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Die Stadt des Amun (Gelesen: 607589 mal)
Tawabet
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1440 - 01/01/07 um 22:18:37
 
"Jaja", sagte Nefertari und verdrehte die Augen, so dass man das Weiße sah. "Du bist bei blendender Gesundheit!"  
Sie zwinkerte Ramses zu. "Ich will dich ja nicht an deine Pflichten erinnern, aber du mußt etwas essen! Sonst verhungerst du, bevor Amuni den Ka gefangen hat!"
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« Zuletzt geändert: 01/02/07 um 06:16:45 von Tawabet »  

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Meritenramses
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1441 - 01/02/07 um 09:05:48
 
"Ich BIN bei bester Gesundheit, man hat mich von der Krankheit der Hälfte des Kopfes geheilt...," protestierte Ramses, was allerdings nicht sehr überzeugend wirkte, und setzte mit seinem typischen Galgenhumor hinzu: "Abgesehen davon..." Er zuckte mit den Achseln: "Ich bin nur schon teilweise tot, aber sonst...!"
 
Isisnofret reichte es nun!
Sie sprang auf und lief weinend hinaus, während Nefertari die Augen noch mehr verdrehte, Chaj und Amuni betreten schweigend auf ihre Fladenbrote sahen und Mere und Issi verdutzt mit ihrer Kabbelei aufhörten...
Der Rest des Abendessens verlief in nicht sehr harmonischer Atmosphäre, auch wenn sich Nefertari und Amuni bemühten, diese durch harmlose Plaudereien wieder ein wenig zu entspannen.  
Ramses antwortete nur einsilbig, brachte einige Dinge durcheinander und sah immer wieder zu Tür, aber Isisnofret blieb verschwunden...
 
Isisnofret wanderte langsam durch den großen Garten des Anwesens, bewunderte die üppigen Beete und versuchte, ihre Fassung zurückzugewinnen...
 
**********
 
Amuneminet hatten die neuesten Nachrichten, die ihm sein Sekretär zusammen mit einem Berg Arbeit aus dem Palast mitgebracht hatte, mit einigem Entsetzen vernommen.
Der kgl. Wohntrakt war bis auf die Grundmauern abgebrannt, wobei die zweite GKG verletzt worden war, der König war zu seinen Truppen, die nach Nordwesten unterwegs waren, aufgebrochen...
Die Ereignisse hatten sich ja wahrlich überschlagen, seit sein Vater zum ersten Gottesdiener des Amun befördert worden war...und das alles in einer so kurzen Zeit, das musste er erst einmal verkraften!
Es war gut, daß Tachat und Sethi bei Tawabet und ihm waren, so bekamen sie von dem ganzen Chaos auf der Ostseite nichts mit...und mit dieser jungen Frau, dieser Baket, hatten die beiden Kleinen wohl auch eine Menge Spaß!
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1442 - 01/02/07 um 11:56:12
 
Baket hatte sich gut eingelebt bei Tawabet. Abends ging sie zu ihrem Vater, bereitete ihm das Abendessen und leistete ihm Gesellschaft.
Bei Tawabet ging sie zur Hand bei allem, was im Haushalt anfiel und kümmerte sich auch um die Kinder. Sie verstand sich sehr gut mit den beiden kleinen Rackern. Auch wenn es ihr immer wieder einen Stich im Herzen versetzte, dies glückliche Familie zu sehen und diese unbeschwerte Kindheit der beiden, die sie selbst nie hatte und die ihr doch so zustanden, tat ihr der Umgang mit den Kindern irgendwie gut.
Ihre Zeit würde eben noch kommen, wo sie für alle Qualen, die sie erleiden musste göttlich entlohnt werden würde. Bis dahin würde sie versuchen Teil dieses Familienlebens zu sein und durch ihre Freude etwas zurückbekommen, was ihr einst fehlte.
Jetzt, wo ihr Fuß auch wieder verheilt war, wäre es doch auch an der Zeit, mal wieder zur Nekropole zu schleichen und zu beten und ihrer Familie zu gedenken.
 
*****
 
"Ich kann das nicht fassen!" Paschedu brüllte so laut, daß sich seine Stimme fast überschlug. Sein Kopf war vor Zorn hochrot und wirkte, als sei er kurz davor, zu platzen.
Die Fäuste geballt, so daß die Knöchel weiß hervortraten, einen Dolch fest umklammert, lief er im ibw schnell und aufgeregt von einer Seite zur anderen, immer hin und her. Hui saß auf dem Boden und wischte sich benommen das Blut von seiner gebrochenen Nase. Es schmerzte furchtbar.
Mehr zu sich selbst schrie Paschedu aufgebracht "nk sw aA". (das übersetze ich mal lieber nicht)
Hui spuckte aus. Seine Lippen waren taub und es schmeckte irgendwie metallen.
Paschedu drehte sich zu ihm und funkelte ihn an. "nk aA hm.t-k nk hm.t-k chrd.w-k" Wenn Blicke töten könnten...
Er packte ihn an den Haaren und zog ihn so mit sich aus der Zelthütte, vorbei an dem Leichnam auf dem Balsamierungstisch.
Paschedu hatte schon immer Verständnis für das Gesetz, junge hübsche Frauen erst nach drei oder vier Tagen zur Balsamierung zu bringen. Doch diese Familie wollte nicht warten, bis ihre hübsche Tochter, die in der Blüte ihres Lebens zu Osiris ging, anfing zu verwesen.
"Schändlicher! Dich schlepp ich vors oberste Gericht, Du Widerling. Du wirst lebendig begraben werden. Dich schicken sie in die Goldminen nach Nubien, nachdem sie Dir Lippen und Nase abgeschnitten haben. Oder alles zusammen!", zeterte Paschedu.
Trotz seines stolzen Alters von nunmehr 50 Jahren war er so kräftig wie ein Junger und schleppte den zappelnden Hui mit sich, der pausenlos  
versuchte, seinen Kopf zu retten und immer wieder beteuerte, daß es ihm leid täte.
"Es überkam mich... das war bestimmt ein böser Dämon, der von der Toten Besitz ergriffen... ich bereue...ich hab doch so lange nicht mehr mit einer Frau... die Dämonen..."
Paschedus Wut schien sich kaum noch steigern zu lassen. "Und Dich wollte ich mit meiner Tochter vermählen. Du Hund! Und wenn ich Dich dem Pharao persönlich vor die Füße werfen muss. Ich werde meine Berufsehre wieder herstellen!
Und wir werden herausfinden, was Du noch alles an Isfet getan hast."
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1443 - 01/02/07 um 12:21:09
 
Djedher, der Dorfschulze des nahe gelegenen Weilers -Tawabets ehemaliger Heimat- war schnell verständigt.
Er war etwas ungehalten, weil man ihm vom Abendbrot geholt hatte, und kaute noch, als die beiden Polizisten Paschedu und Hui in seine Amtsstube führten.
"Dein Name," grunzte er -es war nicht ganz klar, wen er meinte-, porkelte sich ein Stück Brot aus den Zähnen und schmatzte, dann zog er eine Binse aus einem wurmstichigen Kasten hervor und zückte eine Scherbe.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1444 - 01/02/07 um 12:44:56
 
Paschedu verneigte sich tief mit dem Arm auf seiner Schulter. "Mein Name ist Paschedu. Ich bin Balsamierer und hatte die große Ehre die letzten Wochen den obersten Propheten des Amun, Nebwenenef auf seinem Weg vor Osiris und in die Binsengefilde vorzubereiten."
Hui rieb sich noch immer die schmerzende Nase und sah sich um, wie er am Besten flüchten konnte, falls er sich mit seinem Mundwerk nicht rausreden konnte.
"Dieser hier..." und er schnaubte verächtlich, als er Hui ansah, "ist leider mein ehemaliger Schnitter, der wertlose Hui."
Die Zornesröte kehrte ins Gesicht Paschedus zurück, als er den Büttel ansah. "Er hat Schande über mein ibw gebracht, er hat eine, die nun in den Westen geht geschändet, sich an ihrem Körper vergangen." Seine Mundwinkel verzogen sich in Ekel und er bebte am ganzen Leib, als er dies aussprach.
"Ich übergebe ihn, damit er bestraft wird und die Maat und meine Ehre wiederhergestellt wird. Möge er für sein Vergehen schwer gestraft werden."
Hui begann zu schwitzen. 'Wer weiß, was hier noch alles rauskommen kann...' dachte er sich.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1445 - 01/02/07 um 12:50:42
 
Djedher rülpste und machte sich ungelenk und langsam, denn so gut konnte er nicht schreiben, ein paar Notizen.
Das SO etwas vorkam, davon hatte er schon gehört...er schüttelte sich mit Grausen und kritzelte weiter...
 
"Hat er sonst noch etwas ausgefressen?" wollte er wissen und dachte mit Bedauern an die leckere Ziegenleber, die seine Frau ihm heute gebraten hatte.  
Wegen dieses Burschen würde die nun hart und zäh wie eine alte Ledersandale werden...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1446 - 01/02/07 um 13:07:05
 
"Das ist mir leider nicht bekannt. So wenig ich es hoffe, so sehr ist es diesem Wiederling zuzutrauen. Ich überlasse es den euren Händen und den eures fachkundigen Personals, das aus ihm herauszubekommen, im Namen der Maat."
Wieder verbeugte er sich tief. "Nehmt ihn vorläufig in Gewahrsam und ich hoffe, daß damit die unangenehme Störung eures guten Essens vorerst beendet ist. Mit eurer Erlaubnis ziehe ich mich zum Gebet zurück und überlasse euch eurer Mahlzeit."
Während sich Paschedu zurückzog, fing Hui nervös an zu zittern, als sich die Polizisten ihm zuwendeten und ihn fester griffen.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1447 - 01/02/07 um 13:14:01
 
"Sperrt ihn ein!" befahl Djedher knapp und nickte Paschedu kurz zum Abschied zu. "Und bewacht ihn gut! Morgen werden wir ihn verhören!"
Grinsend beugte er sich über den zitternden Hui: "Und das wird kein Honigschlecken werden, Bürschchen...wer sich ein solch widerwärtiges Verbrechen zuschulden kommen lässt, der hat auch noch anderes auf dem Kerbholz!"
 
Dann begab sich Djedher wieder auf den Heimweg.
Die Leber war natürlich schon längst kalt und trocken...die war nur noch gut genug für die Hunde!
Grimmig biß Djedher in sein Brot und gönnte sich einen großen Schluck selbstgebrautes Bier.
Dafür würde er Hui büßen lassen!
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Tawabet
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1448 - 01/02/07 um 19:35:28
 
Tawabet machte sich langsam Sorge: Udja, das Kindermädchen von Tachat und Sethi, hatte sich nicht rechtzeitig zur Arbeit zurückgemeldet. Da keiner wußte, wer alles zur Zeit des Brandes im Palast gewesen war und man dort die verkohlten Reste von fünf Menschen gefunden hatte, die man nicht mehr identofizieren konnte, befürchtete sie das Schlimmste: den Tod der jungen Frau.  
Sie schickte eine Nachricht an Baret, ob die etwas  von ihrer Verwandten gehört hatte...
 
 
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1449 - 01/02/07 um 19:44:46
 
Die Nachricht, die am Nachmittag im Palast eingetroffen war, war direkt an Baret zusammen mit anderen Briefen, die an Isisnofret adressiert waren, weitergeleitet.
Aber Baret konnte dem Boten auch keine genaue Antwort geben.
Sie wusste nur, daß Udja zur Zeit keinen Dienst gehabt hatte...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1450 - 01/03/07 um 12:14:05
 
Während Isisnofret noch in dem dunklen Garten umherwandelte, der nur von dem warmen Licht der Öllampen, das von den Zimmern nach außen drang, ein wenig beleuchtet wurde, und sich schließlich auf eine Bank setzte, weil sie ganz plötzliche Leibschmerzen verspürte, brachten Panewi und Baret die jüngeren Königskinder zu Bett.
Nefertari verabschiedete sich von ihrem Gatten und wünschte Chaj und Amuni, die morgen nach Norden aufbrechen wollten, um den kgl. Ka wiederzuholen, viel Glück.
siehe Ka Royale  
 
"Mögen die Götter euch behüten," sagte sie, legte Chaj die Hand auf die Schulter und umarmte ihren Erstgeborenen, bevor sie in den Palast zurückkehrte.
 
Iryiry versorgte hingegen seinen Herrn, der sich, obwohl es schon fast zu heiß in seinem Schlafgemach war, über die eisigen Temperaturen dort beklagte.
Der Diener hatte ein Paar Strümpfe auf den Bronzeofen gelegt, um sie vorzuwärmen und zog diese nun dem frierenden König über die Füße.
Trotzdem zitterte Ramses vor Kälte...
 
*******
 
"Stell dir vor," berichtete Djedhor seiner Frau, als sie das Abendessen (Ach, die schöne Leber, darum balgten sich jetzt die Hunde!) beendet hatten und sie wissen wollte, warum man ihn zu so später Stunde noch gerufen hatte.
 
"Kennst du vielleicht den Ut Paschedu? Der, dessen Gehilfe Hui mit der kleinen...wie war noch der Name?...verheiratet ist!"
Seine Frau liebte doch den Dorftratsch und hatte immer etwas zu berichten.
Vielleicht konnte sie ihm ja einen Tip geben, was mit diesem Hui nicht stimmte!
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1451 - 01/03/07 um 19:38:55
 
Isisnofret fiel es ausgesprochen schwer, ihre Gedanken und Gefühle alle wieder unter Kontrolle zu bekommen. Wirre Dinge schossen ihr im Herzen umher, sie schlief nicht gut, die Sorgen machten sie, wie so oft, grüblerisch, müde und schwermütig. Aber die innere Unruhe, die Ungewissheit, die Hilflosigkeit hielten sie wach und raubten ihr die Kräfte.
Mit um die Taille geschlungenen Armen -da ihr Leib noch immer unbestimmt zwickte- und angehobenen Schultern -es war ziemlich kalt heute Nacht- ging sie langsam den Weg wieder zurück zum Hauptgebäude. Am Absatz der Treppe aber blieb sie stehen, holte tief Luft und ihr Blick, der nach unten gerichtet war, verfing sich in einer der hübschen Steinstrukturen zu ihren Füßen, ohne daß dafür ein Grund bestünde...
 
Wie hatte es nur zu all dem kommen können? Ihr Leben ging seltsame Wege. Kaum schien ihr Seelenleben wieder in Ordnung und ihr Herz war zufrieden, passierte etwas unvorbereitetes, das sie weit zurück warf und sie über das Leben und dessen Sinn nachdenken ließ...
Er hatte sich, ohne die Konzequenzen zu fürchten, geradezu aufgegeben für ihr Leben... war es das wert? War sie es wert, an seiner Statt für ihn zu leben? Er war ein Wüstling und hoffnungsloser Fall manchmal, doch, das war er, aber andererseits kannte sie keinen anderen Menschen, der ehrlicher und auf seine ganz eigene, sethische Art empfindsamer war, als er! Sein wunderbares großes Herz, daß so unendlich viel in sich aufnehmen und einschließen konnte, machte sie sich mitunter fast vor sich selbst schämen. Wenn einschneidende Dinge wie diese geschahen, wurden sie sich dessen stets bewußt!
 
'Sesu, wie konntest du nur...' seufzte sie schweren Herzens in sich selbst hinein... dann viel ihr ein, daß sie dringend wieder zu ihm gehen sollte und in einem plötzlichen Impuls von Furcht schritt sie die Treppen hinauf und eilte Richtung des Zimmers in dem er untergebracht war, zurück.
 
Als sie wenig später auf sein Bett zutrat, fand sie ihn schlafend so bleich, daß sich seine Gesichtsfarbe kaum mehr von der gekaltkten Wand hinter ihm unterschied. Erschrocken eilte sie heran und setzte sich wieder zu ihm, legte ihm die Hand auf die Stirn, die eisig zu sein schien und sich gar nicht aufwärmen wollte, obwohl ihre eigenen Finger von dem Spaziergang warm waren...
"Sesu," sprach sie ihn mit ihrer weichen, dunklen Stimme an, ängstlich und bedrückt. "So hör mich bitte, Liebling, mach die Augen auf." Sie klang flehend und flüsterte, küßte ihn schließlich und beließ ihre Lippen auf seinen.
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Liebe einen Menschen dann am stärksten, wenn er es am wenigsten verdient hat. Dann braucht er dich am meisten!
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1452 - 01/03/07 um 19:47:33
 
Ramses war schon wieder weggedämmert...
Er hatte ganz und gar nicht bedacht, welche Auswirkungen der Verlust der kgl. Kas nach sich ziehen würde.
Hatte er vielleicht noch geglaubt oder gehofft, es würde gar nichts passieren, so sah er sich jetzt getäuscht.
Aber hatte er überhaupt überlegt?
Nein, das hatte er nicht.  
Er hatte aus Liebe ganz spontan entschieden, damit Isisnofret weiterleben konnte und er bereute sein Tun keineswegs.
Die Konsequenzen seines Handels bekam er jetzt zu spüren, aber die nahm er ohne Bedauern auf sich.
 
Als Isisnofrets Lippen seine erwärmten, tat er einen tiefen Atemzug und blinzelte.
"Ich muß wohl schon wieder eingeschlafen sein," wisperte er und lächelte entschuldigend. "Ich bin so furchtbar müde..."
 
 
 
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1453 - 01/03/07 um 19:59:08
 
"Kennst du vielleicht den Ut Paschedu? Der, dessen Gehilfe Hui mit der kleinen...wie war noch der Name?...verheiratet ist!"  
Seine Frau liebte doch den Dorftratsch und hatte immer etwas zu berichten.  
Vielleicht konnte sie ihm ja einen Tip geben, was mit diesem Hui nicht stimmte!
 
"Hui?" murmelte seine Frau und ließ den Namen mehrmals über die Zunge rollen und überlegte. "Hui.... Hmmm...." Da plötzlich kam ihr die Erleuchtung. "Ach! Du meinst den Mann von Maakare, der Tochter von Ti. Ja, ihr Vater ist Leser, soweit ich weiß, er rezitiert beim Einbalsamieren, hmmm... die kleine Maakare hat vor kurzem einen Sohn geboren, ich kenne aber seinen Namen nicht, sie wollte erst die Tagewählerei..."
"Jajaja," unterbrach sie ihr Mann etwas ungeduldig, die letzten Essensreste kauend," aber was weißt du so über Hui?"
"Naja, über den jammert sie immer hinter vorgehaltener Hand. Er sei immer recht ungepflegt und ungehobelt. Außerdem heißt es, daß er immer noch hinter der Ziehtochter dieses Balsamierers her sei, der sie einst mit ihm vermählen wollte." sie lächelte leicht spöttisch. "Aber das Mädchen hat Hui nicht gewollt und nun ist Maakare mit ihm vermählt." Sie beugte sich verschwörerisch zu ihm. "Es heißt, daß sie nur einmal die Ehe vollzogen haben, um ihren Sohn zu zeugen, aber sonst... ... läßt ihn nicht mehr ran."
Djedhors Frau widmete sich wieder ihrem Webstuhl. "Aber was solls," winkte sie ab," er soll ja sowieso nie zu Hause sein, sogar nachts nicht. Die Götter allein wissen, was er so alles macht."
Djedhor blickte sie interessiert an.
"Vielleicht gibt er seinen ganzen Verdienst ja für leichte Mädchen aus. Er scheint ziemlich gut zu verdienen, wenn man von dem Schmuck ausgeht, die die kleine Maakare manchmal trägt. Wahrscheinlich die einzige Entschädigung für diese Ehe." kicherte sie.
 
*****
 
"Tawabet?" Baket legte den Kopf schief und sah die Frau an, die schon etwas länger nervös schien, seit dem Schriftwechsel, der vor kurzem stattfand und zwischendurch immer mal wieder etwas von Brand murmelte. "Was sorgt euch?"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1454 - 01/03/07 um 20:04:06
 
Isisnofrets Augen fluteten sich unvermittelt mit Tränen, die sie einfach überfielen. Die vielen Gefühle machten sie schwach und überwältigten sie, wenn sie ihn so sah.
"Du Dummkopf..." flüsterte sie in einem Anflug von Verärgerung über die unmöglich und so ausweglos scheinende Situation an seinen Hals, an den sie ihren Kopf gerade sinken ließ. "Du großer, sentimentaler Dummkopf... Seit wann bist du nur so gefühlsduselig, solche Taten zu begehen?" Sie lachte in inem Anflug von Verzweiflung auf, versuchte, scherzend zu klingen, aber es gelang ihr nicht gänzlich. Zumindest aber bekam sie ihre Tränen unter Kontrolle.
 
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Liebe einen Menschen dann am stärksten, wenn er es am wenigsten verdient hat. Dann braucht er dich am meisten!
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