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Ägyptens versunkene Schätze (Gelesen: 6044 mal)
Tawabet
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Beiträge: 5394
Ägyptens versunkene Schätze
06/17/06 um 20:53:25
 
Heute war ich in der Soderausstellung in Berlin, auf der sich die Unterwassergrabungen bei Alexandria präsentieren.
Die Ausstellung zeigt 500 Exponate aus der Zeit von 800 v. - 800 n. Chr. und kostet 10 Euro p.P.
Geld, das man sich gut sparen kann!
 
Denn obwohl einige sehr sehenswerte Stücke dabei sind und es für den einen oder anderen interessant sein mag, dass man in Kanopos Stücke aus der Zeit Ramses' II. aufgestellt hatte, ist die Ausstellung nur als grottenschlecht zu bezeichnen.
Das schummrige, bläuliche Diskolicht macht einen total meschugge, die Stücke sind stets so beleuchtet, dass sie zwar ganz nett aussehen, aber z.B. Inschriften nicht lesbar oder erkennbar sind,
die Beschriftung ist sehr fehlerhaft und irreführend, die Präsentation so, dass man die Stücke z.B. gar nicht ordentlich sehen kann, was v.a. auch die Münzfunde zutrifft, die i.d.R. ohne jede Beleuchtung ausgestellt waren.
Das Führungskonzept dient eher dazu, den geneigten Leser zu verwirren, als ihn aufzuklären.
 
Die Grabungstechnik, die eigentlich ja ziemlich interessant wäre, wird nirgendwo richtig erklärt (ich hätte mir einen Raum gewünscht, der über verwendete Geräte, Strateggien usw. aufklärt und die mit der Arbeit betrauten Wissenschaftler (?) beim Namen nennt, also nicht nur Herrn Goddio und Herrn Yoyotte nennt.), nur in Viedeoinstallationen ein wenig gezeigt.
 
In Ruhenischen werden motivationslos Texte aus allen ägyptischen Epochen zitiert, ebenso werden auf den Informationsaufstellern Fundgegenstände mit Darstellungen aus wesentlich älteren Epochen illustriert, ohne dass der Besucher darüber richtig "aufgeklärt" wird. Versteht mich nicht falsch:
Da steht schon: "Grab des hau-mich-tot, Neues Reicht, Theben, TT XYZ", aber wer von den "normalen" besuchern kann damit was anfangen? Und daneben liegt ganz unschuldig ein ptolemäerzeitliches Stück herum...
Naja, apropos Ptolemäer! Die werden in der Ausstellung permanent als Lagiden bezeichnet, ach was, gar nicht permanent! Daneben taucht natürlich der Begricff "Ptolemäer" auf, ohne dass jedoch deutlich gemacht wird, dass das Synonyme sind.
So kann der Eindruck entstehen, dass in den drei vorchristlichen Jahrhunderten in Ägypten zwei Herrscherhäuser nebeneinader regiert hätten...
 
Kurz und gut: das ist die absolute Isfet.
Spart euch die Fahrt nach Berlin und kauft euch lieber was Schönes um das viele Geld Zwinkernd
 
Tawabet
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Anat
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Re: Ägyptens versunkene Schätze
Antworten #1 - 06/21/06 um 14:18:46
 
Hi,
Also über diese aufklärende, zwar subjektive Info, bin ich nun doch sehr froh ... meine Familie wollte mir nämlich schon 'nen Ticket nach Berlin deshalb schenken. Insofern lasse ich das mal lieber und spare mir die 800 km bis dahin.
Stelle ich mir etwas chaotisch und undurchsichtig dort (in der Ausstellung) vor ... wobei man sich ja einfach die riesigen Statuen bloss anschauen könnte ohne den Beitext zu lesen, und auf sich wirken lassen, oder? Ich lese sowieso nicht so gerne in den Ausstellungen sondern gucke mir die Dinge lieber an...  
 
Die Sache mit dem Licht, bzw. mit der Ausleuchtung der Fundstücke, kam mir schon bei den Online-Fotos spanisch vor, weil eben so dunkel und schummrig. Was für einen Zweck soll das haben?  
 
Der Ausstellungskatalog hab' ich trotzdem, als Rezensionsexemplar, und von dem bin ich eigentlich nach wie vor entzückt, d.h. würde ja dann auch reichen in Sachen "Ägyptens versunkene Schätze".
 
Grüße Anat
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Re: Ägyptens versunkene Schätze
Antworten #2 - 06/21/06 um 19:27:37
 
Hallo Anat,
 
das mit dem Schummrigen soll die Stimmung vermitteln du seist im Meer.
Der Grundgedanke ist ja auch nicht verkehrt, aber wenn ich dahin fahre um etwas zu "sehen", dann möchte ich das auch.
 
LG
 
Nefernefer
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Anat
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Re: Ägyptens versunkene Schätze
Antworten #3 - 06/22/06 um 11:15:13
 
Hallo Nefernefer,
 
hm, habe ich mir halbwegs gedacht, dass damit die "unterseeische" Atmosphäre rüberkommen soll. Trotzdem, einst standen/lagen, die Artefakte ja mehr oder minder unter der sengenden Sonne (ausgenommen natürlich Naos & Co) Ägyptens und nicht im Meer. Insofern käme den Objekten doch eine authentische Dekoration eher zu Gute.
 
Meine 2. Annahme wäre, dass mit schummriger Beleuchtung in Verbindung mit ägyptischen Artefakte, eine Art mystische Stimmung erzeugt werden soll ... was ich persönlich aber meist für etwas deplaziert finde. So ergings mir nämlich mal auf einer Ägypten-Repliken-Ausstellung .. war wirklich nicht mit anzusehen, bzw. man sah ja kaum was
 
Die Ausleuchtung in der Ausstellung "Das Goldene Jenseits" in Basel fand ich prima; aber etwas schockierend fand ich damals die bewaffnete(!) Security (kein Witz). Ist das in der Berliner Ausstellung auch so?
 
Grüße
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Re: Ägyptens versunkene Schätze
Antworten #4 - 07/18/06 um 14:30:55
 
Also die 0 Euro, die ich für die gestrige Fahrt nach Berlin ausgegeben habe, war die Ausstellung schon wert. Grinsend
 
Dass die Lagiden und die Ptolemäer identisch sind, wird übrigens gleich im ersten Raum erwähnt, nämlich an der Genealogie, die zusammen mit dem Zeitstrahl und der Götterübersicht an die Wand gepinselt wurde. Im nächsten Raum findet man dann diese ganzen Übersichten gleich noch mal. Und im übernächsten auch. Und im über-übernächsten uns so weiter und so fort. Das alles wechselt sich ab mit zahlreichen kleinen Bildschirmen auf denen man Taucher sieht, die unter Wasser Funde bergen. Aber auch hier wird in jedem Raum immer wieder das gleiche gezeigt, nur eben an unterschiedlichen Fundorten. Eine ausführliche Beschreibung der einzelnen Arbeitsschritte beim Bergen und Restaurieren der Artefakte wäre in der Tat wesentlich aufschlussreicher gewesen. Aber so lange man tolle audiovisuelle Effekte einbauen kann, scheint der Inhalt offenbar zweitrangig zu sein. Augenrollen
 
auch die beschriftungen der objekte lassen weniger auf Fachkompetenz als vielmehr auf eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme schließen. nichtssagende beschriftungen wie etwa "kohlebecken konnten vielseitig verwendet werden" sind da noch das geringere übel. schlimmer sind da schon ganz offensichtliche fehler, wie etwa, dass isis eine mondscheibe auf dem kopf hätte oder ganz und gar hirnrisse beschreibungen, wie etwa "die genaue verwendung ist unbekannt", wohlgemerkt als Begleittext für eine Vitrine mit Schöpfkellen!
 
dass jedoch extrem viele sehenswerte stücke ausgestellt waren tröstet auch nicht wirklich, denn die ganzen fehler und die völlige konzeptlosigkeit nehmen einem schon nach wenigen minuten die gesamte freude an dieser ausstellung.
 
fazit: hätte man mal ein paar ägyptologen zu rate gezogen (und herr wildung ist ja nicht weit), dann wäre das alles sicher hundert mal besser geworden).
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Re: Ägyptens versunkene Schätze
Antworten #5 - 09/25/06 um 06:20:37
 

 
Die Ausstellung "Ägyptens versunkene Schätze" kommt nun auch nach Paris und danach Bonn.
Bonn wäre viel näher für mich als Berlin - mal sehn ob ich dann nicht doch noch hingehen werde um mir ein eigenes Bild davon zu machen
Quelle Freiepresse.de...
 
Grüße
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Re: Ägyptens versunkene Schätze
Antworten #6 - 01/13/08 um 17:31:50
 
hallo Anat,
 
da mußt du dich aber beeilen.
die Ausstellung endet am 27.1.08.
Ich war am Samstag da.
Es war schön und beeindruckend. aber die Ausstellung von Tutachamun
hat mir besser gefallen. vielleicht auch weil ich mich für diese Zeit eher interessiere als für  
Alexandria und die spätere Zeit.
 
Gruß
 
Luna Lächelnd
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Re: Ägyptens versunkene Schätze
Antworten #7 - 01/17/08 um 16:02:18
 
Hallo Luna,
 
ich weiß auch nicht, aber irgendwie zieht's mich doch nicht in diese Unterwasser-Ausstellung - keine Ahnung woran's konkret liegt!? Wahrscheinlich auch an der Epoche.
Ja hast recht die Tut-Objekte finde ich ebenso spannender...
 
Ich konzentriere mich nun vielmehr auf die derzeitige Ausstellung in Stuttgart,"nur" 2 Stunden Zugfahrt von mir weg. Und sobald ich dort war gebe ich hier wohl bei pr-anx einen Kommentar ab. Insbesondere dieses wiederhergestellte Mumien-Perlennetz aus el-Hibe interessiert mich sehr, siehe:
 

 
Pressebild/Foto: CAB Artis Kulturmanagement
 
 
Grüße Anat
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Re: Ägyptens versunkene Schätze
Antworten #8 - 01/19/08 um 15:39:53
 
hallo,
 
ja das Perlennetz sieht ja super aus.
 
Wo stammt das her und wem gehörte es ?
 
Gruß  
 
Luna Smiley
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