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Die Stadt des Amun (Gelesen: 581153 mal)
Seleuce
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2385 - 02/05/07 um 21:54:52
 
Amuneminet wirkte ungemein erleichtert. Das war mit weiger Diskussionen einher gegangen, als er erwartet hatte. Weder Tawabet noch Ramses sträubten sich nennenswert, das gab ihm gleich mächtig Auftrieb.
"Ich habe ja auch nicht vor, das Amt wieder abzugeben, eigentlich macht mir die Arbeit Spaß! Aber der Bau ist eben unglücklicherweise in einer ausgesprochen ungünstigen Ecke für meine Wenigkeit! Ein paar kurze Monate werden die mich auf jeden Fall entbehren könne, ich habe gute Männer ausgewählt, das hat mich reichlich Mühe gekostet aber es hat sich gelohnt!"
Er hatte seinen Fladen schon fast aufgegessen und schielte bereits nach dem nächsten!
"Dann sirren wir wieder durch Pi und reiben die Nachbar... oh, dein Kopf? Der Macht dir immer noch zu schaffen, was? Scheint sich wohl nichts geändert zu haben... " Ihm fiel auch auf, daß der Appetit von Ramses nicht sonderlich ausgeprägt war.
"Ist alles wieder im Reinen mit deinen Grazien? Was macht der Neubau?" Herrschaften, er hatte fürchterlich viel nachzuholen!
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2386 - 02/06/07 um 06:19:50
 
"Ach, der Neubau...." Ramses schüttelte verdrießlich den Kopf. "Der Architekt hat mir Pläne vorgelegt, da sträuben sich mir die Nackenhaare! Der will mich in so ein fensterloses Sanktuar einsperren. Wahrscheinlich mit einem abschließbaren Naos als Bettstatt darin..."
Er blickte wieder auf das Essen und entschied sich letztendlich für ein Stück Gurke.
"Ich hab' natürlich abgelehnt," sagte er und nagte an der Gurke herum, spülte das Stückchen mit einem gewaltigen Schluck Wasser hinunter und setzte bitter hinzu: "Mein Kopf? Da hat sich nichts geändert, ganz im Gegenteil...und meine Grazien, wie du meine Gemahlinnen zu nennen beliebst..."
Betont gleichgültig zuckte er mit den Schultern und erklärte im ätzenden Tonfall: "Die gehen beide äußerst sorgsam ihren Pflichten nach...wie es sich gehört. Nefertari...ich weiß nicht, was Nefertari macht...und Isisnofret ist nach Nubien gefahren, um ihre Kühe zu besichtigen. Sie ist so eifrig, daß sie noch nicht einmal Zeit hatte, sich zu verabschieden!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2387 - 02/06/07 um 06:59:45
 
Nefertari ärgerte sich in diesem Moment gerade mit dem Architekten herum.
Der war, nachdem der König verschwunden war, gar nicht mehr so einsichtig wie vorhin in der Qenbet.
Schließlich wurde es Nefertari zu bunt. "Wenn du noch einmal sagst, 'aber der gute Gott muß doch...', dann lasse ich einen Architekten aus Hatti herkommen, der dir zeigt, wie man moderne Bauten plant!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2388 - 02/06/07 um 07:02:47
 
Der Architekt war tödlich beleidigt, überspielte dies aber mit einer Verbeugung, die eine Spur zu tief ausfiel...
"Wenn ihr meint, Herrn," antwortete er und seine Stimme bebte vor unterdrückter Wut. "Daß diese Pläne die Zustimmung des Herrn der beiden Länder finden..."
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2389 - 02/06/07 um 07:08:46
 
"Eher als das hier!" Nefertari zeigte auf die engen Wohnräume, die im Plan des Architekten aufgezeichnet waren. "Der gute Gott hat dir mehrmals gesagt, er wünsche ein Zimmer, das nach draußen offen ist und eine gute Lüftung hat, und was planst du? Einen "Naos", der jetzt vorne und hinten in einen dunklen Gang mündet! Auf welchem Lebenshaus warst du?"
Wenn sie einmal in Fahrt war, war sie eine schreckliche, dunkle Herrscherin, die keine Gnade kannte.
 
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2390 - 02/06/07 um 07:12:47
 
"In einem sehr guten, Herrin!" antwortete der Architekt. "In Memphis, da wo man noch die alten Werte schätzt und ein umfangreiches Wissen vermittelt bekommt!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2391 - 02/06/07 um 14:08:44
 
Amuneminet kratzte sich am Hinterkopf und fuhr sich dann mit der flachen Hand bis zum Nacken, wie es seiner Gewohnheit war, wenn er gemischte Gefühle hatte.  
Wieso fuhr Isisnofret denn ausgerechnet jetzt zu ihrer Domäne? Ohne Verabschiedung obendrein klang das wirklich ein wenig seltsam! Naja, Ramses hatte ihm am Vorabend kurz von seiner Auseinandersetzung mit den beiden Königinnen erzaehlt und die waren mach seiner Erfahrung beide ein wenig nachtragender als sein Freund, der Zoff und Ärger schnell vergaß! Frauen eben, die hatten ihre Launen!
Aber daß Isisnofret sich dann gleich aus dem Staub machte, war sicher wieder der typisch weiblichen Überempfindlichkeit zuzuschieben!
Und Nefertari und er schienen auch noch nicht wieder einen guten Draht zueiander entwickelt zu haben, wie es sich anhörte.
Wenn Ameni älter war und mehr Zeit hätte, würde er einen Erfahrungsbericht darüber schreiben, wie das Zusammenleben mit Frauen sich in der Praxis gestaltete. Das würde jungen Männern, die auf dem Weg waren, sich zu verheiraten, bestimmt gut Dienste erweisen!
 
"Reden wir lieber wieder von Bauwerken, die machen auch anfänglich Mühe, aber wenn sie einmal stehen, dann ste... äh," brach er seinen Vorschlag ab und schmunzelte ironisch. So war das auch nicht, die mußten renoviert werden, stetig gab es etwas auszubessern oder zu erneuern, oder sie brannten gar ab, stürzten ein...!  
Mist, war denn das ganze Leben so ein auf und ab? Gab es nichts, das immer und ewiglich konstant blieb? Er sollte seinem Vater mal ein wenig genauer zuhören, dessen Philosophien und Theorien waren wahrscheinlich lebensnaher, als er bisher angenommen hatte.
 
"Du ißt gar nichts, Sesu, hast du spät gefrühstückt?" Dabei schob er sich voller Appetit den letzten Happen Fladen mit Tahina und Salat in den Mund und griff nun nach dem nächsten Brot, das er anvisiert hatte. "Irgendwie bist du wohl noch nicht wieder ganz auf der Höhe, was?"
 
"PAPA," platzte da völlig unvorbereitet Ramessu in das Arbeitszimmer des Königs und bremste seinen forschen Schritt und seine offensichtliche Eile erst, als er entdeckte, daß sein Vater beim Essen mit Ameni saß.  
Er war verschwitzt und staubig, sein Kopf war hochrot, überall klebte Sand an ihm, scheinbar kam er aus der Garnison.
"Tschulligung, daß ich so hereinstürze, aber es ist ein riesen Aufstand im Stall. Meri-Mut oder Meri-Amun, ich kann die nicht auseinander halten, tobt im Stallhof herum und läßt sich von niemandem beruhigen. Die Burschen haben ihn wohl waschen wollen und er muß vor irgend etwas erschrocken sein... keine Ahnung... jedenfalls traut sich keiner an das Pferd, der schlägt nach allem aus, was sich ihm nähert, einen Pfleger hat er schon verletzt! Nicht mal mit Seilen kriegen sie ihn unter Kontrolle, der ist total durchgedreht," erzählte er herunterratternd und atemlos.
 
"Schöne Sch..." brachte Amuneminet daraufhin nur hervor.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2392 - 02/06/07 um 19:00:23
 
"Nein, ich hab' einfach nur keinen Appetit," antwortete Ramses und aß sein Brot mit Hängen und Würgen endlich doch auf. "Du kannst den Braten meinetwegen aufessen!"
 
Als Ramessu hereinplatzte, konnte sich Ramses eines genervten Stöhnens nicht erwehren. Auch das noch!
Was machten diese Idioten im Stall denn nur mit seinen kostbaren Pferden?
"Ich muß mich dringend einmal nach einem neuen Stallmeister umsehen!" brummte er und winkte Ameni und Ramessu, ihn zu begleiten...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2393 - 02/06/07 um 19:25:29
 
Ramessu-pa-scheri und Amuneminet folgten Ramses natürlich und die drei begaben sich auf dem schnellsten Weg in die königlichen Stallungen. Schon von Ferne konnte man die halb verzweifelten Kommandos verschiedener Pfleger hören, die sich scheinbar erfolglos dem Tier zu nähern versuchten.
In der Tat war es dieses Mal Meri-Mut, der schnaufend, völlig durchgeschwitz, mit drei losen Seilen um den Hals und einer abgerissenen Kupferkette an seiner linken hinteren Fessel im Hof nervöse Runden drehte und gerade wieder mit beiden Hinterbeinen gleichzeitig nach einem der Stallburschen auswarf, der mit einem raschen Sprung versucht hatte, den Hengst an den Seilen zu packen. Der junge Mann sprang im letzten Moment zur Seite und brachte sich hinter dem Verschlag für frisches Grünfutter in Sicherheit, sonst hätten ihn die Hufe des Pferdes prompt am Kopf erwischt.
Wer sich dem Tier auch näherte, dem drehte er abrupt das Hinterteil zu, preßte drohend die Ohren an den Kopf und schien es bitterernst zu meinen mit seinen Warnungen, ihn in Frieden seiner Wege gehen zu lassen.
 
Für Ramses, dessen zweitältesten Sohn und Amuneminet war das fast schon ein komisches Bild, wie da  schätzungsweise 20 Stallpfleger ein jeder in eine der Ecken des Hofes gequetscht standen und der Hengst sich als stolzer und freier Inhaber des Territoriums präsentierte.  
 
Als einer der aufsichtführenden älteren Pfleger den König und dessen Begleiter entdeckte, kam er mit erhobenen, um ruhige Bewegungen erbittenden Armen herbeigeschlichen, dabei das außer Kontrolle geratene Pferd nicht aus den Augen lassend und verneigte sich tief vor Ramses.
"Sie haben alle Angst vor den beiden Hengsten, Herr, daher tanzen sie ihnen auf der Nase herum! Ich bin gerade erst von den Koppeln gekommen und nun haben wir die Bescherung! Sie sagen, er hätte sich vor einem umstürzenden Wasserkrug und dann vor seiner Fußfessel erschrocken! Vergebt eurem untertänigsten Diener, ich war nicht vor Ort, es ist meine Schuld!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2394 - 02/06/07 um 19:34:40
 
"So schlimm haben sich die beiden ja noch nicht einmal aufgeführt, als sie an den Wagen gewöhnt wurden,"  fuhr Ramses den Knecht an. "Was habt ihr mit ihnen gemacht? Oder besser gesagt: was habt ihr NICHT mit ihnen gemacht? Habe ich nicht vor wenigen Tagen angeordnet, daß die Pferde mehr gefordert werden müssen?"
Etwas unschlüssig musterte er den Rappen, der noch nicht so aussah, als hätte er genug von diesem Spielchen...
Aber durchgehen lassen dürfte man ihm diese Unbotmäßigkeit auf gar keinen Fall, sonst entwickelte das nervöse Vieh nachher nur noch mehr Marotten...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2395 - 02/06/07 um 19:53:16
 
"Das haben sie ja versucht Herr, das haben sie versucht! Aber scheinbar traut sich keiner, die Zwillinge auf die Koppel zu schaffen, geschweige denn, sie anzuspannen, sie fürchten sich schrecklich vor den Hengsten," jammerte der augenblickliche höchste verantwortliche Pfleger, der froh wäre, wenn ihm wieder jemand Weisungen geben würde! Manch einer sagte vor vorgehaltener Hand sogar, in diesen Rappen würde der Apep persönlich wohnen, aber das traute der Mann sich selbstverständlich nicht dem König offen zu sagen!
 
Amuneminet sah ebenso überlegend drein, was man am besten machen sollte. Mit der Kette am Bein war Meri-Mut noch einen Zacken gefährlicher, wenn er gezielt auswarf, denn die Kette war noch etwa eine Elle lang und könnte jemanden treffen, wie sie es offenbar auch schon getan hatte, denn einer der Männer weiter hinten hatte eine blutende Schmarre am Oberarm.
Ramessu, der sich mit Pferden im Speziellen überhaupt nicht auskannte, sie lediglich lenken konnte, hielt sich lieber heraus.
Und scheinbar hatten Ameni und Ramses gemeinsam den selben Einfall... Denn sie sahen sich mit einem Mal an und sagten beiden gleichzeitig zu dem Stallvorsteher:
"Schick die Leute vom Hof!" Ameni grinste Ramses daraufhin an, schnappte sich einen blattlosen Palmwedel und warf Ramses die Peitsche zu, die daneben an der Stallwand gelehnt stand.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2396 - 02/06/07 um 19:58:30
 
...und Ramses warf dem verblüfften Ramessu, der überhaupt nicht wusste, wie ihm geschah, Nemes und Uräus zu.
"Halt das!" sagte er und machte eine spitze Schnute, als er sich auch noch seines feinen, langen Gewandes entledigte, das viel zu unpraktisch dafür war, was er und Ameni vorhatten...
 
"Meri-Amun...," säuselte er dann, um die Aufmerksamkeit des Hengstes auf sich zu lenken, der es schon wieder auf einen der flüchtenden Stallburschen abgesehen hatte, und ließ die Peitsche schnalzen...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2397 - 02/06/07 um 20:22:19
 
Als der Hengst das Knallen vernahm, machte er eine Vollbremsung und warf anmutig und eigentlich ungeheuer eindrucksvoll den Kopf in der Luft herum.  
Nein, der hatte noch nicht genug, bemerkte Amuneminet und knallte den Palmwedelstock auf den Boden, entfernte sich kreisförmig um das Pferd herum von Ramses und nahm auf der anderen Seite seine Position ein, während alle anderen Männer fluchtartig den Hof durch die verschiedenen Stalltüren verließen und nur noch durch die Ritzen das Geschehen weiter beobachteten.
Der König würde doch nicht...
 
Oh, aber er würde und so auch sein alter Freund. Sie hatten vor, Meri-Muts überschießenden Kräften ein Ende zu setzen, irgendwann wurde jedes Pferd müde...
 
Wie Ramses Peitsche zum zweiten Mal durch die Luft pfiff, sprang der Hengst mit runden Rücken und allen Vieren gleichzeitig in die Luft, als hätte ihn ein Raubtier oder ein ungebetener Reiter angefallen. Dann sauste er mit eben den selben Bocksprüngen wie sein Bruder vor wenigen Tagen, los und begann seine Toberei von Neuem.  
Ein paar weitere Krüge, die in den Ecken standen, gingen zu Bruch, Holz splitterte an Türen, mal stolperte der Hengst über die Seile, die er hinter sich her schleifte und stürzte, reichlich Staubwolken dabei aufwirbelnd ettliche Male. Solange er sich dabei nicht verletzte, war das aber gar nicht schlecht, denn es kostete ihn immense Kraft, sich immer wieder aufzuschwingen, weil die Peitsche und der Palmwedel ihm keine Rast gönnten.
 
Ramses und Amuneminet schienen mit der Zeit das Spektakel sogar zu genießen und Spaß daran zu finden, das Tier herumzutreiben, das durch den Staub, der in seinem schweißnassen Fell klebte, schon völlig grau geworden war.
Und irgendwann schienen sie den Punkt erreicht zu haben, zu dem sie hatten gelangen wollen.
Nachdem der Hengst zum x-ten Mal wieder auf seine vier Beine gesprungen war, blieb er mit weit geblähten Nüstern, hoch aufgerichtetem Kopf und steil nach oben ragendem Schweif einfach stehen, warf den Kopf ein paar mal herum, blies sich schnaubend den Staub aus den Nüstern und schüttelte sich von Kopf bis Huf.  
Und darauf begann er in wesentlich ruhigerem Schritt den Boden abzusuchen, nun die Pferdeäpfel seiner Artgenossen zu beschnüffeln und den beiden Männern anzuzeigen, daß er jetzt offenbar genug hatte von der lustigen Hetzjagd.
Noch ein paar mal knallten zwar Peitsche und Palmwedel, aber mehr als einen ärgerlichen Trab bekamen sie aus Meri-Mut nicht mehr heraus...
 
"Na also, wer sagt's denn? Der ist doch zahm wie ein Mietzekätzchen," behauptete Amuneminet grienend, der sich vom Staub hustend, jenen vergeblich von seinem Schurz und seinem einstmals weißen Hemd zu klopfen versuchte.
Ramessu, der sich hinter dem Grünfutterverschlag verborgen hatte, begann zu johlen!
"Und nun seinen Bruder," scherzte er lachend!
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2398 - 02/06/07 um 20:31:01
 
"Den übernimmst aber du!" japste Ramses, der ganz außer Puste war.
Langsam ging er auf den Hengst zu, der seinen Herrn nun, als könnte er kein Wässerchen trüben, treuherzig anstupste und sich streicheln ließ.
Ramses streifte dem Tier die Schlingen ab, die ihm immer noch um den  Hals hingen und packte es fest am Halfter, um nach den Stallburschen zu rufen, damit sie sich um den Rappen kümmern konnten.
Er musste dringend abgerubbelt und gesäubert werden!
 
"Und die anderen Pferde bringt ihr auf die Koppeln!" ordnete er gleich an, als sich der erste der Knechte blicken ließ. "Aber hurtig!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2399 - 02/06/07 um 21:00:08
 
Der Vorsteher der Stallungen seiner Majestät kam nun auch wieder aus der Tür des kleinen Verwaltungsgebäudes hervor, in dem er mit dem ehemaligen Stallmeister den Schreibarbeiten nachgegangen war und fuhr die beiden Burschen an die für das Waschen dieser, sowie noch ein paar anderer der Pferde des Königs verantwortlich waren.
Denn diese beiden hatten den Hengst gerade übernommen, der sofort wieder begonnen hatte, zwar trägere aber doch unübersehbare Spirenzien zu machen.
"Die beiden haben ihn einfach nicht im Griff," schimpfte er und überahm das Tier kuzerhand resolut, während sich die anderen Männer in die Spur machten, die restlichen Pferde aus den Ställen zu holen.
Die jungen Männer sahen ziemlich betreten drein, sie waren es ja auch gewesen, die vorgegeben hatten, die Pferde genug zu bewegen, es aber aus Angst dann nicht getan hatten!
 
Ramessu pfiff anerkennend, als die Lage sich endlich entspannt hatte und kam auf seinen Vater und Amuneminet zu.
"Hey, jetzt paßt ihr zu mir," rief er aus und hielt seinem Vater Uräus und Nemes hin. Und da kam auch der Vorsteher wieder herbei, der Meri-Mut an einem Stand angebunden hatte, wo er gleich gewaschen würde.
"Wenn ich eine Bitte mit Verlaub äußern dürfte, eure Majestät... wir brauchen dringend einen neuen Meister, der wieder für Ordnung sorgt!"
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