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Die Stadt des Amun (Gelesen: 659484 mal)
Baket
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2145 - 02/01/07 um 22:31:45
 
"Ich höre immer 'Opa'. Wieso andauernd 'Opa'?" schüttelte Baket den Kopf eher zu sich, als zu jemand bestimmten, als das Essen angerichtet wurde.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2146 - 02/01/07 um 22:32:02
 
Amuneminet wunderte sich, daß nur zwei Gedecke aufgetischt waren -das hieß zwei Servietten- und sah der Dienerin, die eben die Handwaschschüsseln auf dem Tisch abstellte verwundert an.
"Entschuldige kurz, Sesu... Meine Gemahlin? Wo ist sie denn? Und die Kinder?"  
Die Frau erklärte dei Wünsche, die die Herrin des Hauses geäußert hatte und Amuneminet war etwas befremdet davon. Ja gut, im Haus hatte er nur selten geschäftliches zu besprechen, aber er mochte es gar nicht, wenn nicht alle beisammen waren, dann fühlte er sich so separiert!
Er stand kurz selbst auf und lief zu Tawabet und den anderen herüber, rief ihnen durch die Tür hindurch zu, sich doch zu ihnen zu setzen, lachte seine Frau verwundert an und ging dann schon voraus wieder zurück.
"Dann hat Paser dich wohl noch nicht darüber unterrichtet. Ich hab es gestern in den Berichten gelesen, die ich wegen meiner Abwesenheit mal über meinen Tisch habe gehen lassen! Aber solange du die Strecken nicht abhumpeln mußt und mit Gehstock über den Schutt klettern, geht es doch noch, mein Freund! Ich glaube, so manch anderer deiner Vorgänger hatte im hohen Alter ein schweres Los damit!" Er grinste, schlürfte einen Schluck des Weines, was für ihn völlig selbstverständlich war und begann zu essen. Ramses konnte er sich irgendwie nicht recht als alten Mann vorstellen!
 
**************
 
Während dessen hatte sich Isisnofret, nachdem sie Nefertaris Antwort erfreut gelesen hatte, mit Iryiry beraten, was ihr alles im Palast aufgefallen war. Die Gästezimmer, die sie ja durch die Notwendigkeit, im Augenblick selbst dort zu wohnen, nun mal wieder hatte in Augenschein nehmen können, bedurften zusätzlich zur allgemeinen Verbesserung der Reinigung auch noch der Renovierungen. Da der königliche Wohntrakt ohnehin völlig neu aufgebaut wurde, könnte sich eine solche Überholung der anderen Wohnräume danach problemlos anfügen!  
"Ich bin entsetzt, Iryiry, in welch schlechten Zustand die Räumlichkeiten sind. Wenn wir hochbetuchte Gäste bekommen, müssen die ja annehmen, wir wären unserer Dienerschaft ledig und arm! Das ist aber eigentlich auch deine Aufgabe... ich weiß, du bist in letzter Zeit mit ganz anderen Dingen beschäftigt gewesen, dein Herr hat dich völlig ausgelastet, daher sehe ich ein, daß du dich nicht auch noch darum kümmern konntest, aber jetzt müssen wir das in die Hand nehmen, solche Schlamperei kann ich nicht durchgehen lassen!"
 
Und dann begann sie ihm aufzuzählen, was ihr alle negativ aufgefallen war. Es fing bei fleckigen oder porösen Bettlaken und Vorhängen an, staubigen Ablagen und Teppichen, die Steinböden waren sicher schon ewig nicht mehr mit Bürsten geschrubbt worden und daher fleckig abgedunkelt, die Zimmerwinkel starrten vor Dreck! Überall hatte sie Spinnweben entdeckt, die drei Zimmer, die über den Luxus eines Badezimmers verfügten, waren scheinbar noch viel weniger beachtet worden. Dort sah man die Überreste, die undichte Salbtöpfe auf den Ablageflächen hinterlassen hatten, die Badebecken hatten Ränder und von den Terrassen ganz zu schweigen, die allesamt vollkommen eingestaubt waren. Wenn man sich dort auhielt dauerte es nicht lange und man glich einem Bauern auf dem Feld, zumindest drückte sie sich so drastisch aus.
 
"Sieh dir meine Finger an, sieh sie dir an," forderte sie und zeigte jene vor. In der Tat machten ihre Hände den Eindruck, als käme sie eben von der Gartenarbeit zurück und wenig darauf warf sie sie aufgebracht in die Luft.
"Das ist das Haus des guten Gottes, er lebe, sei heil und gesund! Reinheit, Iryiry, das weißt du am besten von allen, ist eines der obersten Gebote und nun bietet sich mir solch ein Bild in den Hallen, in den der Reinste unter uns wandelt! Das müssen wir beheben, jetzt, da die schlimmste Zeit vorüber ist! Du hast vollste Autorität Entlohnungen zu kürzen, Dienstboten auszutauschen, Strafen zu verteilen, wie sie dir angemessen erscheinen, aber kümmere dich darum, mach ihnen Feuer unter dem Hintern! Ach und unpünktlich ist ein Großteil auch geworden. Hast du bemerkt, daß die Hälfte der Dienerschaft inzwischen erst zwei Stunden nach Sonnenaufgang auftaucht? Wir können ja froh sein, daß wenigstens die Köche da sind, um Brot für das Frühstück zu backen, sonst hätte ich das wohl heute Morgen selbst machen müssen und dann im Garten meine Früstücksfrüchte selbst gepflückt!"
Sie wußte, daß sie streng klang und war sich im Klaren, daß der junge Mann durch Ramses' indisponenten Zustand keine Schuld an den Vorgängen im Palast trug, aber ihr Unmut über all das bezog sich nicht auf Iryiry persönlich, sondern auf den Zustand des Hauses. So ging das einfach nicht weiter!
"Und wo wir gerade vom Garten sprechen... ach, aber dazu komme ich später!" Auch da hatten sich überall Schmutzwinkel eingestellt, aber alles Schritt für Schritt...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2147 - 02/02/07 um 06:40:59
 
Bei Amenis Worten war ein Schatten über Ramses' Gesicht geflogen.
"Nein, ich bin über nichts informiert, was in letzter Zeit hier geschehen ist," erwiderte er. "Wie auch?"
Er war ja erst vor drei Tagen aus seinem tiefen Schlummer geholt worden und bislang nicht in der Lage gewesen, sich um irgendetwas zu kümmern. Zu sehr war er damit beschäftigt gewesen, zu begreifen, was mit ihm geschehen war
Wenn er jedoch über den Sinn dieser Bilderfetzen und bruchstückhaften Szenen, an die er sich erinnern konnte, nachdachte, verfiel er nur wieder in Schwermut, was seinem optimistischen, positiven Charakter eigentlich widerstrebte.
Von daher war er dazu übergegangen, all das zu verdrängen und Vergessenheit zu suchen...
Heute fühlte er sich bis auf leichte Kopfschmerzen einigermaßen wohl und klar, was seiner Meinung daran lag, daß er beschlossen hatte, mit seiner stetigen Grübelei aufzuhören.
Deshalb winkte er auch ab:
"Ich zweifle nicht daran, daß Paser mich in allernächster Zukunft in Kenntnis setzt. Wahrscheinlich kommt soviel Arbeit auf mich zu, daß ich mir wünschen werde, doch weitergeschlafen zu haben!"
Er grinste schräg und stand auf, als Tawabet und Baket mit den beiden Kindern hereinkamen.
 
"Siehst du!" sagte Tachat grimmig und sah vorwurfsvoll zu ihrer Großmutter auf. "Ist WOHL der Opa! Ich habe nicht gelügt!"
 
********
 
Jetzt, wo die GKG ihn auf diese Mißstände aufmerksam machte, fielen sie Iryiry auch auf.
Ehrfürchtig und voller Demut neigte er seinen Kopf vor Isisnofret.
Es war kein Wunder, daß ihren Augen diese Details nicht entgingen: sie war doch die Königin und besaß darum ein wesentlich größeres Wissen und Kenntnis von den Dingen als die gewöhnlichen Domestiken!
 
"Oh, ihr seid so klug und weise, Herrin!" hauchte Iryiry bewundernd. "Natürlich habt ihr recht! Alles, was ihr sagt, wird getan werden, alles Reine nach eurem Wunsche!"
Und damit verbeugte er sich noch tiefer vor Isisnofret und harrte ihrer genauen Anweisungen, die er selbstverständlich wortgetreu an die Dienerschaft weitergeben würde!
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2148 - 02/02/07 um 07:03:22
 
Tawabet beugte sich zu Tachat herunter. "Ja, natürlich, Tata!" sagte sie.
Dann begrüßte sie Ramses, ähm, Raia. Wie gut, dass der Krieg endlich vorbei war und die Männer heil zurück!
Aber Ramses hatte abgenommen, als wäre er lange krank gewesen. Das entging ihrem Blick als Heilerin nicht.
 
 
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2149 - 02/02/07 um 07:11:18
 
Amuneminet, dem wohl entfallen war, daß sich Ramses als "Raia" angemeldet hatte, sprach diesen weiterhin mit "Sesu" an und forderte ihn auf, sich zu bedienen: "Hier, Sesu, willst du ein Stück Brot?"
Ramses nahm sich einen Fladen, dankte Ameni und warf einen prüfenden Blick auf Baket, die Sethi auf dem Schoß hatte.
Der Kleine ließ sich bereitwillig von ihr ein Stück Gemüse in den Mund stecken und machte erstaunlicherweise kein Theater.
Offensichtlich hatte die junge Frau ein Händchen für Kinder!
"Und das ist in echt mein Opa," verkündete Tachat im besserwisserischen Tonfall und tippte Baket ununterbrochen auf den Arm. Die Kleine war immer noch stinkig, weil man ihr keinen Glauben geschenkt hatte. "Der Papa von meinem Papa...und Opas Papa war der Opa von meinem Papa, so ist das nämlich!"
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« Zuletzt geändert: 02/02/07 um 09:30:14 von Meritenramses »  


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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2150 - 02/02/07 um 16:55:32
 
Baket fütterte den kleinen Sethi, blickte dabei ber immer wieder zu dem rätselhaften Besucher. Dann beugte sie sich zu Tawabet. "Verzeih mir, aber was ist hier eigentlich los? Ich meine, Dein Mann nennt Raia zwischendurch 'Sesu' und Tachat besteht darauf, daß es 'Opa' ist. Ich dachte, die Kleinen sind aus dem Königshaus. Ähm..." Sie beugte sich etwas näher an Tawbet und redete noch leiser.
"Was hat das alles hier zu bedeuten und wer ist dieser Besucher? Ich habe das Gefühl, daß das nicht wirklich 'Raia' ist. Ist er ein Gesandter des Königs?"
Daß es der König in Person ist, das konnte sie sich wirklich nicht träumen. Ein Mann inkognito, aber bestimmt aus dem Palast.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2151 - 02/02/07 um 18:29:03
 
"Ich möchte," hob Isisnofret wieder an, "daß ab morgen von einem Schreiber verzeichnet wird, wann jeder einzelne Dienstbote zu seiner Arbeit erscheint. Jeder hat sich bei diesem Beamten zu melden, bevor er zu arbeiten beginnt. Kommt einer länger, als der Sonnenstand zuläßt, zu spät... sagen wir, wenn die Schatten hier stehen," dabei zeigte sie eine kurze Distanz von einem Stuhl auf der östlichen Terrasse, die die Schatten etwa eine halbe Stunde nach Sonnenaufgang haben würden, "dann wird demjenigen kurzerhand der Tageslohn gekürzt. Kommt es öfter vor, gibt es keine außerordentlichen Zuwendungen bei Festen mehr! Das ist den meisten hoffentlich eine Leere. Ich glaube nicht, daß es sich jemand lange leisten kann, seine Entlohnung zum Teil einzubüßen, nur um länger auf der Matte liegen zu können."
Nun setzte sie sich auf den Stuhl, zu dem sie eben mit Iryiry gegangen war und wies auf die anderen Terrassen, die man von hier gut sehen konnte.
"Was mit denen geschieht, die nicht gewissenhaft genug arbeiten, entscheide du! Ich weiß, dein Sinn für Sauberkeit ist sehr fein. Urteile über jene, die schlampige Arbeit an den Tag legen und bestrafe ebenfalls mit Getreidekürzung oder längerem Dienst... oder.. ach, du weißt sicher selbst am besten, wie die Dienerschaft zu besserer Arbeit angehalten werden kann. Begonnen wird in den Räumlichkeiten, die mein Gemahl, seine Majestät und dein Herr, er lebe ewig, selbst bewohnt, denn auch jene sind von genannten Dingen nicht verschont, auch wenn deine direkten Untergebenen dort bessere Arbeit geleistet haben. Danach folgen die Zimmer der ersten GKG, sie lebe, dann meine, dann die der Prinzen und Prinzessinnen und so weiter! Und versäume nicht, alles mit eigenen Augen zu prüfen, Iryiry, stehe hinter ihnen und zeige ihnen notfalls selbst, wo sie mehr als schlechte Arbeit geleistet haben und wie sie das verbessern müssen."
Und wieder holte Isisnofret Luft, aber das war wohl erstmal genug für den AUgenblick, schoß ihr dann durch den Kopf. Also schloß sie ihre Anweisungen ab.
"Ich will, daß die erwähnten Räumlichkeiten in 5 Tagen blitzen, dann werde ich nochmals selbst prüfen und mich weiter mit dir beraten, wenn noch nicht zu unserer Zufriedenheit gearbeitet worden ist! Und wenn du so gut bist und mir nun den Obersten der Wäschekammer schickst, sowie den Obersten der königlichen Weberei des Harems!"
 
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Erst jetzt fiel Amuneminet, anhand von Bakets plötzlicher, auffälliger Flüsterei, auf, daß er Ramses bei seinem  Kosenamen genannt hatte und er hob über sich selbst verärgert die Augenbrauen an.
Nuna ja, lange würde es sich ohnehin nicht verheimlichen lassen, wie eng er mit dem König vertraut war und auch nicht, daß jener gern einmal verdeckt Visite machte... wenn das hier in Theben auch zum ersten mal geschehen war! Sawnebef, der erst Ramses nachschenkte und dann ihm selbst, wußte selbstverständlich schon seit Jahren von der engen Freundschaft seines Herrn zum Herrn der Herren, auch der Rest der Dienerschaft im Haus, war aufgeklärt, irgendwann wüßte es auch Baket. Aber seinen alt eingesessenen Dienern vertraute er, wohingegen er die junge Frau eben noch nicht kannte... und eine gewisse Skepsis hatte er sich durch seine frühere Position als oberster der Medjai eben angeeignet!
Tachat machte es aber auch nicht einfacher...
Verstohlen sah er nun zu Ramses hin, um in dessen Zügen ablesen zu können, wie der nun reagieren wollte.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2152 - 02/02/07 um 18:45:12
 
Iryiry schien plötzlich Flügel bekommen zu haben, so eilig sauste er los...
Die beiden Verwaltungsbeamten standen im Nullkommanichts vor der zweiten GKG und blieben in demütig gebeugter Haltung vor ihr stehen, nachdem sie sie dem Hofprotokoll entsprechend ordentlich begrüßt hatten.
Nun warteten sie darauf zu erfahren, was Isisnofret von ihnen wollte.
 
Iryiry hingegen wetzte und hetzte weiter, um die Putzkolonnen auf Trab zu bringen.
Er hatte es sich in den Kopf gesetzt, daß HEUTE ABEND schon die Gemächer der kgl. Familie auf Vordermann gebracht sein würden...
 
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Aber Ramses grinste Ameni ganz unbekümmert an.
Wenn man sich ihn genauer betrachtete, käme man sowieso dahinter, wer er war, denn er trug nicht nur Isisnofrets Ring am kleinen Finger, sondern daneben auch seinen Siegelring mit den Hieroglyphen seines Geburtsnamens.
"Das Fleisch ist sehr gut," wandte er sich mit einem charmanten Lächeln an die Herrin des Hauses und stupste Ameni an, nachdem er von dem Wein gekostet hatte. "Ka-en-Kemet?"
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Tawabet
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2153 - 02/02/07 um 18:53:34
 
Tawabet war Bakets Verhalten ziemlich peinlich. Sie konnte jetzt schlecht mit der Wahrheit herausplatzen, denn solange der König sein Incognito aufrechterhalten wollte, konnte sie ihm ja nicht in die Quere kommen.
Sie ging deshalb gar nicht auf Bakets Geflüster ein, sondern nickte nur stumm zu ihren Worten.
Vielleicht hatte sie nachher Zeit, dem neuen Kindermädchen alles zu erklären.
 
Dann lächelte sie Ramses zu. "Danke, Raia!" sagte sie.
"Oma, das ist der Opa!" Tachat schien richtig empört zu sein, dass alle so taten, als erkannten sie Ramses nicht.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2154 - 02/02/07 um 19:08:06
 
"Meine Herren, was habt ihr denn dazu zu sagen," fragte Isisnofret beide Männer, wie sie da stramm nebeneinander standen. Sie stand beton entspannt auf, ging zu einem Sessel in dem kleinen Wohnzimmer und zum Vorschein kam ein gefaltetes Laken, das sie mit einer schwungvollen Bewegung vor den Verwaltern ausbreitete und es mit seitlich ausgestreckten Armen vor sich hielt. Die Sonne beschien es wunderbar und man konnte die unzähligen, gelblichen Flecken, die sich darauf befanden, deutlich erkennen. Die Ecken hatten zum Teil Mottenfraß und waren ausgefranst und in der Mitte war ebenfalls ein kleines Loch erkennbar.
"Nicht, daß ich jenen wunderbaren Stoff etwa aus dem Regal für Putzlappen entführt hätte, meine Lieben, nein, dies hier," sie wedelte nun mit dem Laken elegant herum, wie mit einem kostbaren Tuch aus feinstem Gewebe, "befand sich auf dem Bett des Prinzen Chaemwaset, noch gestern Abend! Darf ich genauer erfahren, wie es sich dort hingeschlichen hat?"
Sicher war dafür auch der Diener ihres Sohnes mit verantwortlich, aber wenn sie so heranginge, mußte sie gleich alle Angestellten des Hofes im Audienzsaal zusammenscharren, um sie geschlossen zusammenzustauchen!
 
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"Hmm," machte Amuneminet zustimmend auf Ramses' Frage und dachte sich keinen Augenblick etwas dabei... "Ein jüngerer, glaube ich! Ich bin dir zu Dank verpflichtet, das Tröpfchen ist wirklich vom feinsten!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2155 - 02/02/07 um 19:14:53
 
Ramses hatte die beiden tuschelnden Frauen amüsiert beobachtet und nickte Ameni dann zustimmend zu.
"Ja, ist es..." meinte er. "Ich sollte den Rest aus den Magazinen mei...äh...des Millionenjahrhauses räumen lassen, bevor noch mehr wegkommt!"
 
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"Nun, Herrin!" erklärten die beiden wie aus einem Munde. "Bei dem Feuer sind eben die neuen und guten Laken alle verbrannt. Und die Webereien haben bislang noch nicht ausreichend neue Bettwäsche liefern können."
Sie verneigten sich so tief, daß ihre Nasen fast ihre Knie berührten.
"Die wenigen ordentlichen Tücher, die wir neulich bekommen haben, sind in die Wäschekammer seiner Majestät, des Königs, er lebe, sei heil und gesund, verbracht worden!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2156 - 02/02/07 um 19:26:40
 
Das wurde Baket zu bunt. Die amüsierten Blicke, der auffällig große Mann, das kurze Stottern manchmal, Tawabets Schweigen... Sie beschloss, das ganze zu ignorieren. Es was offensichtlich etwas, das nichtfür sie bestimmt war, also wollte sie nicht weiter in sie dringen und stellte Tawabet auch keine weiteren Fragen.
Ganz offensichtlich wendete sie sich vom Interesse an diesem Mann ab.
"He, Tachat, komm her. Willst Du von mir auch gefüttert werden?" grinste sie.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2157 - 02/02/07 um 19:29:30
 
Diese Ausrede gefiel Isisnofret aber nicht.
"Sind sie das! Braucht mein Gemahl, seine Majestät, unser König, er lebe, sei heil und gesund, denn acht Laken täglich," wollte sie mit gütigster, und nach unten trudelnder Stimme wissen. Sie hatte gezählt, wie viele noch brauchbar waren, etwa zwölf von den Unmengen, die es hier einmal gegeben hatte, waren es noch und acht davon befanden sich in der Tat in Ramses' Übergangsräumlichkeiten, die anderen bei Nefertari und ihr.
"Aber das werde ich wiederum an den Leibdiener seiner Majestät weitertragen..."
Sie war normalerweise nicht überpingelig, aber wenn sie etwas nicht vertragen konnte, war es Unsauberkeit in ihrem Lebensraum. Nicht nur war es aus rein kultischen Gründen nicht akzeptabel, sie war auch sehr reinlich herangezogen worden, wenn es um den Bereich ging, in dem sie lebte.
"Es ist aber schon traurig, daß man nicht mehr als 12 neue Laken in diesen letzen Dekaden hat herbeibringen können... werden denn derzeit Lieferungen aus den Webstuben des Reiches erwartet? Wieso sind die Damen des Harems nicht längst beautragt worden, neue Laken zu weben? Vor Dekaden hätten sie schon damit beginnen könne, aber die Tagesreporte sagen davon nichts!"  
 
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"Ach, dafür bist du wohl jetzt auch zuständig," stärkte Ameni nun Ramses' Berichtigung und sah ihn vielsagend an. "Willst du Chnumemhab und mir in die Suppe spucken?"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2158 - 02/02/07 um 19:30:42
 
"Tata ist schon groß!" behauptete Tachat und schaute zu ihrem Opa Ramses hinüber.  
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #2159 - 02/02/07 um 19:36:39
 
"Es geht eben nicht voran," stammelte der Oberste der Webereien. "Die Aufträge sind erteilt, aber noch nicht ausgeführt worden. Die Damen arbeiten aber jeden Tag," versicherte er der GKG schnell und senkte den Blick.  
 
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"Neeee, ich will auch etwas von meinem Wein abbekommen, wo der doch anscheinend so begehrt ist," grinste Ramses und nahm zur Bestätigung einen kräftigen Schluck. Da er allerdings schon lange keinen Alkohol mehr genossen und zudem einiges an Gewicht verloren hatte, bemerkte er jetzt schon die Wirkung des Bas der Hathor...
 
"Ich weiß nicht, Kleines," antwortete er Tachat und stellte den Becher auf den Tisch. "Wahrscheinlich hat dein Vater noch viel zu tun!"
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