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Die Stadt des Amun (Gelesen: 606909 mal)
Tawabet
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1620 - 01/11/07 um 21:01:54
 
Nefertari sah kritisch auf die Männer herab. Sie war ja schon gewohnt, dass einfache Menschen nervös waren, wenn sie im Palast waren, aber so nervös wie Paschedu war, hatte sie noch selten jemanden erlebt. Ob der Mann etwas zu verbergen hatte?
 
********
 
"Paser wird ihm schon nichts antun, wenn dein Ziehvater ein rechtschaffender Mann ist und nichts zu verbergen hat."
Tawabet war da ganz zuversichtlich. "Man glaubt es kaum, aber der Wesir ist tatsächlich um die Maat bemüht. Ich kenne ihn ja persönlich und kann dir versichern: er ist ein gerechter Mann!"
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Baket
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1621 - 01/11/07 um 21:03:27
 
"Nein!" schüttelte Paschedu den Kopf, "mir ist nichts aufgefallen, leider, sonst hätte ich ihn schon früher der Gerichtbarkeit übergeben. Ich weiß nicht, was er sonst alles genommen hat." Dabei schielte er auf Djedher, der nervös auf den Wesir blickte.
 
so, bin ein stündchen weg, essen mit Schatzi, bis dann!
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Meritenramses
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1622 - 01/11/07 um 21:08:08
 
Das, was Nefertari durch den Kopf ging, dachte Paser mittlerweile auch.
Vielleicht war Paschedu ja sogar der Kopf der Bande, für die Hui gestohlen hatte, und er hatte sich jahrelang an den Gütern, die ihm seine Auftraggeber zukommen ließen, bereichert...so ein feines Pektoral war schon etwas wert!
 
*******
 
Ramses drehte sich zu Ta-ini um, deckte das kleine Mädchen zu und schloß auch die Augen.
Er fiel ziemlich schnell in einen abnorm tiefen Schlaf und es war so, als ob er in einer dunklen Untiefe versank...
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Seleuce
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1623 - 01/11/07 um 22:38:45
 
Isisnofret wüßte nicht, wie lange sie dort, in dem Badezimmer hockte und mit leerem Kopf und schmerzendem Herzen weinte, sie hatte das Gefühl für Raum und Zeit völlig verloren. Irgendwann jedoch wurde ihr auf dem Stein, auf dem sie kauerte, kalt. Es zog empfindlich durch die Ritzen und Spalten der Fenster und Türen und schließlich bemerkte sie, daß sie schon eine ganze Weile zitterte. Hörte sie Ta-ini oder jammerten Katzen irgendwo im Garten? Aufhorchend suchte sie sich die letzte trockene Stelle an ihrem Schnupftuch, um sich erneut zu schnäuzen. Ihre Nase war vom Weinen ganz blockiert und ihre Augen brannten vom Salz.
Tatsächlich, das war ihr kleines Mädchen und so stand sie nun auf, atmete ein paar Mal kräftig durch, nachdem sie sich mit klarem Wasser das Gesicht gespühlt und sich die sowieso nur noch halbwegs intakte Augenschminke abgewischt hatte und lief geradewegs wieder zurück in des Zimmer, aus dem sie vorhin geflohen war.  
 
Nubemiunu schrie lauthals und krakehlend, ihr Köpfchen war schon ganz rot und sie gurgelte mit ihrer eigenen Spucke, wirkte ziemlich verängstigt. Der Arm ihres Vaters lag quer über ihrer Brust, scheinbar liebevoll und anheimelnd, es war ein rundum trautes Bild... was hatte sie denn?
Als Isisnofret stutzend näher kam, sah sie aber, daß das Baby sich aufgrund des Gewichtes des Armes seines Vaters kaum bewegen konnte. Es strampelte verzweifelt mit den Beinchen, aber nichts rührte sich und so war es in Panik ausgebrochen...
Auch wenn Ramses eine ausgesprochen tiefen Schlaf hatte, so war er jedoch, wenn eines seiner Kinder mit ihm im Bett lag, unterbewußt hochwachsam, das kannte Isisnofret eigentlich nicht anders. Er erwachte halb oder drehte sich im Schlaf anders, wenn ein Kind "im Weg" lag. Nie hatte der Riese von Mann auch nur eines seiner Würmchen durch sein Gewicht im Bett verletzt...
Und jetzt lag er da wie ein Stein und rührte sich trotz der Lautstärke nicht, die Ta-ini mit ihrem Geschrei produzierte.
Isisnofrets erster Reflex war erneut, ans Bett zu springen und zu prüfen, ob er noch lebte... er atmete, aber wieder fast so schwach, wie bei ihrer Wiederkehr aus dem Tempel.
Schnell hob sie seinen Arm von dem Baby. Etwas schlimmes war ja nicht geschehen, die Kleine hatte wohl einfach etwas Platzangst bekommen... Sie nahm das wimmernde Bündel an die Schulter und patzierte sich dann halb liegend, halb sitzend neben den Kopf von Ramses, den sie mit der freien Hand langsam zu streicheln begann, hin und wieder den Scheitel küßte und hoffte, daß er bald wieder kräftiger atmen würde.  
Er war schon wieder eiskalt...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1624 - 01/12/07 um 02:37:30
 
Paschedu blickte in die Gesichter des Wesirs und seiner... tja... Gehilfin? Sicher nicht. Sie sah eher wie eine vornehme hohe Dame von Adel aus.
Auf jeden Fall ließen ihre Blicke ihn stutzen. Was schien er daraus zu lesen? Ober besser: was wollte er lieber nicht darin erkennen? Sie verdächtigten doch nicht etwa ihn, davon gewusst zu haben?
Jetzt konnte er nur noch eines tun. Seine Nervosität so weit wie möglich zügeln und offen zu ihnen zu sprechen. 'Nur nicht in Tränen ausbrechen und Dein Leid klagen', dachte sich der alte Mann.
Er schien förmlich zu wachsen, als er den Wesir mit festem Blick ansah.
"Ich kann mich nur wiederholen. Ich habe keinen Verdacht gehabt und bin auch nicht mal auf den Gedanken gekommen, daß mein eigener Mitarbeiter mich bestehlen oder sich an den Verstorbenen vergehen könnte. Wenn ich es gewusst und gutgehießen hätte oder gar darin verstrickt wäre, hätte ich ihn dann ausgeliefert und das Pektoral? Ich bin hierhergekommen und habe ihn übergeben, damit die Maat wiederhergestellt wird. Nichts anderes. Mein guter Ruf liegt mir sehr am Herzen und ich will nicht, daß so einer wie dieser Hui, dem ich Arbeit und Lohn gab, dieses gute Amt besudelt. Er war eine Schlange, die sich an meiner Brust genährt hat, er war die Isfet. Bei den Göttern und der Maat! Sie wissen, daß ich ein rechtfertiger Mann bin. Alt zwar und gutmütig, denn er hat mich hintergangen, aber nicht unrecht. Ich weiß nicht was er noch gestohlen hat, aber..." das erste mal schluckte er wieder nach dieser langen Rede, "...ich hoffe nicht,... ich mache mir Sorgen... Vor kurzem wurde mir die hohe Ehre zuteil, den obersten Priester des Amun, Nebwennenef, für die Reise in den Westen vorbereiten zu dürfen. Ich weiß nicht, ob Hui es gewagt hat,..." da versagte ihm die Stimme. Er schluckte noch einmal und blickte beinah hilfesuchend zu Djedher, der in aus den Augenwinkeln beobachtete und immer noch schwitzte.
'Mein Gott,' dachte Paschedu bei sich, 'wenn er es gewagt hat, Nebwennenef anzurühren... Was dann...?'
 
*****
 
Nebwennenef stand endlich in der Halle der Vollständigen Wahrheit, das Angesicht der Götter zu schauen. Da stand er, unter seinem Baldachin: Osiris! Und sah ihn streng und durchdringend an. Ehrfürchtig bestaunte er die Waage. So groß hatte er sie sich nicht vorgestellt. Aber er konnte auch erkennen, warum, immerhin musste die große Fresserin ja noch darunter passen. 'Himmel, die Proportionen stimmen nicht.' ging es ihm durch den mit Harzen gefüllten Kopf. 'Na hoffentlich hat das kein negativen Auswirkungen...'
"Gruß Dir, Du Größter Gott, Herr der Vollständigen Wahrheit! Ich bin zu Dir gekommen, mein Herr, ich bin geholt worden, um Deine Vollkommenheit zu schauen."
Bis jetzt lief ja alles prima. Was sollte auch schief gehen? 'Ich bin schließlich der oberste Prophet des Amun und auch bestens vorbereitet.' dachte sich Nebwennenef noch, als sein ib auf die Waagschale gelegt wurde und die Feder der Maat in die andere.
'Oh, ist die aber klein und leicht. Und wieso sieht mein Herz so verschrumpelt aus und nicht prachtvoll und türkis? Hmmm.'
 
Mein Herz,... mein Herz, steh nicht auf gegen meine Mutter,... nein, so gings nicht,... tritt nicht gegen den Gerichtshof,... die stinkenden Räte, ... verflixt nochmal, wieso konnte sich sein ib nicht erinnern, was es zu sagen hatte...?
 
Osiris strenger Blick traf ihn. 'Ah, egal, das negative Sündenbekenntnis reicht ja schon.'
"Ich kenne Dich und ich kenne Deine 42 Namen..."
 
Halten wir mal doppeltes Gericht. Wer macht den Osiris?
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« Zuletzt geändert: 01/12/07 um 04:47:08 von Baket »  
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1625 - 01/12/07 um 06:40:42
 
Paser sah Nefertari bestürzt an und er dachte in diesem Moment dasselbe wie Paschedu.
Wenn dieser Hui Nebwenenef beraubt hatte, dann bestünde die Möglichkeit, daß der erste Gottesdiener vor dem Totengericht versagte.
Was sollte man nun tun?
 
"Es ist schon spät," sagte Paser da. "Ihr müsst euch beeilen, wenn ihr noch die letzte Fähre erreichen wollt. Ich erwarte euch morgen um die dritte Stunde, dann setzen wir die Untersuchung fort!"
 
********
 
Isis bemerkte die Verstimmung ihres Gemahls, der vor sich hinknurrte.
"Ein solch unbeholfenes Gestammel habe ich schon lang nicht mehr gehört," zischte er ihr zu.
Erst diese Überstünden, die die Götterneunheit bei Gericht vor dem Allherrn wegen dieses kalosen Menschen ableisten musste, und nun DAS hier!
Er hätte bei seinem ursprünglichen Beruf als Fruchtbarkeitsgott bleiben sollen, aber nein...die Stelle als Herrscher der Unterwelt war einfach zu gut dotiert gewesen und er hatte dem Gequengel seiner Frau nachgegeben!  
Nun war er ständig überarbeitet und das nur, weil Isis mit ihrem karrieremachenden Gatten vor den anderen Göttinnen angeben wollte!
 
"Wird's bald?" unterbrach Osiris Nebwenenef schließlich genervt und winkte Thot zu sich heran, der etwas unschlüssig schien, ob er das Gestotter notieren oder Ammit gleich zum Zug kommen lassen sollte.
Die Totenrichter tuschelten miteinander.
"Was machen wir jetzt mit dem?"
 
*********
 
Schon bald bemerkte Isisnofret, daß Ramses' Atemzüge wieder gleichmäßiger und kräftiger wurden.
Er drehte sich wieder um und ihr damit den Rücken zu, schmatzte leise und zog die Knie an.
Ta-ini hatte sich auch beruhigt und war wieder eingeschlummert, nachdem Isisnofret sie zurück in ihr eigenes Bettchen gelegt hatte.
Nichts ließ vermuten, daß irgendetwas nicht in Ordnung war...
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« Zuletzt geändert: 01/12/07 um 08:34:30 von Meritenramses »  


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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1626 - 01/12/07 um 14:02:21
 
Paschedu verbeugte sich tief und verließ rückwärts den Saal.
Morgen zur dritte Stunde, also. Aber er hatte noch Arbeit zu erledigen. Der Körper des Mädchens musste vorbereitet werden. Doch wie sollte er das alles ohne Hilfe nur machen?
 
*******
 
Nebwennenef fing an zu schwitzen. Sein Kopf war so leer. Na gut, daß war er in seinem Zustand sowieso. Aber sein Geist, sein ib war genauso leer. Da lag es und wusste nichts mehr. Er versuchte sich an das negative Sündenbekenntnis zu erinnern, daß er zu Lebzeiten mal gelesen hatte und kramte in seinen Erinnerungen, ob er sich je schlecht verhalten hatte. Irritiert schielte er zu Thot, der unschlüssig schien.
 
"Ähm,.. ich habe kein Unrecht getrieben und nichts böses... äh,.. habe nicht mit dem Vieh von seiner Weide verkehrt... halt, nein, das war verkehrt,... habe nicht getötet,... die Opferkuchen... da war doch noch was mit den Opferkuchen in den Tempeln... habe nicht vom Opferkuchen genascht,... ICH BIN REIN, ICH BIN REIN....! Äh,... O Du mit dem Schnabel,... ich habe keinen Schrecken gestiftet...?"
 
'Reiß Dich zusammen', dachte sich Nebwennenef und begann zu schwitzen. Es roch seltsamerweise nach Ölen und Parfüms.
'Du hast doch noch irgendwo ein paar Texte, die Dir helfen sollten. Ah, da!'
E fand bei sich einen Papyrus mit Totenbuchauszügen.
 
"Ja, hier! 'Schrecklicher' ist der Name ihres Türhüters... Nein, falsch..."
 
Nebwennenef verzweifelte. Er war doch ein treuer Diener der Götter! Er hatte es doch bis vors Antlitz Wennefers so gut geschafft! Und nun? Würde sein Herz auch ohne den Text die Wägung überstehen? Was nun?
 
'Meine Abscheu, meine Abscheu,... ich werde meine Abscheu nicht essen,....' begann er leise vor sich hin zu rezitieren und zitterte bei dem Gedanken, sich selbst schon auf dem Kopf stehen zu sehen. Ach, wo war nur sein Herz?
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1627 - 01/12/07 um 17:58:04
 
Auch an diesem Abend vollzogen die Hemkapriester wieder sorgfältig den Kult für die Statue des gerechtfertigten Nebwenenef in dessen Totentempel.
Der König hatte für den ersten Gottesdiener eine großzügige Stiftung einrichten lassen, die gewährleistete, daß immer ausreichend Opfergaben -Speisen und Weihrauch- zur Verfügung standen.
Es würde dem Osiris Nebwenenef an nichts mangeln...
 
"Ein Opfer, das der König gibt für Anubis, den Ersten der Westlichen, der vor der Gotteshalle ist, und für Osiris, den Herrn von Busiris, den großen Gott, den Herrn von Abydos zugunsten des prächtigen Ach des ersten Gottesdieners des Amun, Nebwenenef, gerechtfertigt, ein Totenopfer mit Brot und Bier, Rind und Geflügel, Alabaster und Leinen..." begannen sie und endeten mit allen schönen und reinen Dingen, die für den Ka des verschiedenen Hohepriestern bereitstanden...
 
*********
 
Auch an diesem Morgen weckte Iryiry seinen Herrn zur selben Stunde wie immer.
Isisnofret und Ta-ini hatten Ramses' Gemächer kurz zuvor verlassen, damit Amunhotep, der den Leibdiener des Königs begleitete, den noch schlaftrunkenen Herrscher -denn das war er in den Augen seiner Getreuen, die von den ungeheuerlichen Vorfällen Kenntnis hatten, immer noch- untersuchen konnte.
Der swnw nahm die Verbände ab, intonierte dabei die entsprechenden Sprüche zum Wechseln der Leinenbinden und beschloß, daß die Verbrennungen an den Händen frische Luft zum Heilen bräuchten, denn sie nässten ein wenig.
Als er sich jedoch nach dem allgemeinen Befinden seiner Majestät erkundigte, beklagte der, daß er kaum noch Gefühl in den Füßen hätte, sie blieben ständig eisig und taub.
 
"Selbst heiße Fußbäder nützen nichts," wandte Iryiry eifrig ein und Ramses schüttelte gleichzeitig den Kopf, als Amunhotep an seinen Unterschenkeln herumdrückte, schließlich mit einer Nadel in die Zehen und die Sohlen stach und fragte, ob der König überhaupt noch etwas verspüren würde.
Es war es seltsames Gefühl, eigentlich war es gar kein Gefühl, den er empfand ja nichts dabei: es war, als ob die blassen, leicht bläulichen Füße gar nicht zu seinem Körper gehören würden...
Amenhotep machte ein ernstes Gesicht, sagte aber nichts weiter, sondern riet Iryiry, seinem Herrn ein warmes Bad zu bereiten, damit sich die Gefäße weiteten und die Körpersäfte besser zirkulieren konnten.
Das würde hoffentlich Ramses' Zustand verbessern...
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« Zuletzt geändert: 01/12/07 um 19:04:44 von Meritenramses »  


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Tawabet
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1628 - 01/12/07 um 19:11:47
 
Der Einfachheit halber vertagte Osiris das gericht über Nebwenenef. Er hatte das dumpfe Gefühl, dass der Mann doch nur ein Opfer der Habgier eines anderen geworden war, den man heute kurzerhand der Ammit vorgeworfen hatte, weil er noch nicht einmal den Namen des Türriegels gewußt hatte...
Außerdem war es schon spät und die Türen der Unterwelt öffneten sich und ließen die Barke des Sonnengottes ein.
Ra würde also bald zu Besuch kommen, da mußte die Arbeit ruhen...
 
Wie jede der vergangenen Nächte, so waren auch in dieser Nacht die Götter, die die Mannschaft der Sonnenbarke bildeten, keineswegs einig, was mit dem Ex-König geschehen sollte. Baba grummelte immer noch und versuchte, die Treidelmannschaft zum Aufstand zu bewegen. "Schließlich geht es nicht an, dass ein Mensch ohne Ka existiert!" fand er.
 
Den Allherrn in seiner Kajüte ging dieses ewige Hickhack auf die Nerven.
"Ruhe jetzt! Und alle zurück auf euere Plätze! Sonst lasse ich dieses Boot auf der Sandbank des Apophis auflaufen!" drohte er. "Wir haben diesen Streit doch schon letzte und vorletzte Nacht beigelegt, oder? Gebt endlich Ruhe! Dann soll dieser lebende Leichnam halt vergehen!"
Isis merkte sofort, dass der Allgott es sehr ernst meinte. Sie schickte heimlich eine Botin los, um die Frau zu holen, um deretwillen das Chaos entstanden war - denn die Liebe zu dieser Frau war es gewesen, die den menschlichen Horus verleitet hatte, seinen Ka leichtfertig einer an eine schlechte Person zu verschenken. Sollte Atum sich doch selbst davon überzeugen, dass Isisnofret dieses Opfer verdient hatte...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1629 - 01/12/07 um 19:19:58
 
Es war die letzte Stunde der Nacht gewesen, als Isis, die Große, die Göttermutter eine ihrer Getreuen zur Königin geschickt hatte und just in dem Moment, als Isisnofret sich nach dem Bad gerade angekleidet hatte, betrat die göttliche Botin deren Zimmer.
 
Ohne Umschweife erklärte sie der erstaunten Isisnofret, die schon nach den Wachen hatte rufen wollen, wer sie gesandt hatte und warum.
"Du musst sofort mit mir kommen und vor der Götterneunheit, die heute Gericht hält, aussagen," schloß sie und streckte ihre Hand nach Isisnofret aus...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1630 - 01/12/07 um 20:21:07
 
Von Seleuce:
 Isisnofret verstand kein Wort. Was sollte sie? Skeptisch sah sie auf die ihr entgegengestreckte Hand nieder und wich sicherheitshalber ein wenig zurück.
War das ein schlechter Scherz? Für solche Späßchen war sie nun wirklich nicht gestimmt, ganz im Gegenteil!  
„Sag mir, wer du bist und was du wirklich willst, oder ich laße dich auf der Stelle abführen,“ drohte sie aus ihrem Unbehagen heraus, daß eine Fremde hier eingedrungen war, distanziert und ernsthaft.

 
**********
 
Die junge Frau seufzte.
"Wenn du nicht mitkommst und das Göttergericht überzeugst, dann wird der Allherr, den die Streitigkeiten seiner Kinder und Kindeskinder langsam ermüden, GEGEN deinen Gatten entscheiden," erklärte sie. "Meine Herrin, Isis, die Große, die Gottesmutter, die zu dir am Platz der Wahrheit sprach, sagte mir, ich solle dich holen, damit du vor dem Allherrn zugunsten deines Gemahls aussagen kannst!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1631 - 01/12/07 um 20:35:11
 
"Ich? Woher... was... " Isisnofret war noch immer verwirrt, wie konnte die junge Frau wissen, daß Isis zu ihr gesprochen hatte? War sie am Ende wirklich eine Gesandte... ?
"Wie soll ausgerechnet ich die Götter überzeugen?" Ihr wurde schwindelig von all dem und unvermittelt griff sie sich an den Kopf. Aber auf die Gefahr hin, daß das eine böse Falle war und jemand nur versuchte, sie aus dem Haus zu locken, willigte sie schließlich mit klopfendem Herzen und atemlos ein, ohne weiter darüber nachzudenken. Vielleicht half das ihrem Mann ja wirklich und so streckte sie zögerlich die Hand aus...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1632 - 01/12/07 um 20:38:51
 
Die Götterboten lächelte Isisnofret freundlich an und verschwand mit ihr in einer schimmernden goldenen Wolke.
Sie fasste Isisnofret fest bei der Hand und ließ sie nicht los, bis sie wieder Boden unter den Füßen hatten.
Das sanfte Glitzern, das sie auf ihrer kurzen Reise eingehüllt hatte, lichtete sich allmählich und Isisnofret fand sich in einer Halle wieder, die der des Audienzsaales von Pi-Ramesse ähnelte...mit dem Unterschied, daß die Qenbet hier nicht aus Beamten, sondern aus den höchsten Göttern bestand....
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1633 - 01/12/07 um 20:54:17
 
Sie war wirklich hier... nach den Wirren dieser "Überfahrt" zitterte Isisnofret vor Anspannung und Aufregung, atmete heftig und sah sich mit aufgerissenen Augen um, bevor sie ehrfürchtig zu Boden fiel und sich flach auf jenen preßte. Im Angesicht der Götter wagte sie nicht einen Augenblick länger zu stehen... erlebte sie das wirklich oder spielten ihr ihre Träume vor Sorge diesen Streich? Sie war sich nicht sicher, ob all das tatsächlich geschah...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1634 - 01/12/07 um 20:58:28
 
"STEH AUF" donnerte der Allherr, der von dem Kasperlestheater inzwischen die Nase gestrichen voll hatte.
"Das ist nun der letzte Verhandlungstag. Heute noch muß die Entscheidung fallen, ob das kalose Wesen leben soll oder dem Nichtsein zugeführt wird. Auf Wunsch der Isis wurde das Menschlein Isisnofret, Tochter der Nuhetemwia herbeigebracht, um als Zeugin aufzutreten. So dürft ihr sie denn befragen, Geschworene! Ich erteile der Anklage das Wort!"
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