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Die Stadt des Amun (Gelesen: 680870 mal)
Seleuce
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1545 - 01/06/07 um 20:49:27
 
Isisnofret schwieg einen Moment und küßte Ramses lieber nochmal. Als sie absetzte, holte sie tief Luft und sah ihm erst in die fast geschlossenen Augen, bevor sie ohne konkretes Ziel mit ihrem Blick die markanten Linien seines Gesichtes betrachtete.
"Es ging noch weiter... die Alte von unserem Ausritt damals war da und schoß mit einer Steinschleuder auf uns... deine Seite wurde getroffen und wir wären beinahe abgestürzt, doch der Vogel schaffte es, mit der einen Schinge auf einer Anhöhe zu landen... aber dort kann er nicht sitzen bleiben, sie ist doch noch da, die Alte..." Ihr war nicht klar, ob sie das alles bei vollem Bewußtsein von sich gab, Wirklichkeit und Traum vermischten sich auf eigenartige Weise... "Ich weiß auch nicht, was das bedeuten soll!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1546 - 01/06/07 um 20:57:30
 
"Sie ist noch da?" fragte Ramses verwundert. Hatten Amuni und Chaj nicht berichtet, daß sie umgekommen wäre?
"Wie kann das sein? Sie ist doch tot, oder nicht?"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1547 - 01/06/07 um 21:13:36
 
"Zumindest in meinem Traum war sie da und sie hat schrecklich gelacht... ihr Dummköpfe hat sie schallend ausgerufen... es war unheimlich!"
Komisch, der Traum war ihr eben erst wieder eingefallen, als sie fast eingeschlafen war. Allmählich erwachten ihre Lebensgeister nun wieder, sie streckte sich und streichelte Ramses etwas kräftiger und lebendiger über den Rücken.
"Vielleicht sollte ich versuchen, herauszufinden, was es noch immer mit ihr auf sich hat..." dachte sie laut. Möglicherweise war sie ja über den Tod hinaus der Schlüssel zu Ramses' Rettung...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1548 - 01/06/07 um 21:25:08
 
"Warum sollte sie es immer noch auf uns abgesehen haben?"
Ramses strich sich durch die Haare. Das Denken fiel ihm schwer, ermüdete ihn noch mehr und dieser Umstand ärgerte ihn...
"Sie hat doch alles bekommen, was sie haben wollte," bemerkte er hilflos. "Was kann sie denn noch verlangen?"
Er atmete laut aus; er bemühte sich so krampfhaft, irgendeinen Sinn in diese ganze Geschichte zu bekommen, aber seine Fähigkeit in logischen und vernünftigen Strukturen zu denken, war ihm vollkommen abhanden gekommen.
"Sei nur vorsichtig," bat er Isisnofret und schloß die Augen....
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1549 - 01/06/07 um 22:24:58
 
Isisnofret küßte ihren Mann auf die Stirn und stütze sich auf ihren Ellenbogen, sah auf ihn herab und verzog bestürzt das Gesicht, als ihr sein Zustand wieder so deutlich wurde, es tat ihr weh, ihn so aufgelöst und ohne Schwung zu sehen, machte sie traurig und bedrückt. Mehr noch war es verstörend, daß jener Mann, dessen mächtige Persönlichkeit und scharfer Verstand so charakteristisch für ihn waren, nun fast ein ganz anderer, fast zerbrechlicher und zerstreuter Mensch geworden war...
"Ich werde Hathor besuchen! Sie und Isis, sie erhören mein Flehen vielleicht, sie sind doch jene, die die Beweggründe noch am besten verstehen müßten, ich werde Hathor direkt um Beistand bitten," erklärte sie entschlossen. Sie konnte nicht mehr herumliegen und darauf warten, daß die anderen Rettung brachten, sie wollte selbst dazu beitragen!
 
Von Tatendrang getrieben liebkoste sie ihren Gatten ein letztes Mal liebevoll und erhob sich schließlich. Vertrauensvoll übergab sie ihn in die Obhut seines Leibdieners und Ta-ini unter die Aufsicht Barets. Dann teilte sie Panewi ihre Absichten mit, sie war rein, so hoffte sie zumindest, wenn ihre Leibeskrämpfe nichts anderes andeuteten... so war sie doch wenigstens in jeder anderen Hinsicht wab genug für den Besuch eines Tempels!
 
Wenig später verließ die zweite GKG in ihrem Priesterinnengewand aus blütenreinem, weißen Leinen in einer Sänfte getragen und von ihren Leibwachen umsäumt die Villa in Ascheru und begab sich auf den Weg zum Fluß, um dort zum Westufer überzusetzen und die Seite des Jenseits zu betreten...
 
Die Barke brachte die zweite Königin in eiliger Fahrt, die in ihrer Geschwindigkeit gerade noch akzeptabel für das Passieren an den Totentempeln der Ahnen war, zum Bau des Millionenjahrehauses ihres Königsgemahls, wo man an Land ging und ihr half, aus dem schwankenden Gefährt der heiligen Gewässer zu steigen. Als sie den halbfertigen Bau erblickte, flutete es ihr die Augen... jener Ort sollte einst, wenn Ramses in den Westen gegangen war... sie mußte sich abwenden, was war, wenn dieser Zeitpunkt doch schon in all zu kurzer Zukunft heran wäre? Der Bau nicht abgeschlossen, nicht geweiht, seine Grabstätte nicht vollendet... sie durfte an all das nicht denken, sie war im Begriff, um das Gegenteil zu flehen, sentimentale Momente konnte sie noch später haben!
Abrupt befahl sie ihren Sänftenträgern hier auf sie zu warten und sprach ein kleines Gebet, daß ihre Arglosigkeit und ihre Frömmigkeit unterstützen sollte, während sie entschied, allein, nur von zwei Gardisten begleitet und zu Fuß zum Tempel der Hathor zu gehen, wiederum ein Symbol ihrer Bereitschaft zur Selbstaufgabe, denn der Weg war anstrengend.
 
Von ihrem überraschenden Besuch erstaunt empfingen sie die Priesterinnen und Priester freudig und warmherzig und baten sie zu Tisch, da sie eben, da die Mittagsstunde angebrochen war, im Begriff waren, gemeinsam zu speisen. Isisnofret lehnte aber dankend ab, sie hatte keinen Appetit, auch wenn ihr Magen wieder leer war und knurrte. Sie zog es vor, lieber allein, ungestört und privat der Göttin zu huldigen, sich ihr anzuvertrauen und ihren Beistand zu erbitten...
Lange Zeit verharrte sie vor einer Statue Hathors zu den Füßen der kuhhörnigen Göttin und rezitierte Anrufungen, versicherte die Goldene ihrer absoluten Loyalität und dankte ihr wieder und wieder für die schon erwiesene Gunst, die ihr schon so reich zuteil geworden war. Dann erst begann sie, ohne für sich zu bitten, um Gnade und Verständnis, erneut rief sie Hathor an, die selbstlosen Beweggründe des Königs anzuerkennen und bat um Vergebung, daß die Liebe, die Hathor geschenkt hatte, zu eben solchen Taten verleitet hatte...
 
Zum symbolischen Zeichen ihrer Aufgabe, um was immer es sich auch handeln würde, nahm sie einen verzierten, zierlichen Dolch, dessen Griff ein Gazellenbein darstellte, zu Hand, den sie sich vor dem Übersetzen von Panewi hatte geben lassen und schnitt sich, während ihr stumme Tränen über die Wangen rannen, eine halbe Elle ihres geflochtenen Zopfes ab, den sie vor der Statue niederlegte...
Dann schwieg sie in stummer Anbetung und mit schwerem Herzen...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1550 - 01/07/07 um 11:25:34
 
Baket mochte die Kleinen. Nachdem sie sich um Tachat gekümmert hatte, wendete sie sich an Tawabet. "Werde ich gebraucht während des Grabbesuchs? Ist es gestattet, daß ich etwas Zeit für mich bekomme, um meiner Ahnen zu gedenken?"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1551 - 01/07/07 um 11:27:39
 
Horemhab und Padiaset zogen sich murrend die Kleidungsstücke über den Kopf, während Tawabet Sethi in eine warme Kindergalabiya steckte.
"Jetzt habt euch nicht so, ihr beiden! Nefra ist immerhin auch euere Ahnfrau!" ermahnte Tawabet noch einmal die Buben, holte dann den Korb, in den sie zuvor ihre Opfergaben - Brot und Bier und Räucherwerk - gepackt hatte, strich sich selbst noch einmal die Haare zurecht und forderte ihre Kinder dann zum Aufbruch auf.
"Natürlich kannst du zum Grab deiner Ahnen gehen!" wiligte Tawabet lachend ein und gab Baket kurzerhand ein wenig Weihrauch. "Wo liegt es denn?"
 
************
 
Nach einiger Überlegung willigte Nefertari schließlich ein, Tjay einzuweihen. Sie schickte sogleich nach dem königlichen Schreiber.
Hoffentlich hielt der Mann auch wirklich dicht! Nefertari wollte auf keinen Fall, dass irgendein wildes Gerücht über den Gesundheitszustand des Königs entstünde. Dazu war die Lage in Theben noch zu prekär!
Natürlich machte sie sich wie Isisnofret die größten Sorgen um ihren Mann, doch hatte sie das ungute Gefühl, nichts anderes tun zu können, als ihm politisch den Rücken freizuhalten.
Die Tatsache, dass er all seine Kraft für seine zweite Gemahlin geopfert hatte, bestätigte ihr aber, dass es ein Fehler gewesen war, ihn noch einmal so nahe an sich herankommen zu lassen, wie es am Morgen nach der Niederschlagung des Aufstands passiert war.
Sie waren eben nicht als Mann und Frau für einander geschaffen, sondern allenfalls als König und Königin. Und er hatte das Königsein leichtfertig verschenkt, um die Frau, die er liebte, zu retten.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1552 - 01/07/07 um 11:34:22
 
"Am Fruchtlandrand ungefähr in der Richtung." und zeigte in etwa grob in die Richtung Dra' Abu el-Naga.
"Es ist kein richtiges Grab, nur eine kleine Markierung." Sie nahm dankbar den Weihrauch entgegen.
"Vielleicht besuche ich noch kurz meinen Vater, wenn erlaubt, um ihn mit Speise zu versorgen, dann komme ich wieder und mache weiter mit der Arbeit."
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1553 - 01/07/07 um 11:41:22
 
Tawabet lächelte: "Kein Problem. Das Grab meiner Großmutter und meines Mannes liegen im übrigen auch da. Es sind nur einfache Gedenkstellen, aber ich halte sie in Ehren. Selbst, als ich in Pi-Ramesse gewohnt habe, habe ich mich darum gekümmert. Schließlich ist das eine heilige Pflicht. Mir gefällt es, dass ein junger Mensch wie du das auch so sieht!"
 
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1554 - 01/07/07 um 12:00:32
 
Baket wurde leicht rot und senkte die Lider. "Es freut mich, daß ihr so denkt."
Diese Frau war einfach so gütig, daß es manchmal fast unerträglich war. Sie erinnerte Baket dann wirklich an ihre Mutter. Oh, wüsste sie doch nur, was mit ihrem Leichnam geschah!
Dann nahm Baket den Weihruch und eine hübsche Blumengirlande, die sie den letzten Tag in ein paar ruhigen Minuten gewunden hatte und ging davon.
Ihr Weg führte sie raschen Fußes direkt in die Nekropole Dra' Abu el-Nagas. Sie durchquerte das weite Feld der Toten mit ihren hübschen Graboberbauten und Stelen und vergewisserte sich immer wieder, ob sie alleine war.
Am Rande der Nekropole angekommen ging sie zu einem kleinen unscheinbaren und etwas ärmlichen Graboberbau, der schon etwas älter war und dessen Dach zerstört war.
Sie ging hinein und fing an, ihrer Ahnen zu gedenken.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1555 - 01/07/07 um 12:10:15
 
Tawabet drückte Horemhab den Korb in die Hand. "Komm, wir opfern ja auch Roy, damit er im Jenseits fortleben möge! Denn ein Mann lebt, wenn sein Name genannt wird. Euer Vater war schon ein guter Mann, auch wenn er ein einfacher Bauer war. Er hat es verdient, dass wir sein Andenken bewahren."
 
Der Weg war weit, aber Tawabet war es ja gewohnt, viel zu laufen. An die Möglichkeit, sich mit einer Sänfte tragen zu lassen, konnte sie sich einfach nicht gewöhnen.  
"Warum haben wir nicht den Wagen genommen?" Padi und Hori waren heute einfach in einer schrecklich motzigen Stimmung. "Das wäre doch schneller gegangen!"
"Ich fahre so ungern mit dem Wagen!" gab Tawabet zu. "Außerdem schadet euch der Fußmarsch nicht! Wir können dann auch gleich bei unserem alten Haus vorbei gehen. Die Pächter sind ja leider ausgezogen. Wir müssen uns darum kümmern, neue zu finden. Vielleicht sollte ich Djedhor bitten, jemand Zuverlässigen zu benennen."
 
An der Grabstelle angekommen, legte Tawabet ihre Opfergaben nieder und entzündete den Weihrauch.
Im Stillen gedachte sie ihrer weisen Großmutter, die eine Prinzessin gewesen war, bevor sie zur Rechet des Dorfes wurde. Natürlich dachte sie auch an ihre früh verstorbene Mutter, an ihre toten Töchter und an ihren verstorbenen Mann.
Tachat spielte mit Sethi unweit des Grabes im Dreck, Hori und Padi standen höflich, aber sichtlich gelangweilt neben ihrer Mutter.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1556 - 01/07/07 um 12:19:14
 
Baket gedachte ihrer guten Mutter, geschändet und ermordet, an ihre Groß- und Urgroßeltern und an ihren Vater, ertrunken in den Fluten des Nils.
Dann als sie ihr Gedenken beendet hatte, wendete sie sich dem Eingangsbereich zu und buddelte im Sand. Sie zog ein großes flaches Bündel aus dem Sand, eingewickelt in Leinenfetzten. Sie enthüllte die Stele, blies den Staub hinweg und stellte sie neben den Eingang.
Nachdem sie sich noch einmal vergewisserte, daß sie alleine war, fing sie an zu beten.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1557 - 01/07/07 um 12:55:15
 
"... Wenn Du erscheinst am östlichen Horizont, füllst Du das ganze Land mit Deiner Schönheit. Mögest Du schön,  
groß, glänzend und hoch sein, der Oberste des ganzen Landes. Deine Strahlen, sie umgeben die Länder, in der Art,  
wie alle von Dir geschaffen wurden. Du vertreibst die Dunkelheit, wenn Du spendest Deine Strahlen. ...
"
 
Der Wind strich über das einsame Gelände und die Sonne erhellte sanft das Innere der winzigen Kapelle, in der Baket ins Gebet vertieft war.
 
"... Die Beiden Länder feiern, wach und stehend auf beiden Beinen. Sie wurden aufgerichtet durch Dich. Rein sind ihre Körper und sie erhalten Kleidung. Beide Arme sind zum Gebet erhoben bei Deinem Aufgang. Das ganze Land, sie machen ihre Arbeit.  
Das Vieh ruht auf seiner Grasweide. Die Bäume und Pflanzen ergrünen. Die Vögel flattern  
in ihrem Nest. Ihre Flügel sind preisend erhoben zu Deinem Ka. Alles Vieh springt auf die Beine.  
Alles, was fliegt und landet, sie leben, wenn Du sie bescheinst. Die Schiffe fahren stromabwärts  
und auch -aufwärts. Jeder Weg ist zugänglich, weil Du ihn erhellst. Die Fische im Fluß schnellen auf vor Dir.  
Deine Strahlen sind im Innersten des Ozeans. ...
"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1558 - 01/07/07 um 13:49:27
 
"Mama, wir wollen jetzt endlich wieder heim!" riefen Hori und Padi ungeduldig.
"Wir müssen doch noch zu Djedhor!" erinnerte Tawabet die beiden.
Sie erhob sich und rief Tachat und Sethi zu sich.
"Kommt jetzt!" sagte sie bestimmt.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1559 - 01/07/07 um 13:49:55
 
In dem kleinen Hathortempel, den Ramses am Eingang zum Platz der Wahrheit hatte errichten lassen, herrschte trotz der Beengtheit der Räumlichkeiten eine feierliche, weihevolle Atmosphäre: man konnte die Gegenwart der Göttin fast schon fühlen...es war ganz still und im Dunkel, das nur von zwei kleinen vergitterten Fenstern unter der Decke ein wenig erhellt wurde, konnte man kaum die zarten Reliefs wahrnehmen, die die Türstürze und Architrave zierten und die den König vor Hathor, der Herrin des Westens, zeigten.
 

Quelle:louvre.fr

 
Kein Laut von außen durchbrach die Ruhe des Heiligtumes, bis Isisnofret auf einmal vor sich ein leises Rascheln vernahm...
Eine Frau -wie alt sie war, war schwer zu sagen- in einem einfachen Gewande, das so strahlendweiß war, daß es richtig leuchtete, stand vor Isisnofret und hob den abgeschnittenen Zopf auf.
Und in ihren Händen verwandelten sich die schwarzen Strähnen der Königin in einen Strauß Lotos, der mit seinem Duft das kleine Sanktuar erfüllte...
 
*********
 
Djedher wartete unterdessen mit wachsender Nervosität darauf, daß der Wesir ihn empfangen würde.
Zum x-ten Mal hatte er schon seine Fingernägel kontrolliert und seinen Schurz glatt gestrichen...
 
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