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Die Stadt des Amun (Gelesen: 607980 mal)
Tawabet
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1845 - 01/22/07 um 21:50:56
 
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1846 - 01/23/07 um 06:49:44
 
Wennefer hatte sich aufgrund dieser mehr als seltsamen Vorkommnisse mit Bakenchons auf den Weg in den Palast gemacht und war direkt zu Paser vorgelassen worden, der sich mit erschrockener Miene den Bericht der zwei Amunpriester anhörte.
Da seine Äußerung: "So weit ist es also schon..." die beiden augenscheinlich verunsicherte, schickte er seinen Sekretär zur ersten Königin mit der Bitte, sie dringlichst aufsuchen zu dürfen.
Als die ihm gewährt wurde, trat er nur kurze Zeit später mit Wennefer und Bakenchons im Schlepptau bei Nefertari ein, um die beiden Priester aufzufordern, der GKG zu erzählen, was in Ipet-sut geschehen war.
Nun war guter Rat teuer...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1847 - 01/23/07 um 19:00:19
 
Isisnofret bemerkte im gleichen Moment, da die Priester rätselnd bei der ersten GKG vorsprachen, ebenfalls diese seltsamen Vorgänge...
Die beständige Arbeit mit dem Stroh war so ungewohnt für ihre Hände, daß alles Öl und alle Schutzmaßnahmen sie nicht davor bewahren konnten, daß ihre Fingerkuppen mit der Zeit immer empfindlicher wurden, weil sich die Haut dort kräftig abnutzte, auch wenn Hathor ihr hin und wieder gnädig Heilung zukommen ließ...  
 
So war sie ins Badezimmer gegangen, um ihre Hände in frischem, kalten Wasser ein wenig zu kühlen und wie sie dort auf einem Hocker saß und die Fingern in einer verzierten Waschschüssel schwenkte, die zu ihrem Hausstand gehörte, machte sie die besorgniserregende Entdeckung, die Wennefer und Bakenchons so erschüttert hatte: Ramses' Kartuschen, die den inneren und den äußeren Rand umsäumten, waren fast völlig verschwunden... Irrte sie sich oder war es eine ihr fremde Schüssel, die zur Villa gehörte? Nein, Das gesamte Waschgeschirr, das den Brand überlebt hatte, hatte Panewi mitgebracht, oder später herbeischaffen lassen!
War das möglich? Isisnofret zog die Hände aus dem Wasser und trocknete sie geistesabwesend, auf die wenigen noch verbliebenen Linien starrend. Was hatte das zu bedeuten?  
Ihre Augen weiteten sich und mit einem Mal sprang sie auf, lief zu ihrer ebenhölzernen Schmuckschatulle und öffnete sie.
Ein kleiner Schrei entwand sich ihrer Kehle und ihre Finger zuckten zurück, als hätte sie ein Blitz getroffen... Mit verzerrtem Gesicht rieb sie sich die Hände und sah sich in der Umgebung der Schatulle um, was diesen äußerst unangenehmen Schmerz ausgelöst hatte: Die Geierhaube, die ordentlich zurechtgemacht auf einem hölzernen Modellkopf über ihrer kleinen Kugelperrücke prangte... sie hatte sie versehentlich berührt...
 
... und in der Schatulle bot sich das gleiche Bild: Die Oberarmreifen, die ihr Sesu mal zum Sothisaufgang in On geschenkt hatte, waren ebenfalls seines Namens verlustig gegangen, genau wie die kleinen, lotosförmigen Ohrringe, auf denen sein Name geschrieben gewesen war... das Pektoral, das sie zu relegiösen Zeremonien trug, war namenlos. Hastig sprang sie wieder auf, lief zu ihren Tagebüchern, die eine ihrer Zofen vor dem Brand gerettet hatte... Selbst dort, wo sie eigenhänig Ramses' Thronnamen geschrieben hatte, waren nur noch fahle Striche zu sehen, die eher einer Unreinheit im Papyrus glichen als daß sie einmal Schrift gewesen wären.
 
"Sesu..." flüsterte sie panisch, ließ die Schriftrollen fallen und lief in sein Zimmer, wo sie ihn vorfand, wie er dort schon seit 3 Tagen ruhte...
Ängstlich legte sie sich neben ihn, lauschte nach seinem Herzen, seinem Atem und als sie beide Lebenszeichen schwach aber vorhanden vernahm, war sie ein wenig beruhigter. Aber nur ein wenig...
Hektisch nahm sie sein Gesicht in die Hände und sah ihn an.
"Bitte wach auf," flehte sie herzzerreißend, obwohl sie genau wußte, daß das momentan unmöglich war. Sie wußte es, hatte die Goldene persönlich es ihr doch genau erklärt, aber ihre Empfindungen verdrängten ihre Vernunft und ließen sie weiter bitten, immer und immer wieder. Ihre Hände streichelten über seine Brust, ihr Gesicht drückte sie gegen seine kühle Wange und ihre Tränen benetzten seine eigenartig wächserne Haut, die weich war und doch nicht so, wie sie sie sonst kannte.
"WACH AUF! Biiiiitte Sesuuuu...," wimmerte sie, begann schließlich, ihn an den Schultern packend, ihn zu schütteln, schlug mit ihren zierlichen Händen gegen seinen Brustkorb und begann aus der Verzweiflung heraus zu schimpfen, daß er ein gemeiner Hund wäre, sie so betteln zu lassen und dann rutschte sie über ihm schließlich wieder zusammen und schluchzte, den Kopf an seiner Schulter vergrabend, erstickt in den Stoff seines Lagers...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1848 - 01/23/07 um 19:20:56
 
Unterdessen empfing Nefertari die aufgeregten Priester und Paser.
Als die beiden Gottesmänner ihr erklärt hatten, was da Ungeheuerliches im Tempel des Amun geschah, nickte Nefertari bestätigend mit dem Kopf.
"Ja, das Gleiche ist auch hier passiert." Sie trug inzwischen keinerlei Abzeichen ihres Status mehr, denn das Uräusdiadem führte nur zu einem juckenden Ausschlag auf der Stirn.
"Es liegt daran, dass der König - wie soll ich das nur erklären!" Sie ließ sich nachdenklich auf einem einfachen Holzstuhl nieder. "Also, der König, er lebe, hat in einem Anfall von Sentimentalität den königlichen Ka als Kaufpreis für ein paar Heilkräuter hingegeben! Jetzt liegt er im vergehen, aber sein Sohn ist losgezogen, um den Ka zurückzubringen. Wir hoffen alle, dass dieses große Mysterium bald ausgestanden ist. Ich bitte euch alle, über diese Informationen Stillschweigen zu bewahren. Wenn das an die Öffentlichkeit gelangt, sind wir alle geliefert - ja, ich wage sogar zu behaupten, dass Ägypten dann untergehen wird!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1849 - 01/23/07 um 19:30:21
 
Bakenchons machte ein undurchdringliches Gesicht und enthielt sich eines Kommentars, aber Wennefer, der Ramses seit seiner Kindheit kannte, sah ziemlich betroffen drein und ein verzweifelter Seufzer kam über seine Lippen.
"Daß irgendetwas nicht stimmt, wird bekannt werden, meine Königin," erwiderte der erste Gottesdiener dann. "Wenn schon in Ipet-sut die Kartuschen des Königs verschwinden, wird das bald in ganz Ägypten passieren, wenn der kgl. Ka noch länger verschwunden bleibt!"
 
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Amunhotep hatte die Rufe der zweiten GKG gehört und hatte leise die Tür geöffnet, um nach dem Rechten zu sehen.
Besorgt, weil sie so aufgelöst schien, humpelte er -so schnell er konnte- näher.
"Was ist geschehen?" wollte er wissen und beugte sich über Ramses, um seine Hand an dessen Hals zu legen und so den Puls zu fühlen...der war noch zu spüren, den Göttern sei Dank! Er hatte schon gedacht...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1850 - 01/23/07 um 19:41:09
 
"Amunherchepeschef ist ja unterwegs und holt ihn! Wir müssen uns eben eine plausible Erklärung ausdenken. Schließt einstweilen den Säulensaal wegen Restaurierungsmaßnahmen und benutzt den anderen Ausgang des Tempels!" schlug die GKG vor. "Und nutzt die Zeit, um herauszufinden, wie ihr den königlichen Ka wieder in den Körper meines Mannes befördert. Ich fürchte, für diesen Gall gibt es keinen Präzedenzfall!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1851 - 01/23/07 um 19:45:11
 
Wennefer nickte, gab Bakenchons einen Wink und verneigte sich vor der Königin.
Die beiden Priester beeilten sich, so schnell wie möglich nach Ipet-sut zurückzukehren, schlossen dort, wie Nefertari befohlen hatte, den Großen Säulensaal und zogen sich in das Lebenshaus zurück, um dort die geheimen Schriften zu studieren und herauszufinden, was zu tun wäre, wenn der Kronprinz den kgl. Ka wiedergebracht hatte.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1852 - 01/23/07 um 19:55:47
 
Isisnofret hob zunächst den Kopf nicht, streckte nur erklärend den Arm aus und griff tastend nach dem Armreif, den sie erst auf dem Bett hatte fallen lassen. Den streckte sie dem Arzt entgegen ohne daran zu denken, daß der Mann nicht wissen konnte, daß auf jenem Ramses Thronnamen einmal geschrieben gewesen waren.  
"Er verschwindet..." schniefte sie an die leblose Schulter ihres Mannes mit fiepsender, gepreßter Stimme. Dann schnellte ihr Kopf aber wieder ruckartig nach oben, sie hüpfte aus dem Bett und kramte eine Weile in einer anderen, kleineren Dose für ihren Schmuck, den sie nur zum Schlafen ablegte und der auf dem Betttischchen stand. Als sie das Armband mit den goldenen Steinen des Meeres und dem blauen Kiesel gefunden hatte, drehte sie es eilig in der Hand, suchte... und atmete erleichtert durch... dort waren sein Kosename und der ihre leicht verschlungen graviert und "Sesu" war nach wie vor klar und deutlich in den filigranen Linien lesbar.
Seufzend und sich das Band über das Handgelenk streifend ließ sie sich wieder neben Ramses sinken und sah sich auf die Lippen beißend zu Amenhotep um. "Er wird aus der Geschichte getilgt..."
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1853 - 01/23/07 um 20:08:23
 
Amunhotep verstand nicht, wovon die Königin sprach, dachte sich aber, daß die ganze Geschichte die Arme doch sehr mitnehmen musste und versuchte sie zu beruhigen.
"Aber nein," sagte er und setzte wieder sein väterlich-gütiges Lächeln auf. Er ließ die aufgerollten Matten hinunter, daß es dunkler im Raum wurde und nahm ein Öllicht zur Hand.  
"Seine Majestät," versuchte er Isisnofret noch einmal zu erklären. "Ist nur in einen tiefen Schlaf gefallen. Das bedeutet doch nicht, daß er verschwindet...irgendwann wird er erwachen. Und solange ein Mensch noch lebt, darf man nie die Hoffnung aufgeben."
Er zog Ramses' Augenlider hoch und leuchtete ihn mit der kleinen Lampe an: sofort verengten sich die Pupillen.
"Seht ihr," meinte er und wagte es, Isisnofret freundlich über die Hand zu tätscheln. "Ihr solltet nicht immer weinen und klagen. Ich habe schon Patienten gehabt, die aus einem ähnlich tiefen Schlaf wieder erwacht sind und davon berichten konnten, was ihre Angehörigen zu ihnen sagten."
Er zwinkerte der GKG zu. "Ihr könnt mit eurem Gemahl sprechen, aber erzählt ihm lieber etwas fröhliches, berichtet ihm von euren Kindern...irgendetwas, damit er erkennt, daß es sich lohnt, wieder aufzuwachen!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1854 - 01/23/07 um 20:38:07
 
Die zweite GKG sah zweifelnd zu dem alten Heiler auf und schniefte mehrfach, schnäuzte sich die Nase und ließ den Kopf dann wieder sinken. Was er da sagte, sagte sich mit Sicherheit immer leicht, wenn man Abstand hatte, sie würde wohl ähnlich sprechen in seiner Situation, er tat ja auch nur, was er für richtig hielt!
Und bestimmt zeugte es von Größe und Kraft, von Mut und Entschlossenheit, von einem großen Ka, der hoffnungslosesten Situation positive Momente abzuringen und stets ein Lächeln auf den Lippen zu tragen, aber hatte sie solche Entschlossenheit und Größe, solchen Mut und solche Kraft noch? Hatte sie solches überhaupt je besessen? Der Zeit fühlte sie sich ausgelaugt und leer, denn selbst ihr Glaube an die Allmächtigkeit und den guten Willen der Götter war ins Wanken geraten, seit sie vor dem Allherrn gestanden und die Uneinigkeit und auch Falschheit kennengelernt hatte... Was sie am Funktionieren hielt waren die anderen, die sie noch brauchten: Ta-ini, Issi, Merenptah... und irgendwie wohl auch Ramses, obwohl sie dessen nicht ganz sicher war, so reg- und leblos, wie er schien. Sie war sich nichts mehr sicher!
 
"Ich werde es versuchen," versprach sie mit rauer, leiser Stimme, weil widersprechen und argumentieren zu anstrengend waren. Sie hörte sich schrecklich an, fand sie im selben Moment, wo war nur all ihre positive Energie geblieben?
"Du meinst also... er hört mich," fragte sie dann noch leiser und sehr vorsichtig.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1855 - 01/23/07 um 20:48:33
 
"Ich denke, ja, Herrin!" antwortete Amunhotep mit fester Stimme und nickte bekräftigend. "Euer Gemahl mag euch erscheinen, als wäre er schon längst auf dem Weg in den Westen, aber dem ist nicht so...ihr müsst nur auf die kleinen Anzeichen achten, die beweisen, daß noch Leben in ihm ist: schlägt nicht sein Herz? Atmet er nicht? Ihr habt eben selbst sehen können, daß sich seine Augen verändern, wenn es hell wird...seine Haare wachsen, die Fingernägel...er runzelt sogar die Stirn, wenn ihm etwas nicht behagt. Fragt Iryiry, der wird es euch bestätigen!"
Er lächelte noch einmal sein väterliches Lächeln, verbeugte sich und wartete darauf, daß Isisnofret ihm die Erlaubnis gab, gehen zu dürfen...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1856 - 01/23/07 um 21:00:16
 
... jene Erlaubnis erteilte Isisnofret dem Heilkundigen auch so dann und atmete tief durch, als er den Raum verlassen hatte. Nachdenklich sah sie ihren Gemahl an und rieb sich die juckende Nasenspitze. Nun gut, wenn Amenhotep es denn meinte, wollte sie es versuchen, auch wenn es ihr schwer fallen würde, sich mit jemandem zu unterhalten, der nicht antworten würde.  
Aber erst am Abend, denn nun müßte sie wieder zurück in die Webstube gehen, wo zum Glück die letzten Spindeln auf ihr Befüllen warteten und sie bald endlich ebenfalls an den Webstuhl wechseln konnte...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1857 - 01/23/07 um 21:12:21
 
Gegen Mittag, als Isisnofret schon längst fleißig arbeitete und Hathor sich den letzten Strohhalmen widmete, die sich auch, als sie durch ihre Hände gingen, in pures Gold verwandelten, erschien wieder Iuny, der Iryiry wieder einmal half, den König aufrichten und ihm dann ein wenig passierten Gemüsebrei einzugeben: sie konnten ihn ja schließlich nicht verhungern lassen!
Iryiry bewunderte den jungen Sachmetpriester, der so geschickt und ruhig seiner Arbeit nachging, als wäre alles ganz normal und selbstverständlich!
Wenn er doch nur auch so abgeklärt wäre!
 
********
 
Ramses' Ba hockte immer noch in seinem Käfig und langweilte sich.
Ja, er hatte Isisnofret seinen Namen rufen hören, aber wie sollte er antworten?
Diese DUMME KUH hatte ihn ja eingesperrt!
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1858 - 01/23/07 um 22:31:27
 
Der Abend kam und senkte wieder, wie seit vielen Tagen, seine kalten Nebel wie Boten der Unterwelt über die grüne Umgebung Ascherus, die Dank der geschickten Bewässerung der Gärtner Thebens satt und üppig gedieh. Die Schleier zogen unter den Gräsern und den Bepflanzungen entlang, senkten sich auf die Wiesen und Schilfdickichte der Weiher der kleinen Parkanlagen, die überall im Viertel der Adeligen den Bewohnern zur Ergötzung dienen sollten und vermittelten fast den Eindruck, verirrte Achu zu sein, die nicht zum Ort ihre Bestimmung fanden...
 
Isisnofret stand an dem schmalen, hübschen Fenster, das Ramses' Zimmer besaß, sah hinaus in die Weite und versuchte sich, Mut und Überwindung zusammen zu scharren. Was sollte sie sagen? Wie beginnen? Wenn sie ganz natürlich und ohne diesen Vorsatz zu ihm sprach, wie am Vormittag zum Beispiel, war das nicht schwer, aber nun, nun fehlten ihr die Worte...
Ihr kleines Mädchen, das jetzt schon fast gar nicht mehr als klein bezeichnet werden konnte -zumindest wuchs es enorm im Moment-, trank noch in großen Zügen an ihrer Brust und gurgelte zufrieden vor sich her und schließlich drehte sie leicht verunsichert den Kopf zum Bett.
 
"Willst du deinem Papa vielleicht etwas sagen," fragte sie das Baby, aber das streckte nur sein Händchen nach oben aus und zwackte seiner Mutter in die Nase, während es sich weiter labte. Die befreite sich schnaufend aus dem dreisten Griff und setzte sich, sogar etwas scheu wirkend, neben Ramses auf die Bettkante. Sie holte Luft und öffnete den Mund, dann begann sie verlegen zu schmunzeln und drehte den Kopf wieder zum Fenster, schüttelte den selben.  
"Ist doch Blödsinn," stieß sie aus. Sie konnte sich einfach nicht vorstellen, daß ein Mensch, der so fest schlief, irgendetwas von seiner Umwelt bewußt wahrnahm!
"Ach, wenn du mich nur hören könntest," betonte sie den Wunsch, griff mit der freien Hand nach der seinen, die schlaff und kühl keine Regung erkennen ließ und hielt sie fest. "Die Götter spielen seltsame Spiele mit uns, aber das weißt du vielleicht sogar besser als ich! Wenn du Baba siehst, tritt ihm auf den Schanz, dem Köter." Schnell schwieg sie, was sagte sie da nur, sie versündigte sich!
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« Zuletzt geändert: 01/24/07 um 07:29:31 von Seleuce »  

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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1859 - 01/24/07 um 06:06:14
 
Der Ba in seinem Käfig grinste, als er Isisnofrets Worte vernahm.
Wie aus weiter Ferne, wie ein Echo, das ihm zugetragen wurde, so hörte er ihre Stimme.
Ach, Hathor hatte ihn ja vollkommen handlungsunfähig gemacht mit dieser Aktion.
Wenn er Isisnofret doch nur irgendein Zeichen geben könnte...
Wütend hüpfte er in seinem Käfig auf und ab und schlug wild mit den Flügeln.
"Ich will endlich 'raus hier!" rief er wütend, als Hathor in ihrem Naos materialisierte, um bei den Abendriten anwesend zu sein.
Sie lächelte nur lieblich und hob beschwichtigend die Hand, damit der ungeduldige Vogel endlich Ruhe gab...
 
Im selben Moment, als sein Ba wieder auf die Stange flatterte, bewegte Ramses leicht seine Finger, die Isisnofret in der Hand hielt, und drückte sacht zu...
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