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Die Stadt des Amun (Gelesen: 681089 mal)
Meritenramses
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1455 - 01/03/07 um 20:17:27
 
"Ob Paschedu ihm so ein großartiges Gehalt zahlt?" überlegte Djedhor laut und grinste.  
"Es heißt, daß sie nur einmal die Ehe vollzogen haben, um ihren Sohn zu zeugen, aber sonst... ... läßt ihn nicht mehr ran."
Kein Wunder, daß sich Hui dann so schändlich benahm, dieses Scheusal...die Toten konnten sich ja nicht mehr wehren...
"Nein, das glaube ich nicht," antwortete er sich selbst. "Aber wie kann Hui sich denn nur den ganzen Schmuck für seine Frau leisten?"
 
*******
 
Ramses holte tief Luft.
Er hob die Hand und berührte sie zärtlich an der Wange.
"Nicht weinen," sagte er leise.  
Auf ihre Frage konnte er ihr nicht antworten...wie sollte er ihr nur begreiflich machen, was in ihm vorgegangen war, als die Alte erschienen war und ihm angeboten hatte, ihr, also Isisnofrets Leben zu retten?
Alles hätte er der Hexe gegeben, wenn sie es verlangt hätte...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1456 - 01/03/07 um 20:50:14
 
"Ich weine gar nicht..." schwindelte Isisnofret tapfer, hob den Kopf und schniefte, was sie natürlich Lügen strafte. Sie kniff die Augen ein paar mal zusammen, um sie vom Schleier der Tränen zu befreien und rückte nun eng an ihren Mann heran. Die Kälte, die ihn umgab, obwohl es in dem Raum doch so warm, selbst für ihre Verhältnisse schon fast ZU warm war, ließ sie unvermittelt frösteln und sie leicht erbeben. Aber sie machte sich nichts daraus, schob einen Arm langsam unter seinem Hals entlang und lehnte den Kopf gegen seinen. Mit dem anderen zog sie die Decke auch über sich und griff nach seiner Hand, die ebenso eisig wie der Rest seines Körpers war...
Plötzlich viel ihr auf, daß er den Lapislazuliring nicht trug, den sie ihm einmal geschenkt hatte. Er hatte ihn doch sonst immer um, hatte er ihn abgelegt?
"Die Welt hätte sich auch ohne mich weiter gedreht...," murmelte sie kaum vernehmbar und melancholisch. "Aber ohne die Mächte der Götter und ohne dich... " Ein Seufzer beendete ihre Worte. Es lag kein Vorwurf in ihren Worten, wie könnte ausgerechnet SIE ihm auch vorwerfen, was er getan hatte. Sie, der Auslöser... seit langem einmal wieder fühlte sie, wie etwas alle Hoffnung aus ihr saugte, wie ein dunkler Strom, der nicht abließ, sie in die Finsternis zog. Besonders stark empfand sie das eigenartigerweise, wenn sie bei Ramses lag... Aber nicht er selbst war die Ursache dafür, etwas anderes zog an ihr. Und doch...  
Unvermittel überfiel sie Angst. Jene Art von Angst, die ein Kind empfand, daß allein gelassen in der Dunkelheit in einer Ecke kauerte und keine Zuflucht hatte. Naive und doch die bedeutungsvollste aller Ängste. Die Furcht, einsam und ohne Zuversicht zu sein.
 
"Wo ist eigentlich der Ring, Sesu," fragte sie ihren Mann schließlich, noch immer flüsternd und sanft. Sie mußte dringend ins Badezimmer, bemerkte sie im selben Moment, wie lästig.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1457 - 01/03/07 um 21:00:08
 
Ramses drehte die Hände -die Handflächen waren immer noch verbunden- und machte ein ratloses Gesicht.
"Ich denke, Iryiry weiß bestimmt, wo der Ring hingekommen ist...," antwortete er und drehte sich auf die Seite, um Isisnofret besser anschauen zu können.  
Er trug kein einziges Schmuckstück, seitdem ihm gestern die Teile des Königsornates diese Verbrennungen zugefügt hatten. Möglicherweise hatte Iryiry, der ihm die ganzen Juwelen abgenommen hatte, auch Isisnofrets Ring in eine der Schatullen gelegt...wenn, dann wäre der Ring noch im Palast...
 
"Nein," widersprach er ihr dann auf ihre erste Bemerkung. "Nein, MEINE Welt wäre zugrunde gegangen..."
Er rang nach Luft und schloß die Augen.
"Ich hab' das nicht getan, um zu sterben, sondern damit DU lebst!"
 
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1458 - 01/03/07 um 21:23:32
 
Isisnofret legte schnell die Finger der Hand, die um seine Schultern lag, um seinen Kopf herum auf seine Lippen.
"Ssssch..." machte sie leise und beschwichtigend, fast tröstend. "Das weiß ich doch..."
Ein Schock von Kälte durchfuhr ihre Glieder mit einem Mal und wieder zuckte sie zusammen und begann zu zittern. Nicht sie wärmte ihn auf, wie sie es gewollt hatte, sie kühlte ab, mehr und mehr. Also tat sie jetzt das einzige, was dagegen half: Sie hob ihren Kopf und drückte ihre Lippen auf seine, die kalt wie Granit in einer Winternacht waren... Daß sie die Kälte dabei durchfuhr, überging sie ebenso, wie jedes andere Mißgefühl, sie mußte bei ihm bleiben, er mußte bei ihr bleiben, das Unbekannte, daß ihn noch leben und atmen ließ, durfte nicht weichen und sie mußte sich der Leere entgegenstellen.
Zart und langanhaltend küßte sie ihn, fühlte, wie seltsam unbeteiligt er zu Beginn wirkte. Die Ambivalenz, Kälte und doch innige Zuneigung, die noch immer da war, war seltsam zu ertragen. Und endlich, endlich erwärmten sich seine Lippen, wurde sein Atem lebendiger, den sie in sich aufnahm und an ihn zurück gab.
 
Unendlich schien der Kuss und er führte dazu, daß die beängstigende Kälte wich und Leben wieder in ihnen beiden zu klopfen begann, bis sie lächelnd und aufatmend von hm abließ.
"Wenn ich jetzt nicht ins Badezimmer gehe, wird mir Iryiry demnächst zur Sicherheit eine Windel befehlen..." scherzte sie mit einem Mal und kicherte leise auf. Da war wieder Hoffnung aufgeflammt, bewirkt durch die simple Berührung ihrer Munder und das Verschmelzen ihres Lebensodems...
Abgesehen davon, daß sie dringend zur Toilette mußte, wollte sie, daß Ramses' Diener den Ring herbeischaffte, zu seinem Schutz und als Symbol ihrer Liebe hatte er doch dienen sollen...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1459 - 01/03/07 um 21:31:56
 
Iryiry befolgte die Anweisungen der zweiten GKG getreulich und schnell, wie sie es ihm befohlen hatte.
Sie hatte so dringlich geklungen, daß er sich beeilte, als würde die Aufrechterhaltung der Maat davon abhängen.
Von einem der Gardisten der Königin ließ er sich auf einem Streitwagen in den Palast bringen, um in den Gemächern seines Herrn sämtliche Schmuckschatullen hektisch zu durchwühlen.
Natürlich war der Ring dort, wo er hingehörte...
Iryiry steckte ihn in einen kleinen Leinenbeutel, den er sich um das Handgelenk band und hieß den Kdjen, sich zu beeilen, um wieder rechtzeitig in der Villa in Ascheru anzukommen.
Er wusste nicht, warum dieses Schmuckstück so wichtig war, und er fragte nicht nach.
Die Königin besaß wahrscheinlich Wissen und eine geheimnisvolle Macht, die seinen Herrn, trotzdem er seines Kas verlustig gegangen war, am Leben erhielt.
Wahrscheinlich war dieser Ring ein Utensil, das sie für die Ausübung ihres Hekas brauchte...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1460 - 01/03/07 um 21:52:03
 
Isisnofret war erleichtert, als Ramses' Leibdiener ihr das Schmuckstück aushändigte, nach dem sie verlangt hatte, strahlte den Diener an und klopfte ihm dankbar auf den Oberarm, bevor sie wieder zurück in das Zimmer eilte.  
Erleichter drehte sie den Ring in der Hand hin und her, die Inschrift war da... natürlich, wo sollte sie auch sein. Liebevoll küßte sie den edel beschliffenen, ungewöhnlich dunkelbauen Labis, dem dezent die winzigen Türkise an seinen Außenkanten herum schmeichelten.
"Ich habe Iryiry jetzt verboten, ihn dir je wieder abzunehmen, du darfst ihn nicht ablegen, Sesu, das mußt du mir versprechen," flüsterte sie, als legte sie gerade ihr Herz in die Waagschale der Maat und nicht einen irdischen Juwel in seine Hand.  
Doch dann entschied sie sich um, nahm ihn wieder auf und schob ihn ihrem Gemahl langsam auf den kleinen Finger seiner linken Hand. Dabei schloß sie nun die Augen und murmelte ein leises Gebet vor sich her, eine milde und doch dringende Bitte an Hathor, Güte und Nachsicht walten zu lassen, ob der Liebe, die ihn bewogen hatte, sich selbst und alles andere aufzugeben, ohne es zu bedenken. Ein weiteres Gebet galt Isis, der sie den Ring einst geweiht hatte...
 
Und da hörte Ramses plötzlich eine wispernde Stimme, die nicht von Isisnofret kam... sie war in seinem Kopf... oder nur seinen Ohren? In seinem Herzen?  
 
 
Die ihre Schwingen um dich führt.
Zärtlich ruft sie deinen Namen.
Das Horuskind ganz leis' berührt.
in deiner Näh' wie Frucht und Samen.

 
Die Inschrift des Ringes, war es, die eine ruhige Frauenstimme sprach und dann legte sich Frieden und Geborgenheit, als auch wohlige Wärme, die er doch so dringend brauchte, über den König, der seinen Ka geopfert hatte...
"Deine Hände sind warm..." bemerkte Isisnofret mit einem Mal erstaunt in die Stille hinein und legte sich wieder neben ihren Mann.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1461 - 01/03/07 um 22:05:55
 
Ramses seufzte wohlig auf und sein Körper entspannte sich.
Hatte er sich eben noch zitternd zusammengerollt, streckte er sich nun behaglich aus und umschlang Isisnofret, wie er es immer zu tun pflegte, wenn sie zusammen schlafen gingen.
"Isis," murmelte er dankbar und es war ihm selbst nicht ganz klar, ob er die Göttin meinte oder seine Frau.
Das Atmen fiel ihm plötzlich auch sehr viel leichter...er tat einige tiefe Atemzüge und seine Wangen nahmen alsbald wieder einen leichten Goldton an.
 
Er lehnte seinen Kopf gegen Isisnofrets Kopf und drückte ihre Hand.
Selbst wenn ihm nur noch wenige Tagen, vielleicht, wenn die Götter gnädig waren, Dekaden blieben, dann würde er diese Zeit wenigstens mit ihr verbringen...was bedeuteten dagegen Jahre, ein ganzes Leben ohne sie?
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Baket
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1462 - 01/03/07 um 22:17:03
 
Paschedu stand traurig und verwirrt in seinem ibw, nachdem er den Leichnam der jungen Frau verhüllt hatte.
Seine Ziehtochter ist den größten Teil der Zeit aus dem Haus, um Tawabet zur Hand zur gehen und arbeitet nicht mehr in der Werkstatt und Hui hat er nun auch verloren, nachdem dieser Schändliche sein wahres Gesicht gezeigt hatte und eine abscheuliche Tat begang. Was sollte er nur den Eltern des Mädchens sagen? Was ist seine Berufsehre nun wert? Wie und wo bekommt er nun Arbeiter her?
"Und jetzt brauch ich auch noch einen neuen Gehilfen." jammerte er und schlug die Hände vor seinem Gesicht zusammen.
Als er so eine Weile dastand und sich in all dem Elend der letzten Tag badete, riss er sich wieder zusammen und sprach sich Mut zu. "Ach, alter Junge, das wird schon wieder alles." Er sah sich um. "Tja, wahrscheinlich musst du jetzt erst mal selber etwas aufräumen." sagte er zu sich selbst.
Gleich darauf begann er, Bandagen zu sortieren, Gefäße mit Harzen zu räumen, wobei er in jedes hineinroch und nach einer Weile etwas benebelt wurde, um schließlich ein Gefäß mit Uschebtis und Amuletten für die Totenbinden zu verstauen. Er sah hinein und stutzte. 'Ich hatte doch für die letzte Balsamierung neue bekommen vom Goldschmied. Und mit den anderen zusammen müsste das Gefäß eigentlich voll sein.' Er starrte in das halbleere Gefäß. Schließlich machte er den Deckel wieder zu und atmete tief durch. 'Ich bin wahrscheinlich nur müde.' Er erhob sich, um in sein Haus zurückzukehren, als er vor dem ibw eine Entdeckung machte. Hinter dem Eingang lag ein kleines Tüchlein aus Leinen. Gerade als er es aufheben wollte, um es in das ibw zurückzubringen, stellte er fest, daß es schwer und gefüllt war. Irritiert wickelte er das Paket aus und fand zu seinem Entsetzen ein goldenes Pektoral und ein paar Amulette darin.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1463 - 01/03/07 um 22:44:08
 
Jetzt, seit der letzten schrecklichen Ereignisse zum ersten mal wieder spürte Isisnofret, wie Ramses' Gegenwart ihr Inneres zu erreichen begann, als griff seine große Hand schützend nach ihrem Herzen und schloß sie ganz in die Geborgenheit, die sonst stets von ihm ausging. Ein Hauch von Leere, etwas, das fehlte, verspürte sie dennoch, aber weit entfernt und nicht mehr annähernd so schmerzlich, wie zuvor noch, das Glucksen und Glühen ihrer Liebe war wieder erschienen, das ihr Kraft und Mut einflößte, wie dringend hatte sie das gebraucht! Die letzten Tage hatte auch sie konstant an Kräften eingebüßt und nun war endlich das leise Ziehen und Zwicken in ihrem Unterleib verschwunden, daß sich schon einige Tage in ihren Körper gesenkt hatte. Sanft und erleichtert seufzend sah sie ihn an. Die Augen halb geschlossen durch die Wimpern blinzelnd blickte sie durch seine Augen direkt in ihn hinein...
Seine Augen glänzten zum ersten Mal seit Tagen wieder, wenn sie auch sehr müde schienen... und etwas hinter ihnen lag, das sie nicht kannte... oder eher, etwas, das dort fehlte, ohne daß sie es benennen könnte...
"Sesu..." flüsterte sie zurück, und hier war durchaus klar, wen sie meinte: Den Eigenbrödler mit der dicken Lippe und dem weiten Herzen, daß er gemeinhin so unnötig versteckte...
"Wenn du aus dem Diesseits gehst, gehe ich auch... " und so schlicht und ernst, wie sie es sagte, meinte sie es auch!
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1464 - 01/03/07 um 22:55:37
 
Ramses schüttelte den Kopf und verschloß Isisnofret den Mund mit einem innigen Kuß.
"Nein," flüsterte er. "Denk nicht einmal daran..."
Er rückte noch näher an sie heran...er war so unendlich müde, daß ihm bald wieder die Augen zufielen...
 
*********
 
Amuneminet hatte anstelle seiner Frau auf Bakets Frage geantwortet.
"Es ist wohl ein Feuer in der Residenz ausgebrochen," erklärte er mit ernster Miene. "Wir befürchten, das Udja, das Kindermädchen von Sethi und Tachat dabei..."
Er unterbrach sich, sah zu seiner seufzenden Frau hin und nickte Baket zu: "Die beiden haben schon mit dem Verlust ihrer Mutter zu kämpfen gehabt und Udja war noch nicht lange bei der Familie. Es wäre zu traurig, wenn sie schon wieder eine Bezugsperson verloren hätten!"
 
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Baket
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1465 - 01/03/07 um 23:03:30
 
'Sie haben ihre Mutter verloren...' ging es Baket durch den Kopf und sie wurde traurig. Sie erinnerte sich an das Gesicht ihrer Mutter, als diese ihr Leben aushauchte und ihr Blut über die blanke Klinge rann. Mein Gott, sie waren auch Waise.
"Gibt es irgendetwas, was ich tun kann?"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1466 - 01/03/07 um 23:09:10
 
Amuneminet schüttelte den Kopf.
"Solange sie hier sind..." Er machte eine wegwerfende Handbewegung. "Sie haben dich doch sehr gern. Ich glaube, du brauchst gar nicht viel zu tun, mach einfach weiter wie sonst auch!"
Er quittierte den sinnenden Blick seiner Frau, die ihn so seltsam nachdenklich ansah, mit einem entschuldigenden Nicken.
Hatte er etwas Falsches gesagt?
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1467 - 01/03/07 um 23:09:15
 
... und Isisnofret wollte auch nichts weiter mehr sagen. Die Glückseligkeit, die sie eben erfaßt hatte und die ihr Hoffnung gab, daß sich doch alles noch zum Guten kehren könnte, überwältigte sie und ließ auch sie endlich, nach schlaflosen Nächten voller Gedanken und Sorgen in einen tiefen Schlaf fallen.  
Ein Traum bemächtigte sich ihrer, irritierend und seltsam...
War ihr der Falke nicht schon zuvor in Träumen begegnet? Ein Wimmern, gleich darauf das klirrende Lachen einer schönen Frau und ein düsterer Dämon, der in einer seltsamen Sprache flüsterte...
Doch da war eine Hand und an jener steckte der Lapisring, und sie hielt sie fest.
Ein Anderer Vogel flog nun auf und er hatte ihren eigenen Kopf... sie selbst war es und sie schlang ihre Flügel um ihren schlafenden Mann, dessen Gestalt gläsern und durchsichtig auf einer Lichtung ruhte...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1468 - 01/04/07 um 11:24:45
 
Ohne es zu ahnen hatte Ramses mit seiner unüberlegten Tat einen Aufruhr in der Götterwelt verursacht, der seit dem Streit zwischen Horus und Seth nicht mehr vorgekommen war.
Man berief sogar eine Versammlung unter dem Vorsitz des Herrn des Alls und dem Kollegium der Neunheit ein, wo man Isis und Hathor anklagte, der zweiten GKG auf ihren Hilferuf geantwortet und deren Mann neue Lebenskraft eingehaucht zu haben.
Der hatte nämlich nach der einen Partei, deren Wortführer mal wieder der Querulant Baba war, sein Recht auf göttlichen Beistand verwirkt, da er den kostbaren königlichen Ka einfach so und aus minderen Motiven weggegeben hatte.
Hathor protestierte dagegen, aber Baba fiel ihr -ruppig wie eh und je- ins Wort, sie wäre ja nur ein sittenloses Frauenzimmer, das außer romantischen Jungmädchenfantasien nichts im Herzen hatte.
Hathor verwandelte sich daraufhin in ein Kuh und verzog sich beleidigt auf die nächste Weide.
 
Isis Veto, daß es sich doch bei dem König immerhin um Horus, ihren geliebten Sohn handeln würde, dem sie beigestanden hätte, schmetterte Baba gleich ab. Ohne den kgl. Ka war Ramses doch nur ein normaler Sterblicher, dessen Lebenszeit abgelaufen wäre...
Osiris, der fand, daß man so nicht mit seiner Frau, die daraufhin in Tränen ausgebrochen war, umspringen sollte, versuchte, nun auch das Wort zu ergreifen, aber auch für ihn hatte Baba die passende Erwiderung parat: "Dein Phallus ist ja nur aus Dreck!"
 
Daraufhin brach der Ba von Mendes in ein meckerndes Gelächter aus und Min, der im Zuschauerraum saß, schlug sich auf die Schenkel.
Da gab es ein mächtiges Erdbeben in Koptos und Achmim und allen Rundplastiken, die diesen Gott zeigten, fiel eben jenes Körperteil, von dem eben die Rede gewesen war, ab.
 
Atum hatte alle Hände voll zu tun, damit wieder Ruhe im Gerichtssaal einkehrte...
 
**********
 
Ramses und Isisnofret schliefen friedlich, bis der Morgen graute.
Amunherchepeschef und Chaemwaset waren da schon längst unterwegs.
 
Iryiry beaufsichtigte unterdessen die Zubereitung des Frühstücks...
Ein kleiner Teil des Hofstaates der zweiten GKG hatte seine Herrin begleitet; nur die treuesten und vertrauenswürdigsten Angestellten, die Isisnofret schon seit vielen Jahren dienten, waren von Panewi ausgewählt worden, denn niemand sollte von der seltsamen Krankheit erfahren, die den König befallen hatte.
Der Koch röstete gerade Getreideflocken und Kürbiskerne in Honig an, die mit frischer Dickmilch serviert wurden. Iryiry selbst wusch und entkernte die saftigen Datteln, die heute morgen schon aus den Magazinen des Palastes geliefert worden waren.
 
Hoffentlich nahm sein Herr heute etwas davon zu sich.
Es schien fast so, als würde er überhaupt gar keiner Nahrung mehr bedürfen...er hatte nichts mehr gegessen, seitdem er aus dem Palast hergebracht worden war.
Der Karkadeh hatte auch schon lang genug gezogen...Iryiry nahm das Tablett auf und trug es in die Gemächer des Königspaares...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1469 - 01/04/07 um 17:47:23
 
"Bist Du sicher?" fragte der hagere Mann. "Hui ist verhaftet wurden?" Das ergab eine unangenehme Wendung. Der hagere Mann schickte den Informanten mit seinen Deben weg und fing an zu grübeln. Wenigstens kannte Hui seinen Namen nicht. Niemand kannte seinen wahren Namen. Aber, wer weiß, was Hui alles vorsingt, wenn die Obrigkeit ans Werk ginge. Der hagere Mann kratzte sich am stoppeligen Kinn. 'Ob sie Mumien nachträglich öffnen, um nachzusehen?' schoß es ihm durch den Kopf. Den schüttelte er daraufhin gleich wild zu sich selber. Nein, DAS konnte er sich beim besten Willen nicht vorstellen.
Und nun? Es darauf ankommen lassen? Er war ja sowieso nicht zu greifen. Oder soll er einen Mörder dingen, der Hui in den Westen befördert?
Der hagere Mann überlegte lange, bis er zu einem Schluss kam und sich schließlich auf den Weg machte.
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