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Die Stadt des Amun (Gelesen: 644119 mal)
Meritenramses
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Hm.t kA n pA kA aA n
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1875 - 01/24/07 um 21:40:36
 
Ramses' Ba machte einen Schmollmund und schwang sich in die Lüfte, flatterte ein Mal um Isisnofret herum und zwitscherte ihr noch einen letzten Gruß zu, bevor er geradewegs in den Käfig flog, den Hathor hochhielt und sich dort auf der Stange niederließ.
Er lächelte tapfer, aber steckte gleich wieder den Kopf unter den Flügel.
 
Hathor winkte Isisnofrets Ba zu und als sie die Hand sinken ließ, löste sich alles um sie herum auf: die Wiese, der Bach, die Sykomore...und im selben Moment erwachte Isisnofret in der Villa in Ascheru in haargenau derselben Position, in der sie eingeschlafen war, neben Ramses...und Ramses lächelte...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1876 - 01/24/07 um 22:16:50
 
Isisnofret hob verschlafen und duselig den Kopf und sah unmittelbar danach in die lächelnden Züge ihres Mannes, was sie zugleich in Staunen und Freude versetzte. Sie konnte sich nicht mehr genau erinnern, was vorgefallen war, ob sie geträumt hatte oder ob es ihr wirklich gelungen war, mit ihrem Ba zu seinem zu reisen... aber sie glaubte daran und dieses Lächeln bewies ihr eigentlich, daß sie nicht aufgrund ihrer Wunschträume allmählich verrückt wurde.
Sanft strich sie Ramses die Locken aus der Stirn, die dort hineingefallen waren, wahrscheinlich, als Iryiry ihn zuletzt gedreht hatte...
"Halte durch, Sesu! Sei tapfer..." flüsterte sie.
Ein zarter Kuss folgte, den sie ihm auf die Lippen drückte und als sie entdeckte, daß es noch immer dunkel war, legte sie, in ihren vagen Erinnerungen träumend, den Kopf noch einmal auf seiner Brust ab, seinem Herz, das so schwach pochte, lauschend. Noch ein paar Augenblicke, dann würde sie zu ihrem Tagewerk zurück in die Hauswirtschaftskammer gehen...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1877 - 01/25/07 um 07:17:35
 
Am Morgen kamen Iryiry und Amunhotep in die Kammer.
Der Diener räusperte sich, um Isisnofret auf sich aufmerksam zu machen und als sie aufsah, verneigten sich beide vor der Königin.
Während Iryiry schon einmal das Frühstück für seinen Herrn holte, das wie fast immer aus einer kräftigen Rinderbrühe bestand, untersuchte der swnw den schlafenden Herrscher und beantwortete mit seinem gewohnt milden Lächeln die Fragen Isisnofrets nach der Krankheit ihres Mannes.
"Aber nein, Herrin," widersprach er sanft. "Euer Gemahl ist nicht wirklich krank. Er ist körperlich in allerbester Verfassung, er schläft nur abnorm tief. Bei einem derartigen Fall kann man nur eines tun..."
Er holte tief Luft und legte verschmitzt lächelnd seinen Zeigefinger an den linken Nasenflügen: "Geduldig sein!"
 
Das Einzige, was Ramses fehlte, war sein Ka...
Dafür, daß dessen Ba sich auch nicht gerade da befand, wo er eigentlich hingehörte, sprach die plötzliche vollkommene Bewusstlosigkeit des Königs.
Dafür, daß aber noch nicht alles verloren war und es tatsächlich noch eine Verbindung vom Ba zu seinem Körper bestand und noch ein Rest seiner Kakraft in ihm war, sprach die Tatsache, daß Ramses noch atmete, sein Herz schlug und er hin und wieder Gefühlsregungen zeigte.
Man müsste nur Ba und Ka wieder bewegen, in den Körper wieder zurückzukehren...und war der älteste Königssohn nicht unterwegs, um den Ka einzufangen?
Hoffentlich kam dann auch der Ba zurück, der, so wie Amunhotep den König kannte, bestimmt ein recht eigensinniger Vogel sein musste.
Seine seltsamen Theorien, die er sich zurechtgelegt hatte, breitete er jedoch nicht vor Isisnofret aus, sondern verabschiedete sich alsbald von ihr, weil er noch nach Amuneminet sehen wollte.
 
******
 
Tait war in dieser Nacht ein gutes Stück weitergekommen, aber zwischendurch dummerweise einmal eingenickt.
Als sie erwachte, fand sie ihre Arbeit zerstört vor und in der Webstube roch es nach Hund...
"Na, warte, Baba," grollte sie. "Du hinterlistiger Kerl, dir werde ich's zeigen!"
 
Sie verließ Theben und suchte Seth auf, der gerade von einer Kontrollfahrt durch die Wüste zurückkam.
Er hatte der ägyptischen Armee bei ihren Scharmützeln mit den Libyern zugesehen und dafür gesorgt, daß die feindlichen Truppen in einer Sanddüne steckenblieben, damit die Ägypter sie leichter zur Strecke bringen konnten...das war sehr erheiternd gewesen!
Seine gute Laune erhielt aber durch den Bericht Taits einen Dämpfer.
So etwas! Dieser heimtückische Baba! Der musste dringend bestraft werden!
Er nahm eine Handvoll Wüstensand auf und blies hinein.
Die Sandkörner schwirrten davon und setzten sich als Flöhe im Fell von Baba und seinen Hunden ab, die sofort anfingen zu jaulen und sich fürchterlich zu kratzen.
 
"Was soll denn das bedeuten?" rief der Allherr, der darauf wartete, daß die Hunde die Sonnenbarke in Bewegung hielten. "Warum geht es nicht weiter? Hört mit dem Theater auf und geht eurer Arbeit nach!"
 
*****
 
Tait war unterdessen zufrieden nach Ascheru zurückgekehrt.
DAS würde Baba und seine Meute hoffentlich davon abhalten, sie wieder zu stören.
Glücklicherweise waren noch keine der Hofdamen da und so konnte Tait ihr Heka walten lassen und den durch Baba entstandenen Schaden schnell wieder beheben...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1878 - 01/25/07 um 14:52:08
 
Aber hatte Ramses nicht an den Beinen schon Absterbungserscheinungen, bevor sein Ba sich auch noch verdrückt hat?  hä?
Ich bin wieder mal verwirrt!  

 
Geduldig sein... das war sie schon ihr ganzes Leben lang, geduldig! Sie war geduldig gewesen bei allen langwierigen Problemen um ihren Gatten, hatte Geduld aufgebraucht für ihre Kinder, sich geduldig gezeigt, wenn andere jene längst verloren hatten und momentan hatte Isisnofret das Gefühl, daß ihr gesamter Lebensvorrat an Geduld und Ausdauer schon vorzeitig aufgebraucht war. Kein Wunder, denn kaum ein anderer in ihrer Familie abgesehen von ihrer Mutter besaß viel davon und sie hatte sie für die meisten anderen mit aufbringen müssen!  
Und ganz bestimmt hatte das Erschöpfen dieser einer ihrer Haupteigenschaften mit dieser elenden Webarbeit zu tun, die sie litt und nur gezwungenermaßen erfüllte, weil sie keine andere Wahl hatte.
Aber auch ungeliebte Aufgaben gewissenhaft und ohne Murren zu erfüllen war ihr beigebracht worden, daher beschwerte sie sich nicht, sondern verrichtete eben still, was ihr aufgetragen worden war. Nur Baba verfluchte sie insgeheim bei jeder weiten Reihe, die sie verwebte, für seine hundsgemeine Niedertracht!
 
Nun sah sie Amenhotep seufzend nach und ließ zischend die Luft aus ihren Lungen fahren, sah noch einmal mit einer Schnute auf ihren Mann herab, strich ihm mit losen Fingerspitzen über Gesicht und Haar und begab sich schließlich wieder zu den Göttinnen und Weberinnen, die eben eingetroffen waren.
"Wie weit sind wir eigentlich," wollte sie wissen, während sie sich an ihrem Webstuhl, den sie übernommen hatte, niederließ, um eine Vorstellung davon zu haben, was noch vor ihnen lag.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1879 - 01/25/07 um 15:04:16
 
An den Füßen und distalen Anteilen der Unterschenkel, ja! Aber die erachtet Amunhotep anscheinend für unwesentlich...
 
"Wie lange arbeiten wir schon?" fragte Nephthys ein wenig zerstreut und Tait, die immer nocht sauer auf Baba war, grummelte: "Wir wären weiter, wenn uns nicht andauernd Steine in den Weg gelegt werden würden!"
Sie sah auf die schon fertigen Stoffe und verzog abschätzig die Mundwinkel: "Es wird knapp werden..."
 
Tage später: Und knapp wurde es in der Tat...
Das Göttergericht hatte sich schon zusammengefunden und Baba, der Widerling zählte schon die Augenblicke bis zum Verstreichen der Frist...
Selbst mit der Unterstützung der Göttinnen würde Isisnofret nicht rechtzeitig fertig werden: er hatte eben noch einmal nach Ascheru geschielt, wo die Königin die vier großen Teile für das Segel zusammennähte.
 
"Zehn," begann Baba rückwärts zu zählen und seine Hundeohren stellten sich auf. "Neun, acht, sieben..."
Da erschienen Isis, Nephthys, Hathor und Tait mit Isisnofret, die einen großen, goldenen Ballen Stoff in ihren Armen trug, in ihrer Mitte...gerade, als er "sechs" sagen wollte...
 
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1880 - 01/25/07 um 15:40:17
 
"Da ist, was ihr verlangtet," sprach Isisnofret und unterbrach Babas "...Sechs...", die er hörbar schon auf der Zunge hatte, damit.
"Der Lauf der Sonnenbarke ist gerettet!" Dehmütig sah sie über den schweren Stoff in ihren Armen hinweg, den sie ohne die stützende Hilfe der Göttinnen gar nicht halten könnte, zu Boden, innerlich triumphierend, aber auch nervös, wie die Verhandlung um ihren geliebten Mann nun ausgehen würde.
Jede Nacht der vergangenen Tage war sie mit ihrem Ba auf Reisen gegangen, während ihr Leib eng an den ihres Mannes geschmiegt gewesen war, und hatte dem Ba von Ramses Gesellschaft und Trost gespendet, der schrecklich deprimiert und gelangweilt war und daher Gefahr lief, etwas dummes Azustellen wie zum Beispiel seinen Besitzer wirklich aufzugeben... Wenn nur der Ka endlich zurück käme, der den Ba in seine Schranken weisen würde...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1881 - 01/25/07 um 15:53:59
 
Hu und Sia nahmen Isisnofret das Segel ab und breiteten es vor den Füßen des Allherrn aus, der gütig nickte und die wundervolle Arbeit lobte.
Er wollte gerade schon sein Urteil verkünden, als Baba wieder dazwischen ging, wobei Hu und Sia, die mit Hekas Hilfe gerade das Segel an der Sonnenbarke anbringen wollten, den kläffenden Köter mißmutig ansahen.
"Du kannst doch jetzt nicht einfach so diesen Prozess beenden," bellte Baba den Allherrn an. "Es ist doch noch gar nichts entschieden..."
Der Allherr hob seinen greisen Kopf und widersprach, daß er sich sein Urteil schon gebildet hätte und die Menschenfrau für ihre Tüchtigkeit belohnen wollte, als Baba ihm wieder über den Mund fuhr: "Ach, was Tüchtigkeit...das hat die doch gar nicht allein hinbekommen...DIE DA..." Und dabei zeigte er auf die vier Göttinnen, die immer noch an Isisnofrets Seite standen. "...haben ihr doch geholfen..."
Er kratzte sich unauffällig, weil ihn die Flöhe, die Seth ihm geschickt hatte, immer noch piesackten.
"Ich bin dafür, ihr eine neue Aufgabe zu stellen, eine, die beweist, daß sie auch wert ist, daß man ihretwegen die ganze Schöpfung auf den Kopf stellt," jaulte er, weil ihn da ein Floh ganz besonders stach. "Wenn sie den geheimen Namen des Re herausbekommt, dann mag sie ihr kaloses Nichts behalten!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1882 - 01/25/07 um 16:35:04
 
Ein Raunen ging durch die Menge der Götter, Köpfe drehten sich umher und erboste, nachdenkliche wie auch zustimmende Gesichter waren zu sehen.
Isisnofret hatte sich schon fast zu einem Jubel aufgeschwungen, als Baba nun den erneuten Einwand brachte. Und was für einen...  
Der geheime Name Res hieß doch aber nicht umsonst so, wie sollte sie den denn nur herausfinden? Wieder einmal schwand ihr der Mut und sie sah hilflos zu Isis herüber. Wieso war Baba nur so widerwärtig und gemein?
"Und was nun," fragte sie mit sinkenden Schultern und biß sich auf die Lippen.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1883 - 01/25/07 um 16:45:53
 
Isis überlegte und zog Isisnofret beiseite.
"Ich hab' da eine Idee," meinte sie. "Aber du musst Baba ablenken, damit er uns nicht hinterherschnüffelt. Meinst du, du schaffst das?"
 
Der Allherr nickte zustimmend und gab ein seniles Kichern von sich.
Ja, das war lustig. Baba hatte immer so nette Ideen!
Endlich passierte hier mal wieder etwas!
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1884 - 01/25/07 um 17:16:17
 
Isisnofret sah Isis an und nickte konspirativ und zustimmend, obwohl sie noch keine Ahnung hatte, WIE sie das anstellen sollte.  
"Ich werde alles versuchen, um ihm endlich sein bösartige Schnautze zu stopfen, er kläfft zu viel," erklärte sie mit dringlicher, verzweifelt-komischer Tonlage.  
War Baba nicht auch auf ihre weiblichen Reize angesprungen, als sie vor den Göttern getanzt hatte?  
Wieso nutzte sie diese ihre Wirkung nicht einfach, um sich bei ihm einzuschmeicheln? Einen Versuch war es doch wert. Es drehte sich ihr zwar der Magen um bei dem Gedanken, einem Hund zu schmeicheln, aber sie sollte sich vor Augen halten, daß er ja kein gewöhnlicher Hund war sondern von Göttlichkeit...  
"Dann laßt uns keine Zeit verlieren, Herrin," sagte sie zu Isis, lächelte vorsichtig und drehte sich durchatmend zu Baba um, der siegessicher mit verschränkten Armen vor seiner Meute stand und in die Menge griente.
Mit wippenden Hüften, schwingend und leichtfüßig ging sie auf ihn zu, von dem Rest der Götter gerade recht unbeachtet, denn die schnatterten zum Augenblick nun über die jetzt aber wirklich absolut unlösbare Aufgabe.
 
Traurig sah sie Baba aus großen, gläsernen Augen an, schlug dann schwer die Lider nieder, als sie bei ihm angekommen war und meinte: "Ich glaube dieses Mal hast du wirklich gewonnen! Wieso magst du mich nur nicht?"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1885 - 01/25/07 um 17:30:29
 
Isis hingegen hakte sich beim Allherrn unter.
"Das war bestimmt alles furchtbar anstrengend für dich, Opilein," säuselte sie. "Komm, wir gehen mal ein Ründchen spazieren. Ein bißchen Ruhe und frische Luft tut dir gut!"
Der Alte nickte und stützte sich schwer auf die Göttin.
Ja, diese ganzen Abenteuer waren zwar sehr amüsant, aber auch anstrengend.
Ein wenig unbeholfen tapste er an Isis' Seite nun hinaus in den Park...dabei sabberte er vor Anstrengung auf den Gartenweg und sah gar nicht, weil er sich mit einem Taschentuch über das Gesicht fuhr, daß Isis den Speichel, an dem noch jede Menge Staub und Dreck klebte, aufhob.
"Komm, Großväterchen," zwitscherte sie lieblich. "Wir machen mal ein Päuschen, setz dich mal hier auf die Bank...so...komm, ich helfe dir!"
Und als sich der Allherr gesetzt hatte, formte sie aus dem Lehmklumpen eine Schlange und legte sie auf den Weg...
 
*******
 
Baba grinste Isisnofret an.
"Oh, ich hab' nichts gegen dich persönlich," hechelte er und kratzte sich wieder. "Verdammt, was geht mir das auf die Nerven," knurrte er dann. "Immer dieses Gepieke und Gejucke...fürchterlich..."
Seine Ohren schlackerten. "Es geht aber nicht an, daß ihr Menschen euch einbildet, ihr könntet euch über den Willen der Götter hinwegsetzen. Wer das tut, muß bestraft werden." Wieder zuckte er zusammen, als ein Floh ihn stach. "Gibst du nun auf?" fragte er etwas fassungslos ob ihrer Reaktion.  
Er hatte gedacht, sie würde nun erst recht auf ihn losgehen...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1886 - 01/25/07 um 17:59:45
 
Isisnofret stieg der Hundegeruch Babas in die Nase und sie konnte sich nur mit Mühe verkneifen, die Nase zu rümpfen. Sie mochte Hunde einfach nicht, dieses Gehechel und Gekratze, Kläffen und Beißen... merkwürdige Kreaturen waren das und ausgerechnet mit Baba war sie nun aneinander geraten... wieder einmal beste Ironie!
Die Hilflose und Unterwürfige miemend -nun, Dehmut brachte sie den Göttern immer dar, aber nun spielte sie wirklich das Unschuldslamm- faltete sie die Hände vor ihrem Schoß und sah von unten nach oben treuherzig zu ihm auf.
"Mir bleibt ja nichts übrig, seinen geheimen Namen wird mir Re nie verraten, ausgerechnet mir, einer einfachen und machtlosen Menschenfrau. Ich habe ja nur gedacht, daß es auch unter den Göttern soetwas wie Vergebung und Erbarmen gibt. Und Mitleid, wißt ihr..." murmelte sie und sah verstohlen in seine Miene, um zu ehen, wie er auf sie reagierte. Zierlich warf sie ihr Haar nach hinten und wehte ihm damit den Duft ihres Parfüms um die Nase, lächelte ausgesprochen bedrückt und runzelte dann mitleidig die Stirn. Sie hatte längst gemerkt, daß er sich ausgesprochen oft scharrte, wie auch seine Köter im Hintergrund... hatte er etwa Mitbewohner im Fell? HA! SIE apellierte eben auf Mitleid... ob er vielleicht gerecht genug wäre, zu erkennen, was es bedeutet, jenes auch mal zu empfangen und dadurch einsichtiger zu werden?
"Quält euch etwas, ihr Armer," fragte sie betont besorgt, als er sich erneut kratzte.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1887 - 01/25/07 um 18:17:09
 
Nun kratzte sich Baba erst recht und zwar ziemlich wild...
Seine Ohren zuckten ganz nervös, so heftig nickte er mit dem Kopf.
"Ich weiß gar nicht, woher," beklagte er sich bitter bei Isisnofret und vergaß vollkommen, daß er ja eigentlich ihr Gegenspieler und auf einer ganz anderen Seite als sie stand. "Ich werde noch irre..."
 
Er streckte seine Nase in die Luft und schnuffelte.
Wenn er sich diese Menschenfrau besah, war sie ja doch ein ganz ansehnliches Weibchen...und sie roch so lecker...zum Anbeißen!
Nur schade, daß sie so an ihrem Gatten hing...
 
********
 
"Wollen wir mal wieder?" fragte Isis, als der Allherr wieder zu Atem gekommen war. "Du musst dich unbedingt mehr bewegen, sonst rostest du ein!"
Der Allherr nickte gottergeben und trat wieder auf den Weg.
Die Schlange, die Isis geformt hatte, erschrak und biß ihn in den Fuß.
Da durchfuhr ihn so ein starker, brennender Schmerz, daß er laut aufschrie und die Schlange sich verängstigt in ein Gebüsch verkrümelte.
"Was ist denn, Opi?" fragte Isis besorgt, als alle Götter angerannt kamen, um nachzusehen, was geschehen war. "Opilein...sag doch etwas! Tut dir was weh?"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1888 - 01/25/07 um 18:49:16
 
Isisnofret betrachtete Baba -sie waren scheinbar die einzigen, die nichts von Res Schlangenbiß mitbekommen hatte- nun genauer und musterte sein Fell am Nacken, das durch das Kratzen schon ganz struppig und räudig erschien.
"Wenn ihr wollt, schaue ich mal nach, was euch so piesackt," bot sie vorsichtig und liebäugelnd an, auch wenn sie das eine kleine Überwindung kosten würde. Nicht nur, weil er einen Hundekopf hatte sondern auch, weil er ihr bisher so schurkig entgegengekommen war.
"Ich kann niemanden leiden sehen," betonte sie dann noch und gin einen anbietenden weitern Schritt auf ihn zu. So stand sie jetzt direkt vor ihm und streckte, ohne ihn jedoch vorerst zuberühren, ihre zarte Hand nach ihm aus.  
 
**************
 
Der Allherr jammerte und jaulte aber nur und ließ sich gleich wieder auf die allernächste Bank sinken. Schweiß brach ihm aus allen Ritzen seines Körpers und er stammelte vor sich her, konnte aber nicht mehr sprechen, weil er so schockiert war von dem Vorkommnis und den Schmerzen. Mit tatterigen Händen zeigte er nur auf seinen pochenden, geschwollenen Fuß und ließ die Götter von seinem Biss auf diese Weise erfahren.  
"Wie ist das möglich, was war das für ein Ding," stammelte er schließlich, als er endlich wieder reden konnte. "Das kenne ich gar nicht? Wer von euch hat wieder Unfug gemacht? Auuuauauauau..."
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1889 - 01/25/07 um 18:58:51
 
Baba knurrte und warf Isisnofret einen mißtrauischen Blick zu, dann -weil es ihn wieder gar so furchtbar juckte- ließ er zu, daß Isisnofret ihn berührte.
"Kratz mich mal am Schulterblatt," hechelte er, während er sich selbst über die Brust fuhr. "Da komm ich selbst so schlecht dran!"
 
Seiner Meute erging es nicht anders: sie bearbeiteten einander schon mit Zähnen und Krallen, um sich Linderung zu verschaffen, aber die Flöhe wollten und wollten nicht weichen!
 
*********
 
Isis besah sich den Fuß und schüttelte mitleidig den Kopf:
"Was ist, was ist, mein göttlicher Vater? Hat etwa eine Schlange dir ein Leid zugefügt, hat eines deiner Geschöpfe gar sein Haupt gegen dich erhoben? Dann will ich es zu Fall bringen durch wirksamen Zauber, will dafür sorgen, dass es den Anblick deiner Strahlen flieht....ich kann aber auch pusten, wenn dir das hilft!"
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