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Die Stadt des Amun (Gelesen: 670691 mal)
Seleuce
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1755 - 01/16/07 um 21:35:43
 
Isisnofret schrak zusammen bei dem eigentlich leisen Geräusch, das Panewi beim Türschließen verursachte und kam wieder zu sich. Sie probierte es auch noch einmal, etwas zu essen, aber kurz, bevor der Happen Brot ihren Mund erreichte, stoppte ihre Hand, die sich ohnehinn recht langsam bewegte. Auch den Weinbecher sah sie lustlos an. Sie bekam einfach nichts herunter, bei allen Göttern nochmal!
 
Es tat ihr leid, daß ihre Zofe sich so große Mühe mit dem Anrrichten der Speisen gegeben hatte, aber es half nichts!
Stattdessen wischte sie sich ihre Finger jetzt an einer Serviette ab und überlegte, ob sie ein wenig an die frische Luft gehen sollte. Aber weil sie schon wieder in Grübeleien sank, entschied sie sich dagegen und kehrte zu den eifrigen Göttinnen zurück.
 
Und in der Handwerksstube angekommen staunte sie über die plötzlichen, riesigen Fortschritte...
"Das ist ja unglaublich," brummte sie und starrte auf die Webstühle, die sich jetzt von allein bewegten und das in hohem Tempo!
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1756 - 01/16/07 um 21:45:44
 
"Wir sind eben Profis," meinte Tait gut gelaunt, ließ ihre Hand aber sinken, als die ersten Hofdamen wieder hereinkamen.
Die Webstühle standen still und die Schiffchen sanken brav zu Boden.
Hathor fing die Spindeln wieder ein und rieb sich die Hände, machte ein unschuldiges Gesicht und fiel wieder in ein wesentlich langsameres Tempo bei Spinnen zurück.
"Was machen deine Hände?" fragte sie Isisnofret fast beiläufig. "Du solltest sie vielleicht einölen..."
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1757 - 01/16/07 um 21:51:08
 
"Du brauchst doch nicht herumstottern!" versuchte Nefertari, Iryiry zum sprechen zu bewegen.  
"Ich bin ja froh, dass er noch lebt!" sagte sie. "Nur wüßte ich einfach gerne, was mit ihm ist!" Sie drückte weiter die Hand von Ramses, der sich aber nicht rührte.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1758 - 01/16/07 um 21:53:43
 
Isisnofret war so schwung- und antriebslos, daß sie nicht einmal mehr an die einfachsten Tricks der Handwerkerinnen dachte. Natürlich, ihre Mutter hatte ihr früher auch immer die Hände geölt, wenn sie gesponnen hatten. Unschlüssig sah sie auf ihre Finger, an denen sich schon wieder ettliche Risse befanden und nickte fast ratlos und gehorsam.  
"Daran hätte ich eigentlich denken müssen," entgegnete sie mit vorgeschobenen Lippen und lächelte verlegen.
Einige Dosen mit Pflanzenöl stand tatsächlich auch an den Arbeitsplätzen der anderen Frauen und an einer davon bediente sie sich jetzt, massierte das Öl in ihre Finger und steuerte dann wieder auf ihren Hocker zu.
"Die Sterblichkeit hat ihre Tücken..." meinte sie mit leiser Stimme, lächelte abermals und preßte danach die Lippen bedauernd aufeinander.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1759 - 01/16/07 um 22:05:11
 
"Ich weiß es doch nicht, Herrin!" wiederholte Iriyiry verzweifelt. "Amunhotep hat mir erklärt, daß es eine Art Schlaf ist, der seine Majestät befallen hat. Es kann sein, daß er wieder aufwacht, aber auch nicht."
Er bat Nefertari, ihn an das Bett herantreten zu lassen, und drehte Ramses dann sanft von der seitlichen Position auf den Rücken, was dem ein fast mißmutig klingendes Schnaufen entlockte, als ob er nicht geweckt werden wollte, schob ihm ein dickes Kissen unter die Kniekehlen und deckte ihn sorgfältig wieder zu.
Dann verneigte er sich schweigend vor Nefertari und wartete darauf, daß sie ihm gestattete, sich zurückzuziehen.
 
*********
 
Isis senkte kurz ihre Wimpern.
"Aber auch Vorteile," bemerkte sie und dachte an ihr eigenes bewegtes Leben zurück.
Die Sterblichen hatten es doch in mancherlei Hinsicht einfacher...
"Wenn es abend wird, werden wir nach Hause zurückkehren," bemerkte sie leise. "Dann solltest du dich ausruhen, wir tun es auch!"
 
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1760 - 01/16/07 um 22:13:22
 
"Du kannst gehen, ich werde es dann auch tun!" sagte Nefertari. "Paß mir gut auf ihn auf!"
Sie beugte sich zum Abschied über Ramses und küßte ihn. "Auch ich liebe dich, Sesu!" flüsterte sie leise, bevor sie das Zimmer verließ.
Draußen traf sie Panewi. "Wo ist deine Herrin? Ich wollte ihr sagen, dass ich jetzt zurück in den Palast gehe."
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1761 - 01/16/07 um 22:20:47
 
Isisnofret nickte... "Ja natürlich!" Stimmte sie zu, die Spindel wieder aufnehmend. Sicher mußten die Göttinnen sich ja auch noch den vielen Gebeten und Weihen widmen, die an sie gerichtet waren...
Sie verneinte nicht mehr, als Isis vom Ausruhen sprach. Sie würde aber hier weiter spinnen, so hatte Baba es angeordnet, sie wollte nicht, daß er später sagen könnte, daß SIE diese Aufgabe nicht einmal versucht hätte. Denn wußte sie, ob er sie nicht beobachtete?  
Und es war besser als das Nichtstun und trübsinnige Grübeln... Wie es ihren Söhnen wohl ging, kam ihr in den Sinn. Chaemwaset? Und von Ramessu hatte sie schon sehr lange nichts mehr gehört!
Sie würde sich wohler fühlen, wenn Chaj von einem weiteren seiner älteren Brüder umgeben wäre!
 
Aber sie dachte schon wieder... 'Aufhören!' befahl sie ihrem Verstand und konzentrierte sich auf das Stroh... 'zwirbeln, ziehen, knicken, drehen, wieder zwirbeln' und immer so fort...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1762 - 01/16/07 um 22:37:12
 
"Meine Herrin hat sich bereits zurückgezogen, Gebieterin!" antwortete Panewi. "Ich werde es ihr ausrichten!"
Die Zofe brachte die erste Königin zur Tür, wo ihre Sänftenträger bereits auf sie warteten...
Es war ja auch schon spät geworden...die Sonne hatte sich schon längst nach Westen geneigt...
 
********
 
Die Frauen arbeiteten weiter, bis es dunkel wurde...
Panewi kam mit einer kleinen Funzel herein, wollte aber kein Licht machen aus Angst, sie könne eventuell das Leinen -denn ihr erschien das Stroh wie Flachs und das goldene Tuch wie Leinen- in Brand stecken.
Die ranghöchste Hofdame trieb ihre Schäflein zusammen und verabschiedete sich im Namen ihrer Herde bei der Königin, versicherte ihr aber, daß sie morgen wieder pünktlich zur Stelle wären.
Kaum waren sie verschwunden, brachen auch die vier Göttinnen auf, erteilten Isisnofret noch einmal den Ratschlag, die Arbeit nun auch ruhen zu lassen und kehrten in ihre Tempel zurück, um die Abendriten zu empfangen.  
Sie würden jedoch bald zurückkommen, um noch während der Nacht weiterzuarbeiten...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1763 - 01/16/07 um 23:14:04
 
Isisnofret blieb allein zurück und mit sich selbst und ihrem ewig ativen Geist, der sie als bald wieder zu quälen begann, ünter sich.  
Das Handwerk ging ihr nun wieder flüssig von der Hand, sie mußte darauf keine Konzentration mehr wenden und schon wanderten ihre Gedanken wieder umher und verloren sich in Kummer, Sorge, Erinnerungen, den Freuden der Vergangenheit, schönen Momenten des Glücks und den Ängsten der Gegenwart und Zukunft.  
Ihre Augen brannten und das schon seit langem, sie bemerkte es nur erst jetzt, ihre Finger, die keine Hornhaut aufwiesen, wie die Hände der geübten Weberinnen, waren ein wenig rau und brannten, die Fingerkuppen gerötet.
Irgendwann sah sie die groben Strohfäden, die sie verspann, doppelt, dann sogar dreifach, ihre Sehkraft spielte ihr einen gemeinen Streich und versagte mehr und mehr. Und auch wenn sie nicht wollte und alles versuchte, sich noch ein wenig und einen Augenblick länger zu zwingen, mit der Arbeit fort zu fahren, irgendwann spielte ihr Körper nicht mehr mit und sie mußte die Spindel bei Seite legen.  
Am besten, sie spazierte draußen ein wenig, dann ging es vielleicht wieder...
 
In der kalten Abendluft erwachten ihre Sinne wieder etwas. Mit den Armen eng um die Brust geschlungen und den breiten, warmen Überwurf fest an sich gedrückt, lief sie ziellos in dem verhältnimäßig kleinen aber üppige Garten umher, dann fiel ihr Auge auf das Fenster des Zimmers, in dem Ramses lag, weil Amenhotep wohl eben seine Visite beendet hatte. Ein Lichtschein bewegte sich hinter den Rolläden, der dann verschwand. Sie hörte, wie die Tür sich schloss und der Arzt -sie erkannte ihn nun an seiner Stimme- etwas zu Iryiry sagte, der daraufhin zustimmte und den alten Heiler in den zweiten Stock brachte... er schlief also diese Nacht wirklich hier!
 
Ohne sich dazu bewußt entschlossen zu haben, führten ihre Beine sie zielstrebig in den ersten Stock und sie bemerkte es erst richtig, als sie vor Ramses' Zimmertür angekommen war. Sie öffnete die jene leise... es roch noch nach den Salben und Heilmitteln, die Amenhotep immer mit sich führte und nach denen auch er selbst über die Jahre zu riechen begonnen hatte.  
 
Langsam und noch immer nicht bewußt steuernd, was sie tat, ging sie in der Dunkelheit, die nur der helle Mond fahl beschien, auf das Bett zu, legte sich schließlich neben Ramses auf die Decke und drückte unendlich lang ihre Lippen auf seine Stirn.  
Er rührte sich nicht!  
Dann bettete sie ihren Kopf mit ebenso allmählichen Bewegungen wie zuvor auf seine Brust und schmiegte sich, fast verzweifelt nach Geborgenheit suchend, an ihn... sie roch sein Salböl, all die guten Dingen, die Iryiry Haut und Haar seines Herrn hatte zukommen lassen, doch etwas fehlte... sein eigener Geruch, der natürliche Duft seiner Haut! Jener, der das Parfüm der Salben, welche sein Leibdiener auch benutzte, erst so markant machte und so unverwechselbar zu Ramses' ganz eigenem Geruch vereinte!  
Sein Herz, das sie kaum vernehmen konnte, sonst so stark und ungebrochen, daß sie den Schlag gar an ihrer Wange fühlen konnte, schlug jetzt träge, der Klang war dünn... seinen Atem hörte sie gar nicht, fühlte ihn nur minimal an seinem Bauch und leise begannen Tränen aus ihren Augen zu rinnen, die sich langsam einen Weg über ihre untere Schläfe auf seine Brust bahnten und den Stoff dort Tropfen um Tropfen benetzten.
 
Aber erst hier fand sie Frieden vor ihren Gedanken...
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Baket
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1764 - 01/17/07 um 04:16:45
 
Es war schon dunkel geworden, als Paschedu den Tag noch einmal vor seinem geistigen Auge ablaufen ließ.
 
Der Auftritt der Qenbet hatte ihn schwer beeindruckt. Sogar der Mann von Tawabet, in dessen Haus seine Baket nun bei der Arbeit half, war dabei und betrachtete ihn aufmerksam. Was ging dabei wohl in ihm vor? Was dachte er über ihn?
 
Er erinnerte sich daran, wie er aufgefordert wurde, alles zu wiederholen.
So berichtete er seinen Traum noch einmal unter den interessierten und klugen Blicken der Qenbet. Wussten sie ihn zu deuten?
Die Ammit verschlang Hui und seine Frau. Ersteres war eindeutig, Hui konnte ja nur verurteilt werden für diesen Frevel. Aber was genau hatte Maakare damit zu tun? Nun, das war nicht sein Aufgabe, sondern die der Qenbet, sich darum zu kümmern.
Schlimmer war sein Verdacht Nebwenenefs betreffend.
"Was, wenn Hui sich an ihm vergriffen hat? Etwas kam mir im Nachhinein merkwürdig vor, doch ich vermag nicht mehr zu sagen, was. Zu vertieft war ich in meine Arbeit, Nebwennenef, er sei gerechtfertigt, vorzubereiten. Ich vermag auch Träume nicht zu deuten, aber die Ammit vor dem ersten Priester des Amun, sein Klagen nach seinem Herzen. Was, wenn... Wir müssen sicher gehen, daß er nicht vor Osiris scheitert."
So beherrscht, wie versuchte, sich vor der Qenbet zu geben, so aufgewühlt war er innerlich.
 
Er erinnerte sich, wie sich ihm förmlich die Kehle zuschnürte, als er über Nebwennenef redete. Und an die Reaktionen und Antworten der Qenbet daraufhin...
 
 
Tja, wir kommen um eine Rückblende wohl nicht drumrum, aber so können wir die Sitzung wenigstens zu Ende bringen.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1765 - 01/17/07 um 06:14:23
 
Paser hatte sich an diesem Tag noch lange mit Wennefer auseinandergesetzt, selbst als sich die Versammlung der Qenbet schon längst aufgelöst hatte.
Wennefer war ein in theologischen Fragen überaus geschulter Mann und der König vertraute ihm.
Zudem kannte Paser den neuen Hohepriester des Amun schon viele Jahre und schätzte seinen Rat.
 
Bis in die frühen Morgenstunden saßen die beiden zusammen und beratschlagten, was man in diesem Fall tun könnte.
Da ihnen jedoch letztendlich zu dem einmütigen Schluß kamen, daß Nebwenenef unbedingt vor der großen Fresserin zu retten sei, konnten sie nicht umhin, festzustellen, daß dem verschiedenen Hohepriester ein neues Herz gegeben werden müsste.
Es blieb also nichts anderes übrig, als das Grab noch einmal zu öffnen...
 
"Ich werde es selbst tun," erklärte Wennefer just in dem Moment, da die Sonne aufging.
"Ich bin sein Nachfolger, es ist meine Pflicht!"
Paser stimmte ihm im Prinzip zu, gab aber zu bedenken, daß die wenigen Sympathien, die der Amunsklerus für den neuen ersten Gottesdiener hegte, noch schwinden könnten, wenn dieser Frevel bekannt werden würde.
"Dann darf er eben nicht bekannt werden," erwiderte Wennefer mit fester Stimme. "Ich werde meinem Sohn und seiner Frau in ihrem Haus auf der Westseite abends einen Besuch abstatten, das wird die Priesterschaft schlucken. Von da aus ist es nicht weit bis zu Nebwenenefs Grab! Die Qenbet mag inzwischen entscheiden, was mit Paschedu geschehen soll und sich dem Fall weiter widmen!"
 
Und das würde die Qenbet auch tun: sie hatten bereits eine Hausdurchsuchung bei der jungen Witwe Huis angeordnet...
 
********
 
In Ascheru erwachte nun ebenfalls das Leben...
Die Göttinnen waren über Nacht sehr fleißig gewesen, jedoch vor Sonnenaufgang wieder verschwunden, um beim morgendlichen Kultbildritual anwesend zu sein: schließlich brauchte auch der Ka eines Gottes Nahrung!
 
Iryiry und Panewi betraten leise die Kammer seines Herrn.
Ramses schlief unverändert in derselben Lage, in die er ihn gestern gebettet hatte und Isisnofret schlummerte fest an ihren Gatten geschmiegt auch noch so tief, daß Panewi den Zeigefinger an den Mund legte und Iryiry verbot, sie zu wecken...
Der junge Diener überprüfte jedoch nur -wie Amunhotep es ihm gezeigt hatte- die Lebenszeichen des Königs...da hatte sich gar nichts verändert...jedoch...dessen Körper hatte sich durch die Wärme, die der Leib seiner Frau ausstrahlte, sich ebenfalls erwärmt und sein Herzschlag war deutlicher fühlbar...
Der kräftige Duft des Lotos', der nicht zu verwelken schien, lag in der Luft...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1766 - 01/17/07 um 17:07:43
 
Nachdem Wennefer nach Ipet-sut zurückgekehrt war, gab er bei der dortigen Werkstatt gleich einen neuen Herzskarabäus für Nebwenenef in Auftrag und schickte einen Boten zu Amuneminet, der seinem Sohn seinen baldigen Besuch ankündigte...
 
Derweil war eine Handvoll Soldaten schon unterwegs zum Haus von Huis Familie.
Der Offizier, der den kleinen Trupp anführte und den Befehl der Qenbet bei sich trug (ob die Verbrecher da das überhaupt lesen konnten? Das Siegel des Wesirs und Bürgermeisters von Theben würden sie ja wohl erkennen!), klopfte energisch an die Haustür und rief laut: "Aufmachen! Im Namen seiner Majestät, des Königs von Ober- und Unterägypten, Usermaatre Setepenre, er lebe, sei heil und gesund!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1767 - 01/17/07 um 17:19:27
 
Baket war schon den ganze Tag beflissen bei der Arbeit und kümmerte sich auch noch um die Kleinen. Leider bekam sie den Kopf nicht wirklich frei und musste die ganze Zeit an ihren Vater denken.
Da kam ein Bote, der zu Amuneminet wollte.
 
****
 
Nach einem kurzen Augenblick öffnete sich die Tür und eine junge Frau stand darin. Sie hatte lange dunkle Haare, trug dunkle Augenschminke, ein paar goldene Armreifen und roch stark nach Parfüm und Ölen. Sie war klein und wirkte fast zerbrechlich, ihr Kleid offenbarte eine schmächtige, wenig feminine Figur, sie schien wie ein Kind. Aber ihre hellen grünen Augen starrten die Soldaten eisig an.
"Was wollt ihr?" fragte sie über eifrig, ohne aber die Tür freizumachen.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1768 - 01/17/07 um 17:27:58
 
..., was sich als Fehler herausstellte, denn der Offizier schubste sie recht grob beiseite und gab seinen Soldaten mit einem Kopfnicken zu verstehen, daß sie mit der Hausdurchsuchung beginnen sollten.
Sofort begannen die Männer, alles zu durchwühlen und durcheinander zu bringen.
 
Der Offizier sah die Frau streng an: "Bist du Maatkare, die Witwe von Hui, dem Gehilfen des Uts Paschedu?"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1769 - 01/17/07 um 17:36:21
 
"Witwe?" fragte Maakare langgezogen. "Mein Mann war seit Tagen nicht mehr zu Hause, ich gebe auch nichts aufs Geschwätz der Leute. Ja, ich bin Maakare. Was ist passiert? Und was tut ihr hier eigentlich?" fragte sie eher argwöhnisch.
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