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Die Stadt des Amun (Gelesen: 608157 mal)
Tawabet
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1380 - 12/31/06 um 22:23:49
 
"Dein Reich! Pah!" machte Amuni. "Ich sag es dir, wenn ich jemals König werde, dann werde ich deinen Kult sicher einstellen!" Er spuckte vor dem Ach verächtlich auf den Boden. "Ich habe dich immer geachtet, sogar meinen Sohn nach dir benannt, aber das ist jetzt vorbei!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1381 - 12/31/06 um 22:39:30
 
Mit einem saftigen Fluch auf den Lippen verschwand Sethos, als Isisnofret das Zimmer betrat.
Sie erzählte der ersten Gemahlin sogleich von der Frau, von der ihr Panewi berichtet hatte.
"Panewi sagte, es wäre ihr so gewesen, als hätte Sesu die Alte gekannt..."
Sie flüsterte leise und gab Amuni die Beschreibung, die ihre Zofe ihr gegeben hatte.
Der Kronprinz begab sich mit seiner Mutter sogleich in den Palast, um nach der Frau, die ja nur in den umliegenden Dörfern wohnen konnte, fahnden zu lassen....
 
Darüber war es schon spät geworden...
Chaemwaset hatte sich auf einer Matte in der Mittelhalle des Hauses zusammengerollt, Isisnofret stillte Ta-ini und übergab das Baby, das an ihrer Brust eingeschlafen war, Baret, die die kleine Prinzessin in ihr Bettchen brachte.
Es war ganz ruhig und friedlich...der Ach Sethos' hatte sich nicht mehr gezeigt und Ramses schlief.
Eigentlich war alles wie immer...wären da nicht die Angst und die Gedanken gewesen, die Isisnofret nicht aus dem Kopf gingen...
Sie ließ die Lampen brennen, streifte sich ihr Obergewand ab und legte sich neben ihren Mann ins Bett.
Warum nur, warum? Das fragte sie sich immer wieder, aber sie war so durcheinander, daß sie nicht mehr klar denken konnte...
Ramses brummte im Schlaf und schmiegte sich an sie...ja, alles war so wie immer, redete sich Isisnofret ein...
 
**********
 
Als die Dunkelheit endlich hereingebrochen war, tauchte Ankhmahor selbst in der Lehmhütte auf, um das kostbare Gefäß mit dem noch kostbareren Inhalt in Empfang zu nehmen.
Die Alte hatte die Falkendose versiegelt und in sauberes Leinen gehüllt...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1382 - 01/01/07 um 08:39:16
 
Von der Alten war keine Spur mehr zu finden. Im ganzen Palast wollte niemand bemerkt haben, wie sie sich hinausgeschlichen hatte.
Es waren aber auch schwierige Untersuchungen, denn niemand durfte erfahren, warum es so wichtig war, die Alte wiederzufinden. Nefertari ließ gleich nach ihrer Rückkehr das Gerücht verbreiten, der König sei auf den Weg in den Norden, um seinen Truppen persönlich beizustehen, nachdem der Kronprinz wegen seines Unfalls ausgefallen sei.
 
Sie beschloß, die Regierungsgeschäfte zusammen mit Paser in ihre eigenen Hände zu nehmen. Das war sie ihrem Mann und ihrem Sohn schuldig.  
 
Weder die 1. GKG noch der Kronprinz konnten in dieser Nacht gut schlafen. Amuni wälzte sich in seinem Bett hin- und her und sah immer wieder dasselbe Traumbild, in dem sich sein gütig lächelnder Großvater in einen tobenden Tyrannen verwandelte, der seine Familie verfluchte.
Schon vor Sonnenaufgang war der Prinz auf den Beinen. Er ließ alles liegen und stehen und machte sich zu der Villa auf, in der sein Vater untergebracht war. Er war sich sicher, dass die Reise, die er nun antreten mußte, gefährlich war. Vielleicht sollte er Chaemwaset um Hilfe bitten? Sein kleiner Bruder war so bewandert in allen Zauberdingen...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1383 - 01/01/07 um 09:23:00
 
Der Einzige, der in dieser Nacht gut geschlafen hatte, war wohl Ramses gewesen und er schlief noch, als Isisnofret, die kaum ein Auge zugetan hatte, bei Sonnenaufgang aufstand, um nach ihrer kleinen Tochter zu sehen.
Die zweite GKG war so müde, daß ihr, während sie sich mit Ta-ini auf einem Sessel niederließ, um ihr die Brust zu geben, beinahe die Augen zufielen.
Nachdenklich blickte sie zu ihrem Ehemann, der sich in den Decken vergraben hatte.
Wie lange konnte ein Mensch wohl ohne seinen Ka überleben? Und immer wieder stellte sie sich die gleiche Frage: WARUM?  
 
Als Amunhotep das Schlafzimmer betrat, um nach Ramses zu sehen und dessen Verbände zu wechseln, und Iryiry seinen Herrn wie jeden Morgen weckte, verließ sie kurzzeitig den Raum. Sie gab Panewi den Befehl, auch ihre anderen Kinder holen zu lassen. Die sollten mit ihrem Vater zusammensein können, solange es noch ging...
 
Auf Amunhoteps Frage, wie er sich fühlen würde, antwortete Ramses nur, ihn fröre, außerdem habe er kein Gefühl mehr in den Füßen.
Die Verbrennungen an seinen Händen, die der swnw nun behandelte, bemerkte er kaum...
Das dicke Wollhemd, mit dem Iryiry ihn auf Geheiß Amunhoteps bekleidete, wärmte ihn nicht wirklich, auch daß der dampfende Tee, den sein Diener ihm zum Frühstück gebracht hatte, noch viel zu heiß zum Trinken war, merkte er nicht.
 
Amunhotep verließ das Schlafgemach des Königs mit äußerst besorgter Miene.
In der Mittelhalle der Villa traf er auf den Kronprinzen, der gerade angekommen war, und dem er gleich die Symptome schilderte, die sich bei Ramses zeigten.
"Seine Körpertemperatur ist gesunken," erklärte der swnw. "Das heißt, sie ist niedriger als normal und deshalb friert er. Zusätzlich scheint sein Empfindungsvermögen abzunehmen, was bedeutet, daß er kaum noch Schmerz verspüren kann."
Da er noch nie einen Patienten mit dieser Art von Krankheit behandelt hatte, konnte er auch keine Prognose abgeben...
 
*******
 
Ankhmahor hatte die Stadtgrenzen von Theben schon längst hinter sich gelassen und reiste Richtung Norden.
Noch immer spielte er mit dem Gedanken, den kgl. Ka für sich selbst zu behalten...die Frage war nur, wie brachte er das Ding dazu, in seinen Körper zu fahren?
Wie mächtig wäre er dann!
Absolute Macht in seinen Händen...Heka wäre sein...ganz und gar...welch verlockende Vorstellung!
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1384 - 01/01/07 um 09:34:07
 
Amunherchepeschef hörte sich den Bericht des Arztes genau an. "Aber er ist wach und bei Sinnen?" hakte er nach. "Kann ich zu ihm?" Als Amunhotep nichts einzuwenden hatte, öffnete Amuni die Türe zum Schlafgemach seines Vaters. Er erschrak: sein großer und starker Vater war nur noch ein Schatten seiner selbst - Amuni erinnerte er an daran, wie die Babylonier und Syrer die Toten beschrieben! Da wirkte Sethos' Ach ja lebendiger als Ramses!
 
Der Prinz setzte sich neben Ramses und nahm dessen kalte Hände in die Seinen. "Vater, bitte sag mir, was gestern genau passiert ist!" bat er den gebrechlichen Mann leise. "Hat die Alte, die dir den Ka genommen hat, einen Namen? Kann ich sie irgendwie finden?"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1385 - 01/01/07 um 09:52:33
 
Ramses blickte Amuni argwöhnisch an.
"Warum willst du das wissen?" fragte er. "Ich will nicht, daß du sie aufsuchst...nachher machst du nur den Handel rückgängig..."
Zitternd zog er seine Decke fester um sich.
"Sie hat mir den kgl. Ka ja nicht GENOMMEN," betonte er wieder. "Ich hab' ihn ihr FREIWILLIG gegeben!"
 
"Guten Morgen, Amuni!" Isisnofret trat mit Ta-ini ein.
Sie hatte sich vorgenommen, so zu tun, als würde Ramses nur unter einem harmlosen Schnupfen leiden.  
Das machte die ganze Situation zwar nicht besser, aber leichter zu ertragen...
Da Ramses mit dem Rücken an die Wand gelehnt in seinem Bett saß, drückte sie ihm kurzerhand sein Baby in den Arm, das heute in ausgesprochener Plauderlaune war und seinen Vater mit einem begeisterten "Papapapapapap!" freudig begrüßte.
Sethos' Ach hockte schweigend auf einer Kleidertruhe und bedachte seine Schwiegertochter mit vorwurfsvollen Blicken.
Diese Gefühlsduselei, zu dem SIE Ramses verleitet hatte, war doch schuld an der ganzen Misere.
 
Interessiert beobachtete er jedoch, daß, als Isisnofret Ramses zärtlich auf den Mund küsste, dessen gesunde Gesichtsfarbe wiederkehrte und seine bleichen Lippen einen rosigen Ton annahmen...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1386 - 01/01/07 um 10:00:31
 
"Ich will den Handel gar nicht rückgängig machen!" beschwichtigte Amuni, bevor er Isisnofret begrüßte.
"Ich werde den Ka zurückstehlen, damit du am Leben bleibst!" erklärte er dann seinem Vater. "Du weißt, dass ich deine Handlung verstehen kann. Ich hätte nicht anders gehandelt an deiner Stelle - glaub mir, wenn es einen Weg gäbe, Hetemti aus der Unterwelt zurückzuholen, ich würde alles geben..." Tatsächlich war er keinen Moment wirklich entrüstet über die Tat seines Vaters gewesen. Was bedeuteten Macht und Wohlstand im Vergleich zum Leben eines geliebten Menschen? "Aber ich will dich nicht verlieren! Isisnofret will dich nicht verlieren und meine Mutter auch nicht! Du darfst nicht zu einem namenlosen Schatten werden, Vater... die, die dich lieben, brauchen dich!"
 
Die Worte seines Enkels ließen Sethos' Ach nach Luft schnappen. Er hatte doch immer gehofft, dass das Pflichtbewußtsein der Mutter auf Amunherchepeschef abgefärbt hätte - aber davon war keine Spur geblieben: nur das romantische Gefasel von Liebe war in Amunis Herzen zu finden.
 
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1387 - 01/01/07 um 10:14:47
 
"Sesu," mischte sich nun Isisnofret ein und lächelte Amuni zu. "Panewi hat auch mit dieser Frau gesprochen. Sie meinte, ihr wäre es so vorgekommen, als würdest du sie kennen." - "Dann hat sich Panewi eben getäuscht," erwiderte Ramses störrisch und legte sich wieder hin. Diese ganze Rederei ermüdete ihn ziemlich...
 
Isisnofret atmete tief aus und sah Amuni an. 'Laß mich nur machen,' besagte ihr Blick.
 
******
 
Tia war unterdessen im Palast eingetroffen, um sich zu erkundigen, was nun vor ein paar Tagen wirklich vorgefallen war, und fand den größten Teil des kgl. Wohntraktes in Schutt und Asche liegend vor.
Als sie hinter einem der Hausdiener her durch die Gänge schritt, um Nefertari aufzusuchen, bemerkte sie etwas Seltsames: die großen Alabastervasen, die mit den Titeln und Namen ihres Bruders verziert waren...die Kartuschen darauf...sie waren leer?!?!
Sie zwinkerte verblüfft...die Architraven, die Säulen...die Kartuschen darauf waren ebenfalls...unbeschriftet...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1388 - 01/01/07 um 10:24:08
 
Nefertari empfing Tia mit einem freundlichen Lächeln.  
"Was führt dich her?" fragte sie. "Du mußt heute leider mit mir vorlieb nehmen. Ramses ist auf einem Feldzug!"
 
*********
 
Amuni verstand und verließ das Schlafzimmer. Offensichtlich hatte die Rettung Isisnofrets das Band der Liebe, das diese beiden verband, nur stärker werden lassen. Ihm kam es in diesem Moment tatsächlich so vor, als ob nur Isisnofret seinen Vater zur Vernunft bringen könnte, niemand anderer!
"Ich werde deinen Kult einstellen lassen!" murmelte er vor sich hin. Das sollte eine Drohung an Sethos' Ach sein, dessen Anwesenheit der Prinz spürte.
 
Iriyiry hatte ein paar wenige, in seinen Augen vertrauenswürdige Diener in das Haus überstellt, von denen einer die Worte des Prinzen hörte. Der bekam sogleich Angst. Schon gestern hatte er Wortgefechte aus dem Schlafzimmer des Königs vernommen - Wortgefechte, die aus lautem Geschrei der Angehörigen des Königs bestanden, aber er hatte nicht hören können, wem die Hochwohlgeborenen da Antwort gaben - war die ganze kgl. Familie durchgedreht und verrückt geworden?
 
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1389 - 01/01/07 um 10:39:11
 
"Ach, so?" Tias Augenbraue ruckte hoch. "Deshalb hatte er es plötzlich so eilig? Ist ihm ja ziemlich früh eingefallen..."
Sie ließ sich in einen Sessel plumpsen und beobachtete Nefertari interessiert. "Sag mal, lasst ihr hier umbauen oder was ist los?"
 
*****
 
Sethos' Ach flatterte hinter Amuni her.
Das Gesäusel und Getue Isisnofrets war zuviel für ihn...sein Sohn brauchte keine Schmusereien, der brauchte einen hinter die Löffel!
"Das wird dir auch nichts helfen," sagte er zu seinem Enkel. "Dein Vater hat sich dieses Elend selbst eingebrockt...MICH solltest du nicht deshalb bestrafen!"
 
*****
 
Isisnofret betrachtete gerührt, wie Ta-ini, die neben Ramses herumkullerte, die Händchen nach ihm ausstreckte, um sein unrasiertes Stoppelkinn zu befühlen.
Der Anblick trieb ihr die Tränen in die Augen: wollte er die Kleine denn nicht aufwachsen sehen?
Ergab er sich jetzt einfach so in sein Schicksal?
"Sesu," begann sie noch einmal und zwar ziemlich eindringlich. "Mir kannst du doch sagen, was passiert ist..."
Sie setzte sich neben ihm und nahm ihn in die Arme. Sie konnte fast spüren, wie das Leben aus ihm wich...selbst, wenn er krank war, hatte man immer noch sein Feuer in ihm lodern fühlen, seine unbändige Lebenskraft, aber nun lag er matt in ihrem Schoß und seufzte.
"Es geht schließlich um mich," fuhr sie fort. "Was du getan hast, hast du meinetwegen getan und deshalb habe ich auch das Recht, die Wahrheit zu erfahren..."
Sie bohrte und fragte nach...jedes Wort musste sie ihm aus der Nase ziehen, aber schließlich hatte sie doch herausbekommen, was sie wissen wollte...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1390 - 01/01/07 um 10:52:31
 
Amunni mußte unwillkürlich grinsen, als er seinen Großvater so reden hörte.
Er drehte sich zu ihm um.
"Dann hilf mir, den Ka zurückzuholen!" forderte er von ihm. "Ansonsten wird nicht nur dein einziger Sohn sterben, sondern auch unsere Familie alle Macht verlieren. Wer aber würde sich dann um deinen Kult kümmern? NIEMAND!
Neue Herrscher kämen an die Macht, die mit dir und deinen Ahnen vielleicht genauso verfahren wie du mit den Ahnen meiner Frau! Und dann ginge es dir sogar noch schlechter als dem Ketzer, dessen Name noch von seinen Anhängern genannt wird und dessen Nachfahrin ihm heimlich opfert... Betteln müßtest du um eine kleine Wasserspende... Niemand würde sich deiner erinnern. Hilf mir, und ich sorge dafür, dass dein Name in Zukunft genannt wird!"
Das war ein Angebot. Würde sein Großvater darauf eingehen?
 
*******
 
Nefertari blickte ihre Schwägerin forschend an.
"Wieso? Natürlich müssen wir umbauen, besser gesagt, aufbauen, denn der Großbrand hat alles zerstört. Selbst die Kartuschen deines Bruders sind durch die Hitze abgeplatzt!" wollte sie ihr weismachen. "Schrecklich! Isisnofret wäre beinahe gestorben und wir haben noch keine Spur von den Brandstiftern!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1391 - 01/01/07 um 11:03:07
 
Sethos schnaufte und lachte Amuni dann grimmig an.
"Das hättest du wohl gerne, was?"
Glücklicherweise hatte er Vorkehrungen treffen lassen für den Fall, daß sein pflichtvergessener Sohn den Kult für seinen Vater vernachlässigen würde.
Er hatte in seinem Grab einen langen Geheimgang angelegen lassen, der zu einer Kammer voll herrlicher Speisen und Schätze führte...niemand würde sie je entdecken...
 
"Dein Vater hat seine Rechte verwirkt," knurrte er und stöhnte genervt auf, als er Isisnofrets ansichtig wurde, die Amuni zu sich winkte...
 
*********
 
"Jaja..." Tia wedelte gelangweilt mit der Hand. "Deine Märchen kannst du wem anders erzählen...das Feuer ist doch gar nicht bis hierher gekommen...was ist wirklich passiert? Warum habt ihr Sesus Kartuschen ausradiert? Kommen jetzt da doch DEINE hin...so à la Maatkara, hmmm?"
 
 
 
 
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1392 - 01/01/07 um 11:12:11
 
Nefertari lachte hinter vorgehaltener Hand. Niemals würd sie Tia die Wahrheit auf die Nase binden. Zum Glück war sie eine gute Schauspielerin.
"Du hast gut aufgepaßt bei meiner kleinen Rede neulich!" erwiderte sie und zwinkerte ihrer Schwägerin verschwörerisch zu. "Ich habe Sesu hereingelegt... er ist auf den Weg in den Norden, während ich hier die Macht übernehme... aber erzähle es keinem... noch sind meine Gefolgsleute arrestiert."  
 
Ob ihr Tia diese Geschichte abkaufte? So richtig sicher war sich Nefertari da nicht, v.a. als sie den Schatten von Sethos' Ach durch den Korridor huschen sah.
"Die Frau lügt wie gemeißelt!" rief er erbost. "Und ich habe dir vertraut!"
 
*********
 
Amuni wollte seinem Großvater noch etwas erwidern, aber der Geist war plötzlich verschwunden.
"Hast du etwas herausgefunden?" fragte er Isisnofret. "Hat er dir verraten, was vorgefallen ist?"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1393 - 01/01/07 um 11:22:53
 
Tia fuhr herum, als sie die Stimme ihres Vaters vernahm und schwankte, als sie seinen Ach erblickte, zwischen Schrecken und Freude.
"Vatilein, wie schön!" rief sie dann aber noch, nachdem sie den ersten Schock überwunden hatte. "Was meinst du denn damit? Und wie kommst du überhaupt hierher? Solltest du nicht in den Gefilden der Seligen wandeln und das Leben im schönen Westen genießen?"
 
*******
 
Isisnofret nickte.
Sie berichtete Amuni von dem Reitausflug, den sie neulich mit Ramses unternommen hatte, und von der alten Fellachin, die sie mit Tee bewirtet hatte, als sie eine Pause eingelegt hatten.
Dabei beschrieb sie Amuni genau, wo das Dorf lag -nämlich weit im Süden von Theben- und wie das Haus der Alten aussah.
"Sesu sagte noch, daß sie den kgl. Ka in einem Tongefäß aufgefangen hätte, das wie ein Horusfalke geformt gewesen war und sich dann in einen goldenen Krug verwandelt hätte," schloß sie.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1394 - 01/01/07 um 11:38:33
 
"Ich bin gekommen, weil dein Bruder schändlichen Verrat geübt hat, meine kleine Tia!" säuselte Sethos, nun ganz der liebende Vater. "Er hat den königlichen Ka verschenkt und jetzt wird dieser Zweig der Familie alle Macht verlieren! Auch wenn einige von dieser Brut versuchen, das zu verhindern!", sagte er mit einem kühlen Seitenblick auf Nefertari, die sich entsetzt die Hände vors Gesicht geschlagen hatte.
"Leider hast du keinen Sohn, der mein Erbe retten könnte..." sprach er mit deutlichem Bedauern in der Stimme. "So wird nun eine andere Familie die Macht in diesem Land übernehmen. Aber es ist wohl alles besser als der Taugenichst, den Tuja als meinen Sohn bezeichnet!"
 
**********
 
Amuni fand das alles höchst mysteriös. "Ich werde mich sofort auf den Weg machen und den Ka zurückholen. Ich will unter keinen Umständen, dass Vater an dieser Geschichte stirbt! Darf ich Chaemwaset mitnehmen?"
 
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