich auf keinen Fall verraten.
 
**********
 
Während Ramses Alpträume quälten, quälten die 1.GKG ganz andere Dinge. Sie machte sich nämlich Gedanken, wie sie ihren genialen Plan durchziehen könnte, ohne dass ihre Mutter, die Ramses durchaus ohne Verkleidung kannte, gleich Lunte witterte.
Das war gar nicht so einfach! Aber da half eben nur eines: Ramses mußte sich verkleiden, zur Not eine Maske tragen, damit Baketmut ihn nicht sofort erkannte.  
Aber bis zu diesem Zeitpunkt floß ja noch einiges Wasser den Nil hinunter... hoffentlich machte er überhaupt mit!
Sie fand schon seltsam, wie er sich ihr gegenüber benahm. Sie hatte gedacht, dass er fordernder wäre, dass es schwieriger sein würde, ihn abzuweisen, dass er sich bestimmt holen würde, was ihm zustand... dass er es nicht getan hatte, ja, noch nicht einmal versucht hatte, sie in sein Bett zu holen, bestärkte sie natürlich nur in ihrer Auffassung, dass er von ihr in dieser Hinsicht nichts mehr wollte.
Und seltsam: so schlimm fand sie diesen Gedanken plötzlich gar nicht mehr!
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #472 - 11/17/06 um 01:12:24
 
Unterbewußt hatte Isisnofret wirklich gespürt, daß Ramses etwas beschäftigte oder gar beunruhigte. Allein, daß er sich dann auf eine ganz bestimmte Art an sie klammerte, die Weise, wie er sich dabei bewegte, waren ihr deutliche Zeichen!
Liebevoll und Trost spendend schloß sie ihn nun in IHRE Arme. Die zarte Frau umfing den großen Mann, symboltragend dafür, daß sie ihn zwar körperlich wohl nicht zu schützen und besänftigen vermochte, doch sein Herz vielleicht...
Sanft lag ihre Stirn nun an seine gelehnt und ihre Finger streichelten zärtlich seinen Nacken und die Schultern. Dabei gab sie kleine, kaum hörbare nur mit den Lippen erzeugte Kußlaute von sich, deren Versprechung sie auch hin und wieder in die Tat umsetzte und ihren Mund weich und mit aller Ruhe der Welt auf seine Nase, seine Wange, seine Augenlider, die Lippen tupfte.
Was ihm wohl das Herz aufwühlte? Waren es die Probleme mit den Thebanern? Nefertari? Oder hatte es mit dem großen Umbruch im Priesterhaus des Amun zu tun, der nun unausweichlich bevorstand?
Im Taumel von Halbschlaf, der das Wirkliche mit dem Unwirklichen verschmolz, wurde sein warmer Atem auf ihrer Haut zu dem Wüstenwind, den sie nicht lange zuvor noch gespürt hatte, sein jetzt wieder so schläfrig matter Körper war der Ort dort, in der Ödnis, der ihr Heim und ihr Halt war, der Geruch seines Haares malte den Duft von Geborgenheit und Frieden in sie. Doch sie sah auch einen Sturm am Horizont, die Wüste war in Aufruhr und sie, die Tamariske, würde vielleicht auch bald von wütenden Winden geschüttelt, aber ihre Wurzeln würde das nicht stören...
Leise schnaufend erging sie sich in dem Bild vor ihrem inneren Auge und atmete einen tiefen Luftzug, um die sanfte Brise, die sie gerade so deutlich vermeinte, zu spüren, in sich aufzusaugen... seinen Atem...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #473 - 11/17/06 um 09:34:25
 
"Nisuqed," beantwortete die junge Frau bereitwillig Amunis Frage und winkte dann ab. "Ich wollte dir nicht den Abend verderben, es tut mir leid, daß du meinetwegen so lange aufgehalten worden bist. Du hattest heute bestimmt andere Pläne!"
Sie erhob sich mit einer anmutigen, geschmeidigen Bewegung und lächelte sanft, aber ein wenig traurig.  
"Du nimmst es mir hoffentlich nicht übel, wenn ich jetzt einmal nach meinem Vater sehe. Lebe wohl!"
Sie rief den Diener, damit der Amuni zur Tür bringen sollte, wenn dieser wünschte zu gehen.
 
*****
 
Ramses fielen die Augen wieder zu...
Er fühlte sich sicher und geborgen im Schutz von Isisnofrets Umarmung wie Horus in seinem Nest und bald bemächtigte der Schlaf sich seiner...
Und als Iryiry am Morgen das Königspaar wecken wollte, hielten sie sich immer noch so umschlungen und schliefen so fest, daß der Diener es über alle Maßen bedauerte, seinen Herrn aus seinem Schlummer reißen zu müssen...
Ach, Iryiry brachte es einfach nicht über's Herz, jetzt energisch mit dem Morgenlied zu beginnen...stattdessen vollführte er auf der Stelle eine Kehrtwendung und marschierte in die Küche, um die Zubereitung des Frühstücks für den Herrscher zu überwachen...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #474 - 11/17/06 um 13:22:42
 
"Erwache in Frieden..." säuselte Isisnofret, die, als Iryiry die Tür wieder hinter sich geschlossen, träge die Augen aufgeschlagen hatte.
Dabei killerte ihr Atem die Wimpern ihres Mannes und ihre Finger drehten sich gemächlich um seine Nackenlöckchen.
Ein so schöner kleiner Spruch, um damit aus dem Schlummer geweckt zu werden, aber Iryirys kieksende Stimme und nüchterne Aussprache zerstörte den Zauber der Worte jedesmal auf's Neue, fand Isisnofret. Zum Glück hatte er es heute mal bleiben lassen! Allerdings hatte sein Vater dabei auch nie poetischer geklungen!
 
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #475 - 11/17/06 um 13:44:55
 
Ramses jedoch war so müde, daß er Isisnofrets leise Stimme gar nicht vernahm...
Er hatte durch seine seltsamen Träume ziemlich schlecht geschlafen und nun drangen ihre liebevollen Weckversuche kaum in sein Bewusstsein vor.
Endlich öffnete er doch ein Auge, zuckte zusammen und verzog das Gesicht..
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #476 - 11/17/06 um 14:04:04
 
"Mmmh," brummte Isisnofret zart und schmiegte sich ein wenig mehr an Ramses, wechselte die Position etwas, um ihre Seite zu entlasten, kam schließlich auf dem Rücken zu liegen und zog ihren Mann langsam an sich, so daß er seinen Kopf schließlich auf ihre Brustbein bettete. Sie umarmte ihn und küßte ihm wieder und wieder den Scheitel.
"Du hast nicht gut geschlafen, hm," fragte sie jetzt leise, aber nicht mehr flüsternd.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #477 - 11/17/06 um 14:15:57
 
"Mmmmmnein," brummte Ramses und stöhnte leise, weil plötzlich Lichtblitze vor seinen Augen auftauchten und sich die gesamte linke Hälfte seines Kopfes taub anfühlte.
Am liebsten würde er sich jetzt die Decke über den Kopf ziehen und sich in den Laken vergraben.
"Ich will nach Hause," begann er zu jammern wie ein kleines Kind. "Ich hasse Theben!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #478 - 11/17/06 um 14:38:03
 
Isisnofret seufzte.
"Ich mag's auch nicht... schau voraus, wir sind doch nicht ewig hier, Liebling," flüsterte sie sanft.
"Was ist dir denn, daß dir das gerade jetzt in den Kopf kommt? Ein schlimmer Traum?" Unablässig streichelten ihre Hände ihn weiter dabei, übte diese elende Stadt denn schon wieder böse Mächte auf ihn aus?
 
************
 
Zur selben Zeit, wie das Königshaus gerade zu neuem Leben erwachte, schlenderte ein Wachmann von der Nachtwache auf seinem letzten Kontrollrundgang durch den Garten und dachte an seinen Feierabend. Fröstelnd schlug er sich die Arme immer wieder kreuzend gegen den Brustkorb, wartend, daß Ra endlich seine ersehnten, wärmenden Strahlen auf die Erde sandte.
Da drang plötzlich ein schwaches, klägliches Wimmern an sein Ohr. Hier war doch noch gar kein Betrieb, dafür war es viel zu früh am Morgen und welche Amme schleppte denn jetzt schon Säuglinge herum, in der allmorgendlichen Kälte?  
Suchend sah er sich um und entdeckte schließlich direkt unter dem Terrassenaufgang zu den königlichen Gemächern ein völlig verhülltes Bündel.
Als er näher ging stutzte er, bückte sich und zog das Tuch an der Stelle, von der er glaubte, der Kopf des Wesens befände sich dort, zur Seite.
Er erschrak und wich zurück, als er des Kindes ansichtig wurde. Die Haut des eindeutig Neugeborenen war rosa bis feuerrot, wohlmöglich von der Sonne verbrannt, und unglaublich hell, wie er an nicht versengten Stellen erkennen konnte, fast wie Milch. Das krause Flaumhaar, Wimpern und Augenbrauen waren weiß wie die Feder eines Ibis, vielleicht mit einem kleinen, gelblichen Schimmer versehen.  
Aber was ihn fast in Angst und Schrecken versetzend davonstürzen ließ, waren die Augen des Säuglings:... sie waren leuchtend rot!
Was sollte er denn jetzt tun? Das konnte doch nur ein Dämon sein!!!!
 
Hilflos rief er nach seinem Vorgesetzten.
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« Zuletzt geändert: 11/17/06 um 22:15:56 von Seleuce »  

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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #479 - 11/17/06 um 15:46:52
 
Ramses gab ein unbestimmten, dunkles Schnaufen von sich und drückte seinen Kopf, der mittlerweile zu schmerzen begonnen hatte, an Isisnofrets Schulter.
"Lauter Unsinn," gab er ihr nuschelnd Antwort. "Wo ist Iryiry? Er soll nach Ramessu-nacht schicken, ich hab' noch so viel zu tun..."
 
******
 
Der Unteroffizier, der herbeigerufen worden war, eilte strammen Schrittes durch den Garten und schalt den Wachmann erst einmal.
"Du kannst doch nicht hier so herumkrakehlen, bei allen Göttern!" Böse zog er die Augenbrauen zusammen, als der Soldat stramm stand. "Und nun erstatte mit eine anständige Meldung!"
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