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Die Stadt des Amun (Gelesen: 656546 mal)
Tawabet
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #285 - 11/06/06 um 22:10:52
 
Hori und Padi riefen wie aus einem Munde: "Wir sind es!" und richteten sich zu voller Größe auf. "Wir haben gehört, dass du da bist und wollten mal sehen, wo du bleibst. Warum kommst du denn nicht mehr heim?"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #286 - 11/06/06 um 22:27:03
 
Amuneminet fuhr ein riesiger Schreck durch die Knochen und für einen Moment saß er wie vom Donner gerührt da und starrte die Zwillinge an, als wüßte er nicht, ob sie Freund oder Feind waren...
"Jungs!!" schoß er dann plötzlich hervor und stand auf. Was sagte er denn jetzt?
"Was macht ihr denn hier, müßt ihr nicht auf dem Weg zum Kap sein um diese Zeit," wollte er dann wissen, klang recht zerstreut und vergaß darüber ganz, sie ordentlich zu begrüßen.  
"Wie geht es euch denn?"
Allmählich sammelte er sich wieder und lächelte die Kinder schließlich an... sie konnten ja nichts für sein Problem mit ihrer Mutter!
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Tawabet
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #287 - 11/06/06 um 22:30:10
 
"Solltest du nicht noch zu Hause sein?" fragten die beiden zurück. "Die Schule kann warten, die Lehrer hier sind eh bescheuert! Wir mußten doch nach dir sehen, weil du nicht mehr heim kommst. Dabei macht Mama sich solche Sorgen um dich. Du mußt einfach heim gehen!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #288 - 11/06/06 um 22:44:14
 
Gleich traf Amuneminet noch ein Schlag, er schüttelte abwehrend den Kopf und tadelte die Kinder als Ablenkung gleich, daß man so nicht über Lehrer sprach! Er ging mit an die Nasenwurzel gepreßtem Daumen und Zeigefinger zu seinem Schreibtisch zurück und setzte sich schwer gegen seine Lehne fallend.
"Das geht nicht, ich... hab zu arbeiten, viel sogar," erklärte er, ohne die Worte der Kinder richtig zu überdenken! Sorgen, das verstanden die beiden sicher falsch, vielleicht hatte Tawabet auch so etwas geäußert, um sie zu beruhigen, damit sie nicht so deutlich mitbekamen, was eigentlich vorging.  
Und Heim, sein Heim, wo war das eigentlich? Seufzend und um sich Ablenkung und Beschäftigung zu verschaffen, rollte er den Stadtplan wieder auseinander. Seine privaten Probleme und seine Sehnsüchte schob er lieber wieder dort hin, wo sie ihm nicht im Weg waren: In den hintersten Winkel seines Herzens!
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #289 - 11/06/06 um 22:51:44
 
"Ah ja, und daher schläfst du wohl im Büro!" stellte Hori naseweis fest und baute sich vor Ameni auf. "Jetzt hörst du uns mal zu. Jetzt schimpfen mal nicht die Erwachsenen, sondern die Kinder!"
"Ganz genau!" pflichtete ihm sein Bruder bei. "Also, wenn du uns nicht mehr magst, dann sag das gefälligst! Dich einfach so zu drücken ist feige! Jawoll!"
Beide hatten die Hände auf die Hüften gestützt und sahen Ameni jetzt herausfordernd an.
Klar, eigentlich mußten sie in die Schule, aber das hier war wichtiger!
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #290 - 11/06/06 um 23:12:19
 
Ameni sah finster über seine Hand, aus der er den Kopf gerade gehoben hatte zu den beiden Jungen hinüber.
'Ihr ward ja gestern, bei unserer Ankunft auch nicht da... vielmehr eure Mutter war es nicht,' lag ihm auf der Zunge, aber das verbiß er sich im letzten Moment noch, aus zwei Gründen: Es war kindisch! Das war der erste! Und er war nicht in der Position, so etwas zu sagen, er hatte sie schließlich versetzt in Pi, nicht sie ihn! So hatte sich das ausgeglichen!
Wenn er nur wüßte, was er noch empfand... er hatte Tawabet gern und die Jungen auch, aber er war damit nicht zufrieden! Er fühlte sich ruhelos und unfähig, dagegen etwas zu tun!  
Schwermütig und unwillig, damit konfrontiert zu werden, blickte er sie an, die zwei, wie sie ihm da, scheinbar stinkwütend, entgegenstarten. Sie waren schon zwei Originale, die beiden, aber... aber die Söhne eines anderen!
Das machte ihn fertig, je mehr er darüber nachdachte, auch wenn er das nie laut aussprechen würde, weil es nicht die Schuld der Kinder war und auch nicht Tawabets, waren sie ja legitime Kinder ihres verstorbenen Mannes!
 
"Redet doch keinen Unsinn, natürlich hab ich euch gern," sagte er mit einem Mal, sich fassend und ruhig, doch innerlich aufgewühlt.
"Ich drücke mich nicht," was nicht ganz stimmte, sie hatten eigentlich recht. "Ich... habe auf meinen Brief von euer Mutter keine Antwort erhalten und da sie gestern auch nicht da war, nehme ich an, daß... Jungs, das ist nicht so leicht zu erklären! Sie scheint wohl wütend auf mich zu sein und mich zu meiden, ich will sie nicht zwingen, wenn sie... ach..." er winkte ab und starrte wieder auf die Schriftrolle. Dieses Thema war viel zu "erwachsen" für die Zwillinge!
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #291 - 11/06/06 um 23:20:32
 
"Das ist gar nicht wahr! DU hast gar nicht geschrieben. Mama hat dir geschrieben und... " fing Padi an.
Ja, ihre Mutter hatte in letzter Zeit viel geweint, nicht nur, weil ihre Schwester ermordet worden war.
Dahinter hatte Tawabet zwar viel von ihrem Kummer versteckt, aber ihre Söhne hatten durchaus soviel Feingefühl, um auch mitzubekommen, dass da noch etwas anderes war.
"... du magst uns nicht mehr, weil wir jetzt, wo Hetemti tot sind, nicht mehr zur Familie des Kronprinzen gehören!" schloß Hori schließlich scharfsinnig. "Das kannst du uns aber auch sagen! Wirklich!"  
Damit nahm er seinen Bruder am Arm und zog ihn hinaus, ohne Ameni auch noch eines Blickes zu würdigen. War ja wohl eindeutig, was Sache war!  
 
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #292 - 11/07/06 um 00:09:01
 
ER hatte nicht geschrieben und sie HATTE es? Hatte er richtig gehört? Amuneminet war ganz perlex und fixierte die bereits wieder geschlossene Tür, wo die Zwillinge verschwunden waren immer noch.
Und plötzlich donnerte er wutentbrannt, weil sich seine Sorgen, die er über die letzten Dekaden ordentlich weggesperrt hatte, mit einem Mal befreiten, seine Fäußte auf die Tischplatte, daß die Binsen und das Tintenschälchen in die Höhe hüpften und ein paar der Binsen klirrend auf dem Boden landeten. Und das war nicht genug, er sprang auf und trat einen Stuhl um, schlug mit beiden Fäußten nun gegen die Wand, wischte dabei einen kleinen Zierbehang herunter und ließ einen markerschütternden Schrei hören, so daß der Schreiber, der ihm hier zur Verfügung stand und der eben erst zu seinem Dienst erschien, erschrocken angestürzt kam und fragte, ob alles in Ordnung war.
Amuneminet schob den Mann bei Seite, rief ihm knurrend zu, er solle sich an die Arbeit machen und lief hinaus, ihm war egal wohin...  
Sein Dienstleben, seine Karriere hatte er nun wieder unter Kontrolle und im Griff, aber es half ihm nicht in den einsamen Nächten und bei den Dingen, die ihm auf dem Herzen brannten! Nedjet könnte er jetzt gut vertragen, um sich abzureagieren, aber mehr vermochte sie ihm auch nicht zu geben!
 
Er lief und lief, bis ihm die Lungen zu brennen begannen, weil er solch forschen Lauf nicht mehr gewohnt war, so lange, bis er am Ende gezwungen war, sich selbst zu stoppen und japsend an einer Dattelpalme zu verschnaufen. Zuerst stand er vornüber gebeugt, den Oberkörper über die Arme auf den angewinkelten Knien abgestützt, dann ließ er sich schlapp gegen den Stamm kippen und nach unten rutschen und begann jämmerlich zu heulen.
Er hatte die Jungen enttäuscht, die reimten sich auf sein Verhalten etwas zusammen, das jenseits von Amuneminets ganzen Charakter lag, was einfach nicht stimmte, das kam nun auch noch dazu! Und alles offenbar, weil sowohl seiner, als auch ihr Brief den Ort ihrer Bestimmung nicht erreicht hatten!!
JA, er war feige, das war wahr, er selbst hatte sich erst gestern so genannt, feige, die Frau, die seine eigene kleine Familie darstellte und zu der er doch gefunden hatte, weil er tief für sie empfand, um Verzeihung für sein Versäumnis zu bitten. Aber woran lag das nur? Er würde nach wie vor jedem Angreifer mit seinem Bogen oder gar dem aufrechten Sefet entgegentreten, Tawabets Leben, das Leben der Jungen, das seiner Eltern, Geschwister, Freunde, das jedes Menschen, der ihm wichtig war mit seinem eigenen verteidigen! Käme da einer und wollte Ramses die Kehle durchschneiden oder seinen Vater bedrohen, er stünde dazwischen!  
Hier, in der Welt der Gefühle dagegen war er hilf- und mutlos wie der elendste Wurm!
Aber daß die Jungen ihn jetzt für so niederträchtig hielten, Standesdünkel zu betreiben, konnte er nicht auf sich sitzen lassen! Er mußt es klären, aber momentan war er völlig ratlos, WIE, wo es doch so nahe lag...
 
Und das alles auch noch, wo seine Eltern hier waren! Seine Mutter hatte ihn beim Empfang gestern schon mehrfach nach Tawabet gefragt und er war ihr ständig ausgewichen. In seinem Alter war er ihr ganz sicher keine Rechenschaft mehr schuldig, doch seiner sozialen und gesellschaftlich so fest strukturierten Familie, dem starken Gefüge, in das er dort eingebunden war, schon! Wieso konnte er nicht einfach die Zufriedenheit seines Vaters, seiner Brüder an den Tag legen, die eines Priesters, der die Herrlichkeit der Götter erfuhr und darin aufzugehen vermochte, ohne so große Bedingungen und Erwartungen an das Leben zu stellen? Zumindest machten die Priester seiner Familie auf ihn diesen Eindruck... Sollte er es vielleicht doch einfach einmal versuchen...?
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« Zuletzt geändert: 11/07/06 um 14:22:55 von Seleuce »  

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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #293 - 11/07/06 um 06:11:25
 
Ramses hatte, bevor er ging, noch einmal nach der schlafenden Isisnofret gesehen, die noch so gemütlich und warm eingemuschelt in seinem Bett lag und gar nicht mitbekam, daß er ihr noch einen Abschiedskuß auf die Lippen drückte und die Decke noch ein wenig mehr über sie zog.
Hatte sie es gut! Sie dürfte ausschlafen!
 
Seine Tagewerk begann mit den üblichen Zeremonien, dem Erscheinen der Königs vor den versammelten Würdenträger im Thronsaal, danach begab er sich in sein Arbeitszimmer, um sich den lästigen Büro- und Verwaltungsangelegenheiten zu widmen, die Tjay und er gestern begonnen hatten.
Nun, da die Akten einigermaßen sortiert waren, konnte man in medias res gehen.
Der erste Fall -eigentlich wäre das etwas für Ramessu!- betraf die Unterschlagungen eines Verwaltungsbeamten, der seinem Herrn einen enormen Schaden zugefügt hatte, weil er sich systematisch aus dessen Lagerräumen bedient hatte. Er war quasi mit der Hand in der Schatzkiste erwischt und von seinem Herrn angezeigt worden. Im Gegenzug hatte der Beamte jedoch seinen Herrn wegen ausstehender Gehaltungszahlungen angeklagt und behauptet, er hätte sich nur das genommen, was ihm zustünde.  
Der Prozess hatte erst vor wenigen Tagen vor den Toren Ipet-suts stattgefunden, aber das Urteil offensichtlich von dem Dienstherrn des räuberischen Verwalters angefochten worden.
 
Warum landete so etwas eigentlich bei ihm auf dem Schreibtisch, fragte sich Ramses und bestätigte kopfschüttelnd das Urteil des Richterkollegiums, das besagte, daß beide einander das zahlen mussten, was ihnen abging, und sie verpflichtet wären, dem Tempel eine Stiftung zu machen.
Kaum hatte er die Urkunde mit dem nun rechtskräftig gewordenen Urteil gesiegelt, verkündete einer der Schreiber das Kommen der ersten GKG und ließ diese, da er nicht noch einmal von seinem König angepfiffen werden wollte, auch gleich ein.
Erfreut lächelte Ramses seine Gemahlin, die seine kleine Tochter auf dem Arm trug an.
Nubi jedoch machte ein ernstes Gesicht und vergrub ihre Fingerchen in Nefertaris Kleid.
Wer war denn der?
 
"Sie hat sich wirklich unglaublich verändert," stellte Ramses wieder fest und betrachtete mit mildem Entzücken die kleinen blauschwarzen Kringellöckchen, die in einer unglaublichen Fülle auf Nubherhesbeds Kopf sprossen und ihr fast schon bis auf die Schultern reichten.
Als Nefertari ihm jedoch das Mädchen reichen wollte, fing die Kleine an zu protestieren: den Mann da kannte sie doch gar nicht.
Weinerlich verzog sie die Mundwinkel, als sie sich plötzlich in dessen Armen wiederfand und verrenkte sich bald den Kopf, um nach ihrer Mutter Ausschau zu halten. Die war ja glücklicherweise noch da!
Aber der Fremde sprach so nett zu ihr und er hatte da so ein goldenes Glitzerding um den Hals, das sie ungeheuer interessierte.
Schon bald befingerte sie ausgiebig das Pektoral, das Ramses um den Hals trug und vergaß darüber ganz ihre Furcht vor dem fremden Vater...
 
"Was kann ich denn für dich tun?" fragte Ramses Nefertari. "Bist du schon dazugekommen, mir die Liste mit den Namen zu erstellen?"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #294 - 11/07/06 um 07:07:37
 
"Ja, die habe ich hier!" antwortete Nefertari und setzte sich, wobei sie Nubherhesbed ein bisschen schuckte, damit die sich wieder beruhigte.
"Sie fremdelt etwas, das wird sich aber sicher bald geben!" erklärte sie ihrem Mann. Mit der freien Hand kramte sie das Ostrakon hervor, auf das sich die Teilnehmer der ehrenwerten Runde, an der sie teilgenommen hatte, eingeschrieben hatten.
"Hier, die Anwesenheitsliste vom letzten Mal. Erschrick nicht, es sind bedeutende Familien darunter!"
 
**********
 
Tawabet hatte sich an ihren Webstuhl gesetzt und überlegte, was sie eigentlich falsch gemacht haben könnte, dass Ameni gar nicht mehr heimkam oder ihr wenigstens schrfiftlich die Scheidung aushändigte.
Sie hatte schon hunderte Male die letzten Zusammentreffen mit ihm durchgedacht, aber ihr fiel einfach nichts auf, was an ihrem Verhalten fehlerhaft war. Ob jemand etwas gegen sie gesagt hatte? Oder hing es mit den Atonis zusammen? Bedrohten sie Ameni etwa? War sie eine Gefahr für sein Leben?
Ja, das könnte es sein! Im Palast war er doch viel sicherer als hier...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #295 - 11/07/06 um 07:11:24
 
Ramses überflog die Liste.
Bei einigen Namen runzelte er die Stirn, bei einigen machte er kein besonders überraschtes Gesicht: daß die Familie Montemhebs in die Sache verstrickt war, war ihm von Anfang an klar gewesen.
"Den Namen deiner Mutter finde ich hier vermerkt," sagte er und sah auf. "Aber den deines Vaters nicht...wie passt das denn zusammen?"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #296 - 11/07/06 um 07:14:49
 
"Weil mein Vater von der Sache gar nichts weiß", erklärte Nefertari. "Er war neulich sogar bei mir und hat mich gebeten, dir zu sagen, dass er auf keinen Fall Hoherpriester werden will! Es ist meine Mutter, die ihn treibt."  
Nefertari strich Nubherhesbed, die immer noch qunegelte, beruhigend über das Köpfchen. "Mein Vater will nur Ruhe, glaube ich."
 
Ich bin jetzt fort.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #297 - 11/07/06 um 07:23:08
 
Ramses vernahm dies mit Erstaunen, da sich Chonsemwias Name auf der Liste der Bewerber für das Hohepriesteramt befand, die ihm Bakenchons Tags zuvor überreicht hatte.
"Seltsame Verwicklungen," murmelte er und fragte Nefertari nach dem einen oder anderen Namen, der ihm nichts oder wenig sagte.
Allmählich begriff er die Zusammenhänge und das Ausmaß der Verschwörung. Es war, wie Nefertari sagte: einige mächtige Familien hatten sich verbündet, falls sie nicht ohnehin schon durch verwandtschaftliche Bande aneinander geknüpft waren, um Theben zur Unabhängigkeit zu führen.
Daneben gab es aber noch, wie Nefertari ihm mitteilte, viele loyale Anhänger des Königshauses, z.B. Bakenchons, Haremhab und Tia...Tia, sein Schwager?
Das erstaunte Ramses noch viel mehr. Er hatte immer geglaubt, daß Tia unter dem Einfluß seiner Gattin, des Königs Schwester, stünde und von ihr aufgehetzt würde...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #298 - 11/07/06 um 17:56:01
 
Amuneminet brauchte lange, bis er sich wieder so weit beruhigt hatte, daß er meinte, seinen Aufgaben wieder nachgehen zu können. Das schlechte Gewissen nagte nun unglaublich an ihm, wenn er sich nur bei irgendwem Rat suchen könnte, was er jetzt tun sollte... aber diese Blöße würde er sich nicht geben, er würde schon irgendwie damit klar kommen... hoffte er.
Endlich straffte er nun die Schultern und erhob sich aus seiner kauernden Haltung, wischte sich mit einem Schnupftuch die Tränen fort, gab dabei acht, daß seine leichte Schminke nicht noch mehr ruiniert würde und schritt dann entschlossen wieder zum Hauptgebäude zurück.
Und da entdeckte er seine Eltern im Garten, ausgerechnet jetzt! Also hielt er einen Moment inne und versuchte dann, sich seitlich zum Eingang zu schleichen, ohne die Aufmerksamkeit Wennefers und Asets zu erregen...
 
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Als Isisnofret endlich erwachte, schien die Sonne schon kräftig in die schnökeligen Schnitzereien in den Fenstern und malte neben Ramses' Namen bstrus verzerrte Bilder und Zeichen auf ihre Schulter.
Sich träge streckend und räkelnd drehte sie sich auf den Rücken und tastete auf dem Bett herum... sie war allein! HUCH? Es mußte spät sein, wenn die Sonne schon im Garten stand, wieso hatte sie denn keiner geweckt? Baret mit Ta-ini oder Panewi?
"Hallooo", fragte sie in den Raum hinein, vielleicht war Iryiry ja da.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #299 - 11/07/06 um 18:08:40
 
Iryiry räumte gerade mal wieder und wie immer um diese Tageszeit Wäsche ein.
Er hörte jedoch den Ruf der Königin, klopfte höflich an die Türe und öffnete diese einen Spalt, verneigte sich, wobei er sich fast an dem Riegel die Stirn aufschlug und fragte gestelzt nach Isisnofrets Begehr.
 
********
 
Zu dieser Zeit hatte Baret Ta-ini schon längst mit einem feinen Milchbrei gefüttert: auch das Baby hatte heute geschlafen wie ein Murmeltier und war erst sehr spät erwacht.
Wahrscheinlich war das Mädchen noch ein wenig durcheinander von der langen Reise und der fremden Umgebung, so daß sein Tagesablauf durcheinander gekommen war.
Nach dem Essen, bei dem sich Nubemiunu so bematscht hatte, daß sie dringend gewaschen werden musste, badete die Kinderfrau die kleine Prinzessin und zog ihr ein warmes Hemdchen und kleine Socken an.
Dann drückte sie Ta-ini eine hölzerne Rassel in die Hand -das war im Moment der Hit!-, auf der das Baby herumbeißen und mit der es einen sethischen Lärm veranstalten konnte...
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