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Die Stadt des Amun (Gelesen: 623776 mal)
Seleuce
Horusgeleit
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1200 - 12/18/06 um 19:07:34
 
Isisnofret bemerkte die Männer zuerst gar nicht, denn in der Tat war sie von dem ganzen Ausritt mit ihrem Mann und seiner beruhigenden, oder eher Sicherheit spendenden Wirkung auf sie so entspannt und entrückt, daß sie noch immer ganz in die Harmonie zwischen Natur und menschlicher Baukunst vertieft war. Außerdem kannte sie die beiden auch gar nicht und achtete daher nicht auf sie. Erst, als sie deutlich in ihr Blickfeld traten, sah sie kurz und unbekümmert zu ihnen herüber, worauf sie stutzte.
"Wieso gucken die denn so," fragte sie Ramses leise.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1201 - 12/18/06 um 19:13:55
 
"Wer?" Ramses blickte in die Richtung, in die auch Isisnofret schaute.
Er stutzte und drehte sich wieder um.
"Die habe ich gestern auf dem Fest gesehen," antwortete er leise und hustete.
"Verdammt..." Nur kurz überlegte er. "Die denken ja, daß ich ihr libyscher Verbündeter bin...wir sollten sehen, daß wir sie abhängen..."
Allerdings herrschte soviel Betrieb auf den Straßen, daß sie nicht einfach davon galoppieren konnten...
 
*******
 
Penbast tat unterdessen so unauffällig, daß es schon wieder auffällig war.
"Ich glaube, sie haben uns bemeheeerkt," säuselte er seinem Schwager mit zusammengebissenen Zähnen zu. "Was macht der Libyer jetzt?"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1202 - 12/18/06 um 19:40:41
 
Das Hüsteln ihres Gatten nahm Isisnofret gleich zum Anlass, ihn nebenbei gleich etwas genauer zu mustern, weil er doch eigentlich recht erkältet war. Aber seine Blässe war durch die frische Luft und die Bewegung verschwunden und einer gesünderen, golden-rosigen Farbe gewichen, die sie erleichterte.
"Du kennst sie," fragte sie leise zurück und sah aus dem Augenwinkel heraus wieder hin.
"Vielleicht haben sie noch nicht bemerkt, daß DU sie gesehen hast, wenn wir Absteigen und die Pferde durch das Gewimmel führen, fallen wir vielleicht nicht so sehr auf!"  
Da kam auch eben ein Eselhändler daher, der eine Herde der Grautiere vor sich hertrieb. Die Esel kümmerte das Rufen ihres Besitzers aber nicht sonderlich, munter turnten sie auf der Straße herum und standen allem und jedem im Weg, was ihres Weges kam!
Zugleich zogen Ochsen ettliche turmhoch gepackte Futterkarren heran, ächzend und gemächlich ihre Last ziehend und ein kleiner Bengel begann den offenbar wohlhabenden Mann auf dem schönen Pferd zu bebetteln,. Im Nu, scharrten sich noch viel mehr Kinder um Ramses und Isisnofret herum und streckten die kleinen Hände zu ihnen hinauf.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1203 - 12/18/06 um 19:52:04
 
"Das war wohl ein Irrtum," sagte Ramses und lachte.
Reiter und dann noch zu Pferde fielen sehr wohl in Theben auf...und wie...
Er hatte glücklicherweise noch ein paar Ringe zum Tauschen dabei und ging damit zu einem der Bäckereien am Straßenrand...
 
Kindern konnte er einfach nichts abschlagen und so befahl er dem Bäcker und seinen Gehilfen, einem jeden der Kinder einen frischen Fladen zu geben und bezahlte ihm die etwa 40 Brote mit zwei Bronzeringen, die wesentlich mehr wert waren als die vier Kupferdeben, die die Fladen kosteten...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1204 - 12/18/06 um 20:23:59
 
Isisnofret lächelte liebevolle, auch auf sie hatten die strahlenden Gesichter der Kinder, die nun alle vor Freude klatschten, jubelten und herumsprangen eine ganz besondere Wirkung. Überall waren die leuchtenden Augen um sie herum plötzlich, überall steckten zum Teil noch dampfende Fladen zwischen den Zähnen der Kleinen und nun konnten einfach niemandem mehr die beiden Reiter entgehen.
Dem ein oder anderen Kind strich Isisnofret lieb über den Strubbelkopf, ob sie Läuse oder Flöhe hatten kümmerte sie nicht in diesem Moment und die beiden Kerle hatte sie fast vergessen. Wo waren die eigentlich? Sie waren völlig umzingelt von der Horde Kinder, den Eseln, den Ochsenkarren und den fröhlichen Gesichtern der Passanten und Händler, die dem Treiben und dem freundlichen Mann und seiner Spende wohlgesonnen und freundlich zusahen.  
"Naja, wenn man sich nicht direkt unsichtbar machen kann, dann eben indirekt..." kicherte Isisnofret und streckte den Arm nach Ramses aus um ihm lieb über den Arm zu streichen. Sie liebte diese Seite an ihm, er wurde so sanft, wenn er sich irgendwie mit Kindern beschäftigte, sie holten stets sein gütiges Herz aus seiner Rüstung heraus.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1205 - 12/18/06 um 20:35:20
 
Ramses nahm Meri-Amun wieder bei den Zügeln und drehte sich nach Penbast und dessen Begleiter um, die weiterhin versuchten, unbeteiligt dreinzuschauen.
Er zwinkerte Isisnofret zu und winkte einen größeren Jungen heran, um ihm etwas ins Ohr zu flüstern.
Der Junge kicherte, nickte kauend und rief dann der Horde Kinder in einem unverständlichen thebanischen Dialekt etwas zu, worauf der ganze Pulk auf Penbast und seinen Schwager zustürmte und um sie herumtanzte.
 
"So..." Ramses grinste und schwupps, saß er wieder auf Meri-Amus Rücken. "Die wären jetzt erst einmal beschäftigt...jetzt können wir ungestört nach Hause reiten, meine Schöne!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1206 - 12/18/06 um 21:11:38
 
"Wir sind Padi und Hori, also Horemhab und Padiaset, Söhne von Tawabet und Shuroy, aber Amuneminet ist unser Stiefvater", erklärten die Zwillinge stolz. "Er hat sich aber ein Bein gebrochen und liegt jetzt im Bett! Sei froh, dass du dir nicht auch ein Bein gebrochen hast!"
Sie sahen Baket neugierig an. Es schien sich einiges verändert zu haben in ihrem alten Dorf. Aber sie hatten ja auch lange nicht mehr mit den Leuten dort zu tun gehabt. "Du arbeitest beim alten Paschedu und bist seine Tochter?" fragten sie die junge Frau. "Du wohnst aber noch nicht lange hier, oder?"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1207 - 12/18/06 um 21:13:41
 
Von Seleuce:
Isisnofret grinste zurück zu der johlenden Horde Kinder und zwinkerte Ramses nickend zu. In dem ganzen Trubel war ihr ganz entgangen, daß der Schmetterling, der sie schon vorhin eine Weile begleitet hatte, immer noch -oder schon wieder?- bei ihr war. Er hatte bis eben zwischen den Ohren Descherets gesessen und flatterte nun auf, als das Pferd sich in Bewegung setzte. Ob das wirklich an Isisnofrets Parfüm lag? Würde er dann nicht direkt an ihr herumflattern? Sie fand es irgendwie amüsant, daß der kleine Kerl nicht weichen wollte...
 
Endlich hatte der Eselhändler auch seine Herde Grautiere so weit unter Kontrolle gebracht, daß sie den Ochsekarren den Weg nicht mehr versperrten und diese wiederum den restlichen Verkehr nicht mehr aufhielten, so daß sie nun endlich wieder vorwärts kamen.
 
"Dann schnell nach Hause, allmählich wird mir frisch! Du bist krank, Liebling, du gehörst ins Bett!"

 
Von mir:
"Mir geht es gut," erwiderte Ramses und machte einen Schmollmund. "Ich hab' doch mindestens drei Kannen von dem Wundertee dieser alten Bäuerin getrunken."
Er hustete jedoch wieder...
Ein kühler Wind war aufgekommen und der Himmel färbte sich leicht rosa...über eine breite Allee ging es nach Nordosten, Richtung Palast.
 
Vor und auf den Eingangsstufen der königlichen Residenz stand eine 'Gruppe der 50' der Garde.
Zwei der Soldaten nahmen die Pferde in Empfang, nachdem Isisnofret und Ramses abgestiegen waren, um sie zu den Ställen zu bringen.
 
"Wie wär's mit einem heißen Tee?" fragte Ramses lachend und wedelte Isisnofret mit dem Päckchen, das ihnen die Fellachin mitgegeben hatte, vor der Nase herum. "Zum Aufwärmen? Oder fällt dir etwas Besseres ein?"
Er schlang von hinten seine Arme um sie und küsste sie auf den Hals...herumalbernd und lachend stolperten sie so den Säulengang entlang, der zu Ramses' Privatgemächern führte...
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Tawabet
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1208 - 12/18/06 um 21:39:25
 
Tawabet verabschiedete sich von Nefertari, weil sie sich auch mal wieder um ihren kranken Mann kümmern wollte.
Auf dem Weg zur Fähre erledigte sie noch ein paar Einkäufe. Ihr fehlten ein paar wichtige Ingredienzien für Heiltränke und so suchte sie den Laden eines bekannten Kräuterverkäufers auf, um die Dinge zu kaufen.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1209 - 12/18/06 um 21:45:55
 
Von Seleuce:
"Erst waschen wir uns mal den Pferdeduft ab, würde ich vorschlagen," lachte Isisnofret, der eben jener gerade kräftig in die Nase stieg.  
Aber gegen ein wenig Aufwärmen hatte sie überhaupt nichts einzuwenden!
Albern und verspielt angelte sie nach den Armen ihres Mannes, die um sie herum geschlungen warn und zog ihn als wäre sie ein Karrenesel, hinter sich her zu seinen Gemächern. Erst dort angekommen drehte sie sich zu ihm um und schnappte sich seinen Kopf, um ihm einen dicken Kuss auf die Lippen zu verpassen.
Dann ging es weiter in das angenehm beheizte Badezimmer, wo sie ihn, der sich putzig zierte und sie noch mehr zum Lachen brachte, aus seiner Kleidung schälte. Einen Moment beguckte sie sich die Hennamalerei auf seiner Haut, schwankte zwischen Gefallen und Befremdung, auf dem Körper sahen solche Ornamente doch anders aus als an Wänden, auf Decken und Kleidern... Aber irgendwie hatte diese veränderte Optik auch etwas Wildes, anziehendes an sich...
Ein Waschlappen war schnell bei der Hand und auch wenn das frische Wasser kühl war, begann sie, ihren Mann und sich im Wechsel zu waschen. Warmes Wasser oder gar ein Bad wären jetzt sicher schöner, aber sie hatte keine Lust, darauf zu warten, bis Iryiry heißes Wasser bringen lassen würde, der eben den Tee zubereitete.
 
Ein Weilchen danach, als sie Ramses gewissenhaft das Natron abgerieben und ihn mit einem Handtuch abgetrocknet hatte –darauf bedacht, daß er nicht fror, hatte sie ihn neben eines der kuscheligen Kohlebecken geschoben- verteilte sie mit ihren jetzt warm gewordenen Händen noch die duftende Salbe auf ihm und ließ jenes auch an sich geschehen. Dann schlang sie die Arme um ihn und zog sich an ihm hoch.  
„Und jetzt unter die flauschige Decke, dazu der Tee und dann weiß ich noch einen tollen Trick, wie uns wärmer wird...“ raunte sie lieblich.

 
Von mir:
"Wirklich?" Ramses machte große, grüne Kulleraugen und warf einen Blick auf seine tätowierten Arme.  
Ein Glück, die Hennazeichnungen hatten die Wäsche überlebt...
"Weißt du?" setzte er plötzlich ein maliziöses Lächeln auf. "Wir Libyer kennen da auch ein paar Kniffe...wenn nachts der kalte Wüstenwind um die Zelte streicht..."
Er fletschte die Zähne und schnappte sich Isisnofret einfach.
"Wir verschleppen Ägypterinnen," erklärte er ihr mit grollender Stimme und rollte wild mit den Augen. "Und dann..."  
Leider gelang es ihm nicht so recht, noch gefährlicher dreinzublicken, weil er lachen musste...
Dann jedoch runzelte er wieder die Stirn.
"Und dann?" fragte Isisnofret gespannt nach und sah zu ihm auf.
"Dann zeig ich dir meine Tattoos," grinste er; lachend landeten sie gemeinsam auf seinem Bett und zogen, wie zwei Kinder, die sich verstecken wollten, die große, weiche Decke über sich...
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Tawabet
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1210 - 12/18/06 um 22:03:21
 
"Ja, es ist wahr!" bestätigte die junge Löwin ihrer Meisterin. "Ich habe gesehen, wie der rothaarige Mann mit den Ornamenten auf den Armen zum Palast ritt!"
Zwischendurch war sie von einer Horde brüllender Kinder beinahe niedergetrampelt worden, aber sie war den Rabauken gerade noch entkommen.
"Ob er wirklich seine Majestät, der König, ist? Er hat in der Bäckerei mit zwei Bronzeringen bezahlt! Der Bäcker war ganz aus dem Häuschen!" berichtete sie weiter. "Ich glaube, hier läuft eine seltsame Geschichte!"
"Möge die Göttin uns gnädig sein!" rief die Meisterin und ließ ihrer Untergebenen den Becher noch einmal füllen. "Auf dass die Maat ewigen Bestand habe!"
 
*******
 
Tawabet erwarb allerlei Zutaten und setzte dann über.
Sie betrat das Haus, als die Sonne schon sank. Im Wohnzimmer saßen ihre Buben und unterhielten sich mit einer jungen Frau, die tawabet irgendwo schon einmal gesehen hatte...
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Seleuce
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1211 - 12/18/06 um 22:04:59
 
„...und was bedeutet das hier...“ zirpste es unter der Decke, als Iryiry herein kam und nachschauen wollte, ob sein königlicher Herr und dessen Gemahlin noch etwas verlangten. Kichern, lachen und Beulen, die sich hier und da, dann dort auf den Decken abzeichneten setzten den jungen Diener in verschämtes Erstaunen.
„DAS glaub ich dir nicht... du schwindelst, dort hast du sowas gar nicht! Zeig...“ quikte es weiter unter der Decke und Iryiry überlegte, ob er doch sofort wieder verschwinde sollte. Er war unschlüssig, sah zu Boden und faltete die Hände auf dem Rücken.
Die Bewegungen wirken recht... nun ja...
„Du BANAUSE... nimm die Finger da weck, das wirst du nicht mit mir machen! Huch, DA bist du auch bemahlt, wie konntest du nur?“ schimpfte es jetzt kieksend, dann folgte glucksendes Lachen und ein tiefes Knurren, dann ein Seufzer, ein tiefer Atemzug, das heisere, Gurren einer Frau, die genussvoll still wurde...
Nein, hier hatte er sicher nichts mehr verloren, OH nein, neinneinnein!
Und damit war er auch schon verschwunden...
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Baket
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1212 - 12/18/06 um 22:45:57
 
"Du arbeitest beim alten Paschedu und bist seine Tochter?" fragten sie die junge Frau. "Du wohnst aber noch nicht lange hier, oder?"
 
"Doch. Ich bin hier in der Gegend ..." sie stockte. Nein, warum sollte sie ihnen ihr ganzes Leben erzählen. Am liebsten würde sie das meiste selbst vergessen.
"Ich lebe vielleicht gerade mal zwei Jahre hier. Paschedu ist mein Adoptivvater." Sie seufzte. "Er denkt jetzt sicher, ich war wieder unartig. Daß ich weggelaufen bin oder so. Er wartet auf sein Wasser uns sein Abendessen. Die Sonne geht doch bald unter."
Die Stirn in sorgenfalten gelegt rieb sie sich den Fuß. "Wo ist Natron, wenn man welches braucht..." murmelte sie.
Sie hielt inne und blickte zu den Jungs auf.
"Sagt mal, ob einer von euch nicht zum ibw, daß in Ufernähe ein Stück südlich aufgebaut ist, gehen kann und Paschedu sagt, was passiert ist. Er soll sich keine Sorgen machen und denken, ich hätte ihn im Stich gelassen. Vielleicht hat er ja auch irgendein Mittelchen. Er kennt sich zwar nicht mit dem Heilen aus, aber, naja.." Baket zuckte mit den Schultern," was für die Verklärten gut ist, kann den Lebenden doch nicht schaden oder?" sie zog die Augenbrauen leicht grinsend hoch.
 
In dem Moment betrat eine Frau das Zimmer, die Baket überrascht und neugierig ansah.
Baket fand, daß sie sehr nett aussah, aber der Blick irritierte sie etwas. 'Fast so, als überlege sie, woher sie mich kennt.' dachte Baket und wollte aufstehen, als sie beim Auftreten wieder schmerzhaft an ihren linken Fuß erinnert wurde und ihre Kehle diesen Schmerz unwillkürlich in einem lauten Schrei kund tat.
 
******************
 
Paschedu hatte gerade die Mumie des alten Hem-Scheri der Familie übergeben, die er im Vorraum des ibw vorbereitet hatte. 40 Tage hatte der Alte außer Rettigöl und Natron keine weitere Behandlung erfahren, denn die Familie des Hem-Scheri ist arm und konnte sich gerade mal die billigste Mumifizierung leisten.
Paschedu ging zurück in das Zelt und besah sein "Meisterwerk", das auf dem Balsamierungstisch lag und morgen ihre Bindenwicklung bekommen sollte: Der Priester Nebwennenef.
Was für eine großartige und wichtige Arbeit.
 
Wenn da nicht noch zwei Dinge wären, die ihm Magengrummeln bereiteten. Zum einen der Hunger nach der Arbeit, zum anderen der Grund für den Hunger: Baket war noch nicht wieder da.
Er wollte so gerne wütend sein und fing auch schon an, vor sich hinzufluchen, warum er jetzt sein verdientes Essen nicht bekommt.
Aber ganz tief drinnen machte er sich Sorgen. Sorgen um seine Adoptivtochter, die doch mehr für ihn ist als eine gute Arbeitskraft und Hausgehilfin. Er hing einfach an der Kleinen.
Nervös kaute er an seinen viel zu kurz geschnittenen Fingernägeln. 'Was hatte sie gesagt? Zum Grab ihrer Schwester?'
Er erinnerte sich, daß sie ihm mal erzählte, daß sie schon auf der Straße lebte, seit sie denken kann und ihre kleine Schwester damals ertrank. Sie habe eine Stele aus Holz an den Wüstenrand gestellt und so den Totenkult für sie zelebrieren wollen. Es war eigentlich kein richtiges Grab. Und er wusste noch nicht mal, wo es stand. Überhaupt, fiel ihm wieder auf, wie wenig er doch von Baket wusste und wie verschwiegen sie über ihre Vergangenheit war...
Hui huschte ins Zelt und machte eine ehrfürchtige Verbeugung, legte die Hand auf die Schulter. "Paschedu, ich war beim Fluß, wo Baket Wasser holen wollte."
Paschedu runzelte die Stirn. "Rennst Du meiner Tochter immer noch hinterher?" Hui konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, bei dem seine braunen Zähne blitzten. "Naja...," lenkte dieser ab,"ich habe das hier am Fluß gefunden. Es ist Dein Zeichen drauf."
Pachedu riß die Augen auf, als er einen seiner Wasserkrüge aus der Werkstatt, die von seiner Kleinen kunstvoll markiert waren, in Huis Hand sah. Oder besser, daß was vom Krug übrig war...  
Ihm schwante Übles und Dämonen malten in seine Gedanken die argsten Bilder.
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« Zuletzt geändert: 12/19/06 um 02:50:37 von Baket »  
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1213 - 12/19/06 um 06:41:54
 
...und in dem Zelt des Libyers stiegen die Temperaturen allmählich...
Das Zelt stürzte jedoch alsbald ein, weil seine Bewohner sich so ungebärdig verhielten...
Erst als sie zur Ruhe kamen, stellten sie fest, daß auch aus Isisnofret eine waschechte Berberfrau geworden sein musste, denn auch ihr Körper wurde nun von einigen Malen geziert, die sie im Liebeskampf davongetragen hatte.
Aber auch der wilde Barbar, der sie in sein Zelt geschleppt hatte, war nicht ungeschoren davongekommen und seine Tattoos, die sich von einer Schulter zur anderen zogen, reichten auf einmal auch seinen Hals hinauf und seine Brust hinunter...
 
Eng umschlungen, wie es ihre Gewohnheit war, blieben sie noch lange beieinander liegen, küssten und schmusten miteinander herum, während der Tee in der Kanne, den Iryiry hereingebracht hatte, kalt wurde...
 
********
 
"Die Herrin Tia, die Schwester des Königs, er lebe, seil heil und gesund, wollte sich im Palast umhören," mischte sich eine andere Sachmetschwester ein.  
"Sie wird nicht viel ausrichten können," bemerkte eine vierte. "Der König wird wohl kaum seiner Schwester erzählen, was er plant..."
Ratloses Schweigen...alle sagen gespannt zu ihrer Meisterin hin...was sollten sie denn nun mit diesem Wissen anfangen?
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1214 - 12/19/06 um 18:53:43
 
Tawabet lächelte Baket an. "Tut dir was weh?" Was für eine dumme Frage in dieser Situation! Der kundige Blick der Rechet sah sofort, dass der Knöchel der jungen Frau stark geschwollen war. Leider kannte sie sich mit solchen Dingen nur wenig aus.
"Hori, du gehst zu Paschedu!" befahl sie ihrem einen Sohn und dem anderen: "Geh und hole den Sunu, der für pa-demi zuständig ist!" Sie konnte ja kaum die Leibärzte des Königs bitten, der Fremden zu helfen...
Doch als Padi und Hori murrend aufstanden, ging die Türe en weiteres Mal auf und Amenhotep kam herein, um nach Amuneminet zu sehen...
 
**********
 
Die Oberste Sachmetschwester überlegte einen Moment. Dann verkündete sie: "Wir müssen und bereit halten und gegen die Feinde des Systems kämpfen! Am besten ist es, wenn wir diejenigen beschatten, von denen wir wissen, dass sie Böses im Schilde führen. Wir sollten uns diesem Ninemti an die Fersen heften!"
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