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Die Stadt des Amun (Gelesen: 623841 mal)
Meritenramses
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2595 - 02/12/07 um 06:51:30
 
Ramses starrte mit leerem Blick in die Dunkelheit, bis sich irgendwann die Müdigkeit wie ein großes, warmes Tuch über ihn senkte und ihn einhüllte....
In dieser Nacht schlief er traumlos bis zum Morgen und als er erwachte, fand er sich zu seiner Verwunderung in Nefertaris Armen wieder, die er ebenfalls fest umschlungen hielt.
Sogleich fielen ihm die Geschehnisse von gestern abend ein und seine Augen wurden grau vor Kummer.
Er ließ sich jedoch nichts anmerken, wünschte Nefertari einen guten Morgen und fragte, ob sie gut geschlafen habe...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2596 - 02/12/07 um 06:59:38
 
Mochte Ramses seinen Kummer auch vor der Welt verbergen, Nefertari merkte sehr wohl, dass ihm das Herz gebrochen worden war. Diesen bitteren Zug um seine sonst so frischen Augen hatte sie schon einmal bei ihm erlebt, aber das war nun Jahre her, und damals war ein Mensch gegangen, der nicht an den Hof gehört hatte. Doch jetzt fehlte ein Mitglied der königlichen Familie, und obwohl Nefertari ihre Rivalin nie besonders hatte leiden können, fühlte sie, dass deren Weggang eine schwerwiegende Änderung nachsichziehen würde.  
"Ja, hab ich. Und du?" fragte sie vorsichtig.
 
**********
 
Eine weitere Nacht in den Armen einer fremden Frau war vergangen und Amunherchepeschef wußte, was er als nächstes tun würde, um sich wenigstens die Wege und die Suche zu ersparen. Er würde mit seinem Vater sprechen müssen... als Kronprinz hatte er ja eigentlich das Privileg, sich ein Frauenhaus zuzulegen, auf das er bislang verzichtet hatte - was er momentan gar nicht mehr verstand!
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Meritenramses
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2597 - 02/12/07 um 07:07:42
 
"Ja, danke," antwortete Ramses und setzte sich auf, um nach Iryiry zu rufen, der fast über seine eigenen Füße stolperte, so erstaunt war er darüber, daß er seinen Herrn heute nicht wecken brauchte, sondern daß der von ganz allein aufgewacht war.
"Du kannst die Wasserträger holen!" befahl Ramses. "Und das Gepäck verladen lassen. Ich will gleich nach dem Frühstück aufbrechen!"
Er nickte Nefertari mit ernster Miene zu. "Das ist doch wohl auch in deinem Sinn, oder?"
 
Iryiry sah ziemlich irritiert drein und schaute die GKG fragend an, als ob er wissen wollte, was mit seinem Herrn geschehen war...
Er war doch noch NIE aufgestanden, bevor er, der Diener, gekommen war!
Während er die Morgenriten an Ramses vollzog, der wie eine Statue in dem Wasserbecken stand, bemerkte er verwundert, daß die roten Locken seines Herrn, die wieder etwas länger geworden waren, von einigen silbrigen Strähnen durchzogen wurden. Besonders an den Schläfen konnte man das deutlich erkennen. Das war ihm gestern gar nicht aufgefallen.
"...Henna...färben..." nahm Ramses am Rande das Geplapper Iryirys wahr.
"Was?" fragte er ungehalten und als der Diener ihm den Sachverhalt erklärt hatte, winkte er ab. "So ein Unsinn," erklärte er. "Ich bin eben ein alter Mann, das ist ganz normal!"
 
Den Rest der Morgentoilette über hielt Iryiry wenigstens den Mund.
"Ist das Gepäck schon abgeholt worden?" fragte Ramses und schlüpfte in ein helles Meseshemd, in das seine Titel und Kartuschen eingewebt waren.  
Iryiry nickte schweigend und gürtete seinen Herrn mit einem breiten, zu den Enden hin schmaler werdenden, bestickten Gürtel, der mehrmals in einer komplizierten Wickeltechnik um die Taille geschlungen werden musste.
"Gut, dann können wir ja jetzt abreisen," sagte Ramses, der es plötzlich sehr eilig zu haben schien und sich gleich auf den Weg machte, seine Frau abzuholen.
"Aber mein Herr und Gebieter, das Frühstück..." rief Iryiry dem König noch nach, erntete aber nichts als ein ungeduldiges Schnauben zur Antwort.
 
Wenig später legten die Schiffe der Königsfamilie ab...
Die kurze Fahrt nach Süden vertrieb sich Ramses damit, daß er mit Merenptah eine Mannschaft bildend Senet gegen Issi und Nebti spielte und dann, als es den Kindern zu langweilig wurde, Hunde und Schakale, bis auch dieses Spiel öde wurde und Nebettaui mit "Ich sehe was, was du nicht siehst..." begann...
Gegen Abend kam man in Theben an, wo man eine kurze Rast einlegen wollte, um am nächsten Morgen nach Aswan aufzubrechen....
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« Zuletzt geändert: 02/12/07 um 08:31:49 von Meritenramses »  


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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2598 - 02/12/07 um 12:18:03
 
An diesem Abend ließ sich Ramses auf das andere Ufer übersetzen, nachdem er seine Familie in der Residenz abgeliefert hatte, und wanderte den langen Weg vom Hafenbecken des Ramesseums hinauf ins Tal von Pa-demi.
Die Nacht war klar und kalt, die Luft kühl und erfrischend.
Ein halbes Dutzend seiner Leibwächter folgten ihm so leise, daß er fast vergaß, daß sie da waren...
Nur die Geräusche der Nacht durchbrachen die Stille:
Von den Felsen kollerten ein paar Steine herunter, die polternd irgendwo im Nichts aufschlugen...ein paar Hunde bellten in der Ferne...
Der Wind streifte durch die Wipfel der Bäume und ließ das Laub rascheln,  zerriss ein paar Wolken, die über die Mondsichel jagten und für einen kurzen Moment den Weg verdunkelten...irgendein nachtaktives Getier huschte vor seinen Füßen her....
Schließlich erreichte Ramses unbehelligt den Ortseingang der Arbeitersiedlung und die Wächter am Tor, die den König erkannten, ließen ihn ein.
Der Hohepriester des Hathortempels, den die Priester der Nachtwache geholt hatten, öffnete Ramses -erstaunt über dessen plötzliches Erscheinen zu dieser Stunde- das Haus der Goldenen, der Herrin des Westens.
 
Du Schöne, Du Herrliche, Du Große, Du Zauberreiche!
Du seine herrliche Herrin, Du Gold der Götter!
Dir huldigt Pharao, gib, daß er lebt.
O Gold der Götter, er huldigt Dir, gibt, daß er lebt!
 
Du siehst ihn, Hathor, seine Herrin, vom Südhimmel her.
Du erblickst ihn, Hathor, seine Herrin, vom Osthimmel her.
Du hörst ihn, Flammende, vom Ozean her.
Du siehst ihn, Gold, vom Himmel und von der Erde her,
von Nubien her, von Libyen her,
vom Ostland und vom Westland her,
von jedem Lande und von jedem Orte her,
in dem Deine Majestät leuchtet.
 
Du siehst, was in seinem Inneren ist,
auch wenn es nicht aus seinem Munde spricht.
Sein Herz ist lauter, sein Inneres offen.
Kein Dunkel ist in seiner Brust...

Vor dem gütig lächelnden Abbild der Göttin brach Ramses nun zusammen und vergoß bittere Tränen über sein Unvermögen zu verstehen, welchen Sinn all das hatte.
Oh, Dunkel war in seiner Brust...und wie groß und wie tief es war...
Verstand und sah die Goldene, was in ihm vorging, was in Isisnofret vorging, nur er konnte es nicht erkennen? Würde sie ihn sehen und begreifen lassen, auch wenn er nicht aussprechen konnte, was ihn verwirrte und sie bedrückte?
Warum schenkte die Zauberreiche ihm die Liebe und nahm sie ihm wieder...immer wieder?
"Gib sie mir zurück," flehte er und kauerte sich auf dem Steinboden im Sanktuar zusammen. "Bitte bring sie mir doch wieder...du darfst sie mir nicht nehmen...Isis..."
Hier, in dem kleinen Heiligtum, nur im Angesicht der Göttin, die ihn bestimmt erhören würde, obwohl ihm die Worte fehlten, gestattete er sich, seine mühevoll aufgebaute Fassade, die verbarg, welches Chaos in seinem Inneren tobte, einstürzen und seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen, bis er sich schließlich so verausgabt hatte, daß er nur noch wimmernd wie ein Kind auf dem Boden lag.
 
Als sich Ra aus der Unterwelt erhob und der Hohepriester in den Tempel trat, fand er den König dort schlafend vor und weckte ihn.
Es war schon so spät?
Ramses erschrak....die Abfahrt nach Aswan....
Er beeilte sich -seine Leibwachen hatten auf ihn bei den Stadttoren gewartet-, wieder ins Niltal zurückzukehren, setzte rasch mit dem Schiff über und sah, als er im Hafen der Residenz ankam, daß Iryiry schon dabei war, die Träger, die die Reisekisten schleppten, zu scheuchen.
Der Diener empfing seinen Herrn mit unbeteiligter Miene, als sei es ganz normal, daß dieser sich morgens früh am Hafen herumtrieb.
Er teilte ihm mit, daß der Kronprinz um eine persönliche Unterredung gebeten hatte und nur darauf wartete, mit seinem Vater einmal unter vier Augen sprechen zu können....
 
"Später!" befahl Ramses, der erst einmal duschen und sich umziehen wollte.
Erst einmal musste er sich von der strapaziösen Nacht, die er auf dem kalten Steinboden verbracht hatte, erholen...
 
Sorry, mich überkam's so...  verlegen  Zwinkernd
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2599 - 02/12/07 um 14:57:53
 
Bint-Anat war an diesem Morgen ziemlich unruhig und hatte unangenehme Vorahnungen, obwohl sie nicht wußte, warum.
Sie hatte gestern Abend noch eine Weile mit ihrem ältesten Vollbruder geschnattert und sie waren mehrfach darauf zurückgekommen, daß ihr Vater merkwürdig blass und zerstreut ausgesehen hatte, als er die Feier verlassen hatte. Dieser Brief, den er da bekommen hatte, hatte ihn irgendwie aus der Bah geworfen, das wollte sie heute mal hinterfragen, bevor er abreiste, denn sie bliebe in Theben!
Ohne zu wissen, daß auch Amunherchepechef mit seinem Vater reden wollte, meldete sie sich also bei ihrem Vater an und dränge Iryiry dazu, daß es wichtig war.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2600 - 02/12/07 um 15:05:23
 
Iryiry zögerte, wandte den Kopf und lauschte: die Badezimmertür klappte und von innen erklang Ramses' Stimme: "Was gibt's denn, Iryiry?"
Da sah Bint-Anat ihren Vater auch schon auf sich zukommen. Er verschlaufte gerade die Bänder am Halsausschnitt seines Meseshemdes und blickte sie erstaunt an: "Sieh da, das Töchterlein! Willst du mir beim Frühstück Gesellschaft leisten?"
Als Iryiry beiseite trat, um Bint-Anat einzulassen, wies Ramses mit dem Daumen hinter sich, wo der Diener schon den Tisch gedeckt hatte.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2601 - 02/12/07 um 15:18:27
 
Bint-Anat sah ihren Vater heute mal ein wenig genauer an, als sie das sonst zu tun pflegte. Eigentlich war sie ja eher ein weniger überbesorgter Charakter, aber seit ihre Mutter so plötzlich abgereist war und er sich bei diesem Minfest schon so eigenartig zurückhaltend gezeigt hatte -nicht, daß er in der Öffentlichkeit nicht stets tadellos wirken würde, aber er war ja so erschreckend devot und gottesfürchtig momentan- nun der geheimnisvolle Brief und seine Reaktion darauf von gestern Abend, das alles hatte selbst ihr dickes, lebensfrohes Fell durchdrungen.
Sie erschrak ein wenig, als sie in seine Augen blickte, die gar nicht die Farbe hatten, die sie gewohnt war... waren sie grau oder war es das Licht hier? Gerötet waren die Lider ebenfalls.
"Oh ja, gefrühstückt haben wir schon lange nicht mehr miteinander, Papilein! Hast du schlecht geschlafen? Du siehst irgendwie noch nicht ganz frisch aus," sagte sie und zwinkerte, während sie zum Tisch herüber ging und sich setzte.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2602 - 02/12/07 um 15:23:35
 
"Nein, ich war spazieren," erwiderte Ramses und zog einen kurzen Flunsch. Das stimmte wenigstens teilweise...
Er ließ Iryiry dampfenden Karkadeh einschenken, griff nach dem Becher und zuckte zurück, weil der Tee noch viel zu heiß war.
"Mist," sagte er und schüttelte die Hand, nahm sich dann eine der großen, gelben Datteln, um sie zu entkernen, und gähnte. "Aber ich kann ja auf dem Boot schlafen..." Dabei grinste er schräg. "Wie immer..."
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2603 - 02/12/07 um 15:30:58
 
Von ihres Vaters Reaktion auf den zu heißen Tee gewarnt, nahm Bint-Anat erstmal wieder die Finger von ihrem Becher und pustete ein wenig, griff zu einem frisch gebackenen Süßbrot, das verführerisch duftete und ganz fluffig weich war und biß hinein.
"Ja, etwas Schlaf, das würde sogar ich dir jetzt empfehlen und das will was heißen," kicherte sie, kaute und nachdem sie ein zwites Mal abgebissen und geschluckt hatte, sah sie ganz direkt zu Ramses auf.  
"Sag mal, gab es gestern schlechte Botschaften, weil du so früh gegangen bist? Ist irgend was passiert?"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2604 - 02/12/07 um 15:36:10
 
Ramses' Augenbrauen begannen, nervös zu zucken, doch er hatte sich rasch wieder unter Kontrolle dank seines jahrelangen Trainings, andere nicht hinter seine Pharaonenmaske blicken zu lassen.
Nur brachte ihn Bint-Anats Frage nach dieser Nacht fast um den Rest seiner Fassung...
 
"Bint...ähm...," fing er an und ließ seinen Blick über die Speiseschalen schweifen. "Hat deine Mutter dir eigentlich gesagt, wann sie wieder zurückzukehren gedenkt? Ihr habt doch miteinander gesprochen, bevor sie abgefahren ist, oder nicht?"
Er wollte es beiläufig klingen lassen, aber sein -eine Spur zu- hoffnungsvoller Ton verriet ihn...vielleicht wusste ja seine Tochter mehr als er...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2605 - 02/12/07 um 15:45:44
 
Hm, wieso umging er denn ihre doch so klare Frage, stutzte Bint-Anat, aber überlegte dann, was ihr eine Denkerschnute verlieh.
"Also, sie hatte ein wenig zerstreut gewirkt, würde ich sagen. Ramessu und ich haben etwas gebraucht, um ein paar verwertbare Antworten aus ihr herauszubekommen, aber sie sagte etwas davon, daß sie, falls dir das recht sein würde, vielleicht nach ihrem Besuch auf der Domäne nach Pi zurückfahren würde, weil sie es so vermißte. Sie wollte dir schreiben, hatte sie gesagt. Wieso? Hat sie das noch nicht?"
Sie kam nicht umhin, immer mehr zu glauben, daß die beiden sich mehr als über ein paar Flusen in den Ecken gezankt hatten und irgendwie fühlte sie sich unbehaglich!
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2606 - 02/12/07 um 15:50:56
 
"Ja, hat sie," antwortete Ramses und seufzte. "Sie hat mir einen langen, einen sehr langen Brief geschrieben..."
Finsterste Verzweiflung stand in seinem Blick, als er seine Augen endlich von den Schüsseln auf dem Tisch nahm, um Bint-Anat anzusehen.
"Frag mich aber bloß nicht, was der Inhalt dieses Schreibens war..."
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2607 - 02/12/07 um 15:57:52
 
Bint-Anat hob die Augenbrauen an ud ließ das Brot sinken.
"Ach ja," sagte sie überrascht, weil er gerade noch so geklungen hatte, als ob ihre Mutter sich eben noch nicht gemeldet... ah, dann war der Brief von gestern höchstwahrscheinlich von ihr. Was war nur mit ihren Eltern los, seit diesem blöden Brand? Nun mußten wohl die Kinder das in die Hand nehmen!
"Na, wenn du mir nicht sagen kannst, was drin steht, kann ich ihn dann vielleicht lesen?"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2608 - 02/12/07 um 16:02:22
 
"Ja, natürlich..."
Ramses stand auf, ging in sein Schlafzimmer und kam sogleich mit dem zusammengerollten Papyrus zurück. "Hier!" sagte er und reichte Bint-Anat den Brief, ließ sich in seinen Sessel fallen und wandte den Kopf, damit sie nicht sah, daß seine Augen, die er nun zusammenkniff, wieder feucht wurden.
Er drückte Daumen und Zeigefinger in seine Augenwinkel (d.h. seitlich neben der Nasenwurzel...Mann, ist das doof zu beschreiben!), um die Tränen, die nun hervorzuquellen drohten, zu unterdrücken.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2609 - 02/12/07 um 16:18:21
 
"Mann, das ist ja wirklich ein langer Schinken," versuchte Bint die Stimmung etwas zu lockern, die die Tränen ihres Vater zwar wirklich noch nicht entdeckt hatte, aber der sehr wohl seine verspannte und markant gekrümmte Haltung nicht entging.
Weil ihr Vater nicht auf ihren Scherz reagierte, entrollte sie aber die erste der drei Seiten und begann zu lesen.
Schon nach kurzer Zeit zogen sich ihre Augenbrauen immer enger zusammen, sie schob die Lippen hin und her und stützte schließlich ihren Kopf in die Hand.  
Viele der Sätze mußte sie nochmals lesen und brauchte so ziemlich lange und am Ende angekommen schüttelte sie den Kopf und ließ die Hand auf die offene Rolle fallen, die inzwischen auf dem Tisch lag.
"Was ist denn nun kaputt," entrüstete sie sich geradezu, die noch nie tieferen Einblick in die grüblerischen Regionen des Herzens ihrer Mutter bekommen hatte.
"Entschuldige, aber ich glaube, sie spinnt, sie sagt, die Liebe wäre eine Last und gleichzeitig zerreißt es ihr das Herz, nicht bei dir zu sein? Klingt, als wollte sie wohl ein Weilchen... äh, wo auch immer bleiben! Das geht nicht!... aber es paßt zu der Stimmung, in der sie vor der Abreise schon war! Papa, ich würde da nicht so viel drauf geben, vielleicht hat sie es sogar schon bereut, dir solchen Unfug zu schicken!"
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