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Die Stadt des Amun (Gelesen: 568481 mal)
Seleuce
Horusgeleit
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1890 - 01/25/07 um 19:15:31
 
Isisnofret schluckte ihr Widerstreben herunter und dachte sich, daß Baba ja wirklich arm dran war! Auf sein Bitten hin kratzte sie ihn also an der verlangten Stelle, wo das Fell kurz war, aber sehr dicht. Und da entdeckte sie auch schon die ersten Föhe, die aus den Haaren heraushüpften und an anderer Stelle wieder unter dem Pelz verschwanden und zuckte zurück. Iiiih, wie furchtbar, er war völlig von Flöhen verseucht, kein Wunder, daß das Jucken nicht aufhörte.
"Ich glaube, das Kratzen bringt euch auf Dauer nur wenig Linderung, Herr... ihr und eure... äh Gesellen habt eine ordentliche Flohbelagerung..."
 
************
 
Auch die anderen Götter wollten genau hören was geschehen war, denn niemand konnte sich dieses mal etwas vorwerfen.
"Ach, jetzt stell mir doch nicht so alberne Fragen, Kinder..." krähte der alte Re mit leidender Miene, der sich jetzt japsend auf der Bank ausstreckte und keuchend die Hand auf die Brust legte.
"Muß ich das jetzt wirklich lang und breit... AUUUauauauuuuaaaa... Also gut, es war so, dass ich des Weges ging und wandelte durch Ägypten und im Ausland... AUTSCH... Denn mein Herz wünschte anzusehen, was ich geschaffen habe. Da wurde ich von einer Schlange gebissen, ohne sie gesehen zu haben. Es ist nicht Feuer, es ist nicht Wasser. Aber ich bin kälter als Wasser und ich bin heißer als Feuer. Mein ganzer Leib ist Schweiß, indes ich doch zittere. Mein Blick ist nicht fest, und ich kann nicht sehen, der Himmel flimmert mir vorm Gesicht wie zur Sommerzeit... hab ich euch nicht Augen gegeben, daß ihr selbst gucken könnt, wie mir ist? Jetzt tu' doch was, Isis, Mädchen, verflixte Kiste...“ beschwor er jene, die es ja miterlebt hatte.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1891 - 01/25/07 um 19:24:57
 
"Iiiihauwauwauwauuuuuuuuuh!" Baba reckte seinen Kopf nach oben wie ein Hund, der den Mond anheult und ließ sein Klagegebell ertönen. "Wie konnte denn das nur passieren? Wir haben noch nur die Sonnenbarke gezogen...oh, wie das juhuuuuuuckt..."
Ah, gut machte die Menschenfrau das...so sanft und doch so fest, warum hörte sie denn nun schon auf?
Und seine armen Hundchen...die hatten sich ja mittlerweile schon fast blutig gebissen!
"Wir brauchen dringend ein Heilmittel," jammerte er. "Was kann man denn nur dagegen tun?"
 
********
 
Isis legte den Arm um den zitternden Re und wischte ihm die schweissnasse Stirn.
"Sage mir deinen Namen, Opileinchen," raunte sie ihm ins Ohr und täschelte über seine Hand. "Denn der Mann lebt, mit dessen Namen ein Zauber gesprochen wird...weißt du doch...dann kann ich dir auch helfen, sonst wird das nichts!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1892 - 01/25/07 um 19:57:49
 
Isisnofret streckte den Arm wieder aus und kratzte Baba erneut, und rubbelte ihm über den Rücken und lehnte schließlich an ihm, um alle Stellen zu erreichen. Bestimmt hüpften die Biester so auch auf sie über. Aber jetzt war es ohnehin egal und sie tat es für ihren Geliebten... oh, das würde sie Ramses später alles unter die Nase schmieren, jawohl!
"Am besten hilft Wasser mit reichlich Natron dagegen," erklärte sie. Mit dem Entflohen von Hunden hatte sie reichlich Erfahrung, ihr Vater machte das noch heute mit seinen geliebten Zöglingen monatlich.  
"Ich würde dir gern helfen, nur weiß ich gar nicht, wo ich Natron herbekommen soll!"
Schlecht war das eigentlich nicht, Isis bekam dadurch wenigstens mehr Zeit, Res geheimen Namen herauszufinden...
 
****************
 
Re gurgelte theatralisch und röchelnd, er fühlte sich wirklich elend. Mit roten Augen blinzelte das Gottesväterchen zu Isis auf und stülpte die Lippen nach außen, was ihm einen irgendwie fischigen Ausdruck verlieh und Osiris erschreckte. Hoffentlich lief er nicht bald grün an...
"Isis, jetzt mach mich nicht schwach, du weißt genau, wer ich bin," zeterte er sie in altmännischer Manier an.  
"Ich bin es der die Erde gemacht hat und die Berge geknüpft hat und der erschuf, was darauf ist. Ich bin es, der das Wasser gemacht hat, so dass die Himmelkuh entstand. Ich bin es, der den Stier gemacht hat für die Kuhherde, so dass die Liebesfreude in die Welt kam." Die anderen Götter stimmten mit ein und sprachen in der Er-Form des Allherrn übliche Rede, die sie alle in und auswendig kannten, weil er alle nasen lang zu wiederholen pflegte, wer er war. Offenbar, damit sie es nicht vergaßen... oder damit ER es nicht vergaß?
"Ich bin es, der den Himmel gemacht hat," jabbelte auch Re weiter, "und die Geheimnisse der beiden Horizonte, damit die Seelen der Götter darin wohnen. Ich bin es, der die Augen öffnet, so dass es Licht wird; der seine Augen schließt, so dass es Finsternis wird; Auf dessen Geheiß die Fluten des Nils dahinströmen, dessen Namen aber die Götter nicht kennen. Ich bin es, der die Stunden schafft, so dass die tage werden. Ich bin es, der die Jahreseinteilung macht und die Jahreszeiten schafft. Ich bin es, der das lebendige Feuer macht, um die Arbeiten... zu erschaffen... ich,"
"Opi, das wissen wir doch, jetzt komm zum Puhunkt, ist ja nicht zum aushalten," bremste ihn Horus und tippte sich schon eine Weile ungeduldig mit dem Zeigefinger auf dem Oberarm herum.
"Na gut," krähte Re mit heiserer, schwacher Stimme.
"Wie war das noch... Na? NA? Äh... Ich bin Chepre am Morgen und Re am Mittag, und am Abend bin ich Atum. Und jetzt mach, Isis Liebes, heile dein altes Großväterchen!“
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1893 - 01/25/07 um 20:16:03
 
"Baden?" quietschte die ganze Hundemeute aufeinmal entsetzt los.
So eine große Klappe Baba auch sonst hatte, so kleinlaut wurde er jetzt...
Er ließ die Ohren hängen und kniff den Schwanz ein...
 
Ausgerechnet jetzt kam Seth um die Ecke.
Er hatte ein charmantes Grinsen aufgesetzt, sich vorsichtshalber in einen menschlichen Mann verwandelt, um Isisnofret nicht zu erschrecken, und schlenderte lässig auf sie zu.
"Kann ich irgendwie behilflich sein?" fragte er und funkelte sie aus grünleuchtenden Augen an.  
 
********
 
"Aber, nicht doch, Opa..." Isis nahm dem Allherrn das Tuch aus der Hand und wischte ihm das Gesicht liebevoll trocken. "Das weiß ich doch schon alles...streng dich nicht so an! Du musst mir nur einen einzigen Namen nennen, damit mein Zauber richtig wirken kann, deinen geheimen Namen, sonst kann ich leider nichts für dich tun!"
 
Re lehnte sich zitternd nach vorne und winkte Isis heran:
"Leih mir dein Ohr, meine Tochter Isis, auf dass mein Name übergehe aus meinem Leib in deinen Leib. Der göttlichste unter den Göttern hat ihn verborgen, damit mein Raum weit sei in der Barke der Millionen. Wenn er zum ersten Mal herauskommt aus meinem Herzen, dann sage ihn auch meinem Sohne Horus. Doch binde ihn zuvor durch einen Gotteseid, den du ihm bei seinen beiden Augen auferlegen sollst."
Der große Gott offenbarte seinen Namen der Isis, der Zauberreichen und die wischte sich erst einmal das Ohr aus, in das der tattrige Greis mit seiner feuchten Aussprache hineingesabbert hatte.
"Ra-m-pr-S-TAr.w-xn.t-tn (Ra ist im Haus des Sees von Tjel (Sile) und in diesem Inneren/sprich Ra-m-per-sch-tjel-chent-ten)?" wiederholte sie leise und der Allherr nickte mit dem Zeigefinger am Mund: "Pssssscht!"
Isis verkniff sich ein Grinsen -kein Wunder, daß der große Gott diesen dämlichen Namen geheim hielt!- und sprach mit feierlicher Miene: "Fließe heraus Schlangengift! Komme heraus aus dem Gott! Ich bin es die dich erschaffen hat. Ich bin es, die dich wieder austreibt. Geh zugrunde, mächtiges Gift. Wahrlich, der große Gott hat seinen Namen offenbart. Re bleibt am Leben, das Gift ist tot."
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« Zuletzt geändert: 01/26/07 um 07:14:52 von Meritenramses »  


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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1894 - 01/26/07 um 10:03:38
 
Isisnofret sah irritiert gleich zweimal hin, als sie die grünen Augen entdeckte, die man nicht übersehen konnte und stammelte dann im ersten Moment ein wenig. Kein Wunder war es, daß unter den Göttern die Abstammungsfragen nicht recht geklärt werden konnte, wenn sich ständig so verführerische Versuchungen unter ihnen befanden... dieser hier –wer war er denn?- war exakt der gleiche Typ wie ihr geliebter Mann, er bewegte sich sogar auf die gleiche Art.
„Ich, ähm, brauche Natron, mein Herr...“ sagte sie verlegen und kratzte Baba wieder hinter den Ohren, um sich abzulenken.
„Wäre es möglich, mir solches zu besorgen?“ Da piekte es auch sie plötzlich am Unterarm und sie kratzte sich hastig an der Stelle. Die Biester hüpften wirklich über!
 
*************  
 
Augenblicklich fühlte sich der Allherr besser und atmete mit freier Brust durch, die eben noch ganz eng gewesen war.
„Du bist es, die es geschaffen hat, hä? Ach, weiß der Apep, was du damit wieder gemeint hast, du zauberreiches, raffiniertes Luder du,“ meinte der Allherr großväterlich schäkernd, der nicht recht verstand, was vorgegangen war, aber doch dahinter gekommen war, daß die Sache nicht ganz lauter entstanden zu sein schien.
Aber wie dem auch war, es ging ihm wieder gut und das Sonnensegel war auch fertig, er war ganz enthusiastisch mit einem Mal und dachte nicht mehr daran, daß er Isis ja nun seinen geheimen Namen gesagt hatte... viel weniger, daß sie Isisnofret und damit auch dem Ka-Losen damit aus der Patsche helfen würde...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1895 - 01/26/07 um 10:19:51
 
"Aber natürlich, überhaupt kein Problem," erwiderte Seth mit einer formvollendeten Verneigung. "Schließlich gehört Wadi Natrun auch zu meinem Herrschaftsbereich...sagt mir nur, wieviel ihr benötigt, meine Schöne, und ihr werdet es bekommen."
Er vollführte eine elegante Bewegung mit der Hand und hielt auf einmal Isisnofret einen großen Leinenbeutel mit feinstem und reinstem Natron darin vor die Nase.
"Das dürfte ausreichen," meinte er mit einem gewinnenden Lächeln und überreichte ihr den Beutel.
 
*******
 
Isis triumphierte heimlich, verbarg ihre Freude über den gelungenen Trick hinter einem verständnisvollen Nicken.
"Vielleicht solltest du nun deine Fahrt fortsetzen, Opachen," säuselte sie. "Schau, Hu, Sia und Heka haben schon alles hergerichtet und das Segel gehisst. Nun kannst du deine Bötchentouren wieder genießen. Komm, ich bringe dich an Bord!"
Nachdem sie dem Greis den Landungssteg hochgeholfen und seiner Mannschaft übergeben hatte, machte sie sich auf den Weg, um Isisnofret zu suchen...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1896 - 01/26/07 um 13:48:52
 
Isisnofret bedankte sich mit überraschtem Lächeln und versuchte es zu vermeiden, dem Gott, den sie einfach nicht erkennen konnte, in die Augen zu sehen. Seine Andeutung war ihr durch ihre Zerstreuung völlig entgangen... Das spezielle, helle Grün mit den kleinen, gold-glitzernden Pünktchen darin erinnerte sie unwahrscheinlich an Ramses, das war gar nicht gut für ihren Verstand, den das durcheinander brachte...
"Ich danke euch für die Güte. So schnell hab ich es gar nicht erwartet..." sagte sie verlegen kichernd und stutzte dann. Wadi Natrun gehörte zu seinem Herrschaftsbereich? SETH?  
 
Schnell konzentrierte sie sich wieder auf Baba, der fiepend und mit rundem Rücken neben ihr stand und eine Miene zog, als würde man ihn gleich zur Schlachtbank führen.
"Und nun noch ein großer Pott Wasser," erklärte sie und lächelte Isis verschwörerisch zu, als sie sie entdeckte. Ob die kluge Göttin Erfolg gehabt hatte?
 
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1897 - 01/26/07 um 13:56:55
 
Isis senkte zum Zeichen, daß sie erfahren hatte, was sie wollte, die Augenlider und gab Isisnofret mit einer kurzen Geste zu verstehen, daß sie im Park auf sie warten würde.
Wenn der Allherr seine Tagesfahrt beendet hatte, könnte die Königin ihm seinen geheimen Namen verraten und Baba würde Pyramidenklötze staunen...
 
Seth steckte seine beiden Zeigefinger in den Mund und stieß einen schrillen Pfiff aus.
Sofort stand ein Haufen Nilgötter vor Isisnofret.
"Bringt Wasser!" befahl der Herr von Auaris. "Aber ein bißchen plötzlich! Und genug, daß es reicht, diese Köter da zu waschen!" rief er ihnen nach.
Wieder grinste er Isisnofret liebenswürdig an: "Willst du dich wirklich um diese verflohten Kläffer kümmern?"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1898 - 01/26/07 um 14:12:26
 
Baba hob den Kopf und begann die Zähne zu fletschen und Seth kräftig und drohend anzuknurren. Diese eingebildete Krummschnauze sollte sich nur nichts einbilden! Baba würde sich nicht wundern, wenn dieser Streich auf die Kosten des Rotpelzes ging!
 
"Sonst werden sie die Flöhe ja nicht los," erklärte sie mit gehobenen Schultern und verzog das Gesicht ein wenig. Wild war sie ja nun wirklich nicht darauf, aber es war für einen guten Zweck, sie konnte ja jetzt nicht einfach aufhören, auch wenn Isis schon Erfolg gehabt zu haben schien!
"Danach brauche ich bestimmt selbst ein Bad," bemerkte sie, kratzte sich wieder und nickte den Nilgöttern dankend zu, als die einen riesigen Kupferkessel mit Wasser zu füllen begannen... das hieß, eigentlich wiesen sie nur auf das innere des Kessels und schon platschte das Wasser aus dem nichts hinein. Sie schüttete gleich den gesamten Sack Natron dazu und bat nun Baba mit einer schwungvollen Armbewegung, hineinzusteigen.
"Ach, eine Bürste brauche ich ja auch!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1899 - 01/26/07 um 14:21:50
 
Obwohl Baba ja eigentlich einer seiner Gefolgsleute war, empfand Seth nicht das geringste Mitleid.
Schließlich hatte sich der blöde Köter -so ein richtiger Gott war er in Seths Augen nicht, auch wenn Baba damit prahlte, der Erstgeborene des Osiris zu sein- gegen ihn, Seth, gewandt...Seth, der ausnahmsweise einmal auf derselben Seite stand wie seine Schwester und Schwägerin Isis...
 
Kaum hatte Isisnofret diesen Wunsch ausgesprochen, hielt sie auch schon eine ziemlich stachelige Wurzelbürste in der Hand und Baba jaulte auf.
Erst steckte man ihn in diese ekelhaft brennende Lauge und dann wollte man ihn auch noch DAMIT malträtieren!
Wo blieb der Tierschutz?
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1900 - 01/26/07 um 14:34:48
 
Da Isisnofret nun Hunde einmal nicht leiden konnte und sie nicht so sonderlich gern berührte, fiel es ihr auch nicht sehr schwer, Baba mit der notwendigen Härte zu bürsten und sein Fell richtig durchzuwalgen, damit die Flöhe endlich von ihm abließen. Die Natronlauge brannte auch an ihren Händen recht stark und daher beeilte sie sich zudem ziemlich, damit sie sie nicht zu lange in dem agressiven Wasser behalten mußte. Aber ihre Aktion schien tatsächlich zu funktionieren, immer mehr Flöhe kamen an die Oberfläche oder schwammen im Wasser umher, überall waren schwarze Pünktchen zu erkennen.
"So, das dürfte ausreichen," erklärte sie, als sie Baba von den Ohen bis zum Schwanz abgeschrubbt hatte. Als der rleichtert aus der Lauge sprang, bat sie die Nilgötter, ihn nun noch mit klarem Wasser abzuspühlen um die restlichen Flöhe und das Natron aus seinem Fell zu bekommen und wandt sich derweil an die hündischen Gefährten Babas. Hin und wieder sah sie dabei zu Seth hinüber und ihr entging keinesfalls der chadefrohe Zug um seine Lippen. 'Fast wie Sesu...' dachte sie, schmunzelte und rubbelte weiter.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1901 - 01/26/07 um 14:42:31
 
Die Hunde kläfften und jaulten, versuchten, sich zur Wehr zu setzen, aber ihr schmerzerfülltes Gebell ging nur in einem erstickten Geblubber unter, wenn Isisnofret sie energisch unter Wasser drückte.
Einen musste sie sogar am Schwanz packen und zurück in den Waschbottich zerren, als der fliehen wollte...
Baba stand nur böse vor sich hinknurrend da und schüttelte sich nach Leibeskräften, als es wieder platschte und eine erneute Ladung Wasser über ihm und seiner Meute ausgeleert wurde...
 
Seth war vorsichtshalber ein paar Schritte zurückgetreten und betrachtete feixend das Geplansche der Hundemeute.
Und noch mehr freute er sich bei dem schönen Anblick, den Isisnofret bot: ihr Kleid war nämlich schon ganz nass dabei geworden...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1902 - 01/26/07 um 15:16:52
 
... Isisnofret aber bemerkte das nicht. Das hieß, sie fühlte natürlich, daß sie nass war, aber weil sie mit den Kötern alle Hände voll zu tun hatte, dachte sie gerade nicht daran, welche erstaunlichen Eigenschaften dünnes Leinen am Körper entwickelte, wenn es durchnäßt war!
Einen Hund hatte sie an den Ohren, einen anderen am Nackenfell gepackt und tunkte sie gleichzeitig unter Wasser, aus dem diese wenig später japsend und fiepend wieder auftauchten.
"Hiergeblieben," kommandierte sie einen dritten, der direkt neben ihr heimlich an ihr aus dem Bottich kriechen wollte, gab ihm einen Schups und er landete platschend wieder bei seinen kläglich heulenden Kameraden.
Noch ein paar weitere Tauch- und Tunkmanöver führte Isisnofret durch, die sie selbst ganz schön aus der Puste brachten und dann erlaubte sie der Hundemeute endlich, sich auf das "rettende" Trockene zu begeben, wo aber schon klare Wassergüsse auf sie warteten...
 
Isisnofret ging den sich unentwegt schüttelnden Hunden, die nun die Nilgötter böse ankläfften, weil die mit ihren Wassergüssen gar nicht mehr aufhören wollten -es machte ihnen schließlich großes Vergnügen- ebenfalls aus dem Weg. Mit einer Schnute sah sie japsend an sich herab und rieb sich die brennende Haut an den Armen. Ja, sie hatte recht gehabt, jetzt bräuchte sie auch ein Bad! Aber bitte nicht in dieser Flohtunke.  
Freundlich bat sie einen der wassereifrigen Götter, sie ebenfalls abzuspühlen, was dieser auf der Stelle begrüßte und unmittelbar danach ergoß sich ein Quell aus weichem, lauwarmem Wasser von oben auf sie herab, der ihrer Haut unwahrscheinlich wohl tat und sie vollkommen von der Hunde-Floh-Natron-Pampe befreite. Danach strich sie sich fast schon genüßlich das nasse, schwarze Haar nach hinten, den Kopf mit geschlossenen Augen in die Luft gereckt, wischte sich die Wassertropfen aus den Augen und vom ganzen Gesicht und schlang schließlich die Arme um die Taille. Seltsam, daß sie hier gar nicht fror!
 
Und nun fiel ihr auch endlich der entzückte Blick Seths auf und mit einem Schlag wurde ihr bewußt, welches Bild sie gerade bieten mußte. Schamhaft zog sie plötzlich das an ihr klebende Kleid von ihrem Körper, versuchte, Luft darunter zu bringen, besonders an einigen sehr markanten Stellen und senkte mit rot gewordenen Wangen den Kopf.  
"Könnte... ich vielleicht ein Handtuch haben..." fragte sie etwas abgehackt.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1903 - 01/26/07 um 15:28:58
 
Seth fuhr zusammen, als er bemerkte, daß Isisnofret sprach, so versunken war er in ihren Anblick gewesen.
Er winkte jedoch ab, um sich noch einen Moment daran zu ergötzen und dann legte er die Hand an den Mund und pustete sanft über seine Handfläche.
Ein leichter Südwind kam auf; seine warmen Brisen umschmeichelten Isisnofret und trockneten schnell ihre Gewänder und ihr Haar, so daß sie bald wieder perfekt gekleidet und frisiert vor dem Gott stand.
"Warte!" rief er und trat auf sie zu, nahm ihre Hände in seine, drehte und wendete sie und schüttelte mit besorgter Miene den Kopf.
"Das brennt doch bestimmt," sagte er teilnahmsvoll und ließ Nefertem rufen, daß er eine seiner duftenden Salben brächte.  
Freundlich dankte er dem jugendlichen Gott und übernahm es dann selbst, Isisnofrets spröde gewordenen Hände damit zu behandeln....
 
Da verkündeten die Fanfaren das Eintreffen der Mandjetbarke...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1904 - 01/26/07 um 15:49:44
 
"Dankeschön..." flüsterte Isisnofret, die diese Fürsorge des Gottes nun völlig durcheinander brachte, hob verdattert den Kopf und sah sich nach der Ursache des Lärmes und Aufsehens um.  
Nun begann die Reise in die Unterwelt, ach herrje, aber was war denn nun mit Sesu?
Einen Augenblick aber war ihr Auge ganz gefangen von dem überirdischen Anblick des majestätischen Gefärts, das sich langsam und anmutig näherte. Das Segel prankte in vollster Schönheit und Pracht am Mast und ein wenig Stolz erfüllte die zweite Gemahlin des armen, kalosen Königs! Das war auch zum Teil ihr Werk, wenn der Teil auch kein beträchtlicher war!
"Es ist schon viel besser jetzt," erklärte sie Seth dann schließlich mil und dankbar lächelnd und besah staunend die schnelle Wirkung der Salbe des Nefertem. Die Rötungen warenverschwunden und das Ziehen und häliche Spannungsgefühl hatten sich auch verflüchtigt.
"Nun müßt ihr sicher eurer nächtlichen Aufgabe nachgehen, ich möchte euch nicht aufhalten! Nur hat mir niemand gesagt, bis wann ich den geheimen Namen des Res herausgefunden haben soll. Wißt ihr es vielleicht?"
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