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Die Stadt des Amun (Gelesen: 607064 mal)
Meritenramses
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2415 - 02/07/07 um 19:45:57
 
Ramses sah auf die Spitzen seiner Sandalen und atmete laut aus.
"Wenn ich wüsste, wo ich anfangen soll zu suchen, wäre es einfacher," gab er zurück und trat einen Kiesel weg, der über die Stufen, die zum Garten führten, nach unten polterte. "Vielleicht ist der König der Götter ja so gnädig und schenkt mir Erleuchtung. Wenn nicht, dann werde ich damit auch irgend wie zurechtkommen müssen. Nach Aswan fahren wir in jedem Fall...ich will endlich mein Leben wiederhaben!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2416 - 02/07/07 um 20:09:19
 
Amuneminet strich sich über die im Laufe des Tages wieder raspelig und stoppelig gewordenen Wangen -wenigstens sein Bart wuchs dichter und üppiger denn je- was besonders durch seine momentan trockenen Hände ein schabendes Geräusch hervorrief.
Ramessu sah hingegen mit einem Mal ziemlich erleichtert aus, denn irgendwie war er gerade nicht ganz in der Materie, mit der sich sein Vater und Ameni befaßten. Wäre er konzentrierter gewesen, hätte er sich sicher mehr mit seines Vaters Äußerungen auseinander gesetzt!
 
Ameni aber nickte jetzt neutral. "Na klar, wie du meinst, ich dachte nur, daß dir ein längerer Aufenthalt bei meinem Vater vielleicht... ach, ich kenne ihn, er wäre selig, aber auf Dauer findest DU dich dort sicher nicht," versuchte er nun wieder zu scherzen, um die Stimmung aufzulockern.
Ob Ramses allerdings in Assuan wieder zurückfand in sein Leben? Das müßte man eben sehen...
 
"Also kann ich mir doch..."
"... Granit mitnehmen, ja, zum Henker nochmal, Ramessu, du bist vielleicht eine Nervensäge heute," lachte Ramses alter Freund und schüttelte amüsiert den Kopf.
"Wenn man Kindern einmal einen Floh ins Ohr gesetzt hat," zog er ihn dann noch weiter auf und Ramses' Zweitältester zog eine entrüstete Schnute.
"Wieso werd ich eigentlich dauernd als minderjährig bezeichnet? Ich bin immerhin über Zwanzig, Mann," maulte er und Ameni lachte weiter.
"Ja, aber nur ein paar Dekaden, das ist ja noch fast neu geschlüpft! Stimme mir mal zu, Sesu!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2417 - 02/07/07 um 20:13:36
 
"Aber sicher," nickte Ramses, aber sein Grinsen wirkte etwas gekünstelt. "Laß uns mal nachsehen, ob er noch Eierschalen hinter den Ohren hat!"
Er zupfte Ramessu am Ohrläppchen, um es zu verdrehen.
"Was meinst du Ameni?" fragte er seinen Freund und zwinkerte ihm zu. "Willst du auch einmal einen Blick drauf werfen?"
 
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2418 - 02/07/07 um 20:35:34
 
Amuneminet stimmte mit schulmeisterhaftem Nicken zu, stand auf und machte ein furchtbar prüfendes Gesicht, während Ramessu versuchte, seinen Vater abzuschütteln und eine beleidigte Miene zog.
"Ihr seid fies, ich habe zwei Ehefrauen und bald zwei Kinder, ich bin im Krieg gewesen... au, laßt das... und schlage mich mit Reichsakten herum... jetzt nehmt endlich die Hände von mir...," beschwerte er sich lautstark und sah gerade jetzt so jungenhaft wie nur möglich aus, weil er furchtbar bockig dreinschaute.
"Oh, WOW, zweifacher Vater... das war deiner mit 17, toll oder? Ich bin gar kein Vater, also was heißt das denn jetzt bitte? Bin ich noch in Planung?"
Ramessu boxte Amuneminet, der erst hinter das Ohr gesehen hatte, das Ramses beim Wickel hatte und dann das andere nun noch in die Mangel nahm.
Der machte einen einbeinigen Sprung rückwärts und schüttete sich schier aus vor lachen.
 
Bint-Anat, die eben durch den Garten schlenderte, sah das Geraufe, was da auf der Terrasse ablief und vor allem hörte sie es.
"Hey, ja, macht ihm mal klar, wie infantil er sich immer benimmt," feuerte sie die Trietzerei Ramessus noch an.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2419 - 02/07/07 um 20:43:23
 
Ramses nickte ernsthaft und ziemlich energisch.
"Ich denke mal, du solltest heute ohne Nachtisch ins Bett gehen!" sagte er und klopfte Ramessu auf den Bauch. "Am besten so die nächsten....hmmm....30 Dekaden!"
 
"Und du, Töchterchen?" wandte er sich an Bint-Anat, ohne jedoch das Herumgezupfe an Ramessus Ohr zu lassen. "Was willst du? Soll ich dich prophylaktisch mal über's Knie legen?"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2420 - 02/07/07 um 20:57:41
 
Bint-Anat lachte auf, warf eine der Blüten des Straußes, den sie eben gesammelt hatte, mit Schwung nach ihrem Vater, die ihn auch an der Brust traf und lief eilig und dabei gackernd davon.
"Lieber nicht, dann kann ich wieder drei Tage nicht sitzen, Papilein," rief sie dabei noch und verschwand im nächsten Moment in Merit-Amuns Übergangszimmer.
 
Ramessu jammerte und quengelte, weil sein Vater sein Ohr einfach nicht loslassen wollte. Er hielt den Kopf ganz schief und hatte die Augen zugekniffen.
"Paaaappaaaaaa... " jammerte er und umgriff das Handgelenk von jenem mit beiden Händen.  
 
Amuneminet lehnte inzwischen an der gegenüber liegenden Wand und hielt sich den Bauch vor Gelächter. Ramessu sah gerade wirklich aus wie Zehn!
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2421 - 02/07/07 um 21:04:04
 
"Jahaaaaa?" fragte Ramses und zwickte Ramessu nun auch noch in die Nase. "Willst du noch länger auf deinen Nachtisch verzichten?"
Schließlich hatte er doch ein Einsehen und ließ seinen Sohn los, um ihm gleich einen Klaps auf den Hintern zu geben.
 
"Ich sollte mich auch bald auf den Weg machen," stellte er mit einem Blick auf die Sonne fest. "Ich denke, ich werde heute nacht auch die Stundenwachen mitmachen," überlegte er laut und sah gen Himmel.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2422 - 02/07/07 um 21:22:35
 
Amuneminet lachte noch, als er zustimmend den Kopf auf und abwarf. Er müßte auch zurück, sein Heimweg war ja noch weiter und nachts waren die Wege draußen auf der Westseite furchtbar dunkel und steinig, mit seinem schwachen Bein wollte er das noch nicht wieder riskieren.
 
Ramessu indess schnaufte froh, daß er endlich aus der Mache seines Vaters entwischen konnte und nahm vorsichtshalber großen Abstand.  
"Ihr nehmt mich überhaupt nicht ernst, dabei seid ihr beide selbst nicht besser, wenn ich an den Nachmittsg im Stall denke, jawohl," nölte er trotzig.  
"Ich gehe jetzt zu meinen Ehefrauen und werde einen schönen, ruhigen Feierabend dort genießen, wie es sich für einen Mann gehört," plusterte er sich auf und war mit einem brummigen Gruß an die beiden verschwunden.
 
"Ein Prachtkerl ist er geworden," lobte Ameni nun und griente Ramessu hinterher.  
"Kannst stolz auf deine Jungen sein, Sesu!" Das sagte er nicht ganz ohne Wehmut!  
"Wir können ja gemeinsam gehen, bist du denn soweit? Die Stundenwachen...?" fiel ihm da jetzt erst auf, aber er versuchte nicht all zu erstaunt zu klingen.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2423 - 02/07/07 um 21:30:45
 
"Ich kann sowieso nicht schlafen, dann kann ich auch daran teilnehmen, oder nicht?" meinte Ramses lässig, als wäre sein plötzlicher religiöser Eifer ganz normal. "Ist doch kein Wunder, wo ich doch die letzten drei Dekaden ver-...hmmm...ausgeschlafen habe!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2424 - 02/07/07 um 21:50:04
 
Amuneminet zog eine Augenbraue hoch und sah zweifelnd drein, aber sagte daraufhin nichts näheres mehr. Er hoffte, daß der Aufenthalt dort seinem Freund helfen würde, irgendwie war er selbst nämlich recht  hilflos diesbezüglich, er wußte ja rein gar nichts von den Dingen, die wohl Ramses Herzen herumsausten!
Er schmunzelte also nur, oberflächlich anzeigend, daß er den wahrscheinlich ebenso oberflächlich gesprochenen Scherz des Königs akzeptiert hatte.
 
Nun stützte er sich aber besser wieder auf seinen Stock, als sie den Palast verließen, denn irgendwie fühlte sich sein Bein gerade an, als hätte Chnum mit dem Emmerbrei gekleckert, als er es gemacht hatte.  
"Du hast drei Dekaden verschlafen, ich wa ans Bett gefesselt, was ist nur los im schönen Kemet? Was sind wir nur für Schlappis geworden," meinte er ironisch und humpelte jetzt ziemlich vorsichtig die Treppen hinunter.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2425 - 02/07/07 um 21:57:46
 
Ramses gab Iryiry einen Wink und der Diener verneigte sich zum Zeichen, daß er verstanden hatte, daß sein Herr gleich aufbrechen wollte.
Er wies ihn jedoch noch einmal darauf hin, daß die erste GKG ihn wegen des Wiederaufbaus des kgl. Wohntraktes sprechen wollte.
"Ach, sag der GKG, sie lebe, sie soll bauen lassen, was sie will!" fuhr Ramses Iryiry ein wenig ruppig über den Mund. "Mir ist das gleich!"
Damit verscheuchte er Iryiry...
 
"Es kann nur besser werden," erwiderte er dann und grinste Amuneminet schräg an. "Feier du mal einen schönen Abend...wir sehen uns dann morgen!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2426 - 02/07/07 um 22:04:03
 
Feiern? Ramses hatte auch nerven, sein Bein schmerzte von der Überanstrengung, er würde jetzt sicher nur noch seine geheiligte Matratze feiern, jawohl! Sich an Tawabet kuscheln und hoffen, daß das dumpfe Ziehen und Pieken um die Stelle herum, wo der Knochen zuvor gebrochen war, morgen wieder weg sein würde!
Auf dem Heimweg allerdings ging ihm Ramses lange nicht aus dem Kopf. Wenn er bei den Göttern Schultz und Zuflucht suchte... ja, es konnte wohl nur besser werden, da hatte er recht...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2427 - 02/08/07 um 07:51:49
 
Ramses war pünktlich zu den Abendriten in Ipet-sut erschienen, die er diesmal ohne den Hohepriester vollzog. Das war ihm sehr recht, denn so konnte er in Ruhe Zwiesprache halten mit seinem göttlichen Vater und ihn bitten, daß er endlich die Schleier der Vergessens lüftete, der auf seinen Erinnerungen lag.  
Was war real und was war nur ein Traumbild?
Wenn er darüber doch nur endlich Gewissheit erlangen würde...
Lange kniete er in demütiger Haltung vor der goldstrahlenden Figur Amun-Ras, die im Licht der Öllampen ein warmes Funkeln aussandte.
Ramses' Stirn berührte die kühlen Fußplatten, seine Hände lagen flach auf dem Boden und so kauerte er eine Ewigkeit vor dem Kultbild...als er sich wieder aufrichtete, um den Schrein zu schließen, das Sanktuar noch einmal zu reinigen und seine Fußspur zu verwischen, fühlte er sich seltsam getröstet...
 
Die Stundenwachen in der Nacht vergingen schnell und als es zu dämmern begann und Wennefer ihn für die Morgenriten abholte, war Ramses immer noch nicht müde....
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2428 - 02/08/07 um 13:45:57
 
Der Sonnenaufgang an jenem Morgen war von seltener Schönheit.
Sonst zumeist von faden Schleiern überzogen und der Landschaft ein blasses, kontrastloses Antlitz verleihend, wenn Ra sich nach seiner Geburt aus seiner Schale befreite, erschien der Himmel heute in dunklem doch leuchtendem Rot, als wäre es der letzte aller Morgen, sich dazu in seine prächtigsten Farben kleidend...  
Wie schön, wie friedfertig waren jene Stunden des Tages, wenn die Natur allmählich erwachte und doch noch nicht ein jedes Lebewesen angestrengt den Geschäften seines Tages nachging.
Ein paar sanfte Winde wehten vom Nordwesten her, dösende Gazellen und Antilopen, die man im Delta kaum zu Gesicht bekam, lugten hier aus den dicht bewachsenen Schilflandschaften rings umher hervor, ein Nilpferd ruhte in friedlicher Eintracht mit zwei Kuhreiern auf seinem Rücken noch nahe des Ufers neben einer einsamen Palme.
Als die Schreie zweier Falken, die über Isisnofrets leise dahingleitendem Boot ihre Kreise zogen, die verschlafene Stille durchdrangen, sah sie nach oben und blinzelte, um besser sehen zu können.  
Sie stand an die süd-östliche Reling gelehnt, dem jungen Tag zugewandt und hatte den Allhern mit erhobenen Armen bei seinem Erscheinen begrüßt. Nun rissen die beiden Vögel mit ihren scharfen, sehnsuchtsvollen und so eigenartig erbaulichen Stimmen sie aus ihrer Meditation.
 
"Sei mir gegrüßt, göttlicher Vater und auch du, strahlender Horus," murmelte sie leise und beobachtete, wie die Falken im Sonnenball, der eben aus dem Horizont tauchte, verschwanden...
Auch die Antilopen erwachten nun zum Leben, sammelten sich mit noch steifen Gliedern zu kleinen Herden zusammen, hoben hier und da wachsam die Köpfe, um nach Feinden Ausschau zu halten und setzten sich schließlich geschlossen flußabwärts in Bewegung.
Isisnofret folgte den Tieren parallel auf dem Boot, schlenderte langsam an der Reling entlang, bis sie am Ende angelangt war und ihren Blick in die Ferne richtete, die sie bereits hinter sich gelassen hatte.
Kein Augenaufschlag trübte ihren Blick, ihre Züge waren nachdenklich, versonnen und vielleicht könnte manch empfindsamer Betrachter in ihren Pupillen sogar sehen, wie sich dort gläsern der Norden spiegelte, nach dem sie sich sehnte und doch südwärts eilte...
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« Zuletzt geändert: 02/08/07 um 18:38:30 von Seleuce »  

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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2429 - 02/08/07 um 17:03:37
 
...und Ramses suchte Vergessen vor der Einsamkeit in eben jener...
Wennefer hatte den Pharao allein gelassen, denn dieser war so in sein persönliches Gebet vertieft gewesen, das er in Gedanken an den König der Götter richtete, daß er nicht bemerkte, daß der Hohepriester sich zum Gehen anschickte...
 
Iryiry wartete derweil mit dem kgl. Gefolge auf seinen Herrn, das ihn zum Palast geleiten sollte, aber Ramses kam nicht...die morgendliche Sitzung der Qenbet war schon längst vorbei, als der Herrscher endlich erschien.
In der kalten Stille des Tempels gelang es ihm Stück für Stück, zu sich selbst zu finden und er erkannte allmählich die Bedeutung der Bilder, die ihn im Traum heimsuchten....
 
Wie müde und durchgefroren er nach der langen Nachtwache war merkte Ramses erst, als er in seinem Arbeitszimmer in der Residenz saß und von Iryiry einen heißen Kräutertee serviert bekam.
Plötzlich wurden seine Augen so schwer....
Aber ach, der Wesir suchte ihn auf mit den Gerichtsakten, die die thebanischen Verschwörer betrafen, die gegen ihn rebelliert hatten.
Er bestätigte die Todesurteile, die die Qenbet gegen die Köpfe des Aufstandes gefällt hatten und gewährte den Delinquenten als letzte Gnade, sich das Leben selbst zu nehmen.
Sie würden enteignet werden und ihr Besitz würde dem Staat zufallen...
Einige der Ländereien und Güter wurde er seinen Töchtern als Domänen überschreiben, beschloß Ramses und hieß Paser, gleich die entsprechenden Urkunden auszustellen....
 
Aber was sollte mit seiner Schwiegermutter geschehen?
Sie war zwar eine eifrige und glühende Befürworterin der Revolution gewesen, der zählte jedoch nicht zu deren Anführern...
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