YaBB - Yet another Bulletin Board Willkommen, Gast. Bitte Einloggen.
Home Hilfe Suchen Einloggen
01/18/18 um 21:45:53 News: We've upgraded to YaBB 2!
Seiten: 1 ... 80 81 82 83 84 ... 177
Thema versenden Drucken
Die Stadt des Amun (Gelesen: 567399 mal)
Seleuce
Horusgeleit
*******




Beiträge: 10545
Geschlecht: female
Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1215 - 12/19/06 um 20:50:23
 
"Ich habe immer gedacht, in der Wüste ist es in der Nacht kalt, mein feuriger Nomade... SO wärmt ihr euch also des nachts, hm?" Isisnofret nuschelte in Ramses' Armbeuge hinein, der Nagel ihres Zeigefingers malte gemächlich die Konturen der Zeichnungen auf seiner Brust nach.
Ein kleiner Seitenblick und vor allem der leichte Duft des Tees, der ihr plötzlich durch eine Brise vom Fenster her in die Nase stieg, erinnerte sie an die "Medizin" ihres Mannes.
"Du hast deinen Tee nicht getrunken, du weißt doch, daß du ihn brauchst. Daß du aber auch nie erwachsen wirst. Was würde nur aus dir, wenn nicht jemand auf dich aufpassen würde? Ein verlauster Herumtreiber, ach ja und ihr Herren behauptet, die Frauen wären das schwächere Geschlecht!  
"
Unvermittelt erinnerte sie DAS wiederum an das Gebähren und vor allem an ihre letzte Niederkunft... Leise grinste sie vor sich her, krabbelte dabei langsam und wie eine Schlange krauchend, auf Ramses, um es sich dort mit seitlich ausgestreckten Beinen und um seine Schultern geschlungenen Armen richtig gemütlich zu machen.  
 
*************
 
Amuneminets Befinden war in den letzten Tagen nicht besonders gut gewesen. Er klagte über starke Schmerzen in seinem gebrochenen Bein, die von dem gesamten Körperglied Besitz ergriffen hatten. Er wachte vom Schmerz sogar auf, wenn die lindernden Mittel nachließen, die er regelmäßig trank. Dadurch litt er unter Appetitslosigkeit und tat sich schwer, sich mit irgendetwas von der Langeweile abzulenken, wenn er nicht gerade schlief. Tawabet umsorgte ihn zwar rührend, aber das Nichtstun und die Schmerzen machten ihm zu schaffen!
Vielleicht könnte er ja wenigstens den Schreibkram des Sicherheitsbüros erledigen und sich damit ablenken? Immerhin gab es nach wie vor viel zu recherchieren, die Diebstähle, die schon in Pi-Ramesse aufgetreten waren, hatten sich durch Zauberhand nach Theben verlagert, was nun eindeutig darauf hinwies, daß der oder wohl eher die Täter unter den Angestellten des Hauses zu suchen waren, vermutlich innerhalb der Verwaltung!
Er würde gern mit Isisnofret über die Sache sprechen, oder doch lieber mit Nefertari? Hatte die zweite Gemahlin des Königs hier oben jetzt noch Verantwortung? So genau verstand er die Regelungen nicht.
Morgen würde er jedenfalls seinen Diener in den Palast schicken und seinen Sekretär auf diese Weise beauftragen, ihm ein wenig Schreibarbeit zu verschaffen...
zum Seitenanfang
 
 

Liebe einen Menschen dann am stärksten, wenn er es am wenigsten verdient hat. Dann braucht er dich am meisten!
E-Mail   IP gespeichert
Meritenramses
YaBB Administrator
Horusgeleit
*****


Hm.t kA n pA kA aA n
pA ra-Hr-Ax.tj

Beiträge: 13734
Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1216 - 12/19/06 um 21:11:58
 
Ramses nahm Isisnofrets Hand und drückte ihr einen Kuß auf die Handinnenfläche.
"Was brauche ich heißen Tee, wenn ich dich hab'?" fragte er, zog die Decke über Isisnofret und steckte einen Arm darunter, um sie zärtlich über den Rücken zu streicheln.
Wie winzig und zerbrechlich sie war, fiel ihm wieder einmal auf, als er ihre Hand, die er immer noch hielt, ganz mit seiner großen Pranke umschloß...vorsichtig, als würde er befürchten, er könnte ihre Finger zerquetschen.
"Das habe ich niiiiie behauptet," wagte er auf ihre letzte Bemerkung hin einzuwenden und schaute sie mit seinem furchtbar unwiderstehlichen Grinsen an. "Du hast mich doch vollkommen in der Hand..."
Diese kleine, zartgliedrige und doch so starke Hand, die einen so riesigen Kerl wie ihn mit einer sachten Berührung dahinsinken lassen konnte...
zum Seitenanfang
 
 


http://www.ramses.info - nicht umzubringen...
Homepage   IP gespeichert
Seleuce
Horusgeleit
*******




Beiträge: 10545
Geschlecht: female
Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1217 - 12/19/06 um 21:36:05
 
Isisnofret kicherte. "Ist das so," zirpste sie leise fragend.
"Na, wie das nur geschehen konnte..."  
Von Ta-inis Geschrei nebenan, das mit einem Mal losbrach, wurde sie aus ihre Gemütlichkeit gerissen und hob den Kopf. Das klang deutlich danach, als ob ihrer Kleinen irgend etwas nicht passen würde! Sie lauschte und wartete, was weiter geschehen würde, aber allmählich kam das Geplärr wieder zur Ruhe und sie hörte Barets leisen Schlafgesang. Offenbar war Ta-ini noch nicht müde, diese Phase hatte sie schon seit ein paar Tagen. Sie wollte abends lieber noch lustige Figuckchen ihrer Mama beobachten, anstatt ins Bettchen gebracht zu werden und zu schlummern!
Mit der Zeit aber ließ der Protest des Babies nach, denn auch wenn sie nicht schlafen wollte, müde war sie ja doch meistens um diese Zeit.
Isisnofrets Blick fiel auf den Goldring an ihrem Ringfinger der anderen Hand, der die Form des Isisknotens hatte... Ramses hatte ihn ihr zum Schutz geschenkt, als sie ihm von der Schwangerschaft mit Ta-ini erzählt hatte und wieder lächelte sie mild. Was wäre sie ohne ihre Familie... ?
zum Seitenanfang
 
 

Liebe einen Menschen dann am stärksten, wenn er es am wenigsten verdient hat. Dann braucht er dich am meisten!
E-Mail   IP gespeichert
Meritenramses
YaBB Administrator
Horusgeleit
*****


Hm.t kA n pA kA aA n
pA ra-Hr-Ax.tj

Beiträge: 13734
Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1218 - 12/20/06 um 08:01:48
 
Auch Ramses hatte den Kopf gedreht, aber als das Geschrei des kleinen Mädchens verstummt war, angelte er nach der verrutschten Kopfstütze und ließ sich entspannt darauf zurücksinken.
Er spielte gedankenverloren mit Isisnofrets Fingern, betrachtete sie ganz genau, nur um wieder gleich mit seinen darüber zu fahren.
 
Übermorgen würde Nebwenenef bestattet werden und er hatte bestimmt, daß Wennefer die Mundöffnungszeremonie an der Mumie des verstorbenen Hohepriesters vollziehen sollte.
Paser war davon nicht sehr erbaut gewesen. "Denkst du, daß ist eine gute Idee, Sesu?" hatte er leise flüsternd gefragt. "Das wird den Thebaner Klüngel nur  noch mehr provozieren..."
Eben drum, lag Ramses auf der Zunge, er hatte den Wesir jedoch nur strafend angesehen: "Stellst du etwa die Entscheidungen deines Königs in Frage?" - "Selbstverständlich nicht," hatte sich Paser beeilt zu antworten und sich resigniert seufzend seinem Schicksal gefügt.  
Etwas anderes blieb ihm auch gar nichts übrig und Wennefer hatte sowieso keine Einwände dagegen: er war so loyal, daß ihm nicht im Traum einfiele, seinem Herrn und Gebieter Widerspruch entgegenzubringen...
 
Ramses atmete tief durch, seine Lider sanken herab...
Er betrachtete Isisnofret, die wie zerflossen und ganz weich auf seiner Brust lag, durch seine langen Wimpern hindurch und liebkoste sie weiter...
Nach Nebwenenefs Bestattung würde das Gottesorakel den neuen Hohepriester von Karnak bestimmen und Bakenchons -Ramses wusste, daß er auf den Gottesvater zählen konnte- hatte schon die Vorkehrungen getroffen, damit der Gott auch den Richtigen erwählen würde...
Hoffentlich hielt sich Amuni bereit...und die Division des Ptah, die mittlerweile unweit von Theben lagerte...
 
Er hustete, als das Kratzen in seinem Hals wieder anfing und Isisnofret rutschte schweigsam von ihm herunter, um ihm einen Becher des mittlerweile nur noch lauwarmen Tees unter die Nase zu halten.
Sie hatte ihren strengen Muttiblick aufgesetzt und befahl ihm so energisch zu trinken, daß er auf der Stelle -aber lachend- gehorchte.
"So ist's brav," bemerkte sie dann mit weicher Stimme und nahm ihm den Becher wieder ab, stellte ihn beiseite, um sich gleich darauf ihr warmes Plätzchen wieder zurückzuerobern. Wohlig aufseufzend schmiegte sie sich an ihn und küsste ihn lang auf den Mund...Ramses überkam ein so plötzliches, beinah verzweifeltes Verlangen nach ihr, als wäre dies der letzte Tag in seinem Leben und er hätte nur noch diese eine Gelegenheit, bevor...bevor die bedrohlich nahe Isfet endgültig über sie hereinbrechen würde...
Sie bemerkte sein wieder aufflammendes Begehren, glitt langsam tiefer, um ihn in sich aufzunehmen und bewegte sich kaum. Stattdessen sahen sie einander nur lange in die Augen, hoben beinahe synchron die Hände, um die Handinnenflächen aneinanderzulegen und schließlich ihre Finger zu verschränken, und genossen das Gefühl, sich nicht nur körperlich zu vereinen, sondern auch mitzuerleben, wie ihrer beiden Kakräfte miteinander verschmolzen.  
So himmlisch und entrückend, so kräftezehrend, aber doch so erquickend war dieser Liebesakt, daß beiden hinterher in einen tiefen, erholsamen Schlaf fielen, aus dem sie des Morgens wunderbar gestärkt wieder erwachten...lange bevor Iryiry das Gemach des Königs betrat, um das Morgenlied anzustimmen...
zum Seitenanfang
 
« Zuletzt geändert: 12/20/06 um 10:02:23 von Meritenramses »  


http://www.ramses.info - nicht umzubringen...
Homepage   IP gespeichert
Baket
Horusgeleit
*******


m Htp!

Beiträge: 747
Geschlecht: female
Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1219 - 12/20/06 um 20:15:08
 
Re trat durch die geöffneten Tore der Unterwelt, als Paschedu den Weg zu seinem kleinen Haus nahm. Hui blieb wieder bei der Zelthütte zurück zur Wacht über den Körper des obersten Propheten des Amun.
Als Paschedu die kleine Holztür aufschwang und den Raum betrat, fand er ihn dunkel vor. Kein Herdfeuer brannte, es roch nicht nach Essen. Er rannte außer Atem auf den kleinen Hof, der ihm zusammen mit einem kleinen verputzen Verschlag darauf als Werkstattslager diente. Nichts. Stille.
Das war seine Hoffnung, die er noch hatte. Daß Baket noch hier war und das Essen bereitete und sich säumte, das Essen pünktlich zu bringen, wie sie es immer tun sollte, wenn er an wichtiger Kundschaft arbeitete.
Und dann der zerbrochene Krug vom Fluß, von dem sie auch nicht wiederkam.
 
Paschedu seufzte. Er musste an die kleine erbärmlich aussehende und noch viel schlimmer riechende Kreatur denken, die seine geliebte Frau Nebetmut, sie sei gerechtfertigt, einst mit nach Hause brachte, um sie zu speisen, zu waschen und zu kleiden. So sollte sie nie wieder aussehen oder leben müssen, dachte er sich. Doch das Bild kam ihm unwillkürlich in den Kopf, als er überlegte, wo sie wohl sein mag und was wohl passiert ist.
Die Unwissenheit darüber, wo sie war und was ihr zugestossen sein mag, schnürte ihm die Kehle zu.
 
*******
 
"Hab ich Dich...", murmelte Hui als er mit seinen Fingern in der ölig-klebrigen Substanz nach einem Kleinod fischte. Das herausgenommene Herz war schon zusammen mit dem Herzscarabäus von Paschedu bandagiert worden und lag noch in einer Harzlösung, bis es morgen wieder in den Körper eingesetzt werden konnte, nachdem die Natronsäckchen aus der Leibeshöhle entfernt, der Körper gereinigt und zum Bandagieren bereit war.
Alles klebte, die Binden, seine Hände. Mit geübten Fingern öffnete Hui die Wicklung, stieß auf das vom Natron getrocknete und von den Harzen verklebte Herz. Er griff in das harzdurchtränkte Paket und nur Sekunden später lag er in seiner Hand.
Schillernd, bezaubernd, wertvoll. Schönster Lapislazuli. Auf der Rückseite Sprüche aus dem negativen Sündenbekenntnis und Hilfe, damit Nebwennenefs Herz vor der Waage nicht gegen seinen Besitzer aussagt.
"Das brauchst Du jetzt nicht mehr, alter Junge", flüsterte Hui grinsend durch seine braunen Zähne und strich dabei zärtlich über seinen neuen Schatz, bevor er ihn rasch mit einem herumliegenden Lappen abwischte, ihn darin einwickelte und wieder einmal unbemerkt an seinem Schurz verschwinden ließ.
Schnell wickelte er das Herz wieder kunstvoll ein und steckte es zurück in die Lösung. Niemand würde das bemerken.
Die anderen Kostbarkeiten werden zu Huis Leid immer nach Gebrauch geliefert und lagern in Paschedus Werkstatt im Hof.
Dann machte sich Hui bereit...
 
*******
 
"Ob mir das weh tut..." brummelte Baket noch in einem jammernden Ton, beinah beleidigt vor sich hin, "Natürlich tut das weh!" als die Tür aufging und ein Mann das Haus betrat.
Ihr waren hier eindeutig zu viele Leute am 'wuseln', aber keiner tat wirklich etwas, um Paschedu zu informieren oder ihr mit ihren Schmerzen zu helfen, so schien es ihr, denn sie saß noch immer auf dem Boden, versunken in das Pochen in ihrem Fuß. Natürlich, so war es immer gewesen, wer würde sich schon um sie kümmern, das musste sie immer irgendwie selber erledigen.
Unwilkürlich und ohne, daß sie es wollte oder steuern konnte, kamen ihr plötzlich die Tränen, als der Fremde von den Blicken aller Anwesenden empfangen wurde und verwundert auf das am Boden sitzende Mädchen schaute.
zum Seitenanfang
 
 
  IP gespeichert
Meritenramses
YaBB Administrator
Horusgeleit
*****


Hm.t kA n pA kA aA n
pA ra-Hr-Ax.tj

Beiträge: 13734
Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1220 - 12/21/06 um 16:52:27
 
Der greise Amunhotep, der von seinem Assistenten begleitet wurde, begrüßte freundlich die Herrin des Hauses und wurde von einem Diener sofort zu Amuneminet geleitet.
Nachdem er seinen mißmutig dreinschauenden Patienten versorgt hatte, begab er sich in die Mittelhalle des Hauses, wo Tawabet ihn fragte, ob er die Güte hätte, sich um das Mädchen zu kümmern, das sich offensichtlich den Knöchel verletzt hätte.
"Keine Bange," versuchte der swnw Baket zu beruhigen, als er mühselig und schnaufend neben ihr niederkniete. Er erwiderte ihren argwöhnischen Blick mit einem väterlichen Lächeln. "Wenn seine Majestät, er lebe, sei heil und gesund, mir vertraut, dann kannst du es auch. Wo genau tut's denn weh?"
 
Er brauchte nicht lange für die Untersuchung und fragte Tawabet, ob sie einen frischen Wels da hätte und Honig.
Es dauerte eine Zeit, aber bald war das Gewünschte verfügbar.
Der Assistent Amunhoteps bereitete aus dem amm des Welses, das man in seinem Kopf findet und das er in Honig eintauchte, ein Heilmittel.
"Verbinden damit, so daß sie gesund wird, sofort!" befahl der swnw und riet Baket, den Fuß noch ein paar Tage hochzulegen...
zum Seitenanfang
 
 


http://www.ramses.info - nicht umzubringen...
Homepage   IP gespeichert
Tawabet
YaBB Administrator
Horusgeleit
*****


Wer lesen kann, ist
klar im Vorteil.

Beiträge: 5394
Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1221 - 12/22/06 um 19:59:33
 
Tawabet wies einen Diener an, dem Arzt und der Kranken einen heißen Karkadee zu servieren.
Sie wartete auf ihre Söhne, die bald zurückkommen müßten.
Aber sie kamen und kamen einfach nicht.
"Mach dir keine Sorge, Baket!" sagte sie zu der jungen Frau. "Hori und Padi werden ihre Aufgaben schon erledigen."
 
******
So war es auch. Die beiden Buben eilten gehorsam zu Paschedu und sagten dem Bescheid, wo seine Tochter wäre. Beruhigt, dass Baket nichts wirlich Schlimmes zugestoßen war, und sie gut versorgt wurde, setzte sich der Balsamierer schließlich zum Abendbrot nieder.  
 
zum Seitenanfang
 
 

Werde Schreiber! http://www.aegyptisch.de
E-Mail   IP gespeichert
Meritenramses
YaBB Administrator
Horusgeleit
*****


Hm.t kA n pA kA aA n
pA ra-Hr-Ax.tj

Beiträge: 13734
Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1222 - 12/23/06 um 09:23:44
 
Zu Iryirys großem Erstaunen ließ der König das lange Morgenritual an diesem Tag bereitwillig über sich ergehen.
Nur das lange Gewand aus dickem Leinen, das die aufgemalten Hennatattoos so gut verbarg, und der breite, schwere Halskragen entlockten ihm ein mißmutiges Schnaufen.
 
Das bevorstehende Begräbnis des ersten Propheten des Amun hatte sich anscheinend auf die Stimmung der Beamtenschaft niedergeschlagen: das tägliche Erscheinen des Königs im Thronsaal wurde mit aller geziemenden Ernsthaftigkeit und Würde begangen; es herrschte eine feierliche, getragene Ruhe...
Die Ruhe vor dem Sturm?
Argwöhnisch, was jedoch sein milder Gesichtsausdruck nicht verriet, musterte Ramses die vor ihm auf dem Bauch liegenden Würdenträger, die ihm huldigten.
Wer von denen war loyal, wer von denen würde ihm ohne zu zögern einen Dolch in den Rücken rammen?
Wie würde die Bestattung Nebwenenefs verlaufen?
Ob es da schon zu irgendwelchen Unruhen kommen würde?
Wann würde Sinifer seinen nächsten Auftritt haben?
zum Seitenanfang
 
 


http://www.ramses.info - nicht umzubringen...
Homepage   IP gespeichert
Tawabet
YaBB Administrator
Horusgeleit
*****


Wer lesen kann, ist
klar im Vorteil.

Beiträge: 5394
Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1223 - 12/23/06 um 09:39:03
 
Nefertari frühstückte an diesem Tag erst einmal ausführlich mit ihren Kindern.
Meritamun schien ihr in letzter Zeit so seltsam... was war nur los?
Sie wetzte unruhig auf ihrem Stuhl herum, wie als würde sie es kaum erwarten können, wieder aufzustehen!
Paraherwenemef war immer noch krank. Sie würde Herchuf noch einmal befragen müssen! Aber in den nächsten Tagen stand soviel anderes an... die Bestattung, das Gottesorakel, der Aufstand...
 
 
zum Seitenanfang
 
 

Werde Schreiber! http://www.aegyptisch.de
E-Mail   IP gespeichert
Meritenramses
YaBB Administrator
Horusgeleit
*****


Hm.t kA n pA kA aA n
pA ra-Hr-Ax.tj

Beiträge: 13734
Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1224 - 12/23/06 um 11:14:33
 
"Ich hab' noch viel zu tun," erwiderte Merit-Amun ausweichend, als Nefertari sie nach dem Grund für ihre Unruhe fragte. "Ich besticke gerade einen Gürtel für mein neues Kleid, weißt du, und bin bald fertig."
Sie hippelte aufgeregt hin und her und lächelte ihre Mutter entschuldigend an. "Ich würde ihn gerne am Tag des Gottesorakels tragen."
"Pfff," machte Nebettaui bloß und warf ihrer älteren Schwester einen verächtlichen Blick zu. "Olle Strebertussi!"
Merit-Amun tat so, als hätte sie die Bemerkung der Kleineren überhört, aber unter dem Tisch stieß sie sie mit dem Fuß an, woraufhin Nebti ihr die Zunge herausstreckte.
 
"Was meinst du, Mama?" flötete sie stattdessen, um Nefertari abzulenken. "Ob Amun wirklich Wennefer zu seinem ersten Diener erwählt, so wie Vater das vorgesehen hat?"
zum Seitenanfang
 
 


http://www.ramses.info - nicht umzubringen...
Homepage   IP gespeichert
Tawabet
YaBB Administrator
Horusgeleit
*****


Wer lesen kann, ist
klar im Vorteil.

Beiträge: 5394
Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1225 - 12/23/06 um 12:35:19
 
"Nebti, du solltest dir ein Beispiel an deiner älteren Schwester nehmen!" ermahnte Nefertari Nebettaui. "Wie weit bist du mit deiner Handarbeit?"
Dann wandte sie sich an ihre älteste Tochter. "Einen neuen Gürtel hast du wahrhaft nötig! Du bist wieder ganz schön aus dem Leim gegangen!"
zum Seitenanfang
 
 

Werde Schreiber! http://www.aegyptisch.de
E-Mail   IP gespeichert
Meritenramses
YaBB Administrator
Horusgeleit
*****


Hm.t kA n pA kA aA n
pA ra-Hr-Ax.tj

Beiträge: 13734
Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1226 - 12/23/06 um 12:41:35
 
Wutentbrannt funkelte Merit-Amun ihre Mutter an.
"Stimmt doch gar nicht!" grummelte sie und schob das Kinn in derselben Manier vor, wie ihr Vater das zu tun pflegte, wenn er schmollte oder beleidigt war.
Ganz im Gegenteil: seit sie mit Nianchmin zusammen war, nahm sie viel schneller ab...ob das wohl an der regelmäßig durchgeführten...ähem...Körperertüchtigung lag, der sie seit einigen Dekaden fröhnten?
Im Moment lebte sie doch fast nur von Luft und Liebe...immer wenn sie an Nianchmin dachte, schlug ihr Herz schneller und alles andere wurde zur Nebensache, sie verspürte weder Hunger noch Durst, nur Sehnsucht nach ihm... und da sie ziemlich häufig, eigentlich fast jeden Augenblick an ihn dachte, aß sie immer weniger...
Naja, ihre Mutter war nicht mehr die Jüngste, vielleicht versagte deren Augenlicht allmählich...oder sie hatte diese fürchterliche Augenkrankheit, von der man langsam, aber sicher erblindete...
 
"Du entschuldigst mich," sagte Merit-Amun beleidigt und erhob sich. "Ich will dir meinen gräßlichen Anblick nicht länger zumuten!"
Und damit rauschte sie einfach ab...
 
Nebettaui grinste ihre Mutter an und klopfte Nefertari auf den Bauch.
"Du bist auch so richtig schön weich und rund und kuschelig," meinte sie. "Bekommst du wieder ein Baby?"
 
**********
 
Wenig später verließ Ramses den Thronsaal, um in seinem Arbeitszimmer von Tjay die Post des heutigen Tages vorgetragen zu bekommen.
Dabei trank er seinen dampfenden Hustentee, ein Aufguß von den Kräutern, die er gestern von dieser seltsamen Alten erhalten hatte.
Bislang hatte er keinen Gedanken an sie verschwendet, aber nun fiel sie ihm wieder ein.
Sie hatte gewusst, wer er war...was hatte sie gesagt?  
 
"Ich kenne diesen Dämon. Ich habe seine Gegenwart schon einmal gefühlt..."
Unwillig schüttelte Ramses den Kopf und wandte seine Aufmerksamkeit wieder der diplomatischen Korrespondenz zu.
Woher sollte diese greise Fellachin den Dämon, der ihn plagte -also den königlichen Ka- kennen?
Bestimmt hatte er irgendetwas falsch verstanden...
 
"...übersende ich dir, meinem Bruder, dem Großkönig des Landes Ägypten...," las Tjay laut vor und Ramses zog die Nase kraus, weil er nicht auf die Worte seines Sekretärs geachtet hatte.
Von WEM war der Brief?
zum Seitenanfang
 
« Zuletzt geändert: 12/23/06 um 18:41:07 von Meritenramses »  


http://www.ramses.info - nicht umzubringen...
Homepage   IP gespeichert
Tawabet
YaBB Administrator
Horusgeleit
*****


Wer lesen kann, ist
klar im Vorteil.

Beiträge: 5394
Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1227 - 12/23/06 um 20:32:01
 
"Unerhört!" Nefertari sah Nebettaui böse an. "Geh auf dein Zimmer, Prinzessin und mach deine Handarbeiten!"
 
Sie war für eine Frau ihres Alters immer noch schlank, auch wenn die vielen Geburten Spuren an ihrem Körper hinterlassen hatten!
 
**************
 
"Was soll ich dem Großkönig von Hatti antworten?" fragte Tjay den König mit einer unterwürfigen Verbeugung.
zum Seitenanfang
 
 

Werde Schreiber! http://www.aegyptisch.de
E-Mail   IP gespeichert
Meritenramses
YaBB Administrator
Horusgeleit
*****


Hm.t kA n pA kA aA n
pA ra-Hr-Ax.tj

Beiträge: 13734
Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1228 - 12/23/06 um 20:58:08
 
"Warum bist du denn so sauer?"
Nun war auch Nebettaui beleidigt.  
"Immer hast du so schlechte Laune!" Trotzig verschränkte sie die Arme über der Brust. "Was hab' ich denn so Schlimmes gesagt?"
 
********
 
"Das übliche," erwiderte Ramses gelangweilt und schlürfte seinen Tee.
Was wollte Mursili denn schon wieder?
Er hatte doch erst vor kurzem einen Brief aus Hatti erhalten und ein Königsgeschenk übersenden lassen.
 
zum Seitenanfang
 
 


http://www.ramses.info - nicht umzubringen...
Homepage   IP gespeichert
Tawabet
YaBB Administrator
Horusgeleit
*****


Wer lesen kann, ist
klar im Vorteil.

Beiträge: 5394
Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1229 - 12/23/06 um 21:04:30
 
"Nichts, gar nichts! Geh und mach deine Arbeiten!" befahl Nefertari, denn sie mußte ja ihre eigenen Dinge erledigen!
Als Nebettaui unter Protesten gegangen war, setzte sich Nefertari an ihren Webstuhl und begann, ihre kunstvolle Arbeit an einem gewirkten Tuch fortzuführen. Dabei überlegte sie, wie sie ihre Mutter vor der Strafe bewahren könne, aber leider, leider fiel ihr nichts ein!  
 
*********
 
"Mach ich!" antwortete Tjay gehorsam. Er kannte Ramses' Antworten schon auswendig. Seltsam war es allerdings schon, dass zwei Briefe so kurz hintereinander angekommen waren. Ob irgendetwas nicht stimmteß Vielleicht war der Brief gar kein Original?
zum Seitenanfang
 
 

Werde Schreiber! http://www.aegyptisch.de
E-Mail   IP gespeichert
Seiten: 1 ... 80 81 82 83 84 ... 177
Thema versenden Drucken