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Die Stadt des Amun (Gelesen: 680475 mal)
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #120 - 10/28/06 um 16:55:28
 
"Das sagt ihr Großen immer, wenn ihr's auch nicht wisst," erwiderte Tachat altklug und zupfte an Amunis Hand. "Gehen wir jetzt nach Hause? Ich will mit Meti spielen! Und was machst du jetzt mit dem Hethiter?"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #121 - 10/28/06 um 17:19:21
 
Amuni mußte unvermittelt grinsen. "Das war kein Hethiter, das war ein Fischer. Hier auf der Westbank reden die meisten Leute so komisch!" Dass Hetemet-scheri und Tawabet nicht so sprachen, lag wohl an der Abstammung vom Ketzer... aber das brauchte Tachat jetzt noch nicht zu wissen.
 
Nachdem der Kronprinz zusammen mit seiner Tochter das Grab verlassen hatte und sich wieder zu seiner Mutter, seiner Schwiegermutter, die entsetzlich weinte und von ihren ebenfalls weinenden Söhnen gestützt wurde, gesellt hatte, hörte man aus dem Inneren des Grabes ein dumpfes Geräusch. Die Arbeiter hatten den Sarg geschlossen.
"Jetzt ist es zu Ende!" murmelte Amuni.  Der Trauerzug verließ langsam die Grabstätte...
 
Als sie den Ausgang des Wadis erreichten, wunderte sich Amuni: links und rechts des Weges hatten sich die Bauern von Gurna versammelt. Ein paar junge Mädchen sangen Klagelieder...
Als die Königin mit ihrem Sohn an ihnen vorrüberging, fielen sie in Ehrerbietung zu Boden, wie es sich gehörte. Doch Tawabet hielt, als sie das Verhalten ihrer ehemaligen Mitbürger bemerkte, mit den Zwillingen ein paar Schritte zurück. Zu rührend fand sie die Szene...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #122 - 10/28/06 um 17:30:54
 
Djedhor, der Scheich des Dorfes, der sich noch gut daran erinnerte, wie er den Pharao und seinen Sohn hatte festnehmen lassen, trat mit einem kunstvoll gebundenen Stabstrauß auf Amuni zu und verneigte sich tief vor ihm, um dem Prinzen dann sein aufrecht empfundenes Beileid auszusprechen.
Er hielt eine lange Rede, in der er der Verstorbenen mit -für seine Verhältnisse- wohl gewählten Worten gedachte und versicherte Amuni und seiner neben ihm stehenden GKG seiner immerwährenden Loyalität, zeigte sich ob Tachats Anblick sehr entzückt und bestätigte, daß sie aussehen würde wie ihre gerechtfertigte Mutter, bevor er zu einer erneuten Lobeshymne auf die königliche Familie und natürlich auch auf seine Majestät, den Herrn der beiden Länder, dessen Ring er stets trug, ansetzte...
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Amunherchepeschef
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #123 - 10/28/06 um 18:13:42
 
Amunherchepeschef nickte gnädig und befahl sogleich, dass zu Ehren der Verstorbenen ein Fest ausgerichtet werden sollte.
So wären Hetemet-scheris Jugendfreunde auch an der Bestattung beteiligt.
Nach einem kurzen Gespräch mit Tawabet waren sich beide einig: Tawabet würde mit ihren Söhnen an dem Fest teilnehmen, als Gast des Dorfscheichs.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #124 - 10/28/06 um 18:30:18
 
Baketmut fand es ziemlich ungehörig, daß jetzt eine Art Dorffest für Hetemet-scheri veranstaltet werden sollte und das teilte sie auch ihrer Tochter mit.
Das war ja so gewöhnlich...
Aber was konnte man von diesem Teil der glücklicherweise nur angeheirateten Verwandschaft schon erwarten...und Amuni? Nun ja, in dessen Adern floß halt auch das bäurische Blut seiner Vorfahren...VÄTERLICHERSEITS, wohlgemerkt!
 
"Wollen wir nicht bei Oma bleiben?" fragte Tachat verwundert und zeigte auf Tawabet.
Auch wenn sie eben noch heim wollte, so war sie jetzt doch neugierig geworden...und in dem Dorf schien es viele andere Kinder in ihrem Alter zu geben!
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #125 - 10/28/06 um 18:41:14
 
Amunherchepeschef nickte seiner Tochter freundlich zu. "Ja, bleib du mit Oma im Dorf. Hier war Mama daheim, weißt du?" Natürlich konnte sie das nicht wissen, seine Kleine! Aber im Gegensatz zu seiner Großmutter mütterlicherseits war er sehr wohl der Meinung, dass die Kleine wissen sollte, woher ihre Mutter kam.
Er hörte, wie seine Mutter ihrer Mutter herausgab: "Du wirst das nie verstehen! Auf diese Weise gewinnt man die Leute für sich! Hast du vergessen, was die Weisen raten?"
 
 
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #126 - 10/28/06 um 18:58:16
 
"Ach, die Weisen, das sind doch alles nur Theoretiker," wehrte Baketmut ab. "Man sollte sich nicht mit dem gemeinen Volk verbrüdern, dabei kommt nichts G'scheits heraus!"
Sie winkte ab. Warum gab sie es nicht eigentlich auf?
Es war doch eh Emmer und Gerste verloren!
 
"Gar nicht wahr!" widersprach Tachat. "Die Mama hat doch zuhause gewohnt! Da müssen wir wieder mit dem Schiff fahren...wann fahren wir denn wieder heim?"
 
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #127 - 10/28/06 um 19:20:24
 
Nefertari seufzte. Ihre Mutter war einfach verstockt! Ein altes, böses und verbittertes Weib war sie, das seinen Mitmenschen keine Freude gönnte. Aber so war sie eben... so war sie eigentlich schon immer gewesen.
"Laßt uns zurückkehren!" sprach die GKG zu ihrem Gefolge.  
 
********
 
"Ach, Tachat", mischte sich Padiaset ein. "Bevor Hetemti Amuni geheiratet hat, haben wir hier gewohnt."
Da zupfte ihn auch schon Horemhab am Ärmel. "Schau mal, da ist Antef!" sagte er und zeigte auf einen Jungen in ihrem Alter. "Wie es dem wohl geht?"
"Padi, wie sollte es ihm gehen? Du weißt doch, dass er sicher viel Arbeit hat auf den Feldern seines Vaters!" Horemhab war eigentlich sehr froh darüber, nicht mehr im Dorf zu wohnen...
 
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #128 - 10/28/06 um 19:34:56
 
Baketmut war sehr froh darüber, diesem gewöhnlichen Pack den Rücken zu kehren zu können.
Nur, daß sie die kleine Tachat auch noch in den Fängen der Bauern ließen, passte ihr gar nicht.
Zu groß konnte deren verderblicher Einfluß auf so ein kleines Kind werden!
 
*******
 
"Die sind aber alle schmutzig," fand Tachat. "Schimpft Oma Baki da nicht?"
Neugierig sah sie die struppigen Schmuddelkinder an.
Die sahen so ganz anders aus als die Kinder, die sie bislang gesehen hatte!
Vorsichtshalber drückte sie sich an Tawabet und guckte schüchtern auf ihre Zehenspitzen, als ein kleines Mädchen, das etwa in ihrem Alter war, auf sie zukam...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #129 - 10/28/06 um 19:45:49
 
Tawabet lachte. "Oma Baki hat denen wenig zu sagen", erklärte sie der Kleinen. "Das sind Bauernkinder, Tata! Schau mal, da drüben, das ist Merit!"
Merit war eine Spielkameradin von Hetemet gewesen, die oft bei Tawabet zu Gast gewesen war.  
Manchesmal hatte die Rechet das Mädchen mit durchgefüttert, denn ihre Eltern waren nicht besonders reich. Sie war immer ein hübsches Ding gewesen, aber die Last des Lebens hatte schon deutliche Spuren in ihrem Gesicht hinterlassen. Die Kleine, die auf sie zugewackelt kam, war wohl Merits Tochter.
"Merit, gehts dir gut?" fragte Tawabet die junge Frau freundlich und lächelte, weil Tachat sich jetzt hiner ihr versteckte.
 
Hori und Padi verloren langsam ihre Scheu. Eigentlich war es doch schön, wieder einmal bei den alten Bekannten zu sein - auch wenn der Anlaß traurig war...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #130 - 10/28/06 um 20:17:50
 
Merit nickte und lächelte leicht.
Sie erklärte Tawabet ihre Bestürzung, als sie von Hetemets allzu frühem Tod erfahren hatte.
"Wir alle haben gedacht, sie hätte das große Los gezogen," sagte sie traurig. "Daß es so schnell enden musste...sie war doch nicht krank, oder?"
 
Das kleine Mädchen, das zwar ebenso alt wie Tachat war, aber dafür einen halben Kopf kleiner, blieb vor der Prinzessin stehen und sagte freundschaftlich "Tach!" zu ihr, woraufhin sich Tachat noch mehr hinter ihrer Großmutter versteckte.
"Sag ihr, daß ich nicht Tach heiße," murmelte sie in Tawabets Kleid. "Mein Name ist TachAT!"
 
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #131 - 10/28/06 um 20:38:01
 
"Hab keine Angst, Tata!" wandte sich Tawabet an ihre Enkelin. "Die Kleine - wie heißt deine Tochter eigentlich, Merit?" "Anches", antwortete die. "Anches will dir doch nichts Böses. Vielleicht solltet ihr spielen gehen?"
Sie hatte Lust, sich mit Merit ein wenig zu unterhalten.
"Nein, Hetemti war nicht krank. Es war die Mißgunst des Schicksals, die sie hinweggerafft hat." Sie seufzte schwer. "Man kann das Schicksal nicht ändern! Aber nun erzähl mir von dir! Leben deine Eltern noch? Und deine Brüder?"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #132 - 10/28/06 um 20:49:54
 
"Meine Eltern sind auch schon in den schönen Westen gegangen," erklärte Merit. "Aber meine Brüder, denen geht es gut. Der eine hat den Hof unseres Vaters übernommen und der andere ist Soldat in der Division des Amun geworden. Nichts besonderes, du kennst doch das Leben hier...erzähl doch lieber von dir! Das ist viel spannender! Wie ist es denn so in der Ferne?"
 
Unterdessen hatte Tachat beschlossen, sich doch mit dem kleinen Mädchen zu befassen und schon bald hockten sie einträchtig im Staub und sortierten Steinchen...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #133 - 10/28/06 um 20:59:07
 
Tawabet lachte: "Ja, es ist ganz nett in Pi-Ramesse. Ich habe einen netten Mann geheiratet..."
Bald schon saßen Merit und sie bei einem Krug Bier zusammen und unterhielten sich.
Tawabet merkte, mehr und mehr, wie sehr sie in den letzten Jahren ihr Dorf und die Leute dort vermißt hatte... sie würde Ameni bitten, wieder nach Theben zurückzukehren! War er nicht Vorsteher aller Arbeiten im Millionenjahrhaus des Königs?  
Sie könnten doch hier genauso leben wie in Pi-Ramesse - und sie könnte vielleicht irgendetwas für die Leute hier tun!
 
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #134 - 10/28/06 um 21:40:35
 
Tachat war bald nicht mehr von den anderen Dorfkindern zu unterscheiden und als sie ihre Großmutter aufsuchte, weil sie auch Hunger und Durst bekommen hatte, strahlte sie sie unter dem ganzen Dreck glücklich an.
"Guck mal," sagte sie und hielt Tawabet eine Handvoll Steine unter die Nase. "Davon schenk' ich dir ein paar..."
Jedes einzelne Bröckchen wurde nun vor Tawabet ausgebreitet. "Das ist für Oma Nefi und das für Papa, das schenke ich Opa und das kannst du auch haben...," erklärte Tachat und krabbelte ungeachtet der Tatsache, daß ihre Großmutter ein noch sauberes Gewand trug, auf deren Schoß. "Gehen wir gleich?"
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