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Die Stadt des Amun (Gelesen: 659252 mal)
Meritenramses
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1935 - 01/26/07 um 21:09:36
 
"Nein, mein Prinz," versicherte Iryiry Amunherchepeschef. "Er atmet doch und sein Herz schlägt. Ihr braucht euch keine Sorgen zu machen."
Da er immer noch nicht verstanden hatte, was eigentlich genau mit seinem Herrn geschehen war, konnte er Amuni auch keine genauen Auskünfte geben.
Das, was Amunhotep versucht hatte, ihm begreiflich zu machen, war einfach zu kompliziert gewesen..
 
*****
 
Kurz nachdem Nefertari und Paser eingetroffen waren, erreichte auch der Bote Wennefers die Villa.
Er erklärte der Königsfamilie, daß der erste Gottesdiener alle notwendigen Vorbereitungen getroffen und eine kleine Schar von vertrauenswürdigen Priestern ausgewählt hätte, die ihm bei den notwendigen Zeremonien assistieren sollten.
Man möge ihm nur Bescheid geben, wann das Ganze vonstatten gehen sollte...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1936 - 01/26/07 um 21:17:21
 
"Morgen!" sagten Paser und Nefertari im Chor. "Wir wollen den König, er lebe, so schnell wie möglich heil und gesund unter uns haben!"
"Soll ich ihn schon vorbereiten?" fragte Iryiry dienstbeflissen und verbeugte sich dabei tief vor der Königin und dem Wesir.
"Sicher! Ich denke, er wird vollkommen wab sein müssen für diese Zeremonie!" antwortete die 1. GKG.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1937 - 01/26/07 um 21:21:02
 
Früh am nächsten Morgen...
Iryiry hatte den Leib seines Herrn von allen Körperhaaren befreit, sein Haupthaar geschnitten, die Finger- und Fußnägel säubern und feilen lassen. Bei der anschließenden Reinigung assistierte ihm ein Kollege.  
Gemeinsam stellten sie Horus und Thot da, die nun warmes Wasser über den schlafenden König gossen, um ihn von allen irdischen Makeln zu säubern.
"Ich reinige dich mit diesem Wasser, damit dir jedes Leben und Herrschaft, jede Dauer, jede Gesundheit und Glück zuteil werden!" sagte Iryiry feierlich.  
Und sein Kollege fügte hinzu: "O Wasser, mögest du diese verderblichen Unreinheit vom König abwaschen! O Hapi, mögest du die Krankheitskeime wegwaschen, die ihn bedrohen! Der du das Gesicht von Horus wäschst, der du das Gesicht von Seth abwischst, der du das Gesicht von Neith wäschst, der du das Gesicht der Weberinnen abwischst, mögest du selbst das Gesicht des Königs waschen, wie das Gesicht des Königs, wenn er die Wrr.t-Krone trägt!"
Danach salbten sie Ramses neunmal mit heiligen Ölen: der Krönungssalbe des Stufenthrones, der Krönungssalbe von Nechbet:
"Dann kommt das Öl, das die Haut verfeinert.
Dann kommt der Schutz, der dem Sohn der Isis gehört, wenn er als Re gekrönt wird.
Die Zerstörungen der Sachmet können ihn nicht erreichen.
Und auch nicht die mordenden Dämonen der Bastet.
Seine Schutzmittel sind in seinem Fleisch.
Kein Übel erreicht ihn, denn der Gott ist groß in seinen Gliedern!
O Sachmet und Bastet, rettet den König vor Unreinheiten, vor Bitterkeit und vor allen üblen Gefahren dieses Jahres!
Horus, Horus, Sohn der Sachmet, umgebe den Körper des Königs mit der Fülle seines Lebens!
"
 
Die Salbe aus reiner Erde von Heliopolis wurde herbeigebracht, die Salbe mit rotem Quarzit, Weihrauch und reiner Erde von einem heiligen Ort, die Salbe mit Tjehenetmineral und Ladanum...
 
"Edel ist das Haupt wie das des Sohnes der Isis!  
Oh König, deine Augen sind die Augen der Götter.
Du bist es, der das ganze Land erleuchtet und die Dunkelheit von der Menschheit vertreibt,
wenn du mit deiner magischen Macht erscheinst!
"
 
Iryiry bekleidete seinen Herrn mit einem einfachen weißen Gewand und verhüllte dessen roten Schopf mit einem weißen Kopftuch, dann gab er den Sänftenträgern bescheid, damit die den immer noch schlafenden König nach Ipet-sut bringen konnten, wo der zweite Teil der Zeremonie stattfinden sollte, die den Leib Ramses' wieder mit dem kgl. Ka vereinigen sollte...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1938 - 01/26/07 um 21:29:05
 
Die beiden Königinnen und die Kinder des Königs schritten hinter der Sänfte her.
Amunherchepeschef führte die anwesenden Königssöhne an, seine Schwester Bint-Anat wie immer die Königstöchter. Zu seiner großen Überraschung war auch Ramessu in Theben eingetroffen, nebst seinen beiden Gemahlinnen.  
Ramessu war natürlich auch eingeweiht worden, wie überhaupt alle Kinder des Königs von der Krankheit ihres Vaters erfahren hatten.
 
Als sie den Tempel erreichten, blieben Ramses' Familienangehörige im Vorhof zurück, während die Sänfte weiter in den Tempel hineingetragen wurde.
Amuni strich sich unauffällig die Seitenlocke gerade. Hoffentlich klappte alles! Hoffentlich wachte sein Vater tatsächlich wieder auf. Sonst müßte er... nein, daran wollte er jetzt wirklich nicht denken!
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1939 - 01/26/07 um 21:37:00
 
In Ipet-sut angekommen, wartete die kgl. Familie im Vorhof, während die Priester den leblos erscheinenden Körper des Königs in Empfang nahmen und in das Innere des Tempels brachten.
Man legte Ramses zu Beginn einen roten Leinenschal um den Hals, der mit 30 Weißen Kronen und 30 Roten Kronen bestickt war.
Sie banden ihm Fayenceamulette um und setzten ihm das Sesched-Diadem auf, zogen ihm weiße Sandalen an und gaben ihm das Heqa-Szepter in die Hand.
Nun kam der wichtigste Teil des Rituals -das Aufsetzen der Kronen ließ man dieses Mal aus, es galt ja nicht, dem König die politische Macht zu überantworten, sondern ihn wieder mit seinem Ka zu vereinen...
 
Ramses wurde erneut mit einem nach Ladanum duftenden Öl gesalbt und ein Halsschmuck angelegt, wobei die anwesenden Priester unter der Leitung Wennefers den langen Hymnus an Horus rezitierten, währenddessen im Schlachthof der prächtig geschmückte Stier sein Leben lassen musste...
 
Erwartungsvoll warteten die Priester ab, als die letzten Worte des Hymnus verklungen waren und der König plötzlich einen tiefen, abgehackt klingenden Atemzug tat, der fast schon überlaut in der heiligen Stille des Tempels wiederhallte.
Er schnaufte und leckte sich über die Lippen, dann schlug er die Augen auf...
Zuerst sah er gar nichts...er blinzelte und kniff die Augen zusammen...
Wennefer und Bakenchons beugten sich über ihn und Ramses zwinkerte irritiert...er sah ihre Gesichter zuerst nur als helle, leuchtende Ovale, dann wurde das Bild schärfer...
Es dauerte jedoch noch einige Zeit, bis sein Verstand das erfasste, was seine Augen sahen und er den Hohepriester und den Gottesvater erkannte, die ihm nun aufhalfen und stützten, als er sich hinsetzte...
"Eure Majestät, mein Herr?" hörte er Wennefers Stimme wie aus weiter Ferne. "Könnt ihr mich hören?"
Ramses wollte antworten, sein Mund öffnete sich, aber er bekam nur ein leises Flüstern heraus: "Ja."
 
Man reichte ihm nun ein jAw.t-Zeichen aus weichem, zerkautem Brot, das er essen sollte.
Immer noch verwirrt, weil er noch nicht ganz begriffen hatte, wo er war und was genau mit ihm geschah, folgte Ramses den geflüsterten Anweisungen Wennefers und aß das jAw.t-Zeichen.
Dann wiederholte er mit heiserer, rauher Stimme, was Wennefer ihm vorsagte:
"Meine Regierungsmacht gehört mir!"
Viermal sprach er diesen Satz aus, der sein Königtum bestätigte und die Verbindung seines Leibes mit dem kgl. Ka festigte, und zwar jedes Mal, wenn er eines der Symbole, die aus verschiedenen Speisen geformt waren, zu sich genommen hatte.
Dumpf blitzte die Erkenntnis in ihm auf, daß er das alles schon einmal erlebt hatte, als man ihm half, sich wieder hinzulegen, denn nun wurde er mit den königlichen Insignien versehen, die unter den Kopf des Königs gegeben werden, wenn er liegt.
Nach den abschließenden Riten, wobei er auch von dem Fleisch des Stieres, der von Amuni gefangen und der während der Zeremonien eben geschlachtet worden war, essen musste, verließen der König und der erste Gottesdiener das Innere des Tempels.
Erleichtert und froh nahm Wennefer zur Kenntnis, daß die heiligen Riten offensichtlich erfolgreich verlaufen waren:  
Ramses war wieder erwacht, auch wenn er noch sehr geistesabwesend wirkte, und trug das Königsornat, ohne daß es ihm irgendeinen Schaden zufügte...
 
Schließlich geleiteten ihn die Priester nach draußen...
Die kgl. Familie sah gespannt zu dem großen Tor hin, dessen Flügel sich nun öffnten...
Ramses trat auf die Schwelle und blieb stehen.
Er kniff die Augen zusammen, weil die Nachmittagssonne ihm direkt ins Gesicht schien und ihn blendete.
Die Strahlen der Sonne wurden von dem Uräus an seiner Stirn reflektiert, so daß es aussah, als wäre er von einer goldenen Korona umgeben...
Schließlich neigte er den Kopf und schritt langsam weiter, gefolgt von den Priestern, die sorgsam darauf achteten, nicht in seinen Schatten zu treten, und blieb wieder stehen, als die Sonne endlich von einer der flatternden Fahnen an den Masten vor dem ersten Pylon (also das, was damals der erste Pylon war) verdeckt wurde und er etwas erkennen konnte...
Nun endlich wurde er seiner Familie gewahr, die auf ihn gewartet hatte...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1940 - 01/26/07 um 21:46:48
 
Ein freudiges Lächeln breitete sich auf Nefertaris Gesicht aus. Ramses weilte sichtlich wieder unter den Lebenden - und wie durch ein Wunder stoppte der Verfall der Inschriften und die Kartuschen des Königs kamen wieder deutlich zum Vorschein.  
 
Amunherchepeschef freute sich ebenso. Sein Unternehmen hatte Erfolg gehabt, sein Vater war am Leben.  
Der Ka war in seinen Körper geschlüpft... er blickte zu Chaj hin, der sich offensichtlich genauso freute wie er. Nur Wenemi, der zwischen Ramessu und Chaj stand, hatte einen finsteren Zug um die Augen. Oder bildete er sich das nur ein?
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1941 - 01/26/07 um 22:00:24
 
Isisnofret sprang das Herz, als sie Ramses strahlend und wie Horus selbst aus dem Tor schreiten sah. Auch sie lächelte glücklich und vergaß ihr unverschuldetes Schuldpotential an dem ganzen Disaster ob ihrer Freude für diesen Augenblick völlig. Daß er eben erst aus diesem totengleichen Schlaf wieder erwacht war, war im Moment nicht zu erkennen, denn ohnehin bewegte sich alles langsam und feierlich und es machte den Anschein, als wäre der König nie mächtiger und mehr im Besitz seines Reiches gewesen, als jetzt.
 
Und  noch einmal mehr freute sich ihr Herz über die unerwartet Ankunft ihres ältesten Sohnes, den sie eben entdeckte. Heute war ein wunderbarer Tag, keine Wolke würde ihn trüben!
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1942 - 01/26/07 um 22:08:25
 
Die Königskinder warteten geduldig, wie man es ihnen beigebracht hatte, lediglich den jüngeren kam die Situation etwas hethitisch vor und sie versteckten sich hinter ihren größeren Geschwistern...
Paraherwenemef schaute tatsächlich ziemlich finster drein: er hatte nicht vergessen, daß Amuni und Chaj ihm die Tour vermasselt hatten und ihnen Rache geschworen.
 
"Ach, das ist bestimmt nur die Anspannung," meinte Chaj fröhlich. Heute konnte nichts seine Stimmung trüben außer der Tatsache, daß er nicht bei diesen bestimmt sehr spannenden Performanzen hatte anwesend sein dürfen. Er hätte doch so gerne erfahren, was Wennefer und seine Priester da vollbracht hatten...
 
*******
 
In Ramses' Herz war nur Chaos: er hatte vollkommen vergessen, was geschehen war, nachdem die Alte ihm den Ka genommen hatte...
Bunte Bilder purzelten zusammenhangslos in seinen Gedanken herum, ohne daß es ihm gelang, sie einzuordnen.
Verwirrt nahm er zur Kenntnis, daß er in Ipet-sut, also in Theben, war...war er nicht eben noch durch die Sümpfe des Deltas gestreift?
Oder trog ihn die vermeintliche Erinnerung?
Er registrierte zwar, daß die vielen Leute wohl seinetwegen gekommen waren und auch, daß sie zu ihm gehörten, aber er hatte keine Ahnung, was sie nun von ihm erwarteten...
 
"Ich möchte heim," war der erste Satz, den er sagte, als Nefertari und Isisnofret ihn in die Mitte nahmen und zu der Sänfte geleiteten, die sie in den Palast zurückbringen sollte.
Er nahm zwischen seinen beiden Gemahlinnen Platz und lehnte den Kopf gegen das hohe Rückenteil.
Dabei schloß er die Augen, denn mit dem kgl. Ka war auch die Krankheit der Hälfte des Kopfes wiedergekommen und zwar in einer solchen Heftigkeit, daß man vermeinen konnte, der kgl. Ka wolle ihn für sein Tun bestrafen...
....Stille...Kühle...Ruhe...von Ferne leise Musik...das Plätschern von Wasser...das Rauschen der Binsen...ein tiefes, dunkles Nichts...die Alte mit dem Tonkrug in der Hand...wie sollte er all diese Eindrücke jemals in eine richtige Reihenfolge bringen?
Er bemerkte, daß in seinem linken Auge etwas zersprang, ein seltsames Gefühl, als würde ein kleiner Pfeil einschlagen...es war eines der kleinen Blutgefäße gewesen, das geplatzt war und als er die Augen kurz aufschlug, war der linke Augapfel rot verfärbt...
...Stille...Kühle...Ruhe...das klang so verlockend...
 
Er tastete nach Isisnofrets Hand und umklammerte sie so fest, als hätte er Angst, den Bezug zur Realität wieder zu verlieren, wenn er sie losließe...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1943 - 01/26/07 um 22:14:06
 
Nefertari unterdrückte den genervten Seufzer, der ihr fast entfahren wäre im rechten und letzten Augenblick.
"Du fühlst dich wohl noch nicht wohl? Kein Wunder, nach der langen Bettlägrigkeit", sagte sie und versuchte dabei nicht zu streng zu klingen. Erst, wenn er wieder ganz bei sich war, würde sie ihm ihre Meinung sagen!
 
********
 
Amuni ließ die Prinzen hinter sich Aufstellung nehmen. Er selbst stand neben Bint-Anat, die genauso froh wie er über die Genesung ihres Vaters war. "Laßt uns in den Palast zurückkehren und feiern!" flüsterte Amuni ihr zu. "Mir ist jetzt nach einem Fest zumute."
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1944 - 01/26/07 um 22:25:33
 
Ramses sah Nefertari an, als hätte sie sindhisch gesprochen.
"Was?" fragte er, weil er tatsächlich keinen blaßen Schimmer hatte, von was sie sprach.
Hilfesuchend sah er zu Isisnofret hinüber. Wieso war er in Theben?
 
********
 
Bint-Anat lächelte und nickte eifrig.
"Gleich heute?" wollte sie wissen. "Das wird knapp...aber die spontanen Feiern sind ja bekanntlich immer die besten!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1945 - 01/26/07 um 22:31:57
 
"Klar feiern wir! Was der Weinkeller hergibt! Jetzt, wo hoffentlich alle Abenteuer überstanden sind..." Er verzog trotz seiner großen Freude das Gesicht, weil der Schnitt an seinem Bein zu schmerzen begonnen hatte. Jetzt mußte er erst einmal den weiten Weg zum Palast überstehen, ohne sich etwas anmerken zu lassen.
 
Außerhalb des Tempels war ein Haufen Volk zusammengeströmt. Alle fragten sich, was heute für ein besonderer Tag sei, an dem die ganze Königsfamilie auf den Beinen war.
Mitten in dem Getümmel standen auch etliche der Frauen, die sich im Fayum mit Wenemi vergnügt hatten.
Sie wußten natürlich Bescheid über die Vorgänge und lächelten zufrieden. Der Ka hatte wieder einen Träger...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1946 - 01/26/07 um 22:34:21
 
Nun war die zweite GKG doch ein wenig ernüchterter, einerseits von Ramses' noch keinesfalls gutem Zustand und andererseits von... ach, naja!
Sie biß sich die Lippen von innen wund, weil Ramses' Hand die ihre so fest drückte, daß es ihr weh tat, weil sie am Ringfinger dieser Hand den Goldring mit dem Isisknoten trug, aber sie wollte ihn nicht davon abhalten...
Sie sagte vorerst gar nichts, beobachtete nur sehr genau, was geschah, nahm jede Regung und jede Geste von Ramses auf und auch jede von Nefertari.
"Das ist eine lange Geschichte, dafür brauchen wir Zeit," sagte sie aber dann doch sanft und leise, als Ramses sie so fragend ansah und gab sich Mühe, ihr Erschrecken ob seines schrecklich roten Auges nicht in ihren Zügen widerzuspiegeln.
"Du hast sehr lange geschlafen... viele, viele Dekaden..." erklärte sie nur die jetzt wichtigste Tatsache.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1947 - 01/26/07 um 22:41:44
 
Fassungslos sah Ramses nun auch Isisnofret an.
"Ich hab' nicht geschlafen, ich war..." Er geriet ins Stocken, weil plötzlich viel zu viel auf ihn einstürmte, und griff sich an den Kopf. Was hatte er gerade sagen wollen?
"Ich will nach Hause," wiederholte er. Eigentlich meinte er Pi-Ramesse, aber nun öffneten sich schon die Tore des Palastes....
 
*********
 
"Bist du dazu überhaupt in der Lage?" foppte Bint-Anat ihren Bruder, sah dann aber doch besorgt auf seine verletztes Bein hinunter. "Das Tanzbein schwingst du heute jedenfalls nicht!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1948 - 01/26/07 um 22:47:58
 
"Nee, sicher nicht!" antwortete der Kronprinz. "Aber feiern können wir ja trotzdem - nur die königliche Familie oder einfach wir Königskinder." Er grinste seine Schwester breit an. "Unser Alter wird sich wahrscheinlich noch erholen müssen!" kommentierte er die Szene, die sich gerade vor seiner Nase abspielte: Ramses mußte sich tatsächlich von Iryiry aus dem Tragstuhl helfen lassen!
"Na, hoffentlich ist die Heilung tatsächlich gelungen!" setzte er zweifelnd hinzu.  
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1949 - 01/26/07 um 22:57:27
 
Isisnofret legte die andere Hand auf den Handrücken der Hand von Ramses, die ihre hielt und lächelte ihn lieb an, nickte tröstend und drückte seine Hand mit beiden Händen wider. Er brauchte Zeit und noch mehr Geduld, das war gewiß!  
"Bestimmt wirst du bald alles wieder verstehen, ich bin ganz sicher..."  
 
Als sie an dem großen Treppenaufgang zum Hauptgebäude angelangt waren, stoppte die Sänfte nun und die Träger setzten sie weich ab, wie sich das für eine Sänfte gehörte.
"Wir sind da! Gehen wir heim," schlug Isisnofret nun vor. Das war nicht hier, für niemanden von ihnen dreien wirklich! Nicht einmal Nefertaris Heim war dieser goldene Käfig vermutlich, obwohl sie in Theben geboren war. Aber es war der Ort, an den sie alle ebenso gehörten.
"Hast du Hunger? Durst?" fragte sie Ramses vorsichtig, als man ihnen den Weg aus der Sänfte bahnte.  
 
Die meisten Angestellten und Beamten waren anwesend und freuten sich, daß der König endlich aus  
dem Krieg wiedergekehrt war, wußten nicht um dessen Irrfahrt des Herzens...
Nur Panewi, die unter den vielen Zofen wartete, strahlte überglücklich, das Dreierpaar vereint und lebendig zu sehen, Iryiry war ja schon bei ihnen...
 
************
 
"Ach, unser alter Papa ist aus Granit, der wackelt halt grad ein wenig, das wird schon wieder!" Ramessu schlug seinem Bruder da ausgelassen von hinten auf den Rücken, der ohnehin noch keine Ahnung hatte, was hier so richtig vorgegangen war. Er hatte von den Angestellten des Hofes irgendwelchen Wirrwarr von Krieg und Libyern gehört und nahm an, sein Vater war beim Kampf mal wieder verletzt worden. Das war ja schon oft vorgekommen und bisher war er immer wieder auf den Beinen gelandet...
"Und was hast DU denn wieder angestellt, du Tollpatsch," foppte er seinen Amunit liebevoll. "Ist dir das Schwer ausgerutscht, weil du wieder zu wild damit herumgefuchtelt hast, du Angeber?"  
Bint-Anat kniff er in die Wange und stubste dann mit dem Zeigefinger ihr Kinn an. "Rück heraus, sonst muß ich leider unser Schwesterlein hier ausquetschen, ist das Drohung genug?"
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