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Die Stadt des Amun (Gelesen: 568402 mal)
Meritenramses
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1155 - 12/16/06 um 17:56:09
 
Paraherwenemef ließ sich wieder auf das Polster seiner Kopfstütze zurücksinken und schloß die Augen.
"Viel Glück dabei," flüsterte er leise und gähnte, als sein Diener die Vorhänge weit öffnete und die Morgensonne hineinließ...der Schemen wurde blasser in dem hellen Licht...fast unsichtbar...
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Tawabet
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1156 - 12/16/06 um 19:28:57
 
"Paß du gut auf dich auf!" flüsterte Amuni zum Abschied. Ihm war etwas weinerlich zumute, als er seinen Bruder so leidend daliegen sah.  
"Mama", sagte er zu Nefertari, "ich will bald aufbrechen."
"Ich wünsch dir Glück, mein Junge!" antwortete Nefertari. Und flüsternd setzte sie hinzu: "Wir sehen uns ja noch mal!"
Sie drückte ihm einen kleinen Kuß auf die Stirn und entließ ihn.
Amunherchepeschef ging zum Arbeitszimmer seines Vaters, um auch von dem vorläufig Abschied zu nehmen.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1157 - 12/16/06 um 19:37:50
 
Ramses hielt sich gerade die Hand vor den Mund und wurde von einem heftigen Hustenanfall geschüttelt, als Tjay den Kronprinzen anmeldete.
Er nickte und wedelte so heftig mit der Rechten, in der er seine Schreibbinse hielt, daß sich ein Sprühregen Tinte auf den Papyrus vor ihm ergoß.
 
Tjay ließ Amunherchepeschef eintreten und hieß Iryiry, seinem Herrn vorsichtshalber einen Becher heiße Honigmilch zu bringen...
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Tawabet
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1158 - 12/16/06 um 19:44:16
 
"Vater?" fragte Amuni, als er seinen Vater durch die Türe hindurch niesen hörte. "Bist du erkältet?" Was für eine dumme Frage, natürlich war er das, das hörte der Prinz doch!
"Ich wollte dir nur sagen, dass wir uns dann aufmachen, die Armee und ich!"
Der Marschbefehl war schon gegeben, er brauchte nur noch zu den Soldaten dazustoßen.
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1159 - 12/16/06 um 19:48:06
 
Ramses räusperte sich.
"Gut," krächzte er mit fast tonloser Stimme. "Ich wünsche dir viel Erfolg dabei und komm lebend und heil wieder, hörst du?"
Er griff sich an den Hals und räusperte sich erneut. "Und zieh keine libyschen Gewänder an, wenn es kühl wird," meinte er augenzwinkernd. "Lieber ein paar Gamaschen zusätzlich!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1160 - 12/16/06 um 19:51:11
 
"Ach Vater, du wirst langsam wie Oma Tuja, die sagt auch immer, dass ich einen Schal anziehen soll!" lachte Amuni und grinste Ramses an. Er grüßte noch einmal und verschwand dann, um seinen Kindern Lebewohl zu sagen.
 
 
"Oma Tawabet wird schon auf euch aufpassen. Ich bin bald zurück, Tachat, versprochen!" sagte er zu der weinenden Tachat, die ihn so gar nicht gehen lassen wollte und sich an sein Bein gehängt hatte. "Wirklich!"
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1161 - 12/16/06 um 20:04:55
 
Ramses verneinte mit energischen Grimassen, weil ihm die Stimme nun vollkommen versagte.
Kaum war Amuni durch die Tür, spazierte auch schon Iryiry herein und kredenzte seinem Herrn mit feierlicher Miene, als würde er einen kostbaren Goldpokal mit feinstem Wein aus dem Delta servieren, die dampfende Honigmilch, an der Ramses argwöhnisch schnupperte.
"Was habt ihr vor?" flüsterte er mit zusammengezogenen Augenbrauen. "Soll das ein dezenter Hinweis darauf sein, daß ich mich eigentlich ins Bett legen soll?"
 
****
 
Meri-Atum zog wiederum an Tachats Arm. Hauptsache, Oma Baki würde nicht herkommen, um auf irgendwen aufzupassen.
"Komm jetz'!" rief er laut. "Und hör auf, wie ein Mädchen zu heulen!"
Wild zerrte er an Tachat herum.
"Du kanns' jetz' geh'n," sagte er zu seinem ältesten Bruder. "Ich pass auf!"
 
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Tawabet
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1162 - 12/16/06 um 20:15:36
 
Amuni beugte sich zu seinem kleinen Bruder hinunter und wuschelte ihm durch das rote Haar. "Ist gut, mein kleiner großer Bruder!" Er lachte, drückte Sethi noch einen Kuß auf die Wange, verabschiedete sich von Tawabet und machte sich endlich auf den Weg zur Garnison, wo sein Stab ihn schon erwartete.
Krieg! Eigentlich verabscheute er diese Lösung, die keine war. Warum konnten die Menschen keinen Frieden halten? Warum mußten die Libyer regelmäßig die Abkommen verletzen? Warum konnten sich nicht einfach alle Menschen seinem Vater unterwerfen und gut war es?
Amuni lachte in Gedanken selbst über seine kindischen Fragen, die ihm durch den Kopf schossen. Er war ein Prinz und damit ein Krieger, und nicht jede Aufgabe, die er tun mußte, konnte er gerne tun...
 
*********
 
"Herr, mein Gebieter, ja, das wäre an sich besser!" wagte Iryiry zu sagen. "In nur drei Tagen findet die Bestattng Nebwenenefs, gerechtfertigt, statt, da müßt ihr wieder fit sein!"
Tjay nickte zustimmend. "Die Post könnt ihr auch später noch erledigen." Er zeigte auf einen Stapel Tontafeln. "Es sind auch ein paar aus Hatti dabei."
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1163 - 12/16/06 um 20:21:08
 
Gedankenverloren blickte Baket auf den großen länglichen Gegenstand vor sich, während sie das Natronsäckchen in ihrer Hand hin und her drehte und im Begriff war, langsam die andere Hand danach auszustrecken.
"Rühr das nicht an!" schalt es plötzlich neben ihr. Baket schreckte aus ihrer Trance auf. "Das darf nur ein Priester oder der Kanzler des Gottes!"
 
Paschedu hatte die Matte beiseite gehoben und stand schwitzend im Durchgang zu dem kleinen Seitenraum. Baket schüttelte sich kurz, musste erst mal wieder einen klaren Kopf bekommen. Die schweren Düfte des Weihrauchs und der Öle, sowie die Rezitierungen der Leser machten sie immer sehr benommen. Paschedu trat auf sie zu und Baket musste unweigerlich die Nase rümpfen. Sie hatte sich inzwischen immer noch nicht daran gewöhnt, daß der Geruch des Todes den alten Paschedu auf Schritt und Tritt begleitete. 'Und mich wird er das wohl bald auch noch', dachte sie, als sie das Natronsäckchen in ihrer Hand besah. 'An meinen Fingern haftet er bereits. Obwohl... das tut er schon etwas länger...'
Paschedu stellte die schwere Maske, die er unter seinem Arm hielt, ab. "Baket räum hier zusammen und nachdem Du Wasser geholt hast hilfst Du Hui das gesamte Lager drüben mal wieder zu ordnen. Denk auch daran, zu fegen und die Instrumente zu sortieren.
"Aber mein Herr," erwiderte Baket und senkte ergeben den Kopf, "ich wollte ich um die Erlaubnis bitten, heute ein wenig Zeit zu bekommen, das Grab meiner Schwester aufzusuchen."
"Baket...", stöhnte der alte Herr und wischte sich den Schweiß von der Stirn,"schon wieder? Ich habe keine Lust mit Dir darüber zu streiten. Du sollst arbeiten, darum habe ich Dich ja."
Paschedu war zwar alt, aber groß und kräftig, seine leicht faltige Haut war braun und wie gegerbtes Leder, sie glänzte stumpf, von all den Harzen und Ölen im Laufe der Jahre beinah regelrecht imprägniert. Sein kurzes Haar war inzwischen grau, doch immer noch dicht. Paschedu war sehr streng, doch Baket wusste, daß er sich von ihr auch leicht erweichen ließ. Sie hob den Kopf und sah ihn aus ihren großen braunen Augen unschuldig an. "Bitte, verehrter gütiger Adoptivvater, sei doch so gnädig."
Paschedu atmete schwer aus und verdrehte die Augen. "Na guuuut," schnaubte er. "Du bekommst mich auch immer wieder rum... Dann geh Wasser holen, räum vorher noch kurz den Stroh, die Natronsäckchen und das Leinen zusammen und beiseite und dann kannst Du machen, was Du willst. Sei aber zurück, wenn Re in die Unterwelt hinabsteigt und bereite mein Abendessen."
 
Baket fing an, das Material zusammen zu legen, als Paschedu wieder durch den Mattenvorhang ging. Auf der anderen Seite stand Hui, Paschedus Schnitter. Er grinste sie einen Moment lang schmierig und zweideutig an und zeigte dabei seine braunen vorstehenden Zähne.
Dieser schmächtige Junge mit der Brust eines Vogels und dem Herz einer Schildkröte zählte gerade mal 16 Jahre, aber hatte schon die brutale Abgebrühtheit eines Großen. Baket war froh, daß sie mit reichlich Protest und guten Argumenten Paschedu umstimmen konnte und Hui daraufhin eben die Tochter des Lesers Ti ehelichte. Zwar wurde Hui gerade ein Sohn geboren, doch ist es ein offenes Geheimnis, daß seine Frau ihn sonst nie an sich lässt und er immer noch das zierliche, drei Jahre ältere Mädchen mit der Stupsnase "begehrte".
 
Baket hob den Wasserkrug auf ihre Schultern, verließ die Zelthütte und machte sich auf den Weg zum Fluß.
Nach ein paar Schritten drehte sie sich um und sah zum ibw zurück. Die Matten bewegten sich leise im Wind und es roch auch nach einiger Entfernung noch nach Dufthölzern, Terpentinöl, Gewürzen, Koniferenharz und Verwesung.
Sie kniff die Augen zusammen und ihr Blick schweifte in die Ferne. Der Berg der Meretseger ragte am Horizont bedrohlich in den Himmel. Drohend, mahnend gegen das Vergessen.
Baket schüttelte kurz und heftig ihren Kopf, als wollte sie einen lästigen Gedanken verjagen und stieg weiter hinab zum Nil.
Sie fühlte sich immer noch wie unter Drogen, ihre Hände, die sich um den Krug klammerten waren ausgetrocknet von all dem Natron und sie war müde, war sie doch schon vor dem Sonnenaufgang wach, um Paschedu bei den Materialien zu helfen.
'Doch so schlimm ist mein Los nicht', sprach sie zu sich. 'Ich hab schon schlimmeres erlebt. Ich bin durch die dunkelste Unterwelt gegangen und wurde von Ammit verschlungen, obwohl mein Körper und Ka noch auf dieser Welt weilten. (sprich: durch die Hölle gegangen) Schließlich nicht jede Aufgabe, die man tun muss, muss man gerne tun.'
 
Obwohl die Sonne sich langsam zur höchsten Stunde hinbewegte, wehte ein frischer kalter Wind vom Nil, der ihre kurzgeschnittenen schwarzen Locken zauste. Am Ufer waren bereits mehrere Leute beschäftigt, Frauen schöpften Wasser, ein Boot legte an.
Als sie aus den kühlen Fluten schöpfte, fiel ihr Blick hinüber aufs andere Ufer. Der Luxortempel glänzte farbenfroh und heiter in der Mittagssonne. Das laute Treiben der Stadt auf der anderen Seite konnte man noch sehr weit hören.
Baket konnte sich nicht helfen und verzog verächtlich den Mund.
 
Hoffe, mein Einstieg war Euch nicht zu lang und zu anstrengend zu lesen...
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Tawabet
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1164 - 12/16/06 um 20:31:18
 
Paschedus Werkstatt war zur Zeit mit einer äußerst wichtigen Aufgabe betreut: es oblag ihr, den verstorbenen ersten Propheten des Amun Nebwenenef, auf seine Reise ins Jenseits vorzubereiten. Natürlich war man sehr bemüht, die Aufgaben zur Zufriedenheit aller durchzuführen...
 
******
 
Als Baket Wasser schöpfte, wurde sie von zwei Jungen, die sich ähnelten wie ein Ei dem anderen, angerempelt, so dass ihr Krug krachend zu Boden ging. Die zwei Jungs grinsten sie aber nur frech an. An ihrer Kleidung war deutlich zu erkennen, dass sie aus vornehmen Hause stammten.
Padi und Hori hatten sich aus der Schule gestohlen und waren auf die Westbank gefahren, um dort ihren Vergnügungen nachzugehen. Ihre Mutter war sowieso mit ihren Enkeln beschäftigt und ihr Stiefvater lag krank im Bett. Niemand paßte so recht auf sie auf und das nutzen sie ihre Freiheit.
"Da guck ma, Hori!" rief Padi. "Die Soldaten ziehen los! Amuni führt sie an... Er wird sicher den Sieg davontragen, oder?" Er zeigte auf die Bote, die sich vom anderen Ufer lösten und im gleichmäßigen Takt des Ruderschlags gen Norden fuhren.
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Meritenramses
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1165 - 12/16/06 um 20:44:45
 
Ramses nahm einen Schluck von seiner Honigmilch.
"Das ist doch ein abgekartetes Spiel von euch beiden," meinte er und zog eine der Tontafeln aus dem Stapel heraus, überflog den akkadischen Text und verzog das Gesicht.
"Mursili," meinte er verächtlich, als er das Siegel des hethitischen Großkönigs erkannte. "Er fragt an, wie mir die Silberschale, die er mir hat überreichen lassen, gefällt..."
Wieder trank er von der heißen Milch, die ihn prompt -und wie immer- müde machte.
"Hat er das?" fragte er seinen Sekretär und Tjay nickte und zeigte mit den Händen den ungefähren Durchmesser der Schale an.  
"So ein Geizkragen," krächzte Ramses und hustete. "Schreib ihm, daß das nicht ausreicht, um sich meine Freundschaft zu erkaufen...vor allem nicht, wenn er mich andauernd mit seinen Klagen über seinen Onkel Hattusili belästigt...dieses Waschweib!"
Tjay, der königliche Schreiber, nickte.
Wie immer würde er die drastischen Antworten seines Herrn in höfliche, diplomatische Floskeln verpacken...
 
"Soll ich dem Boten ein Königsgeschenk mitgeben, eure Majestät, mein Herr?" fragte er und zog eine Scherbe und seine Binse hervor, um sich Notizen zu machen.
"Ja," knurrte Ramses. "Schick der Heulsuse in Hatti einen Ballen oberägyptisches Leinen, damit er damit seinen Tränenstrom trocknen kann..."
Entnervt schüttete er den Rest der Honigmilch in sich hinein und ging gähnend den Rest der Post durch...der übliche diplomatische Schnickschnack.
Tjay und Iryiry hatten recht: das würde er auch noch später erledigen können.
 
Er verließ bald darauf den Verwaltungstrakt und wandte sich in Richtung seiner Gemächer, verscheuchte die Wedelträger und ließ sich von Iryiry beim Ablegen des Königsornates helfen.
Der Diener legte den Schmuck sorgfältig in die entsprechenden Truhen und Schatullen, brachte seinem Herrn ein bequemes Gewand aus einem dicken, weichen Wollstoff aus Tyros und ließ ihn allein....
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Tawabet
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1166 - 12/16/06 um 21:00:26
 
Nefertari hatte schon von Ramses' Krankheit gehört. Sie überlegte kurz, ob sie zu ihm gehen sollte, aber sie ließ es lieber, weil sie dachte, dass er besser schlafen sollte.
Stattdessen bestellte sie Tawabet zu sich, damit die ihr von ihren Bemühungen betreffs Paraherwenemef berichtete.
Tawabet kam, ihre Aufzeichnungen in Händen, und erzählte Nefertari:
"Sie hat so seltsame Antworten gegeben. Es klang gerade danach, als ob sie glaubte, er habe diese Krankheit verdient!"  
Die GKG schlug die Hand vor den Mund. Hatte Paraherwenemef doch mehr mit der Leiche zu tun, als sie gehofft hatte?
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Baket
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1167 - 12/16/06 um 22:53:09
 
"He, Ihr! Was fällt euch ein!" rief Baket, aufgebracht über den Verlust des Kruges.
Sicher Paschedu besaß mehr als genug Krüge, vor allem diese billigen und einfachen wie diesen hier und der Sohn seines Schwagers Nianchchons hatte dem altehrwürdigen Gewerbe den Rücken zugewendet und ist nun schon seit 10 Jahren Hersteller von Töpferwaren, aber nun hatte sie den Weg zum ibwzurückzugehen und mit einem neuen Krug nochmal zum Wasserschöpfen zu gehen.
Der Anblick der vornehm gekleideten Jungs versetzten ihr einen kleinen Stich und erinnerten sie an das, was sie eigentlich hätte sein sollen, aber nie hatte. Die Welt war voller Unrecht. Und sie, Baket, kannte auch den Grund dafür...
 
"Habt ihr nicht gehört? Das war ein verdammt teurer Krug!"
 
Sie wusste nicht warum, aber sie fing an zu laufen und sich in Richtung der Kinder zu stürzen.
Diese hatten Baket schon wieder vergessen und waren ganz vertieft in ein Schauspiel auf der anderen Seite des Nils und bestaunten die ablegenden Boote, als sie plötzlich Baket auf sich zustürmen sahen und aufquiekten.
"Ihr frechen Gören habt wohl keinen ordentlichen Erzieher!" schnaubte Baket und rannte entgegen ihrem sonst nach außen hin so beherrscht-versuchten Wesen hinter den kichernden Kindern her, die sich einen Spaß daraus zu machen schienen.
 
Flink wuselten die Kleinen vor ihr her, aber da konnte sie aus früheren Zeiten auch noch mithalten.
Allerdings hatte sie den etwas größeren Stein nicht bemerkt, der nun beim nächsten Laufschritt unter ihren baren Füßen wegrutschte und Baket ins Straucheln brachte.
Sie bemerkte noch den stechenden Schmerz an ihrer Fußunterseite und das dumpfe Ziehen in ihrem Knöchel, da fiel sie auch schon der Länge nach hin unter einem erstickten Aufschrei, der ihr mehr aus Schreck als vor Schmerz entfuhr...
 
Nu hab ich doch noch was geschrieben. Ja, so kanns gehen... *g*
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« Zuletzt geändert: 12/17/06 um 14:23:23 von Baket »  
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1168 - 12/17/06 um 08:49:03
 
Paraherwenemef schlief in der Obhut des Sachmetpriesters Iuny, derweil sich seine Mutter mit Tawabet beriet.
Iuny hatte einen besonderen Schutzzauber über das Schlafgemach des Prinzen gelegt, dessen lange Sprüche er nun, während der junge Mann schlummerte, beständig rezitierte.
Er entrollte das Buch vom Niedermetzeln des Rebellen und las:
...vom Niederwerfen des Feindes, zum Schutz vor jeglichem Wiedergänger, jeglicher Wiedergängerin, jedem Widersacher, jeder Widersacherin, die von außen eindringen, die aus seinem Körper herauskommen und zum Niederhalten des Schreckens, zum Abwehren des Wiedersachers, der Widersacherin, jeglichem Wiedergänger, um das Herz an seinem Platz, seine richtige Stelle hinabsteigen zu lassen...
 
Er blickte dabei in die Richtung, in die Paraherwenemef ständig starrte, um den bösen Totengeist, der den Prinzen heimsuchte, laut und mit fester Stimme anzusprechen und zu vertreiben:
 
"Es sind die fähigen Verklärten, die uns schützen, deren Stimme herauskommt aus dem Himmel, mit ihren Augen gegen dich in der Erde. Höre die laute Stimme, die auf die Erde heraufkommt! Es gibt kein Aufhören für dich, dich zu suchen, um deinen Ba zu zerstören in der Nekropole, um deinen Namen an jedem Ort, an dem du weilst, zu entfernen. Bist du oben? Dann wird dein Ba von Re fortgeschafft. Bist du in der Erde? Dann wird dein Leichnam niedergehalten durch Geb, wobei du niedergeworfen wirst siebenmal pro Stunde. Du bist der Herr des Bösen, indem man niederwirft jeden chayty-Dämonen und jegliche Gestalt, die du annimmst gegen Paraherwenemef, geboren von Nefertari-Meritenmut..."
 
Er malte die fähigen Bas mit Ocker auf einen neuen Papyrus, bestrich die Zeichnung mit Honig und wusch dies mit süßem Bier ab. Das ganze wiederholte er viermal und gab die Mischung Paraherwenemef, der zwischenzeitlich erwacht war, zu trinken. Danach malte er die Bas auf eine Binde, die er dem Prinzen um den Kopf wickelte und opferte ihnen, die er um Beistand beim Kampf gegen den Dämon angerufen hatte, Weihrauch.
 
Das Ritual ging aber noch viel weiter...
Nachdem sich Iuny noch einmal gründlich gereinigt und neue Papyrussandalen angezogen hatte, hockte er sich auf eine Opfermatte und brachte den Verklärten und Re-Harachte am späten Nachmittag, d.h. kurz vor Sonnenuntergang ein Speiseopfer dar.
Der zweite Teil des Rituals begann damit, daß Iuny das Buch der sieben Räuchersteine entrollte, das ihm die Namen der Stein preisgab, auf denen er räuchern sollte:
 
"Sei gegrüßt, Gott, der du den Rebellen schlachtest," sprach er die erste Töpferscheibe an. "Der du den Feind niederhaust, der sein Gemetzel des Apep veranstaltet, des Feindes, von Jenem, Wiedergänger, Wiedergängerin, Widersacher, Widersacherin, die sich verstecken, die sich verbergen in jeglichem Körperteil des Paraherwenemef, geboren von Nefertari-Meritenmut."
 
Danach nahm er die zweite Scheibe: "Sei gegrüßt, der du unter den Göttern bist, mit großem Machterweis! Der sich versteckt, der sich verbirgt in jeglichem Körperteil des Paraherwenemef, geboren von Nefertari-Meritenmut, der die Verklärten enthauptet! Komm doch, halte ihn auf der Stelle nieder!"
 
Und zum Schluß: "Seid gegrüßt, ihr sieben Töpferscheiben, Thot hat seine Zaubermacht herbeigebracht, auf dass ihr niederhaltet alles Übel gegen Paraherwenemef, geboren von Nefertari-Meritenmut, in diesem seinem Leib, in jeglichem Körperteil des Paraherwenemef, geboren von Nefertari-Meritenmut..."
 
Die machvollen Sprüche, die hilfreichen Achu und Bas, die Iuny anrief, und der reinigende Weihrauch zeigten bald Wirkung und Paraherwenemef fiel endlich in einen tiefen, ruhigen Schlaf...
Der Totengeist wurde vertrieben...für heute...
 
*********
 
Am selben Tag kam auch Harchuf in Theben an.
Er hatte sich Urlaub ausgebeten, weil er sich erhebliche Sorgen um seinen Freund machte.
Vor kurzem erst hatte er erfahren, daß Paraherwenemef von dem Festungskommandaten von Sile wegen Dienstuntauglichkeit suspendiert worden war...
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Re: Die Stadt des Amun
Antworten #1169 - 12/17/06 um 10:10:48
 
Tawabet riet Nefertari, ein Gesuch an die Götter zugunsten Paraherwenemefs zu machen, um herauszufinden, was genau mit dem Jungen passiert war. "Er ist in der Hand eines mächtigen Ba. Das, was mit ihm geschieht, geht von einem Totengeist aus. Ich weiß es nicht und ich will ihn nicht falsch verdächtigen, aber vielleicht hat er eine Schuld auf sich geladen, die ihn die Götter so büßen lassen. Nefra sagt, wenn dem nicht so wäre, dann könnte der Geist mit normalen Mitteln vertrieben werden. Aber so muß er eine Bußstele anfertigen, und Taweret und Hathor um Gnade anrufen."
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