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Die Stadt des Amun (Gelesen: 657512 mal)
Tawabet
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1680 - 01/14/07 um 13:05:55
 
Plötzlich roch es nach verkohltem Stoff.
"Zu Hilfe, die Sonnenbarke brennt" riefen die Sonnenaffen wild durcheinander. "Wer kann das Feuer löschen? der, der es gelegt hat! Wer hat es gelegt?"
Ein wildes durcheinander entstand und der Allherr verhüllte sein Gesicht. Warum nur waren seine Kinder alle so streitsüchtig und chaotisch? Hatte er die Welt nicht hervorragend eingerichtet? Nein, irgendwie hatte er das Gefühl, dass ihm ein paar Fehler unterlaufen waren, als er die Welt schuf.
"Nur nicht wieder weinen", dachte er und hielt seine Tränen mit Mühe zurück. "jedes mal, wenn ich weine, kommt irgendein Müll raus!" Die Bienen und das Wachs waren ja noch halbwegs sinnvoll gewesen, aber wenn er da an die Menschen dachte, wurde zweifelte er manchmal doch an dem, was sein Körper so alles produzierte...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1681 - 01/14/07 um 13:19:47
 
Seth sah nun seine Stunde gekommen. War er nicht der Herr der Stürme? War es nicht seine Aufgabe, die Barke des Sonnengottes zu verteidigen?
Er würde das Feuer mit einem gewaltigen Wind und Schneesturm einfach auspusten!
Gesagt, getan...und plötzlich standen alle Götter in der Kälte und bibberten, aber das Feuer war gelöscht!
Leider war von der Takelage und dem Hauptsegel nicht viel übrig geblieben: das Schiff musste dringend instandgesetzt werden, bevor es seine Fahrt wieder aufnehmen konnte...
 
Isis hatte sich zu Isisnofret gesellt und ihr einen wärmenden Mantel umgelegt.
Sie seufzte immer noch: "Es tut mir leid, daß ich dich in all das verwickelt habe, aber anscheinend lässt sich der wankelmütige Allherr immer wieder ablenken. Warten wir sein endgültiges Urteil ab!"
 
*********
 
Hathor hatte den flatterhaften Ba des Königs mittlerweile in einen Käfig gesteckt, damit er nicht einfach davonfliegen konnte.
Die Stäbe des Käfigs waren zwar aus Gold und der Käfig besaß auch eine bequeme Sitzstange, aber der Ba war dennoch unzufrieden und trat von einem Fuß auf den anderen.
"Er," grummelte er und streckte seine Flügel aus. "Er mag es nicht, eingesperrt zu werden und ich ebenso wenig!"
Theatralisch begann er zu piepsen und ließ sich -eine Ohnmacht vortäuschend- von der Stange fallen.
 
Hathor verschloß den Käfig sehr, sehr sorgfältig.
"Du bleibst jetzt erst einmal hier," bestimmte sie. "Sicher ist sicher!"
Zwar würde der König nun erst einmal nicht mehr aufwachen, weil sie seinen Ba eingesperrt hatte, aber dadurch würde er auch weniger Energie verbrauchen und sein Leben verlängert werden...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1682 - 01/14/07 um 13:23:21
 
"Jetzt müßt ihr treideln!" sprach der Allherr verzweifelt. "denn sonst bleibt die Welt ja stehen! Wartet, wenn ich den erwische, der das war! Der wird aus der Gemeinschaft ausgestoßen und verfemt werden..." Er war richtig sauer der Allherr. "Außerdem brauchen wir ein neues Segel! Wer aber kann das verfertigen? Es muß auch sehr schnell gehen..."
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1683 - 01/14/07 um 13:29:25
 
Da trat mal wieder Baba vor.
Er blickte listig in die Runde und warf Isis und Isisnofret einen überaus hämischen Blick zu.
 
"Isisnofret, die Tochter Nuhetemwias!" rief er. "Sie soll einen feinen Goldfaden aus Stroh spinnen und daraus das neue Segel für die Sonnenbarke weben! Und zwar innerhalb einer Dekade!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1684 - 01/14/07 um 13:33:22
 
Tait, der Göttin der Webkunst, stand der Mund offen, weil diese Forderung Babas wirklich unmöglich war.
"Und was soll sie dafür bekommen?" fragte sie den Wüstling mit dem Hundekopf.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1685 - 01/14/07 um 13:50:28
 
"Eine Wiederaufnahme des Verfahrens," erwiderte der ganz unverfroren. "Schließlich hat der Allherr jetzt genug mit anderen Dingen zu tun. Es ist schließlich wichtiger, dafür zu sorgen, daß die Welt nicht untergeht, nicht wahr? Der Sonnenlauf darf nicht unterbrochen werden! Was zählt dagegen das Leben dieses kalosen Niemands?"
Er schüttelte den Kopf, daß seine Schlappohren ihm nur so um die Schnauze flogen.
"Aber man ist ja schließlich kein Ungott," sagte er großzügig. "Ich will ihr noch eine Chance einräumen!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1686 - 01/14/07 um 13:55:09
 
"Du hast ganz recht!" sagte der Allherr. "Und damit der Sonnenlauf nahtlos fortgesetzt werden kann, werden du und deine 77 Hunde das Schiff ziehen, bis das Segel vollendet ist. Solange Isisnofret, die Tochter Nuhetemwias an dem Segel webt, solange wird ihr Gatte leben - bis die Dekade vorbei ist, dann muß das Segel fertig sein, denn sonst werde ich die Welt zusammenfalten und in den Nun zurückkehren!"
 
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1687 - 01/14/07 um 17:20:05
 
"Du verhältst dich jetzt ruhig!" schimpfte Hathor mit dem ungeduldigen Bavogel, der begonnen hatte, auf dem Boden des Käfigs hin- und herzutrippeln. "Sonst verwandele ich deine Nase und deine vorlaute Klappe in einen Schnabel und dann kannst du nur noch tschilpen," drohte sie ihm, wandte dabei aber den Kopf ab, damit er ihr amüsiertes Grinsen nicht sehen konnte.
"Am besten nehme ich dich mit und stelle dich in meinen Naos in Dendera, damit hier endlich mal Ruhe einkehrt und wir die Muße haben nachzudenken, wie wir dich und deinen kalosen Besitzer vor dem ewigen Tod retten können. Oder bist du so wild darauf, im Nichts zu landen?"
Der Ba verstummte und steckte verängstigt seinen Kopf unter die Flügel.
Hathor seufzte erleichtert auf und überlegte.
Vielleicht war es wirklich keine so schlechte Idee, Ramses' Ba mitzunehmen und ihn irgendwo zu verstecken, damit nicht einer der ihm feindselig gesonnenen Götter -allen voran Baba- auf irgendwelche dumme Ideen kommen konnte.
 
Das Problem war dabei nur, daß die Menschen möglicherweise auf die Idee kämen, daß Ramses mittlerweile verstorben war, weil er sich nicht mehr regen würde, und ihn möglicherweise den Utpriestern übergäben.
Das hieß, sie musste mindestens einen Menschen ins Vertrauen ziehen...
Sinnend und mit sich und ihren Plänen hochzufrieden (und Horus sagte immer, wenn sie sich stritten, sie sei eine dumme Kuh!) nahm sie den Käfig auf.
Der Kopf des Bavogels ruckte hoch: "Hey, was machst du da, was ma....?"
Seine Proteste wurden immer leiser und schließlich verschwand er in einem hellen Licht, um wenig später in einem dunklen Raum zu materialisieren.
 
"Hoffentlich hat die Kuh jetzt ihren Ka befriedigt," muffelte der Ba und versuchte, irgendetwas in der Düsternis erkennen zu können. "Glücklicherweise ist mein Besitzer nicht da, der würde gleich einen klaustrophobischen Anfall bekommen...allerdings...er und ich..."
Der Bavogel versuchte aufzuflattern, stieß aber mit dem Kopf an die Gitterstäbe an: "LAAAAAAASST MICH HIIIIIIIIER RAAAAAAAUS!" schrie er und tobte, bis er nicht mehr konnte.
Resigniert hockte er sich auf seine Stange und fing an, dumpf vor sich hinzubrüten...
 
*******
 
Unterdessen beugte sich Hathor in der Gestalt Isisnofrets über den nun fast leblosen Körper des Königs und hauchte ihm einen Kuß auf die Lippen.
"Möge dein Herz fortdauern, Geliebter," flüsterte sie und legte ihre Hand auf seine Brust.
"Damit deine Nase lebt, habe ich die Atemluft deines Herzens gemacht!" Und dabei blies sie ihm ihren Atem ein. "Ich trage Wind an deine Nase, den Nordwind, der aus Atum hervorgegangen ist. Möge mein Atem dir entsprechend machtvoll sein, Herr der Atemluft, erhoben über seinesgleichen!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1688 - 01/14/07 um 18:29:50
 
Isisnofret hatte sich all die Gespräche der Götter gar nicht mehr genau angehört. Sie hatte ihr Gesicht in den Händen vergraben und schüttelte unentwegt den Kopf ob der erneuten, für sie unlösbare Aufgabe. Spinnen und Weben war ihr schon seit Kindesbeinen verhaßt gewesen, sie hatte es nie gern gemacht. Man riß sich dabei an den dünnen, harten Fäden die Finger auf und rieb sich Blasen und Schwielen. Der Fortschritt war hingegen nur kläglich zu erkennen, es dauerte zu lange, bis man das Endprodukt und damit seinen Erfolg erkennen konnte. Sie stickte und nähte daher eben lieber...  
Aber all das nahm sie natürlich in Kauf, um ihren Gemahl zu retten.  
Nur, aus Stroh Gold zu machen war unmöglich, wenn es ginge, gäb es keinen Streit mehr in der Welt um das gelbe Metall und dessen Besitz würde eine Selbstverständlichkeit.  
Die zweite Unmöglichkeit war der Zeitraum, in dem sie dies schaffen sollte. Selbst eine erfahrene Weberin bräuchte für solch ein großes Tuch, wie man es für ein Segel benötigte, die dreifache Zeit, und das allein für das Weben...
 
"Die Welt ist verloren! Das kann, wenn es jemandem gelänge, nur eine Göttin," seufzte sie schwermütig und ließ die Schultern hängen. Aber dann würde sowieso alles belanglos...
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« Zuletzt geändert: 01/14/07 um 20:13:20 von Seleuce »  

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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1689 - 01/14/07 um 19:00:05
 
Isis drückte Isisnofret liebevoll an sich.
"Wir werden das schon schaffen!" flüsterte sie so leise, daß selbst Babas scharfe Hundeohren nichts hören konnten.  
Auffordernd zwinkerte sie Tait und Nephthys zu...wer würde ihnen noch helfen?
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1690 - 01/14/07 um 19:05:12
 
Nephthys, Neith, Tait und noch ein paar andere Göttinnen nickten Isisnofret aufmunternd zu. Wozu waren sie denn Göttinnen?
"wir nehmen die Herausforderung an!" sagten sie einstimmig.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1691 - 01/14/07 um 20:09:56
 
Isisnofret war nun erneut wieder etwas zuversichtlicher, auch wenn sie sich dabei überhaupt nicht wohl fühlte, eigentlich Betrug zu begehen, indem sie sich helfen ließ. Aber anders würde sie die Aufgabe keinesfalls meistern können und die Welt würde vergehen und alles in ihr... Wie konnte Baba das nur riskieren? Er wußte es doch auch? Aber scheinbar war manchem Gott gleichgültig, was mit der jetzigen Welt geschah... vielleicht war es ja auch nicht die erste, die sie sahen und vielleicht auch nicht die letzte...
„Und wo soll ich mich an die Arbeit machen,“ fragte sie Isis nun hilflos und sah sich mit einer Miene um, die anzeigte daß sie nicht vermutete, daß dies hier der richtige Ort dafür war.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1692 - 01/14/07 um 20:15:55
 
Isis und Nephthys nahmen Isisnofret in die Mitte und Tait stellte sich hinter sie.
Gemeinsam lösten sie sich wieder in dem bekannten Schimmern auf und standen plötzlich wieder in Ramses' Schlafzimmer, wo sich Isisnofret plötzlich sich selbst gegenüber stand...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1693 - 01/14/07 um 20:55:54
 
... und furchtbar erschrak. Sie sprang rückwärts, als sie bemerkte, daß das keine bloße Spiegelung war und starrte ihrem identischen Abbild entgegen.
Was ging hier vor? Sie sah Ramses reglos und bleich und ihr war wieder schwindelig von dieser "Überfahrt"... alles drehte sich in ihrem Kopf, so daß sie sich schließlich irritiert und zwischen ihrem leblosen Mann und ihrem "Zwilling" hin und her blickend, setzen mußte.
"Was..." fragte Isisnofret nur fast stimmlos.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1694 - 01/14/07 um 21:11:21
 
Hathor hob nur beschwichtigend die Hand und verwandelte sich wieder in die kuhohrige Frau zurück, die Isisnofret im Tempel von Deir el-Medina gesehen hatte.
 
"Ich habe sie hergeschickt," erklärte Isis der verschreckten Königin. "Irgendjemand musste doch achtgeben!"
"Und ich musste mich den Gegebenheiten anpassen," fuhr Hathor gelassen fort und klopfte der besorgt dreinschauenden Isisnofret auf den Rücken. "Er wird nicht mehr aufwachen," sagte sie und lächelte entschuldigend. "Ich hatte einen kleinen Disput mit seinem Ba und daher musste ich ihn einsperren. Er ist an einem sicheren Ort, keine Bange...allerdings..."
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